Kreatin

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Strukturformel
Strukturformel von Kreatin
Allgemeines
Name Kreatin
Andere Namen
  • Creatin
  • Creatine
  • N-Amidinosarkosin
  • N-(Aminoiminomethyl)-N-methyl-glycin
  • α-Methylguanidinoessigsäure
Summenformel C4H9N3O2
CAS-Nummer 57-00-1
PubChem 586
DrugBank DB00148
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff [1]

Eigenschaften
Molare Masse 131,13 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,33 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

Monohydrat: 303 °C (Zers.)[2]

Löslichkeit

schlecht löslich in Wasser (17 g·l−1), fast unlöslich in Ethanol und Diethylether[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kreatin (von griechisch kreas, ‚Fleisch‘) ist eine organische Säure, die in Wirbeltieren u. a. zur Versorgung der Muskeln mit Energie beiträgt. Kreatin wird in der Niere, der Leber und in der Bauchspeicheldrüse synthetisiert und leitet sich formal von den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin ab und ist zu ca. 90 % im Skelettmuskel vorhanden. Kreatin wurde 1832 von Eugène Chevreul als Bestandteil der Fleischbrühe entdeckt.[5] Der deutsche Chemiker Justus von Liebig wies Kreatin 1847 als Komponente im Fleisch verschiedener Säugetierarten nach.

Kreatin in der Nahrung und Aufnahme[Bearbeiten]

Kreatin ist ein Bestandteil der fleischhaltigen abwechslungsreichen Ernährung des Menschen. Kreatin ist vor allem in Fleisch und Fisch in Mengen von etwa 2 bis 7 g pro kg Nahrung enthalten, Obst und Gemüse enthalten nur Spuren davon.[6] Kreatin wird überwiegend in der Skelettmuskulatur gespeichert. Das angenommene maximale Speichervermögen eines durchschnittlichen Erwachsenen liegt bei ca. 4–5 g Kreatin. Synthetisches Kreatin wird – ebenso wie natürlich in der Nahrung enthaltenes – über den Darm in das Blut der Leberpfortader resorbiert und gelangt dann über den Blutkreislauf zu den verbrauchenden Organen und Geweben.[7]

Kreatingehalte verschiedener Lebensmittel (Rohzustand)
Lebensmittel Kreatingehalt g/kg[6]
Hering 6,5–10,0
Lachs 4,5
Thunfisch 4,0 bzw. 2,7–6,5
Kabeljau 3,0
Scholle 2,0
Schweinefleisch 5,0
Rindfleisch 4,5
Milch 0,1
Preiselbeere 0,02

Biosynthese von Kreatin[Bearbeiten]

Kreatin wird darüber hinaus auch im menschlichen Körper in Mengen von 1 bis 2 g pro Tag von der Leber, den Nieren und der Bauchspeicheldrüse gebildet.[7] Etwa die Hälfte der täglich benötigten Menge an Kreatin von ca. 1,5 bis 2 g für Erwachsene wird vorwiegend in der Leber, aus Guanidinoacetat hergestellt.[8] Guanidinoacetat seinerseits wird aus den Aminosäuren Arginin und Glycin durch die L-Arginin:Glycin-Amidinotransferase (AGAT, EC 2.1.4.1) vorwiegend in Niere und Speicheldrüse synthetisiert. Für die Methylierung von Guanidinoacetat wird das Enzym Guanidinoacetat-N-Methyltransferase (GAMT, EC 2.1.1.2) sowie eine aktivierte Form der Aminosäure Methionin, das S-Adenosylmethionin (SAM), benötigt. Letztere Reaktion (siehe untenstehendes Reaktionsschema) findet hauptsächlich in der Leber statt. Obwohl für die Synthese von Kreatin die Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin gebraucht werden, ist Kreatin selbst keine Aminosäure, sondern eine sogenannte Guanidinium-Verbindung mit einem zentralen Kohlenstoff, an den drei Stickstoffatome gebunden sind. Das so im Körper hergestellte Kreatin gelangt von der Leber ins Blut und von dort in die Zielorgane, z. B. Skelettmuskulatur, Herzmuskel, Gehirn, Nerven, Netzhaut des Auges etc.

Synthese Kreatins aus Guanidinoacetat, katalysiert von der Guanidinoacetat-N-Methyltransferase (GAMT)

Chemische Stabilität[Bearbeiten]

Kreatin ist bei Raumtemperatur und trockener Lagerung über mehrere Jahre haltbar.[9] Instabilitäten zeigen sich, wenn Kreatin in Wasser gelöst wird, besonders bei Temperaturen über 60° und niedrigem (saurem) pH-Wert. Bei pH 3,5 und 25 °C zerfallen ca. 20 % des in Wasser gelösten Kreatins innerhalb von drei Tagen zu Kreatinin, bei pH 3,5 und 4 °C nur ca. 10 % innerhalb von 30 Tagen. Das heißt, dass unter Kühlung und bei neutralem pH-Wert das Kreatin auch in wässriger Lösung fast ohne Umwandlung in Kreatinin ohne Probleme rund 30 Tage haltbar ist.[9][10][11]

Physiologische Bedeutung[Bearbeiten]

Vor allem für die Muskelkontraktion,[12] aber auch für Hirn- und Nervenfunktion[13] wird Kreatin in Form von Kreatinphosphat (auch Phosphokreatin, PCr) benötigt.[14] Kreatin-Phosphat stellt die Phosphorylgruppe zur Verfügung, die zur Rückwandlung des bei der Kontraktion entstandenen Adenosindiphosphat (ADP) in Adenosintriphosphat (ATP) genutzt wird.[14] In ruhenden Zellen treten rund 60 % des Kreatins als Phosphokreatin (Energieträger) und 40 % als freies Kreatin (Energievorstufe) auf. Die Menge des im menschlichen Körper gespeicherten Kreatins beträgt bei einer erwachsenen Person 120 bis 150 g, rund 1,5–2 % des Totalkreatins wird pro Tag als Kreatinin über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Der Organismus benötigt ungefähr 2–4 g Kreatin, wovon etwa die Hälfte aus frischem Fisch und Frischfleisch der täglichen Nahrung bezogen wird. Dies ist nicht zutreffend für Wurstwaren, wo das Kreatin durch Prozessieren und Lagerung mehrheitlich zu Kreatinin abgebaut worden ist; z. B. gehen beim Pökeln und Trocknen eines Schinkens während der ersten zehn Monate (Rohschinken) rund 75 % des Kreatins verloren.[15]

Kreatin ist für die normale Entwicklung des menschlichen Körpers und eine optimale Funktion der Körperorgane (Muskeln, Gehirn, Nerven, Seh- und Hörvorgang sowie die Fortpflanzung) notwendig.[16] Eine Supplementation mit Kreatin kann in Hinblick auf veränderte Lebens- (Stress, Hochleistung) und Ernährungsbedingungen (deutlich geringerer Fleischkonsum des modernen Menschen im Vergleich mit dem karnivoren prähistorischen Menschen, die nach erfolgreicher Jagd täglich ein geschätztes Quantum von 1-2 kg Fleisch und/oder Fisch konsumierten) sinnvoll und angezeigt sein.[17]

Kreatin ist für die normale Entwicklung des Organismus, insbesondere des Gehirns während der Embryonalentwicklung und der frühkindlichen Phase, sowie für die normale physiologischen Funktion der Muskeln und anderer Körperorgane notwendig. Versuchstiere, bei denen der Kreatingehalt in Muskeln und Gehirn durch Füttern eines Kreatinanalogons (β-Guanidinyl-Propionsäure, GPA) reduziert wurde, weisen deutliche pathologische Störungen in Muskel- und Hirnfunktionen auf.[16] Zudem zeigen transgene Versuchstiere, die keine Kreatinkinase (CK) mehr exprimieren, schwerwiegende pathophysiologische Phänotypen, je nachdem welche der vier Kreatinkinase Isoformen in den Muskeln und/oder dem Gehirn fehlen.[18][19]

Menschen mit dem Kreatin-Defizienz-Syndrom, mit Gendefekten entweder in den beiden Enzymen, die an der endogenen Kreatinsynthese beteiligt sind (AGAT und GAMT) oder im Kreatin-Transporter, dem Protein, das Kreatin in die Zielzellen transportiert, zeigen schwerwiegende neurologische und neuromuskuläre pathologische Störungen, z. B. schwach ausgebildete Muskulatur, Entwicklungsstörungen, Unfähigkeit das Sprechen zu lernen, Epilepsie, Autismus, geistige Behinderungen.[20] Dies belegt, dass eine genügende Versorgung des Organismus mit Kreatin, zusammen mit dem Vorhandensein von Kreatinkinase, für die normale Entwicklung und Funktion der Körperorgane essentiell ist.

Kreatin und fleischfreie Ernährung[Bearbeiten]

Vegetarier und ältere Personen, die kein bzw. wenig Fleisch essen, können geringe Mengen von Kreatin durch Milchprodukte aufnehmen, weisen aber in den Skelettmuskeln, dem Herzmuskel und im Gehirn einen signifikant niedrigeren Kreatin-Gehalt auf.[21] Pflanzliche Nahrung enthält hingegen kein Kreatin. Eine Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie (2003) stellte fest, dass eine Gruppe von 45 Vegetariern und Veganern, die 5 Gramm Kreatin pro Tag für sechs Wochen konsumierten, eine signifikante Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten (Ravens Progressive Matrizen, Fluide-Intelligenz-Tests) zeigten. Die Behandlungsgruppe konnte längere Sequenzen von Zahlen aus dem Gedächtnis wiederholen (WAIS) und hatte höhere Gesamt-IQ-Werte als die Kontrollgruppe.[22]

Therapeutische Anwendung[Bearbeiten]

In der Medizin wird Kreatin als Hilfstherapie[23] bei der Behandlung von diversen Muskelkrankheiten wie z. B. der Muskeldystrophie, zur Verbesserung des Muskelaufbaus und der Muskelkraft eingesetzt.[21][24] Eine Anzahl von tierexperimentellen sowie klinischen Studien mit Patienten mit verschiedenen neuro-muskulären und neuro-degenerativen Erkrankungen wie z. B. der Parkinson'schen oder Huntington'schen Erkrankung sowie der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) haben das Potential von Kreatin als wertvoller Zusatztherapie aufgezeigt.[13][25] Weitere klinische Studien mit größeren Patientenzahlen werden vor allem in den Vereinigten Staaten durchgeführt.[17]

Kreatin im Sport[Bearbeiten]

Grundsätzlich produziert ein gesunder Körper viele der notwendigen Substanzen für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionalität selbst oder nimmt mit einer ausgewogenen Ernährung lebenswichtige Substanzen in ausreichendem Maß auf. Trotzdem hat sich die zusätzliche Zufuhr von Kreatin in einigen wenigen Sportarten als sinnvoll bzw. nicht nachteilig erwiesen. Zu hinterfragen sind allerdings die Mengen der zusätzlichen Zufuhr, die oft sehr hoch angegeben werden. Immerhin entspricht die Einnahme von 5 g Kreatin der Einnahme beim Verzehr von 1,1 kg rohem Rindfleisch.[26]

Eine Wirksamkeit der Kreatinsupplementierung ist sowohl für die Erhöhung der Kurzzeitleistung und Zunahme der Maximalkraft der Muskulatur (Gewichtheben, Sprint, Mannschaftssportarten, besonders bei sich schnell wiederholenden Muskelleistungen etc.),[25] als auch für eine Verringerung der Zellschäden in Ausdauersportarten wie Marathon beschrieben.[27][28] Dadurch kann auch das Trainingsvolumen gesteigert werden.[29] Im Gegensatz etwa zu Carnitin wird Kreatin von den Muskeln aufgenommen und durch Phosphorylierung des so aufgenommenen Kreatins erhöht sich die Phospho-Kreatin (PCr) Konzentration und somit auch das Verhältnis von PCr/ATP, was den zellulären Energiezustand der Muskeln verbessert.[30] Eine 2006 verfasste Studie zeigte, dass Kreatin-Supplementation in Kombination mit Krafttraining die trainingsinduzierte Zunahme in der Anzahl von Satellitenzellen und Myonuclei in menschlichen Skelettmuskeln steigern kann, resultierend daraus ein erhöhtes Muskelfaserwachstum.[31] Dieses Wachstum der glycolytischen, schnellen Typ-II-Fasern und der der oxidativen, langsamen Typ-I-Fasern,[32] ist begleitet von einer Zunahme der Muskelkraft, die sowohl die Sprint- wie auch die Ausdauerfasern betrifft.[33]

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in einer Erklärung für Kreatin, im Gegensatz zu den meisten anderen Nahrungsergänzungsmitteln, sogenannte Health Claims offiziell anerkannt.[34] Diese akzeptierten Health Claims für Kreatin beinhalten vereinfacht, dass eine Kreatin-Supplementation zu einer Steigerung der Muskelmasse und Muskelkraft sowie der Muskelleistung führt, besonders für hoch-intensive, repetitive Tätigkeiten.

