Crailsheim

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Crailsheim im Landkreis Schwäbisch Hall. Siehe auch: Crailsheim (Adelsgeschlecht) bzw. Palais Crailsheim.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Crailsheim
Crailsheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Crailsheim hervorgehoben
49.13472222222210.070555555556414Koordinaten: 49° 8′ N, 10° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 109,08 km²
Einwohner: 32.417 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 297 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74564,
74597 (Mittelmühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07951,
07954 (Triensbach),
07904 (Buch, Saurach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 014
Stadtgliederung: Kernstadt und 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
74564 Crailsheim
Webpräsenz: www.crailsheim.de
Oberbürgermeister: Rudolf Michl (SPD)
Lage der Stadt Crailsheim im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild
Schulstraße mit der Johanneskirche im Hintergrund

Crailsheim (im regionalen Dialekt [ˈgʀaːlsɘ]) ist eine Stadt im Nordosten des Bundeslandes Baden-Württemberg, etwa 32 km östlich von Schwäbisch Hall und 40 km südwestlich von Ansbach. Sie ist nach Schwäbisch Hall die zweitgrößte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall und die drittgrößte der Region Heilbronn-Franken.

Seit 1. Januar 1972 ist Crailsheim Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Frankenhardt, Satteldorf und Stimpfach ist die Stadt Crailsheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Crailsheim liegt auf beiden Seiten der Jagst in einer weiten Stufenrandbucht, die der Fluss bei seinem Übertritt aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald zur nördlichen Hohenloher Ebene ausgeräumt hat. Die umrahmenden Berge rechts des Flusses, „Crailsheimer Hardt“ genannt, sind Teil der Frankenhöhe. Den West- und Südwestrand auf seiner Linken bilden die Höhenwälder um den Burgberg (534 m), denen morphologisch getrennt im Süden die Ellwanger Berge folgen.

Crailsheim hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Frankenhöhe, Kocher-Jagst-Ebenen und Hohenloher-Haller Ebene.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt, im Uhrzeigersinn von Nordosten an: Satteldorf, Kreßberg, Fichtenau, Stimpfach, Frankenhardt, Vellberg, Ilshofen und Kirchberg an der Jagst (alle Landkreis Schwäbisch Hall).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Crailsheims gliedert sich in die neun Stadtteile Beuerlbach, Crailsheim, Goldbach, Jagstheim, Onolzheim, Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach und Westgartshausen. Alle Stadtteile, ausgenommen Beuerlbach und Crailsheim, sind zugleich Ortschaften nach der baden-württembergischen Gemeindeordnung, d. h. sie haben einen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzendem. Die Ortschaftsräte werden bei jeder Kommunalwahl von der wahlberechtigten Bevölkerung der Ortschaft gewählt.

Einige der Stadtteile sind administrativ weiter untergliedert in Wohngebiete bzw. -bezirke oder Wohnplätze mit eigenem Namen:

  • Crailsheim: Kernstadt, Altenmünster, Ingersheim und Rodmühle
  • Goldbach: Goldbach; die Burgstelle der ehemaligen Burg Schönebürg ist heute eine Walderholungsanlage
  • Westgartshausen: Lohr, Mittelmühle, Ofenbach, Oßhalden, Schüttberg, Wegses, Westgartshausen und Wittau sowie die abgegangene Burg Lohr der Herren von Lohr
  • Jagstheim: Alexandersreut, Burgbergsiedlung (Neubausiedlung), Eichelberg, Jagstheim, Stöckenhof, Kaihof und Jakobsburg sowie die abgegangene Pfannenburg
  • Onolzheim: Onolzheim und Hammerschmiede, Burgstall Onolzheim
  • Roßfeld: Hagenhof, Ölhaus, Maulach, Roßfeld, Sauerbronnen und Teile des zum Wohngebiet umgebauten ehemaligen US-amerikanischen Militärstützpunkt McKee Barracks sowie die abgegangene Wasserburg Flügelau
  • Tiefenbach: Rüddern, Tiefenbach, Weidenhausen, Wollmershausen
  • Triensbach: Buch, Erkenbrechtshausen, Heinkenbusch, Saurach, Triensbach und Weilershof

Die Kernstadt ihrerseits besteht aus den Wohngebieten

  • Innenstadt, sie umfasst das Gebiet der Altstadt
  • Schießberg, im Volksmund auch „Hexenbuckel“ genannt, im Nordosten
  • Kreuzberg, ein seit den 1950er Jahren im Osten und Süden aufgebauter Stadtteil, mittlerweile der größte Stadtteil
  • Türkei, ein Stadtteil im Süden (der Name rührt vermutlich von den Zuständen im Arbeiterlager, das dort für den Eisenbahnbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand, nicht aber von der Nationalität dieser Wanderarbeiter her[3])
  • Fliegerhorst, auf dem ehemaligen, 1945 zerstörten Flugplatz-Areal im Westen gelegen, heute größtenteils Gewerbegebiet
  • Sauerbrunnen, eine in der Nachkriegszeit aufgebaute Vertriebenensiedlung im Westen
  • Roter Buck, eine vor allem in den 1960er und 1970er Jahren erbaute Siedlung im Nordwesten

