Kubrat Pulew

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Kubrat Pulew Boxer
Daten
Geburtsname Kubrat Wenkow Pulew
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Bulgarisch
Geburtstag 4. Mai 1981
Geburtsort Sofia
Stil Linksauslage
Größe 1,94 m
Kampfstatistik
Kämpfe 20
Siege 20
K.-o.-Siege 11
Niederlagen 0

Kubrat Wenkow Pulew (auch Kubrat Venkov Pulev geschrieben, bulgarisch Кубрат Венков Пулев; * 4. Mai 1981 in Sofia, Bulgarien) ist ein bulgarischer Boxer und ehemaliger Europameister (EBU) im Schwergewicht.[1] Sein Bruder Terwel Pulew ist ebenfalls als Boxer aktiv.

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Kubrat Wenkow Pulew, genannt „The Cobra“, war während seiner Zeit als Amateurboxer Angehöriger der bulgarischen Armee im Sergeantrang und als solcher Mitglied des Armeesportklubs ZSKA Sofia. Sein Trainer war dort Michail Takow. Pulew gehörte seit dem Jahre 2001 der bulgarischen Spitzenklasse der Amateurboxer an. 2001 wurde er mit einem Sieg über Iwan Atanasow erstmals bulgarischer Meister im Schwergewicht. Er siegte 2001 auch bei einem der ältesten europäischen Boxturniere, dem Strandjata Cup in Plowdiw, im Halbschwergewicht mit einem Sieg über seinen Landsmann Emil Krastew.

Die internationale Karriere von Kubrat Pulew begann ebenfalls im Jahre 2001. Er wurde bei den Amateurweltmeisterschaften in Belfast im Schwergewicht eingesetzt. Er siegte dort über Mukhamet Adamow aus Kasachstan nach Punkten, unterlag aber im Viertelfinale gegen Sultan Ibragimow aus Russland und belegte den fünften Platz.

2002 siegte er erneut beim Strandjata Cup. Dabei gelang ihm im Schwergewicht ein sensationeller Sieg über den kubanischen Meister Odlanier Solís. Er traf dann beim sich anschließenden Chemiepokalturnier in Halle (Saale) wieder auf Ibragimow, dem er wieder unterlag. Gemeinsam mit Steffen Kretschmann, Deutschland, belegte er dort einen dritten Platz.

Im Jahre 2003 nahm Kubrat Pulew an den Weltmeisterschaften in Bangkok teil. Im Schwergewicht traf er dabei gleich in der ersten Runde auf Odlanier Solís, der für die Niederlage beim Standjata-Turnier 2002 Revanche nahm, Pulew nach Punkten schlug und ihn damit aus dem Rennen warf.

2004 gewann Kubrat Pulew bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Madrid im Schwergewicht über Balint Turgony aus Ungarn, Dieter Roth aus Deutschland und Vitalijus Subacius aus Litauen und gewann damit den Titel in seiner Klasse. Bei der Europameisterschaft 2004 in Pula gelang ihm im Superschwergewicht ein Sieg über den starken Deutschen Alexander Powernow, aber durch eine Niederlage im Achtelfinale schied er aus und kam nur auf den neunten Platz. Dieser Platz reichte nicht als Qualifikation für die Olympischen Spiele in Athen. Nach der Europameisterschaft in Pula siegte er beim Olympia-Qualifikations-Turnier in Göteborg im Superschwergewicht. Er schlug dabei Andreas Gustafsson aus Schweden, Wjatscheslaw Hlaskow aus der Ukraine und Alan Reynolds aus Irland. Trotz dieses Turniersieges war er bei den Olympischen Spielen nur Ersatzmann im Superschwergewicht. Da aber kein anderer Boxer ausfiel, musste er beim olympischen Boxturnier in Athen zuschauen.

Das Boxjahr 2005 begann für Kubrat Pulew sehr erfolgreich, denn er besiegte beim Strandjata-Turnier in Plowdiw im Finale den russischen Meister Islam Timursijew klar nach Punkten (26:15) und siegte damit erneut bei diesem Turnier. Beim Chemiepokal in Halle verlor er überraschend gegen Sebastian Köber aus Deutschland und erreichte somit in Halle nur den fünften Platz im Superschwergewicht. Bei den Weltmeisterschaften in Mianyang/China besiegte er Steven Rucke aus Australien und Alen Begmanović aus Serbien vorzeitig und stand damit im Halbfinale erneut seinem alten Rivalen Odlanier Solís gegenüber. Solís gewann nach Punkten (25:11) und wurde anschließend auch Weltmeister. Für Kubrat Pulew blieb aber ein dritter Platz, der mit dem Gewinn einer WM-Bronzemedaille einherging.

