Weißenstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenstadt
Weißenstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenstadt hervorgehoben
50.10083333333311.884722222222630Koordinaten: 50° 6′ N, 11° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 630 m ü. NN
Fläche: 42,23 km²
Einwohner:

3270 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95163
Vorwahl: 09253
Kfz-Kennzeichen: WUN
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 166
Stadtgliederung: 21 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 1
95163 Weißenstadt
Webpräsenz: www.weissenstadt.de
Bürgermeister: Frank Dreyer (SPD)
Lage der Stadt Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-Süd Meierhöfer Seite Weißenstadter Forst-Süd Weißenstadter Forst-Nord Tröstauer Forst-West Tröstauer Forst-Ost Selber Forst Neubauer Forst-Süd Kaiserhammer Forst-Ost Vordorfer Forst Selb Selber Forst Hohenberger Forst Hohenberger Forst Marktleuthen Thierstein (Fichtelgebirge) Selb Selb Wunsiedel Weißenstadt Tröstau Thiersheim Schönwald (Bayern) Schirnding Röslau Marktredwitz Kirchenlamitz Hohenberg an der Eger Höchstädt im Fichtelgebirge Arzberg (Oberfranken) Bad Alexandersbad Nagel (Fichtelgebirge) Tschechien Landkreis Tirschenreuth Landkreis Bayreuth Landkreis Hof Kaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Weißenstadt ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Die Stadt liegt eingebettet im Tal der Eger zwischen Waldstein, Rudolfstein und Höllpass auf der Hochebene des Fichtelgebirges.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Weißenstadt hat 21 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte [Bearbeiten]

Weißenstadt im September 2005

Der Ort erschien erstmals urkundlich 1299 als Weißenkirchen (lat.: alba Ecclesia) und gehörte zum Herrschaftsbereich der nahegelegenen Burg Rudolfstein. Diese wurde erstmals 1317 erwähnt und befand sich damals im Besitz der Herren von Hirschberg, die sie von den Grafen von Henneberg zu Lehen erhalten hatten. Die Henneberger hatten das Gebiet um den Rudolfstein aus dem Erbe der Andechs-Meranier übernommen. Nicht lange danach befand sich der Rudolfstein und damit auch der zu seinen Füßen gelegene Ort Weißenkirchen in der Herrschaft des Klosters Waldsassen, das diesen Besitz 1347 an die Burggrafen Johann II. und Albrecht den Schönen von Nürnberg weiterveräußerte. Diese erhoben den Ort wenig später zur Stadt, denn 1368 wurde die Siedlung erstmals Weißenstadt genannt. In der Folge erlangte Weißenstadt große Bedeutung durch den in seiner Umgebung betriebenen Zinnbergbau und die Zinnverarbeitung. Schon im 14. Jahrhundert bestand hier ein eigenes Zinnergericht. Das 1398 durch Burggraf Johann III. von Nürnberg in Weißenstadt eingesetzte Zeidelgericht weist auf die hier ebenfalls umfangreiche Waldbienenzucht hin. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Weißenstadt auch Bergkristalle bergmännisch gefördert, die beispielsweise beim Bau des Neuen Schlosses in der Bayreuther Eremitage verwendet wurden. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verließen die Hirschberger, die seit dem Verkauf des Rudolfsteins an die Nürnberger Burggrafen als hohenzollerische Amtmänner fungiert hatten, die klimatisch ungünstig gelegene Höhenburg Rudolfstein und verlegten ihren Amtssitz nach Weißenstadt, wo sie zwei Edelsitze besaßen. Diese Schlösser fielen dem großen Stadtbrand von 1823 zum Opfer; heute sind keine Reste mehr davon zu sehen. Mit der Verwaltungsreform 1613 wurden die Stellen der adeligen Amtmänner im Sechsämterland abgeschafft; Weißenstadt wurde Sitz eines markgräflichen Richteramtes. Neben Wunsiedel war Weißenstadt die einzige Stadt im Sechsämterland, die über eine Stadtmauer verfügte. 1899 bekam Weißenstadt auch einen Eisenbahnanschluss. Eine 1993 stillgelegte Stichbahn verband die Stadt bei Kirchenlamitz-Ost (Niederlamitz) mit der Bahnstrecke Regensburg–Hof.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden die Gemeinden Franken und Voitsumra sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Reicholdsgrün eingegliedert.[3]

Politik [Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 16 Mitglieder:

Wahlperiode 2008-2014

Wahlperiode 2002-2008

  • CSU 7 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Freie Wähler 3 Sitze
  • ÜWG 2 Sitze

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Osterbrunnen in Weißenstadt
  • Die evangelische Stadtpfarrkirche wurde unter Verwendung der alten Außenmauern nach dem Brand von 1823 wieder aufgebaut.
  • Die Gottesackerkirche hat sich ihre reiche Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert bis heute bewahrt.
  • Im Kurpark präsentieren sich die Ruinen der Steinschleiferei Erhard Ackermanns.
  • Zwischen See und Campingplatz befindet sich eines der ersten Zeugnisse der Steinschleiferei: Ein Fischkasten aus Granit.
  • Die für das Fichtelgebirge früher typischen Scheunenreihen an den Ortseinfallsstraßen sind in Weißenstadt noch weitgehend erhalten. In einer ehemaligen Scheune ist eine Info-Stelle des Naturparks Fichtelgebirge über den Fluss und das Biotop Eger untergebracht.
  • Die Burgruinen und Naturdenkmäler Rudolfstein und Waldstein.
  • Teile der Stadtmauer

