Volker Ratzmann

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Volker Ratzmann 2011

Volker Ratzmann (* 23. März 1960 in Helmstedt) ist ein deutscher Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und Rechtsanwalt. Er war Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin[1] und dort einer der beiden Fraktionsvorsitzenden. 2012 wurde er Leiter der politischen Abteilung der Landesvertretung von Baden-Württemberg.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Ratzmann wuchs in Bayern (auf einem Gutshof zwischen Augsburg und Donauwörth) und in Niedersachsen, in einem Dorf bei Gifhorn am Südrand der Lüneburger Heide, auf. 1979 machte er sein Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Gifhorn und beteiligte sich am Kampf gegen das Atommülllager Gorleben. Nach dem Zivildienst in Freiburg im Breisgau lebte er ab 1981 in Berlin in Wohngemeinschaften der damaligen Hausbesetzerszene, u.a. mit den Brüdern Udo und Harald Wolf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin arbeitet er seit 1991 als Rechtsanwalt. Seine fachlichen Schwerpunkte sind die Strafverteidigung und das Arbeitsrecht. Er unterhält eine Anwaltssozietät in Berlin-Wilmersdorf u. a. mit der Bundestagsabgeordneten Renate Künast.[2] Ratzmann ist mit der Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae verheiratet, sie haben einen Sohn aus Kerstin Andreaes erster Ehe sowie eine gemeinsame Tochter und einen gemeinsamen Sohn.

Politik[Bearbeiten]

Ratzmann war in den 80er-Jahren Mitglied der Gruppe Internationaler Marxisten. 1986 trat er der AL (Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz), später Bündnis 90/Die Grünen bei. Er ist Mitglied des Kreisverbandes Pankow und gilt als Pragmatiker. 2003 wurde er Mitglied im erweiterten Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Berlin. Von 2006 bis 2010 war er Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft „Demokratie und Recht“ von Bündnis 90/Die Grünen. 2008 kündigte Volker Ratzmann seine Kandidatur für den Parteivorsitz der Grünen an.[3] Er wollte gegen seinen Parteikollegen Cem Özdemir antreten, zog dann aber seine Kandidatur zurück. Ausschlaggebend für den Verzicht war die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes.[4] Stattdessen wurde er Mitglied im Bundesparteirat von Bündnis 90/Die Grünen.

2001 wurde Ratzmann Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus und 2003 zum Vorsitzenden der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Bei den Wahlen im Jahr 2006 erlangte er eines der beiden ersten Direktmandate im Osten Berlins. 2011 konnte er das Direktmandat im Wahlkreis Pankow 8 verteidigen, jedoch wurde er für den enttäuschenden Ausgang der Abgeordnetenhauswahl mitverantwortlich gemacht. Nur knapp schaffte Ratzmann die Wiederwahl zum Fraktionsvorsitzenden, trat aber wegen des eskalierenden Flügelstreits zwischen Linken und Realos drei Wochen später zurück[5] und legte 2012 auch sein Abgeordnetenmandat nieder.

Er übernahm die Position des bundespolitischen Koordinators der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin.[6][7] Ein halbes Jahr später wurde er Leiter der politischen Abteilung.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volker Ratzmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/F12_4-01259?OpenDocument
  2. Bütikofer-Nachfolge bei den Grünen, Künast: Ratzmann soll es machen auf faz.net, 1. Juni 2008, gesehen 6. August 2009
  3. Spiegel-Interview auf volker-ratzmann.de
  4. tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  5. Berliner Grüne rutschen tiefer in die Krise, Hamburger Abendblatt online vom 15. November 2011
  6. Neuer Bundespolitischer Koordinator in der Landesvertretung von Baden-Württemberg: Volker Ratzmann. Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland, abgerufen am 14. Februar 2012.
  7. Bundes-Koordinator Volker Ratzmann: "Ich will den grünen Link enger knüpfen". Der Tagesspiegel, abgerufen am 14. Februar 2012.
  8. Andreas Müller: Grüner macht Blitzkarriere, Stuttgarter Zeitung 12. Oktober 2012