Raumplanung[Bearbeiten]

Crailsheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Heilbronn-Franken, in der Heilbronn als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Crailsheim gehören neben Crailsheim die Städte und Gemeinden im nordöstlichen Teil des Landkreises Schwäbisch Hall, und zwar Blaufelden, Fichtenau, Frankenhardt, Gerabronn, Kirchberg an der Jagst, Kreßberg, Langenburg, Rot am See, Satteldorf, Schrozberg, Stimpfach und Wallhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Crailsheim war im frühen Mittelalter Teil des zum Herzogtum Franken gehörigen Maulachgaus. Die Stadt selbst hat ihren Ursprung in einer fränkischen Siedlung aus dem 7. Jahrhundert in der Nähe eines Jagstüberganges. Die erste urkundliche Erwähnung von Crailsheim datiert von 1136, damals hieß es noch „Cröwelsheim“, später „Krawelsheim“. Führende Adelsfamilien in dieser Zeit waren die Herren von Lohr und von Flügelau. Nach deren Aussterben kam es an die Grafen von Oettingen.

Plan Crailsheims, angefertigt 1828/29 bei der Württembergischen Landesvermessung

Nach der Verhängung der Reichsacht über den Grafen von Oettingen wurde Crailsheim 1310 als Reichslehen eingezogen und vier Jahre später als Lehen an die Edelherren von Hohenlohe übergeben. 1316 erhielt Crailsheim das Marktrecht, 1338 das Stadtrecht. 1388 wurde die Stadt von den Hohenloher Grafen an die Landgrafen von Leuchtenberg verpfändet, die sie 1399 an die Burggrafen zu Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern - die später zu Markgrafen von Brandenburg-Ansbach wurden - verkauften. Crailsheim war damit ein Teil des Fürstentums Ansbach, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Crailsheim war 1552–1603 von Hexenverfolgung betroffen. 17 Menschen gerieten in einen Hexenprozess, von denen mindestens sechs nicht überlebten. Die letzte Hinrichtung fand 1594 statt: Anna Dasing „die Seilerin“ genannt.[4]

Im 18. Jahrhundert waren bereits zahlreiche jüdische Familien angesiedelt, die sich 1783 eine eigene Synagoge errichteten. Sie wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet und fiel später dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

1792 ging Crailsheim zusammen mit dem Fürstentum Ansbach an Preußen über; 1806 kam es infolge der napoleonischen Kriege an Bayern. 1810 wurde es von Bayern an Württemberg abgetreten. Württemberg machte Crailsheim zum Sitz des Oberamtes Crailsheim. 1817 kam das Oberamt Crailsheim zum neu gegründeten württembergischen Jagstkreis.
siehe auch Burg Crailsheim

Der Eisenbahnbau machte die Stadt zum Eisenbahnknotenpunkt und Grenzbahnhof an der bedeutenden Linie Stuttgart–Nürnberg (1875). Es setzte ein merklicher Wirtschaftsaufschwung ein. In den 1930er Jahren errichtete die Luftwaffe im Westen der Stadt einen Flugplatz. 1934 wurde das Oberamt Crailsheim zum Kreis Crailsheim, aus dem 1938 der Landkreis Crailsheim hervorging.

Flugplatz und Eisenbahn waren im Zweiten Weltkrieg ab 1944 Ziel alliierter Luftangriffe. Nachdem die Stadt bereits Anfang April 1945 von den Amerikanern eingenommen worden war, zwangen deutsche Gegenangriffe während der Schlacht um Crailsheim die Amerikaner noch einmal zum Rückzug. Im Zuge der zweiten Eroberung Crailsheims wurde die Stadt am 20. April 1945 durch US-amerikanische Luftangriffe zu 80 %, die historische Innenstadt zu 95 % zerstört. Nach dem Kriegsende baute man Crailsheim nicht nach historischem Vorbild, sondern im Rahmen einer Generalplanung nach den damals modernen Auffassungen wieder auf; das Stadtbild wurde dabei stark verändert.

Mit der ersten Eingliederung von Nachbargemeinden 1971 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Crailsheim die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1972 beschloss. Im Zuge der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Crailsheim dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeschlagen.