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Weißenstadt

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Bildung [Bearbeiten]

Naherholung [Bearbeiten]

Weißenstädter Marktplatz mit Maibaum

Der 50 ha große Weißenstädter See liegt am Rand der Stadt. Er ist von allen Seiten zugänglich und bietet viele Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel ein Beachvolleyball- und ein Basketballfeld, weiter hat man die Möglichkeit, einige Wassersportarten zu betreiben. Der 4,2 Kilometer lange, durchgehend asphaltierte Seeweg eignet sich zum Inlineskaten und zum Spazierengehen. Der Kurpark und die Landschaft um den See laden zur Entspannung und Erholung ein. Am Südwestufer des Sees wurde am 18. August 2007 ein Radon-Kur- und Erholungshotel eröffnet.

Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]

  • Bademöglichkeiten
    • Naturfreibad
    • Stadtnahe Badezonen am Nordende des Weißenstädter See
    • modernes Hallenbad im Kurhotel am Südende des Weißenstädter Sees (nur für Hotelgäste)
  • Kneipp-Anlagen
    • Kneipp-Anlage am Weg vom Parkplatz zum Nordwestende des Sees
    • Kneipp-Anlage am Radweg nach Kirchenlamitz (circa 3 km vom Zentrum Weißenstadts)
  • Wassersport
    • Surfclub mit Lagerfläche am Südende des Weißenstädter Sees
    • Segelverein mit Lagerfläche und Slipbahn am Südende des Weißenstädter Sees
    • Zwei Tretboot-Verleihstellen beim Segelverein und auf Halbinsel
  • Camping
    • Campingplatz in Seenähe mit verschiedenen Arealen für Dauerparker, mobile Wohnwagen und Zelte
  • Tennisplätze
    • Anlage mit drei Plätzen am Parkplatz nahe dem Westende des Weißenstädter Sees
  • Basketball
    • Teerplatz im Osten des Weißenstädter Sees nahe dem Wehr
  • Sport- und Fußballplätze
    • Ein Turnier- und ein Trainingsplatz in der Nähe des Naturfreibades
    • Leichtathletikanlage bei der Grund- und Hauptschule
  • Sporthallen
    • Mehrzwecksportanlage der Grund- und Hauptschule
    • Sporthalle des Turnvereins
  • Loipen
    • Mehrere durch den WSV Weißenstadt gepflegte Loipen in Richtung Schneeberg und Waldstein mit Anbindung an die Loipen der Nachbargemeinden
  • Rodeln
    • Kleiner Rodelhügel im Kurpark
    • Rodelhang am Großen Waldstein unmittelbar am Waldsteinhaus
  • Radwege
    • Beschilderte Mountainbike-Strecken in den umliegenden Wäldern (Routen Schneeberg und Waldstein)
    • Asphaltierter Rundweg um den Weißenstädter See (auch für Inliner)
    • Schotterweg auf ehemaliger Bahnstrecke nach Kirchenlamitz
    • Die ca. drei Kilometer entfernte Saalequelle ist der Ausgangsort des 427 Kilometer langen Radwanderweges Saale
    • Vorbei an der Eger-Quelle über den Schneebergpass (798 m) kommt man nach ca. 5 Kilometer zum Beginn des (Weiß-)Main-Radwanderweg auf ehemaliger Bahnstrecke von Bischofsgrün nach Bad Berneck (durchgehend asphaltiert und auf der der Straße gegenüberliegenden Flussseite).
    • Asphaltierte Nebenstrecken in Richtung Grub, Birk, Ruppertsgrün für Rundfahrten und Touren
  • Wanderwege
  • Klettern
    • An den Felsentürmen des Rudolfsteins
    • An den Felsentürmen der Drei Brüder
  • Reiten
    • Private Angebote in Weißenstadt, Meierhof und Vordorf

Sonstiges [Bearbeiten]

Der Ortsneckname von Weißenstadt beziehungsweise der Spitzname der Weißenstädter Bürger ist Bummelhenker.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Dietmar Herrmann: Der Große Waldstein im Fichtelgebirge. Verlag Fichtelgebirgsverein e.V., 2008.
  • Georg Krauss: Weißenstädter Heimatbuch. Weiden 1984.
  • Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredtwitz. Die Kunstdenkmäler von Bayern, VIII. Regierungsbezirk Oberfranken, Band 1. München 1954. ISBN 3-486-41941-2. S.355-398.
  • Harald Stark: Über die Verfassung und Rechte der Stadt Weißenstadt in früherer Zeit. In: Weißenstadter Hefte. 5/1988, S. 66–73; 6/1988, S. 46–54.
  • Harald Stark: Weißenstadt und die Herren von Hirschberg. In: Weißenstadter Hefte. 5/1988, S. 50–56.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/195402&attr=OBJ&val=1313
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Weißenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Weißenstadt – Reiseführer