2006 gewann Kubrat Pulew sowohl beim Strandjata-Turnier in Plewen als auch beim Chemiepokal in Halle im Superschwergewicht. In Plewen siegte er im Finale kampflos über den verletzten Wjatscheslaw Hlaskow, während er in Halle mit Jaroslavas Jaksto aus Litauen, Wjatscheslaw Hlaskow und Magomed Abdulsalamow aus Russland drei europäische Spitzenboxer besiegen musste. Ein weiterer Medaillengewinn gelang ihm dann bei der Europameisterschaft 2006 in Plowdiw. Nach Siegen über Wjatscheslaw Hlaskow und Csaba Kurtusz aus Ungarn unterlag er dort im Halbfinale gegen Islam Timursijew durch Abbruch in der zweiten Runde und holte sich damit eine EM-Bronzemedaille.

Im Jahre 2007 schlug Kubrat Pulew beim Chemie-Pokal in Halle mit Boris Boshenko, Stefan Köber und Erkan Teper die versammelte deutsche Spitzenklasse im Superschwergewicht und gewann damit dieses Turnier erneut. Vor den Weltmeisterschaften in Chicago nahm er auch noch an Turnieren in Ústí nad Labem und Bukarest teil. Bei beiden Turnieren hatte er Pech, denn in Usti musste er im Halbfinale gegen Daniel Beehan aus Australien verletzt aufgeben. In Bukarest verletzte er sich in seinem siegreichen Halbfinalkampf gegen Erkan Teper und trat vorsichtshalber zum Endkampf gegen Razvan Cojanu aus Rumänien nicht mehr an.

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Chicago siegte er über Beka Lobschanidse aus Georgien und Wladimir Prusa aus Tschechien jeweils nach Punkten. Im Achtelfinale verlor er aber gegen Roberto Cammarelle aus Italien und kam damit nur auf den neunten Platz.

2008 gewann Kubrat Pulew wieder das Strandjata-Turnier im Superschwergewicht. Im Finale besiegte er dabei den kubanischen Meister Robert Alfonso klar nach Punkten (20:9). Anschließend erkämpfte er sich in Pescara beim ersten europäischen Qualifikations-Turnier für die Olympischen Spiele 2008 die Fahrkarte nach Peking. In Pescara siegte er über Stefan Köber aus Deutschland, Raitis Ritenieks aus Lettland und Jaroslavas Jaksto. Zu den Olympischen Spielen fuhr er sehr zuversichtlich. Er traf dort in der erste Runde auf den nahezu unbekannten jungen Kolumbier Oscar Rivas und musste sich diesem überraschend nach Punkten (5:11) geschlagen geben.

Im November 2008 konnte Kubrat Pulew dann endlich bei einer großen internationalen Meisterschaft triumphieren. Bei der Europameisterschaft in Liverpool holte er sich mit vier Siegen den Titel und besiegte dabei im Endkampf Denis Sergejew aus Russland klar nach Punkten (9:2). Bereits nach diesem Turnier plante er, in das Profilager zu wechseln, was ihm aber zu diesem Zeitpunkt wegen seines noch laufenden Vertrages mit dem bulgarischen Militär noch nicht möglich war.

Pulew nahm im September 2009 an den 15. Amateurweltmeisterschaften in Mailand teil. Er besiegte dort den Albaner Nelson Hysa durch Abbruch in der dritten Runde und Yousef Abdelghani aus Israel nach Punkten (8:2). Im Viertelfinale schied er mit einer Punktniederlage (6:12) gegen den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger Roberto Cammarelle aus.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Hs = Halbschwergewicht, S = Schwergewicht, SS = Superschwergewicht, bis 81 kg, 91 kg und über 91 kg Körpergewicht)