In einem offiziellen Positionspapier der Internationalen Gesellschaft für Sport-Ernährung durch ein internationales Experten-Panel werden basierend auf einer Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen diese und weitere Vorteile einer Kreatin-Supplementation aufgeführt.[35]

Um die Vorräte des Energieträgers ATP zu erneuern, verwenden die Muskeln vor allem in der ersten Minute der Aktivität hauptsächlich Phospho-Kreatin (synonym Kreatinphosphat).[36] Der Ernährungswissenschaftler Andreas Hahn von der Universität Hannover urteilt in seinem Buch Nahrungsergänzungsmittel: „Der mögliche Sinn von Kreatingaben bezieht sich ausschließlich auf Menschen mit starken sportlichen Aktivitäten, die mit großem Eifer betrieben werden. Aufgrund gegensätzlicher Studienergebnisse kann jedoch nicht grundsätzlich zu einer Ergänzung mit Kreatin geraten werden. Eine kurzfristige Supplementierung von Kreatin (bis zu 8 Wochen) in Mengen von etwa 20 g/Tag in der ersten Woche und 3 g/Tag in der Erhaltungsphase, gilt als unbedenklich.“ Ebenso gilt die Dauersupplementierung (Kreatineinnahme über einen längeren Zeitraum) heute als unbedenklich, da es bei einer nicht hormonähnlichen (an einen Rezeptor koppelnden) Substanz wie Kreatin zu keiner Rezeptorensättigung kommt. Nach einem Zeitraum von vier Wochen nach Ende der Kreatinsupplementierung sinkt der muskuläre Gehalt wieder auf den Ausgangswert ab.

Große Leistungssprünge, wie sie vielfach in übertriebenen Ausmaßen von der Supplement-Industrie für Nahrungsergänzungsmittel beworben werden, sind durch die Supplementation mit Kreatin nicht zu erwarten. Das Hauptaugenmerk sollte besonders im Krafttraining auf einer größtmöglichen Trainingsintensität sowie der von vielen Sportlern beobachteten und auch publizierten höheren Trainingskadenz und besseren Erholung/Ernährung liegen.

Eine Studie des Instituts für Sportmedizin/Sportmedizinische Ambulanz der Universität Leipzig mit 6 Probanden über den Zeitraum einer Woche erbrachte keinen Hinweis auf eine leistungssteigernde Wirkung des Kreatins innerhalb des Studiendesign.[37]

Nebenwirkungen der Kreatinsupplementation[Bearbeiten]

Kreatin kann in Einzelfällen und praktisch nur während der im Normalfall nicht notwendigen Hochdosisphase (4 × 5 g Kreatin, also insgesamt 20 g Kreatin pro Tag während 7 bis 10 Tagen) zu Blähungen oder leichtem Durchfall führen. Gelegentlich reagieren Anwender mit Muskelkrämpfen. Wissenschaftliche Studien mit einer großen Anzahl von Sportlern zeigen jedoch, dass diese Nebenwirkungen größtenteils auf nicht-verifizierten Einzelbeobachtungen beruhen und dass Kreatin weder signifikante Blähungen noch Muskelkrämpfe verursacht noch zu Verletzungen führt.[38][39][40] Während der Hochdosisphase kann es zudem zu einer Gewichtszunahme von 1 bis 3 kg kommen. Dies ist vor allem auf Wassereinlagerung zurückzuführen, weil mit dem Kreatin über den Kreatintransporter gleichzeitig Natrium- und Chlorid-Ionen in die Zelle gelangen, was dann zu einer Wasserretention führt. Allmählich normalisiert sich die infolge osmotischer Effekte erhöhte Wasseraufnahme in den Muskeln, und es findet im Verlauf der Kreatin-Supplementierung eine effektive Zunahme von Muskelmasse statt, was mit einer 10- bis 20-prozentigen Erhöhung der Muskelkraft einhergeht.[9]