Religionen[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Crailsheim gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg und war dem Archidiakonat Kapitel Crailsheim zugeordnet. 1522 begann mit der ersten evangelischen Predigt durch Adam Weiß die Reformation in der Stadt, die sich bald vollständig durchsetzte (1525 neue Kirchenordnung). Die Stadt wurde alsbald auch Sitz eines Dekanats innerhalb der Markgraftums Ansbach. Danach war Crailsheim über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Seit dem Übergang an Württemberg gehört die Kirchengemeinde zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Weiterhin blieb Crailsheim Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Crailsheim), zu dem heute die Kirchengemeinden des gesamten Umlands gehören. Das Gebiet der Kernstadt betreut heute die Gesamtkirchengemeinde Crailsheim, bestehend aus der Johanneskirchengemeinde und der Christuskirchengemeinde (Sauerbrunnen/Roter Buck), dazu kommen die Kirchengemeinden in Altenmünster und Ingersheim, weitere Kirchengemeinden bestehen in den Stadtteilen Goldbach, Ingersheim, Jagstheim, Onolzheim, Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach und Westgartshausen.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken nach Crailsheim. Seit 1877 gibt es wieder eine eigene Pfarrei und 1886/87 wurde die Kirche St. Bonifatius erbaut, die 1966 durch einen turmlosen Neubau ersetzt wurde. Die zweite Pfarrei „Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ wurde 1964 gegründet und bezog im selben Jahr eine neue Kirche. Beide Kirchengemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit Crailsheim im Dekanat Schwäbisch Hall innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart, die alle Katholiken im Stadtgebiet Crailsheim betreut. Außer den beiden Kirchen der Kernstadt gibt es noch drei weitere katholische Kirchen im Stadtgebiet, in Onolzheim (Christus König), Jagstheim (St. Peter und Paul) und Westgartshausen (Heilig-Geist).

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Crailsheim auch Freikirchen, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Christliche Gemeinde, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, den Süddeutschen Gemeinschaftsverband und das Christliche Zentrum der Volksmission.

Ferner sind in Crailsheim eine katholisch-apostolische Gemeinde, die Neuapostolische Kirche – zusätzlich auch in Goldbach und Jagstheim − sowie die Zeugen Jehovas vertreten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. April 1940 Ingersheim mit Altenmünster und Rodmühle
  • 1. Januar 1971 Tiefenbach
  • 1. August 1971 Onolzheim
  • 1. Januar 1972 Roßfeld
  • 1. März 1972 Jagstheim
  • 1. Januar 1973 Westgartshausen
  • 1. Januar 1975 Goldbach, Triensbach und Ortsteil Beuerlbach von der Gemeinde Satteldorf
Wappen der ehemaligen Gemeinden
Ingersheim
Ingersheim
Tiefenbach
Tiefenbach
Onolzheim
Onolzheim
Roßfeld
Roßfeld
Jagstheim
Jagstheim
Westgartshausen
Westgartshausen
Goldbach
Goldbach
Triensbach
Triensbach
Beuerlbach
Beuerlbach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Grafische Statistik

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1737 etwa 2.400
1823 2.688
1843 3.012
1855 2.854
1. Dezember 1871 3.688
1. Dezember 1880 ¹ 4.642
1885 4.710
1. Dezember 1900 ¹ 5.251
1. Dezember 1910 ¹ 6.101
16. Juni 1925 ¹ 6.420
16. Juni 1933 ¹ 6.444
17. Mai 1939 ¹ 8.940
Dezember 1945 8.202
Jahr Einwohnerzahlen
13. September 1950 ¹ 10.133
6. Juni 1961 ¹ 14.387
27. Mai 1970 ¹ 16.540
31. Dezember 1975 24.506
31. Dezember 1980 24.685
27. Mai 1987 ¹ 26.083
31. Dezember 1990 27.917
31. Dezember 1995 31.222
31. Dezember 2000 32.063
31. Dezember 2005 32.574
31. Dezember 2010 33.021
9. Mai 2011 ¹ 32.303

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Stadt Crailsheim hat neben dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem 42 Mitglieder, die den Titel Stadtrat führen. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:[5]

Liste Wahl 2014 Veränd.
ggü. 2009
Sitze 2014 Veränd.
ggü. 2009
CDU 40,4 % +1,6 % 17 +2
SPD 26,5 % +1,5 % 11 +2
AWV 18,3 % -5,7 % 8 -1
Grüne 11,5 % +11,5 % 5 +5
BLC 3,1 % +3,1 % 1 +1
UGL -/- -9,7 % 0 -3
LOM 0,3 % +0,3 % 0 ±0

Die seit 1984 im Gemeinderat vertretene Unabhängige Grüne Liste (UGL) war zur Wahl 2014 nicht mehr angetreten. Aus ihr hervorgegangen ist die Liste der Grünen und die Bürgerliste Crailsheim (BLC).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Blick nach Südosten über die Jagst zur Johanneskirche

An der Spitze der Stadt stand ursprünglich ein Vogt, der die hohe Gerichtsbarkeit ausübte. Die niedere Gerichtsbarkeit oblag dem Rat, den beiden Bürgermeistern und zwölf Richtern. Dem Rat gehörten ab 1338 sieben, danach neun Männer an. Später gab es einen Oberen und einen Unteren Rat. Der Rat wurde mehrfach verändert. In württembergischer Zeit stand der Stadtschultheiß an der Spitze der Stadt, der nach Einführung der Deutschen Gemeindeordnung 1935 die Amtsbezeichnung Bürgermeister erhielt. Seit 1972, als Crailsheim Große Kreisstadt wurde, trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von der wahlberechtigten Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt. Oberbürgermeister ist seit 1. Februar 2010 Rudolf Michl (SPD). Nachdem keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang am 8. November 2009 die absolute Mehrheit erreichen konnte, fand am 29. November 2009 eine Neuwahl statt. Bei dieser war nur noch eine einfache Mehrheit erforderlich. Der SPD-Kandidat Rudolf Michl erzielte dabei eine absolute Mehrheit von 50,8 %.[6]

Michls Vorgänger war von 1999 bis 2009 Andreas Raab (CDU), der am 25. Juni 2009 wegen gesundheitlicher Probleme und Angriffen aus dem Gemeinderat gegen sich seinen Rücktritt zum 31. Oktober 2009 erklärt hatte,[7] um dann am 17. Juli 2009 bekannt zu geben, schon mit Ablauf des 11. September 2009 als Oberbürgermeister aus dem Amt zu scheiden[8] und auch sein Kreistagsmandat, für das er erst am 7. Juni 2009 als kreisweiter Stimmenkönig wiedergewählt worden war, niederzulegen.[9]

Der Oberbürgermeister hat zwei hauptamtliche Stellvertreter, die Beigeordneten. Der erste Beigeordnete trägt die Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“. Dieses Amt hat seit 1994 der parteilose Harald Rilk inne, der 1999 bis 2009 zugleich für die Freien Wähler Mitglied des Kreistags war. Der weitere Beigeordnete und zweite Stellvertreter des Oberbürgermeisters trägt die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ und ist unter anderem für Bauangelegenheiten („Baubürgermeister“) zuständig. Seit 2002 bekleidet dieses Amt Herbert Holl (CDU).

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister

  • 1810–1813: Georg Andreas Eychmüller
  • 1813–1815: Baumann, Amtsverweser
  • 1815–1856: Johann Friedrich Faber
  • 1856–1867: Gottlob Nagel
  • 1867–1899: Leonhard Sachs
  • 1899–1910: Hugo Sachs
  • 1911–1945: Friedrich Fröhlich
  • 1945–1946: Wilhelm Gebhardt
  • 1946–1948: Fritz Schatz
  • 1948–1962: Wilhelm Gebhardt
  • 1962–1982: Hellmut Zundel
  • 1982–1983: Helmut Maaß (kommissarisch)
  • 1983–1991: Karl Reu (CDU)
  • 1991–1999: Georg Schlenvoigt (SPD)
  • 1999–2009: Andreas Raab (CDU)
  • 2009–2010: Harald Rilk (kommissarisch)
  • Seit 2010: Rudolf Michl (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Crailsheim zeigt in Gold drei gestürzte schwarze Kesselhaken („Kräuel“ oder „Craile“) nebeneinander. Die Stadtflagge ist schwarz-gelb.

Es handelt sich um ein so genanntes „redendes Wappen“. Die Kräuel sind schon im Siegel um 1310 nachweisbar. Anfangs waren sie aufrecht abgebildet, ab 1434 erscheinen sie dann in gestürzter Lage. Im 19. Jahrhundert wurde die Blasonierung festgelegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Crailsheim unterhält seit 1947 eine Städtepartnerschaft mit Worthington, Minnesota (USA), die erste deutsch-amerikanische Städtepartnerschaft überhaupt. Seit 1969 ist Crailsheim Partnerstadt von Pamiers (Südfrankreich) und seit 2000 auch von Jurbarkas (Litauen) und Biłgoraj (Polen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Voith Turbo betreibt Schwermaschinenbau in Crailsheim. Viele Sondermaschinenbauer sind örtlich ansässig, vor allem Hersteller von Verpackungsmaschinen: die Unternehmen Groninger & Co. GmbH, in direkter Nachbarschaft zur Gerhard Schubert GmbH, sowie die R. Weiss Verpackungstechnik GmbH & Co. KG. Ferner besteht ein Werk der Robert Bosch GmbH aus dem Geschäftsbereich Bosch Packaging Technology.

Die Konsumgüterbranche ist vertreten mit Procter & Gamble und mit mehreren Betrieben der Lebensmittelindustrie: Bürger-Maultaschen, der Schlacht- und Zerlegebetrieb Vion Crailsheim GmbH. Die Brotfabrik Zimmermann, Teil der Kamps-Gruppe, stellt in Crailsheim mit 240 Mitarbeitern Brot und Backwaren für alle namhaften deutschen Discounter her. Die Stadt ist Heimat und Sitz der Schuhmarke Möbus. Die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim hat ihren Hauptsitz in Crailsheim und in Schwäbisch Hall.

Die Crailsheimer Unternehmen beschäftigen insgesamt über 20.000 Arbeitnehmer und machen die Stadt, zusammen mit ihren Handelsbetrieben, durch die sie zentrale Einkaufsstadt für 100.000 Personen ist, zum wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region. Im Umland wird Landwirtschaft betrieben.

erster Bahnhof in Crailsheim, Bild von 1905

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Crailsheim ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Hier vereint sich die von Aalen kommende Obere Jagstbahn mit der Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim zur nach Nürnberg führenden Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Die Taubertalbahn führt über Blaufelden und Weikersheim nach Lauda und von dort weiter über Wertheim nach Aschaffenburg.

Crailsheim ist über die InterCity-Linie 61 Basel–Karlsruhe–Stuttgart–Aalen–Nürnberg an den überregionalen Fernverkehr angebunden.

A 6: Abfahrt Crailsheim (bei Satteldorf)

Straße[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 290 führt von Bad Mergentheim im Nordwesten über die Hohenloher Ebene nach Crailsheim und von dort jagstaufwärts südlich weiter nach Ellwangen. Von Schwäbisch Hall im Westsüdwesten führt die L 2218 über Crailsheim nach Dinkelsbühl im Ostsüdosten, ab der Landesgrenze zu Bayern als St 2218. Über Crailsheim verbindet die L 1066 Gaildorf im Südwesten mit Feuchtwangen im Osten, ab der Grenze als St 1066. Vor dem Bau der Bundesautobahn 6 verlief auf der heutigen westlichen Trasse ab Schwäbisch Hall der L 2218 und der östlichen bis Feuchtwangen der L 1066 die alte Bundesstraße 14, die also hier heute auf Landesstraßen herabgestuft ist.

Crailsheim hat über die B 290 etwa 5 km nördlich des Stadtzentrums bei Satteldorf Anschluss an die Bundesautobahn 6 Heilbronn–Nürnberg. Knapp 14 km nordöstlich der Stadt liegt das Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim, an welchem die A 6 auf die A 7 Ulm–Würzburg trifft. Über die L 1066 erreicht man aus Crailsheim nach etwa 14 km im Osten die erste Anschlussstelle Feuchtwangen der A 7 südlich des Autobahnkreuzes, über die L 2218 nach etwa 12 km im Ostsüdosten ihre nächste Dinkelsbühl-Fichtenau. Beide Verbindungen führen zunächst über Steigen den steilen Westabhang der Frankenhöhe hinauf.

Sonstiges[Bearbeiten]

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien. Der Betreiber des Stadtbusverkehrs ist die StadtBus Crailsheim SBC. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an, dessen Linien im Crailsheimer Nahbereich zweistellige Nummern mit führender 5 oder 6 tragen.

Die Stadt Crailsheim ist Namenspatin eines ICE 1.

Umwelt[Bearbeiten]

Im neu erschlossenen Wohn- und Mischgebiet Hirtenwiesen (ehedem Gelände der Luftwaffe, später McKee Barracks der US-Streitkräfte) entsteht zur Zeit die größte zusammenhängende Solaranlage Deutschlands mit 10.000 m² Kollektorfläche im Endausbau. Dieses Projekt wurde in die engere Auswahl der „Leuchtturmprojekte“ von Bundeskanzler Gerhard Schröder einbezogen. Durch diese Solaranlage sollen im neuen Baugebiet jährlich, im Vergleich zu herkömmlichen Wärmeversorgungssystemen, über 50 % der CO2-Emission vermieden werden.