  • 2001, 1. Platz, Strandjata-Turnier in Plowdiw, Hs, mit einem Finalsieg über Emil Krastew, Bulgarien;
  • 2001, 5. Platz, WM in Belfast, S, mit einem Punktsieg über Mukhamet Adamow, Kasachstan, und einer Punktniederlage gegen Sultan Ibragimow, Russland;
  • 2002, 1. Platz, Strandjata-Turnier in Plowdiw, S, mit einem Punktsieg im Finale über Odlanier Solís, Kuba;
  • 2002, 3. Platz, Chemiepokal in Halle (Saale), S, hinter Odlanier Solís u. Sultan Ibragimow, gemeinsam mit Steffen Kretschmann, Deutschland;
  • 2003, 17. Platz, WM in Bangkok, S, nach einer Niederlage gegen Odlanier Solís;
  • 2004, 1. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union in Madrid, S, mit Siegen über Balint Turgony, Ungarn, Dieter Roth, Deutschland, u. Vitalijus Subacius, Litauen;
  • 2004, 9. Platz, EM in Pula, SS, nach einem Punktsieg über Alexander Powernow, Deutschland, Niederlage im Achtelfinale;
  • 2004, 1. Platz, Olympia-Qualifikations-Turnier in Göteborg, SS, mit Siegen über Andreas Gustafsson, Schweden, Wjatscheslaw Hlaskow, Ukraine, u. Alan Reynolds, Irland;
  • 2005, 1. Platz, Strandjata-Turnier in Plowdiw, SS, mit Finalsieg über Islam Timursijew, Russland;
  • 2005, 5. Platz, Chemiepokal in Halle (Saale) nach Punktniederlage im Viertelfinale gegen Sebastian Köber, Deutschland;
  • 2005, 3. Platz, WM in Mianyang/China, SS, mit Siegen über Steven Rucke, Australien, u. Alen Beganoviċ, Serbien, und einer Niederlage gegen Odlanier Solis;
  • 2006, 1. Platz, Strandjata-Turnier in Plewen, SS, mit einem kampflosen Sieg im Finale über Wajtschelaw Hlaskow, Ukraine;
  • 2006, 1. Platz, Chemiepokal in Halle, SS, mit Siegen über Jaroslavas Jaksto, Litauen, Wjatscheslaw Hlaskow u. Magomed Abdulsalamow, Russland;
  • 2006, 1. Platz, Turnier Beogradski Pobednik in Belgrad, SS, mit Siegen über Denis Ursu, Moldawien, u. Ivica Bakurin, Kroatien;
  • 2007, 1. Platz, Chemiepokal in Halle, SS, mit Siegen über Boris Boshenko, Stefan Köber und Erkan Teper, alle Deutschland;
  • 2007, 3. Platz, Grand Prix Turnier in Ústí nad Labem, SS, mit Sieg über Krzysztof Glowacki, Polen, und einer Aufgabeniederlage (Verletzung) gegen Daniel Beehan, Australien;
  • 2007, 2. Platz, Turnier um den „Golden Belt“ in Bukarest, SS, mit Siegen über Bogdan Dinu, Rumänien, u. Erkan Teper. Zum Finale gegen Razvan Cojanu, Rumänien, konnte er wegen einer Verletzung nicht mehr antreten;
  • 2007, 9. Platz, WM in Chicago, SS, mit Siegen über Beka Lodschanidse, Georgien, u. Wladimir Prusa, Tschechien, und einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Roberto Cammarelle, Italien;
  • 2008, 1./2. Platz, Olympia-Qualifikations-Turnier in Pescara, SS, mit Siegen über Stefan Köber, Raitis Ritenieks, Lettland, und Jaroslavas Jaksto. Der erste Platz wurde nicht mehr ausgeboxt, da die Halbfinalgegner die Olympiaqualifikation schon in der Tasche hatten;
  • 2008, 1. Platz, Strandjata-Turnier in Plowdiw, SS, mit Siegen über Georgios Hotz, Griechenland, und Robert Alfonso, Kuba;
  • 2008, 9. Platz, OS in Peking, SS, nach einer Niederlage gegen Oscar Rivas, Kolumbien;
  • 2008, 1. Platz, EM in Liverpool, SS, mit Siegen über Primislaw Dimowski, Mazedonien, Marko Tomasevic, Kroatien, Roman Kapitonenko, Ukraine, u. Denis Sergejew, Russland;
  • 2009, 5. Platz, WM in Mailand, SS, mit Siegen über Nelson Hysa, Albanien, Yousef Abdelghani, Israel, und einer Punktniederlage gegen Roberto Cammarelle, Italien

Profikarriere[Bearbeiten]

Nach den Amateurweltmeisterschaften 2009 wechselte Pulew zu den Profis, unterschrieb einen Vertrag beim deutschen Boxstall Sauerland Event und bestritt seinen ersten Profikampf am 19. September 2009 im Jahnsportforum in Neubrandenburg. In seinem dritten Profikampf besiegte er den Nigerianer Gbenga Oluokun nach Punkten.

Im Jahr 2010 bestritt Pulew sechs Kämpfe, die er alle siegreich beenden konnte. Darunter waren u. a. ein K.-o.-Sieg gegen Matt Skelton und Punktsiege gegen Dominick Guinn und Paolo Vidoz.

Am 5. Mai 2012 gewann Pulew in Erfurt gegen Alexander Dimitrenko durch K. o. in der 11. Runde den Gürtel als Europameister (EBU), den er am 29. September 2012 gegen den Russen Alexander Ustinow, ebenfalls durch K. o. in der 11. Runde, verteidigte.

Im August 2013 gelang ihm ein deutlicher Punktsieg gegen Tony Thompsen (USA). Nach dem Sieg legte er den Europameistergürtel nieder, da er zum Pflichtherausforderer von Wladimir Klitschko auf den Weltermeistergürtel nach Version der IBF ernannt wurde.[2]

Pulew boxte im Dezember 2013 in Neubrandenburg gegen den Amerikaner Joey Abell, wo er durch TKO in der fünften Runde gewinnen konnte.[3]

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport,
  • Website „www.amateur-boxing.strefa.pl“,
  • Website „www.sport-komplett.de“,
  • Website „sports123.com“,
  • Website „www.bulgariagazette.com“

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.boxen.de/news/chisora-neuer-europameister-im-schwergewicht-tko-gegen-gerber-in-london-in-runde-5-29091
  2. http://www.boxen.de/news/pulev-neuer-pflichtherausforderer-von-klitschko-klarer-punktsieg-in-schwerin-gegen-tony-thompson-28542.
  3. http://www.boxen.de/news/naechster-kampf-von-pulev-am-5-april-in-rostock-31040