Bei der für gesunden Menschen empfohlenen Ladedosis mit 2 bis 4 mal je 5 Gramm Kreatin pro Tag (also total 10 bis maximal 20 Gramm Kreatin pro Tag) während 7 Tagen, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 2 bis 4 g Kreatin pro Tag während drei Monaten, dann gefolgt von einer einmonatigen Pause, treten praktisch keine Nebenwirkungen auf. Ebenso geeignet (und aufgrund der längeren Wirkung auch sinnvoller) ist die dauerhafte Einnahme von 2 bis 4 Gramm Kreatin pro Tag über einen längeren Zeitraum ohne Pause. Allerdings ist in beiden Fällen während der Kreatineinnahme auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizierte 2004 ein Gutachten, demzufolge eine tägliche Einnahme von 3 g Kreatin risikofrei ist, sofern das eingenommene Kreatin – vor allem in Hinblick auf Verunreinigungen mit Dicyandiamid-, Dihydro-1,3,5-Triazin-Derivaten und Schwermetallen – von ausreichender Reinheit (mindestens 99,95 %) ist.[41] Die in der Presse immer wieder angesprochene angebliche Schädlichkeit von Kreatin für die Nieren ist wissenschaftlich widerlegt worden[42] und in groß angelegten Studien mit Sportlern sind keine nennenswerten negativen Effekte von Kreatin auf die klinischen Parameter, insbesondere auch nicht solcher Parameter, welche die Leber- und Nierenfunktion anbelangen, festgestellt worden.[43][44] In einem Artikel von der Mayo Clinic aus dem Jahr 2013 wird jedoch auf mögliche Nebenwirkungen und ungünstige Wechselwirkungen (z. B. mit Coffein) hingewiesen und zudem auf den Ratschlag der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA verwiesen, vor Anwendung einen Arzt zu konsultieren.[45]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Biosynthese von Kreatinphosphat – Lern- und Lehrmaterialien

