Landgrafen von Leuchtenberg

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Wappen der Landgrafen von Leuchtenberg
Wappen des Marktes Leuchtenberg
Wappen Leuchtenberg (links) und Oettingen (rechts), vom Epitaph der Elisabeth von Oettingen († 1406), Stiftskirche Neustadt an der Weinstraße
Pfalzgraf Ulrich II.

Die Landgrafen von Leuchtenberg waren ein Adels- und Herrschergeschlecht des Mittelalters. Ursprünglich waren sie in Leuchtenberg, später in Pfreimd ansässig. Der Einflussbereich der Leuchtenberger reichte weit über die Grenzen ihrer Heimat in der Oberpfalz hinaus. Die Landgrafschaft Leuchtenberg war damit das größte nicht-wittelsbachische und nichtgeistliche Territorium in Bayern zu ihrer Zeit. Das ursprüngliche Herrschergeschlecht starb 1646 mit Max Adam von Leuchtenberg aus.

Liste der Landgrafen von Leuchtenberg[Bearbeiten]

Wurde als erster Leuchtenberger in einer Stiftungsurkunde erwähnt. Er war vermählt mit einer Tochter des Herrn von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe und erbte die Herrschaft Waldeck.
Begleitete Kaiser Friedrich Barbarossa auf seinem Feldzug nach Italien und wurde von ihm in den Grafenstand erhoben. Er nahm auch an der vierten italienischen Heerfahrt teil.
Erbte 1196 Amt und Titel eines Landgrafen, weilte oft in der Umgebung des Königs Philipp von Schwaben. Nach dessen Tod schloss er sich Otto IV. an und begleitete ihn auf seinem Römerzug, bei dem er 1209 starb. Nach seinem Tod wurde die Landgrafschaft aufgeteilt.
Bekam Burg und Herrschaft Waldeck in der Oberpfalz und war mit der Tochter des Burggrafen von Nürnberg vermählt.
Bekam Leuchtenberg und war wohl mit Friedrich II. auf dem fünften Kreuzzug 1228. Außerdem war er an mehreren Italienzügen beteiligt und bekam das Geleitrecht innerhalb seiner Landgrafschaft.
Sohn Gebhardts III., ihm fiel Leuchtenberg wieder zu. Kaufte seinem Bruder Gebhardt IV. (1244–1279) die gemeinsame Herrschaft Waldeck ab und verkaufte sie später (1283) weiter an Herzog Ludwig von Bayern. Beide Brüder hatten Gemahlinnen aus dem Haus Ortenburg.
Sohn Gebhardts IV., setzte die Linie der Landgrafen fort. In seine Zeit fielen Verpfändung und Verkauf von Burg Wernberg, Schloss und Berg Kulm, sowie der wichtigen Herrschaften Waldeck und Falkenberg. Außerdem wurden Reichslehen und Stiftslehen zurückgegeben.
Erwarb die veräußerten Güter wieder zurück. Außerdem erwarb er Schwarzenburg, Rötz und Waldmünchen, Reichenstein und Schönsee, sowie die spätere Residenzstadt Pfreimd. Seite an Seite kämpfte er mit Ludwig dem Bayern und bezwang Friedrich den Schönen in der Schlacht von Mühldorf. Friedrich wurde Gefangener in der Burg Trausnitz im Tal.
König Johann von Böhmen nahm Ulrich als Gesandten am päpstlichen Hofe zu Avignon. Er hinterließ unter anderem die Tochter Kunigunde, die als Weiße Frau in deutsche Sagen einging.
Unter Ulrichs Söhnen fand wieder eine Landesteilung statt.
Der Sohn Ulrichs II., der in Pfreimd und Leuchtenberg residierte, hatte sich ab 1390 mit den Zengern in eine blutige Fehde eingelassen, und war mit Pfalzgraf Ruprecht II. von der Pfalz vor deren Burg Thannstein gezogen.
Der Enkel Johann I., trat nach dem frühen Tod seines Vaters Sigost († 1398) (dieser war verheiratet mit Mechthild, der Tochter von Ruprecht II. von der Pfalz) und seines Onkels, Johann II. († 1390), das Erbe im westlichen Landesteil an. Dabei musste er dem Sohn von Johann II., Georg I. und seinem Bruder Georg II. eine jährliche Leibrente zugestehen um allein auf den Besitzungen zu verbleiben. In Geldnöte brachte ihn auch eine Fehde mit den Zengern, nach der Niederlage bei Schöntal musste er nach langen Verhandlungen den größten Teil der Kosten tragen; er hatte sich Leute von den Herren von Plauen und Greiz werben lassen. Auch mit dem Böhmenkönig Wenzels von Luxemburg kam er wegen Nichtzahlung von Schulden an die Landgrafschaft 1312 in Fehde, aber Kaiser Sigismund vermittelte Frieden.
Durch all diese Fehden wurden schließlich Pleystein, Gafenwöhr, Reichenstein, Schönsee, Parkstein und Weiden, Herrschaft Neuhaus und Teile der Grafschaft Hals verpfändet. Johann III. hatte damit alle Besitzungen seiner Linie verloren und wurde nach der Verpfändung seines letzten Sitzes Neuhaus 1423 Verweser des wittelbachischen Niederbayern.
Die Landsknechte des Nachfolgers Albrecht I. überfielen am 9. Dezember 1413 Kaufleute zwischen Weißenstadt und Eger. Leopold musste wohl deshalb Schloss Stierberg an Pfalzgraf Johann verkaufen.
Bei den Kämpfen gegen die Hussiten konnte er sich bewähren und stellte Sigismund Pferde und Männer. Leopold rettete ihm dadurch Schloss Karlstein. Leopold sollte fortan jährlich 600 Gulden bekommen, Sigismund schuldete ihm aber auch immer noch eine gewaltige Geldsumme. 1433 wurde er Hauptmann des Aingehürns und später kurpfälzischer Statthalter in Amberg. Außerdem baute er die Burg Leuchtenberg weiter aus.
Die Landgrafen durften nun den Fürstentitel führen und hatten Sitz und Stimme im Reichstag des Heiligen Römischen Reiches zwischen Baden und Anhalt. Leopolds Mutter Elisabeth von Oettingen (auch Elisabeth von Leuchtenberg, † 9. Juli 1406), war eine Hofdame und weitläufige Verwandte des Pfälzer Kurfürsten und deutschen Königs Ruprecht III. Auch unter Leopolds Söhnen fand wieder eine Landesteilung statt.
Im Jahr 1486 verkaufte der ledig gebliebene Ludwig die Grafschaft Hals für eine Leibrente an die Aichberger. Friedrich vermählte sich 1467 mit Dorothea, Tochter des Grafen Philipp von Rieneck, Erbin der Herrschaft Grünsfeld in Nordbaden. 1487 fiel die Herrschaft an Leuchtenberg. Friedrich war unter anderem Statthalter in Amberg, Landrichter in Sulzbach und Pfleger in Auerbach.
  • Johann IV. (1487–1531)
  • Georg III. (1531–1555)
  • Ludwig Heinrich (1555–1567) hielt mit der Heirat von Mechthild, Tochter des Grafen Rupert von der Mark und Arenberg die Finanzen in Ordnung. 1549 bekam er 40.000 Gulden Heiratsgut. Er gewährte seinen Untertanen Religionsfreiheit, obwohl er selbst katholisch blieb.
  • Georg IV. Ludwig (1567–1613)
  • Wilhelm (1614–1621)
  • Maximilian Adam (1621–1646)