Medien[Bearbeiten]

In Crailsheim erscheint täglich das Hohenloher Tagblatt. Es wird vom Hohenloher Druck- und Verlagshaus Verlag Hohenloher Tagblatt Richter u. Gebr. Wankmüller GmbH & Co KG (HDV) in Crailsheim herausgegeben und bezieht den überregionalen Mantel von der Südwestpresse aus Ulm. Wöchentlich erscheinen das seit Ende 1968 von der Stadtverwaltung herausgegebene Amtsblatt Crailsheimer Stadtblatt[10] und das kostenlose Anzeigenblatt Hohenloher Wochenpost vom Verlag des Hohenloher Tagblatts.[11]

Gerichte, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Crailsheim ist Sitz eines Amtsgerichtes, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört, einiger Kammern des Arbeitsgerichts Heilbronn sowie eines Notariats. Ferner gibt es eine Außenstelle des Finanzamts Schwäbisch Hall, eine Außenstelle des Landratsamts Schwäbisch Hall und ein Flurneuordnungsamt. Das Polizeirevier Crailsheim der Polizeidirektion Schwäbisch Hall ist zuständig für die Gemeinden des ehemaligen Kreises Crailsheim, ebenso die Kriminalaußenstelle. Dasselbe gilt für die Zweigstelle der Agentur für Arbeit in Crailsheim.

Die Stadt ist ebenfalls Sitz des Kirchenbezirks Crailsheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Ehem. Kreiskrankenhaus Crailsheim (heute Klinikum)

Am Rande der Innenstadt liegt das Klinikum Crailsheim in direkter Nähe zum örtlichen Polizeirevier und zur Feuerwehr.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Crailsheim ist Träger von zwei Gymnasien (Albert-Schweitzer-Gymnasium und Lise-Meitner-Gymnasium), zwei Realschulen (Realschule am Karlsberg und Realschule zur Flügelau), einer Förderschule (Käthe-Kollwitz-Schule), zwei Grund- und Werkrealschulen (Eichendorffschule und Leonhard-Sachs-Schule) sowie von vier Grundschulen (Astrid-Lindgren-Schule, Geschwister-Scholl-Schule, Reußenbergschule und Schule Altenmünster).[12]

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule mit technischem Gymnasium, Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium und Eugen-Grimminger-Schule – Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule) sowie der Schule für Sprachbehinderte.[12]

Die Städtische Volkshochschule Crailsheim, zu deren Angebot unter anderem eine Abendrealschule gehört, sowie die Freie Akademie Albertus Magnus (Grundschule und Gymnasium) und die Freie Waldorfschule am Burgberg runden das Schulangebot in Crailsheim ab.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Kulturangebot in Crailsheim ist mit einem vielseitigen Spektrum in Musik, Literatur, Theater und bildenden Künsten gefächert. Dabei gibt es sowohl städtische wie auch bürgerliche Kulturveranstaltungen. Das Städtische Museum befindet sich im ehemaligen Spital in Crailsheim. Einer der Höhepunkte ist das Kulturwochenende, das jedes Jahr im Sommer veranstaltet wird. Das seit 1994 stattfindende Kulturfestival wird zum großen Teil von der Stadt finanziert und ist für jeden Besucher kostenlos.

Bauwerke[Bearbeiten]

Johanneskirche

Crailsheim wurde als strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert und zu 80 Prozent zerstört. Erhalten blieben oder nach dem Krieg wiedererrichtet wurden von den historischen Gebäuden die 1393 geweihte Liebfrauenkapelle, die Johanneskirche (Bauzeit 1398–1440) und das Spital zum heiligen Geist von 1400 sowie der 57,5 m hohe Rathausturm. Dieser wurde im Jahre 1717 zur 200. Wiederkehr der Reformation erbaut und gilt als „höchstes Reformationsdenkmal“ der Welt. Auffällig im Stadtbild ist auch der Wasserturm, der 1912 erbaut wurde, um die Dampfloks mit Wasser aus der Jagst zu versorgen. Heute ist darin eine Pizzeria mit Biergarten untergebracht.

Außer der Johanneskirche und der Liebfrauenkapelle liegen in der Kernstadt noch die Friedhofskapelle auf dem alten Friedhof (erbaut 1579/80, Turm von 1586), die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius (erbaut 1886/87, doch 1966 durch einen turmlosen Neubau ersetzt) und die katholische Kirche Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit (erbaut 1964).

Kirchenbauten in den anderen Stadtteilen: Evangelische Kirche Altenmünster, erbaut 1790 anstelle einer alten Kirche von 1444; evangelische Kirche Ingersheim, erbaut im spätgotischen Stil mit Turmchor und Wandmalereien von 1607 und 1701, das Schiff wurde 1961/62 neu angebaut; evangelische Kirche Goldbach von 1725 mit älteren Teilen; evangelische Kirche Jagstheim von 1764/65 mit Turm von 1719 sowie katholische Kirche St. Peter und Paul Jagstheim; evangelische Kirche Onolzheim von 1755, 1863 verlängert sowie katholische Kirche Christus König Onolzheim; evangelische Kirche Roßfeld, 1714 umgebaut; evangelische Kirche Tiefenbach mit mittelalterlichem Chor und Schiff von 1512, 1707 und 1969 vergrößert; evangelische Kirche Triensbach mit spätbarockem Schiff von 1725; evangelische Kirche Westgartshausen mit spätmittelalterlichem Turmchor und Schiff von 1610 sowie katholische Kirche Heilig-Geist Westgartshausen.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Gedenkstein am Ort der ehemaligen Crailsheimer Synagoge

Seit 1990 erinnert eine weiße Muschelkalk-Stele in der Adam-Weiß-Straße an die ehemals hier stehende Synagoge, die 1938 von SA-Männern geschändet wurde und 1945 dann dem Luftkrieg zum Opfer fiel. Sie ist zugleich Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger, die verfolgt und 1942 zur Vernichtung deportiert wurden. Auf dem jüdischen Friedhof Crailsheim in der Beuerlbacher Straße erinnert eine Gedenkstätte mit einer Tafel von 52 Namen an die Crailsheimer Juden, die Opfer des Faschismus wurden.[13] Zudem wurden am 13. November 2012 die ersten vier Stolpersteine verlegt [14][15]

Horaffensage[Bearbeiten]

Ein Horaff, wie er am Stadtfeiertag an die Schüler verteilt wird

Stolz sind die Crailsheimer auf ihre Stadtsage vom „Horaffen[16]: Nach einer fünfmonatigen Belagerung durch die verbündeten Reichsstädte Schwäbisch Hall, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl im Winter 1379/1380 gingen die Lebensmittel der Crailsheimer zur Neige. Angesichts der ernsten Lage griff man zu einer List.

Mit dem letzten Mehl buken die Frauen die traditionellen Hörnchen, Horaffen genannt, und warfen sie den Belagerern über die Stadtmauer. Dann stieg die Bürgermeistergattin auf die Stadtmauer, die dickste Frau der Stadt, und zeigte den Belagerern ihr blankes, ausladendes Hinterteil. Angesichts des demonstrierten Überflusses und der wohlgenährten Bürgermeistergattin sahen die Feinde ihre Belagerung als aussichtslos an und zogen am Mittwoch vor Estomihi (7. Sonntag vor Ostern im Kirchenkalender) im Jahr 1380 (1. Februar) ab.

Der Stadtfeiertag wird heute noch jedes Jahr am Mittwoch vor Estomihi mit Beflaggung der Stadt und einem kleinen Festakt, ergänzt seit vielen Jahren um einen ökumenischen Gottesdienst, einen heimatgeschichtlichen Abend und eine Horaffengala am Wochenende vor dem eigentlichen Stadtfeiertag, begangen. An diesem beweglichen Jahrestag verteilen die örtlichen Bäckereien Horaffengebäck aus Hefeteig an alle Schul- und Kindergartenkinder.[17] Die Form des Horaffens erinnert angeblich an das Hinterteil der Bürgermeistersfrau. Es geht auf ein altes keltisches Abwehrzeichen zurück, das früher auch über Haustüren angebracht wurde. Die Bezeichnung Horaffen für die Crailsheimer, ein Schmähwort der abziehenden reichsstädtischen Truppen, ist noch heute gelegentlich zu lesen und zu hören, aber heute meist weniger herabsetzend gemeint.

Sport[Bearbeiten]

Die Frauen des TSV Crailsheim spielen nach ihrem Abstieg 2009 in der 2. Fußball-Bundesliga Süd, die Männer spielten zeitweise in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg, und spielen derzeit in der Bezirksliga Hohenlohe. Die Crailsheimer Basketballer Crailsheim Merlins spielen in der Pro A, der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Die Heimspiele werden in der HAKRO-Arena (früher Crailsheimer Sportarena) [18] ausgetragen. Die Crailsheim Hurricanes, die Damen der Footballabteilung der Crailsheim Titans, spielen in der 1. Liga der DBL. Die Hurricanes gehören zu den stärksten Damenmannschaften in Europa und stellen regelmäßig einige Spielerinnen für die Nationalmannschaft.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Volksfest 2005 bei Nacht

Höhepunkt im Jahresablauf und die so genannte fünfte Jahreszeit in Crailsheim ist das „Fränkische Volksfest“, das jährlich über 250.000 Besucher anzieht. Es dauert vier Tage und beginnt traditionell am Freitag vor dem zweitletzten Montag im September. Während des seit 1841 abgehaltenen Volksfestes werden zwei Festzüge (samstags und sonntags) abgehalten und es finden zahlreiche Viehprämierungen statt. Wichtigster Bestandteil aber ist heute ein Vergnügungspark auf 40.000 Quadratmetern mit Fahrgeschäften, Buden und zwei großen Bierzelten.

Immer am letzten Juniwochenende findet seit dem Jahr 1985 das Crailsheimer Wirtefest statt.

Seit 1996 wird im Sommer über drei Tage in der Innenstadt von Crailsheim ein Kulturwochenende unter freiem Himmel abgehalten, mit Musik, Theater, Tanz, Comedy und Kunst rund um das Rathaus und im Spitalpark.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Crailsheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1884: Alois Paradeis, Forstmeister und Vorsitzender des Verschönerungsvereins
  • 1906: Heinrich Krauss, Eichmeister und Gemeinderat, langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
  • 1912: Richard Blezinger, Botaniker und Apothekenbesitzer
  • 1923: Friedrich Hummel, Stadtpfarrer und Dekan, Historiker
  • 1955: Friedrich Fröhlich, Stadtschultheiß und Bürgermeister
  • 1987: Theodora Cashel, Gründerin der Patenschaft mit Worthington
  • 2002: Robert J. Demuth, Bürgermeister a. D. von Worthington, Minnesota, USA

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Werner Ansel (1909–1988), von 1948 bis 1972 Landrat in Crailsheim
  • Paul Maar (* 1937), Schriftsteller, arbeitete in Crailsheim

Literatur[Bearbeiten]

  • Traudl Kleefeld, Hans Gräser und Gernot Stepper: Hexenverfolgung im Markgraftum Brandenburg-Ansbach und in der Herrschaft Sugenheim mit Quellen aus der Amtsstadt Crailsheim.Historischer Verein für Mittelfranken, Ansbach 2001, ISBN 3-87707-573-8
  • Karl Wiedmann: Krail und Horaff – Stadtarchäologische Forschungen zur Siedlungs- und Baugeschichte der Stadt Crailsheim. Crailsheim 2008, ISBN 978-3-00-026238-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Crailsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Crailsheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Kerstin Schellhorn: Türkei ohne Türken: Wie der Crailsheimer Stadtteil zu seinem Namen kam, in: Hohenloher Tagblatt, 2. Oktober 2013. Abgerufen am 26. November 2013.
  4. Traudl Kleefeld: Zusammenstellung der aufgefundenen Hexenverfahren im Bereich des Margraftums Ansbach in: Hans Gräser, Traudl Kleefeld und Gernot Stepper: Hexenverfolgung im Markgraftum Brandenburg-Ansbach und in der Herrschaft Sugenheim mit Quellen aus der Amtsstadt Crailsheim (Mittelfränkische Studien, Band 15 und Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch Franken, Band 19) Ansbach 2001, S. 424-433
  5. Ergebnisse laut www.statistik.baden-wuerttemberg.de und Website der Stadt Crailsheim
  6. „Oberbürgermeister in Crailsheim und Bretten gewählt“ im Staatsanzeiger für Baden-Württemberg (abgerufen am 29. Januar 2014)
  7. swp.de „An sich selbst gescheitert“ (Hohenloher Tagblatt, abgerufen am 29. Januar 2014)
  8. Letzter Arbeitstag von Crailsheims Oberbürgermeister Andreas Raab – Kurzinterview mit dem Regierungspräsidium Stuttgart. hohenlohe-ungefiltert.de (abgerufen am 1. August 2009)
  9. Mathias Bartels: Raab: Verzicht auf alle Ämter. Hohenloher Tagblatt, 18. Juli 2009 (abgerufen am 19. Juli 2009)
  10. Informationen zum Crailsheimer Stadtblatt auf crailsheim.de (abgerufen am 2. Mai 2008)
  11. Informationen zur Hohenloher Wochenpost auf suedwest-aktiv.de (abgerufen am 2. Mai 2008)
  12. a b c Schulen in Crailsheim: http://www.crailsheim.de/63.0.html (Stand vom 20. Juli 2012)
  13. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 30f., ISBN 3-89331-208-0
  14. http://www.swp.de/crailsheim/lokales/crailsheim/Aktionskuenstler-Gunter-Demnig-verlegt-erste-neun-Stolpersteine-in-Crailsheim;art5507,1721071
  15. http://crailsheimer-historischer-verein.de/veranstaltungen/veranstaltung/126/stolpersteine-crailsheim-ii/
  16. Siehe dazu den Vortrag von Klaus Graf: Die Crailsheimer Stadtfeier online
  17. http://www.crailsheim.de/367.0.html?&L=%2Findex.php%3Fc%3D%3Fiframe%3Dtrue
  18. http://www.crailsheim.de/1478.0.html?&L=%252Findex.php%253Fc