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Kreatin bei AlfaAesar, abgerufen am 31. Mai 2007 (JavaScript erforderlich)..
  2. a b Kreatin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 16. Juni 2014.
  3. a b Datenblatt Creatine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 7. April 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. M. S. Bahrke, C. Yesalis (Hrsg.): Performance-Enhancing Substances in Sport and Exercise. Human Kinetics, 2002, ISBN 0-7360-3679-2, S. 175. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. a b Hans-Konrad Biesalski (Hrsg.): Ernährungsmedizin: nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Georg Thieme Verlag, 2004 ISBN 3-13-100293-X, S. 236. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. a b Kreatin (Creatine) im Schwimmen von Felix Gmünder, Zürich; Zugriff am 8. November 2011.
  8. Markus Wyss, Olivier Braissant, Ivo Pischel, Gajja S. Salomons, Andreas Schulze, Sylvia Stockler und Theo Wallimann: Creatine and Creatine Kinase in Health and Disease – A Bright Future Ahead? In: Subcellular Biochemistry. 2008, Volume 46, S. 309–334, doi:10.1007/978-1-4020-6486-9_16
  9. a b c T. Wallimann: Mehr Energie – mehr Leistung Kreatin – warum, wann und für wen? (PDF; 1,1 MB) In: Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin. Nummer 5, 2008.
  10. I. Pischel, T. Gastner: Creatine–its chemical synthesis, chemistry, and legal status. In: Sub-cellular biochemistry. Band 46, 2007, S. 291–307, ISSN 0306-0225. PMID 18652083. (Review).
  11. M. Uzzan, J. Nechrebeki, T. P. Labuza: Thermal and storage stability of nutraceuticals in a milk beverage dietary supplement. In: Journal of food science. Band 72, Nummer 3, April 2007, S. E109–E114, ISSN 1750-3841. doi:10.1111/j.1750-3841.2007.00284.x. PMID 17995798.
  12. T. Wallimann, M. Tokarska-Schlattner, D. Neumann u. a.: The Phosphocreatine Circuit: Molecular and Cellular Physiology of Creatine Kinases, Sensitivity to Free Radicals, and Enhancement by Creatine Supplementation. In: Molecular System Bioenergetics: Energy for Life. 22. November 2007. doi:10.1002/9783527621095.ch7C
  13. a b R. H. Andres, A. D. Ducray u. a.: Functions and effects of creatine in the central nervous system. In: Brain research bulletin. Band 76, Nummer 4, Juli 2008, S. 329–343, ISSN 1873-2747. doi:10.1016/j.brainresbull.2008.02.035. PMID 18502307. (Review).
  14. a b T. Wallimann, M. Wyss u. a.: Intracellular compartmentation, structure and function of creatine kinase isoenzymes in tissues with high and fluctuating energy demands: the 'phosphocreatine circuit' for cellular energy homeostasis. In: Biochemical Journal. Band 281 ( Pt 1), Januar 1992, S. 21–40, ISSN 0264-6021. PMID 1731757. PMC 1130636 (freier Volltext). (Review).
  15. Marušić N, Aristoy MC, Toldrá F: "Nutritional pork meat compounds as affected by ham dry-curing" In: "Meat Sci." 2012 Aug 8. E-pub, PMID 22910804
  16. a b M. Wyss, T. Wallimann: Creatine metabolism and the consequences of creatine depletion in muscle. In: Molecular and cellular biochemistry. Band 133-134, 1994, S. 51–66, ISSN 0300-8177. doi:10.1007/BF01267947. PMID 7808465. (Review).
  17. a b T. Wallimann, M. Tokarska-Schlattner, U. Schlattner: The creatine kinase system and pleiotropic effects of creatine. In: Amino acids. Band 40, Nummer 5, Mai 2011, S. 1271–1296, ISSN 1438-2199. doi:10.1007/s00726-011-0877-3. PMID 21448658. PMC 3080659 (freier Volltext). (Review).
  18. H. J. in 't Zandt, B. Wieringa, A. Heerschap: Creatine kinase knockout mice–what is the phenotype: skeletal muscle. In: Magma (New York, N.Y.). Band 6, Nummer 2–3, September 1998, S. 122–123, ISSN 0968-5243. doi:10.1007/BF02660929. PMID 9803381.
  19. F. Streijger, F. Oerlemans u. a.: Structural and behavioural consequences of double deficiency for creatine kinases BCK and UbCKmit. In: Behavioural brain research. Band 157, Nummer 2, Februar 2005, S. 219–234, ISSN 0166-4328. doi:10.1016/j.bbr.2004.07.002. PMID 15639173.
  20. A. Schulze: Creatine deficiency syndromes. In: Molecular and cellular biochemistry. Band 244, Nummer 1–2, Februar 2003, S. 143–150, ISSN 0300-8177. doi:10.1023/A:1022443503883. PMID 12701824. (Review).
  21. a b T. Wallimann: Einnahme von Kreatin als mögliche Hilfstherapie. Bei: Schwimmverein Limmat Zürich. Abgerufen am 20. Juli 2012.
  22. C. Rae, A. L. Digney, S. R. McEwan, T. C. Bates: Oral creatine monohydrate supplementation improves brain performance: a double-blind, placebo-controlled, cross-over trial. In: Proceedings. Biological sciences / The Royal Society. Band 270, Nummer 1529, Oktober 2003, S. 2147–2150, ISSN 0962-8452. doi:10.1098/rspb.2003.2492. PMID 14561278. PMC 1691485 (freier Volltext).
  23. T. Wallimann: Kreatin in der Allgemeinmedizin. (PDF; 82 kB) In: ARS MEDICI DOSSIER. VII+VIII, 2009, S. 28–31.
  24. R. A. Kley, M. A. Tarnopolsky, M. Vorgerd: Creatine for treating muscle disorders. In: Cochrane database of systematic reviews (Online). Nummer 2, 2011, S. CD004760, ISSN 1469-493X. doi:10.1002/14651858.CD004760.pub3. PMID 21328269. (Review).
  25. a b T. Wallimann: Introduction–creatine: cheap ergogenic supplement with great potential for health and disease. In: Sub-cellular biochemistry. Band 46, 2007, S. 1–16, ISSN 0306-0225. PMID 18652069.
  26. J. Weineck: Sportbiologie. Ausgabe 9, Spitta Verlag, 2004, ISBN 3-934211-83-6, S. 649f eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
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  28. R. V. Santos, R. A. Bassit u. a.: The effect of creatine supplementation upon inflammatory and muscle soreness markers after a 30km race. In: Life sciences. Band 75, Nummer 16, September 2004, S. 1917–1924, ISSN 0024-3205. doi:10.1016/j.lfs.2003.11.036. PMID 15306159.
  29. D. G. Burke, P. D. Chilibeck u. a.: Effect of creatine and weight training on muscle creatine and performance in vegetarians. In: Medicine and science in sports and exercise. Band 35, Nummer 11, November 2003, S. 1946–1955, ISSN 0195-9131. doi:10.1249/01.MSS.0000093614.17517.79. PMID 14600563.
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  34. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to creatine and increase in physical performance during short-term, high intensity, repeated exercise bouts (ID 739, 1520, 1521, 1522, 1523, 1525, 1526, 1531, 1532, 1533, 1534, 1922, 1923, 1924), increase in endurance capacity (ID 1527, 1535), and increase in endurance performance (ID 1521, 1963) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006. In: EFSA Journal. Band 9, Nummer 7, 2011, S. 2303, (24 S.), doi:10.2903/j.efsa.2011.2303
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