Clemens von Ketteler

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Clemens von Ketteler
Der Ketteler Bogen wurde über dem Sterbeplatz errichtet[1]

Clemens August Freiherr von Ketteler (* 22. November 1853 in Münster; † 20. Juni 1900 in Peking) war ein deutscher Diplomat.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Grab Clemens von Kettelers auf dem Zentralfriedhof Münster.

Clemens von Ketteler stammte aus der adeligen Familie von Ketteler aus dem Münsterland. Sein Onkel war der Bischof und Zentrumspolitiker Wilhelm Emmanuel von Ketteler.[2] Sein Neffe war der Diplomat Wilhelm Freiherr von Ketteler, der 1938 vom Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS ermordet wurde. Ein weiterer Verwandter von ihm war der französische Marschall Louis Franchet d’Esperey. Kettelers amerikanische Ehefrau Matilda Cass Ledyard hatte wiederum gemeinsame Vorfahren mit den US-Präsidenten George Bush und George W. Bush.[3]

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Münster und Coesfeld, wo er 1873 das Abitur ablegte, trat Ketteler in die Preußische Armee ein. 1879 wurde er in den Auswärtigen Dienst berufen: er war zunächst von 1880 bis 1889 Dolmetscher bei den deutschen Konsulaten in Kanton und Tientsin. Nach einer kurzen Tätigkeit im Auswärtigen Amt war er von 1892 bis 1896 als Gesandter in den Vereinigten Staaten, anschließend von 1896 bis 1899 in gleicher Eigenschaft in Mexiko tätig. Am 11. April 1899 wurde Ketteler als deutscher Gesandter in Peking bestellt. Am 20. Juni 1900 wollte er sich während des so genannten Boxeraufstands in Begleitung seines Dolmetschers Cordes in das chinesische Außenministerium begeben, um Verhandlungen zu führen. Nach Verlassen des Legationsviertels und Passieren des Ha-Ta-Men Tors wurde er von einem Korporal des dort Dienst versehenden mandschurischen Regimentes namens En-Hai aus nächster Nähe erschossen. Der Täter gab später an, auf Befehl seiner Vorgesetzten und wegen einer versprochenen Geldbelohnung gehandelt zu haben. Kettelers Tod bildete den Anlass für eine militärische Intervention eines gemeinsamen Expeditionskorps aus Truppen mehrerer Großmächte in China. Sein Nachfolger als Gesandter in Peking wurde Alfons Mumm von Schwarzenstein. Kettelers Grab befindet sich auf dem Zentralfriedhof in Münster.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Kuß, Bernd Martin (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand. Iudicium-Verlag, München 2002, ISBN 3-89129-781-5 (Erfurter Reihe zur Geschichte Asiens 2).
  • Jean Mabire: Blutiger Sommer in Peking; Der Boxeraufstand in Augenzeugenberichten. C.A. Koch's Verlag Nachf., Berlin-Darmstadt Wien 1978

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clemens von Ketteler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Boy-Ed: Peking und Umgebung im Jahre 1900; Heckners Verlag, 1908 Wolfenbüttel
  2. Deutsches Staatshandbuch, 1963, S. 652.
  3. Siehe, http://www.wargs.com/political/bush.html.
Vorgänger Amt Nachfolger
Theodor von Holleben Gesandter des Deutschen Reichs in Washington D.C.
1892–1896
Kurd von Schlözer Gesandter des Deutschen Reichs in Mexiko-Stadt
1896–1899
Paul von Hintze
Edmund Friedrich Gustav von Heyking Gesandter des Deutschen Reichs in Peking
1899–1900
Alfons Mumm von Schwarzenstein