Liste der Herzöge von Bayern-Leuchtenberg[Bearbeiten]

Von 1708 bis 1711 wurde Leopold Mathias Sigismund von Lamberg mit Leuchtenberg belehnt. Nach dessen Tod folgte ihm sein Vater Franz Joseph I. von Lamberg nach. Als dieser 1712 gestorben war gelangte die Landgrafschaft an Bayern zurück. Der jeweilige bayerische Herrscher führte danach unter anderem den Titel Landgraf von Leuchtenberg.

Nach dem Sturz Napoleons bekam Eugène Beauharnais 1817 von seinem Schwiegervater König Maximilian I. Joseph von Bayern den Titel Herzog von Leuchtenberg verliehen.

Siehe auch: Burgruine Leuchtenberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Adalbert von Bayern: Die Herzen der Leuchtenberg. Geschichte einer bayerisch-napoleonischen Familie. Nymphenburger Verlag, München 1992, ISBN 3-485-00665-3 (Nachdr. d. Ausg. München 1963).
  • Georg Brunner: Geschichte von Leuchtenberg und die ehemaligen Landgrafen von Leuchtenberg. Amberg 1863.
  • Illuminatus Wagner: Leuchtenberg in Geschichte und Sage. 10. Aufl. Leonhardt-Verlag, Weiden 1965.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leuchtenberg (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien