Kerstin Andreae

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Kerstin Andreae, 2011

Kerstin Andreae (* 21. Oktober 1968 in Schramberg) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Ende Februar 2012 eine der fünf stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der Grünen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Kerstin Andreae war als Jugendliche im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Schwarzwald aktiv. Nach dem Abitur 1988 am Gymnasium Schramberg studierte Andreae Politische Wissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; 1996 wurde sie Diplom-Volkswirtin. Danach war sie beim Unternehmen mediKUR - Agentur für Gesundheits- und Kurtechnologie in Hamm tätig. 1998 war sie Pressereferentin und Wahlkampfkoordinatorin für Wilfried Telkämper (Telkämper war 1987 im Rahmen der Rotation der grünen Parlamentarier ins Europaparlament nachgerückt). Anschließend wechselte sie als Projektmanagerin an das Sozialwissenschaftliche Frauenforschungsinstitut der Evangelischen Fachhochschule Freiburg. Von 2001 bis 2002 arbeitete sie beim Projektentwickler „Das Grüne Emissionshaus“.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Nachdem sie schon 1990 in die Partei Die Grünen eingetreten war, gehörte Andreae von der Verbandsgründung 1991 bis 1993 dem Landesvorstand der Grün-Alternativen Jugend Baden-Württemberg an. Von 1992 bis 1999 war sie Mitglied des Kreisvorstands der Grünen in Freiburg im Breisgau und von 1999 bis 2001 im Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Von 1999 bis 2002 war sie Stadträtin in Freiburg im Breisgau.

Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Andreae ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen. Auf den Landesparteitagen im Oktober 2008 und im Dezember 2012 wurde sie zur Spitzenkandidatin gewählt. Außerdem trat sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Freiburg an.

Bis Februar 2007 war sie Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Kommunalpolitik und von 2005 bis 2007 Obfrau der Fraktion im Finanzausschuss. Von März 2007 bis März 2012 war sie Sprecherin der Fraktion für Wirtschaftspolitik und Obfrau im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie.[2]

Nach Fritz Kuhns Rücktritt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender wurde die als Realo-Politikerin geltende Andreae am 28. Februar 2012 mit 41 von 58 Stimmen zu dessen Nachfolger gewählt.[3]

Nach der Bundestagswahl 2013 kandidierte Andreae für den Fraktionsvorsitz der Grünen im Bundestag. In einer Abstimmung am 8. Oktober 2013 unterlag sie mit 20 von 61 Stimmen der ebenfalls dem Realo-Lager zugerechneten Katrin Göring-Eckardt (41 Stimmen).[4]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Andreae ist eine Befürworterin der Frauenquote[5] und unterstützt den ESM.[6]

Privates[Bearbeiten]

Andreae hat einen Sohn aus erster Ehe sowie eine Tochter und einen Sohn aus ihrer Ehe mit Volker Ratzmann, dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Ihre Schwester Susanne Andreae ist Ärztin und Autorin medizinischer Fachbücher.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kerstin Andreae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.gruene-bundestag.de Andreae rückte für Fritz Kuhn nach; die anderen vier wurden am 18. Oktober 2011 gewählt: Bärbel Höhn, Josef Winkler, Frithjof Schmidt, Ekin Deligöz
  2. [1], politik-kommunikation.de, 12.April 2012, abgerufen am 1. März 2013
  3. Grünen-Bundestagsfraktion: Kerstin Andreae folgt Fritz Kuhn als Fraktionsvize, spiegel.de, 29. Februar 2012, abgerufen am 16. November 2012
  4. Christina Hebel, Christoph Sydow: Fraktionsspitze: Göring-Eckardt gewinnt Kampfabstimmung bei Grünen. In: Spiegel Online, 8. Oktober 2013, abgerufen am 4. März 2014
  5. Verfechterin der Frauenquote: Kerstin Andreae abgerufen am 4. März 2014
  6. http://www.welt.de/wirtschaft/article106187613/Politiker-wollen-ESM-gegen-alle-Kritik-beschliessen.html