Liste der Naturschutzgebiete im Burgenland

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Im Burgenland gibt es 26 Naturschutzgebiete, die auf Grund einzelner Landesgesetze ausgewiesen sind.

Das Naturschutzgebiet im Burgenländischen Naturschutz- und Landschaftpflegerecht[Bearbeiten]

§ 21 Burgenländisches Naturschutz- und Landschaftpflegegesetz (NG 1990)[1] bestimmt Art des Naturschutzgebietes:

㤠21. (1) Gebiete,

a) die sich durch völlige oder weitgehende Ursprünglichkeit auszeichnen und in denen der Ablauf einer natürlichen Entwicklung gewährleistet ist (§ 1 Abs. 1 [Zielsetzungen, Anm.] lit. b ),
b) die seltene oder gefährdete Tier- oder Pflanzenarten oder die nach Ablauf natürlicher Entwicklungen solche beherbergen können (§ 1 Abs. 1 lit. c),
c) die seltene oder gefährdete Lebensgemeinschaften von Tieren oder Pflanzen aufweisen oder mit bzw. nach Ablauf natürlicher Entwicklungen solche aufweisen können (§ 1 Abs. 1 lit. c) oder
d) in denen seltene oder wissenschaftlich interessante Mineralien und Fossilien vorkommen (VIII. Abschnitt [Schutz von Mineralien und Fossilien, Anm.]),

können durch Verordnung der Landesregierung zu Naturschutzgebieten erklärt werden.“

Die Schutzbestimmungen werden in § 21a[1] ausgeführt, und umfassen, wie „es zur Erreichung des Schutzzweckes erforderlich ist“, Maßnahmen von „jeden menschlichen Eingriff in das Schutzgebiet, einschließlich des Betretens, [zu] untersagen“, Beschränkung auf bestimmte Wege (Wegegebot) bis hin zu Ausnahmen für „zeitgemäße, nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung, die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei, die notwendige Instandhaltung und Wartung behördlich genehmigter Anlagen sowie für Maßnahmen zur Erhaltung oder Verbesserung des Schutzzweckes“, sowie „Eingriff für wissenschaftliche Zwecke oder zum Zwecke der Ausbildung an wissenschaftlichen Institutionen“, immer vorausgesetzt, dass „damit keine nachhaltige Beeinträchtigung des Schutzzweckes verbunden ist“ – „langfristige ökologische Forschungen und Untersuchungen“ sind dabei ausdrücklich Teil des Schutzzwecks (§ 21 Abs. 1)

Abweichend zu meisten anderen Bundesländern setzt das Burgenland ganz allgemein strenge Kriterien an den Umwelt- und Landschaftsschutz (II. Abschnitt Allgemeiner Natur- und Landschaftsschutz NG)[1]. Besonders ist auch die ausdrückliche Voraussetzung einer günstigen Prognose der Entwicklung. Die ausdrücklicher Erwähnung der Mineralien und Fossilien ähnelt den Regelungen in Niederösterreich und Vorarlberg, solche Areale fallen sonst meist unter der Naturdenkmalsbegriff.

Liste[Bearbeiten]

Foto   Name ID Bezirk Standort Beschreibung Fläche Datum
0 Datei hochladen Bubanj 10111011 Eisenstadt-Umgebung Hornstein
KG: Hornstein
GrStNr: 6125, 6132
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Das Naturschutzgebiet Bubanj ist eine Geländekante zwischen Hornstein und Landegg, die steil in nordwestlicher Richtung abfällt. Der Terrassenabbruch wird von pannonen Sanden aufgebaut und beherbergt eine artenreichen Hutweide mit zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise Echtes Federgras (Stipa pennata), Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Brand- und Helmknabenkraut (Orchis ustulata, O. militaris) und Goldschopf-Aster (Aster linosyris). 1987
0 Datei hochladen Fronwiesen und Kuhlacke 10091009 Eisenstadt Sankt Georgen am Leithagebirge
KG: St. Georgen
GrStNr: 5075-5094, 5096-5098, 5099-5105
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Das Naturschutzgebiet Fronwiesen und Kuhlacke setzt sich aus Wiesen und kleinen Brachflächen mit verteilten Feldgehölzen zusammen. Umgeben von Ackerland stellt das Naturschutzgebiet eines der größten Zusammenhängenden Wiesenflächen im Wulkatal dar. Die Wiesen werden vom Glatthafer (Arrhenaterum elatior) dominiert, hinzukommen Bruch-Weiden (Salix fragilis), seltener von Hunds-Rosen (Rosa canina).
1Goldberg
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Goldberg 10141014 Eisenstadt-Umgebung Schützen am Gebirge
KG: Schützen am Gebirge
GrStNr: 1572/2, 1572/3
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Das Naturschutzgebiet Goldberg beherbergt Trockenrasen, der auf Grund des Weinbaus am Ruster Höhenzug selten geworden ist. Neben den kleinräumigen Trockenrasenflächen sowie Reste von Flaum-Eichen (Quercus pubescens), die die Kuppenregion vor der Rodung dominierten. 1973
0 Datei hochladen Thenau 10101010 Eisenstadt-Umgebung Breitenbrunn am Neusiedler See
KG: Breitenbrunn
GrStNr: 1946, 1947, 1948, 1967, 1970, 1971, 1949/1 (tw)
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Der Thenau-Riegel umfasst mit rund 41 ha eine der größten Trockenrasenflächen im Burgenland. Er befindet sich am Südfuß des Leithagebirges und war ursprünglich von wärmeliebendem Eichenmischwald bedeckt. Durch Weidenutzung entstand eine artenreiche Trockenvegetation, der unter anderem Berg-Gamander (Teucrium montanum),Heide-Ginster (Genista pilosa),Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) und Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum) beherbergt. Die tiefergründigen Plateauflächen und höher gelegene Talböden werden von Tragant-Pfriemengras-Trockenrasen dominiert, in dem unter anderem die Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila), die Sibirische Glockenblume (Campanula sibirica) und die Große Kuhschelle (Pulsatilla grandis) vorkommen.
0 Datei hochladen Zylinderteich Eisenstadt-Umgebung1012 Hornstein
KG: Hornstein
GrStNr: 3352, 3353, 3354
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Das Naturschutzgebiet Zylinderteich ist der Rest einst weiträumiger Wiesen und Hutweiden, die durch Aufforstungen und intensivere landwirtschaftliche Nutzung weitgehend verschwanden. Im Zentrum des Naturschutzgebietes befindet sich ein künstlich angelegter Weiher, der ursprünglich als Viehtränke und Eisteich angelegt wurde. Seit Aufgabe der Beweidung um 1960 wurde er einer natürlichen Entwicklung überlassen. Der Weiher beherbergt eine Vielzahl an Amphibien ist auch als Rastplatz für durchziehende Vögel von Bedeutung.
0 Datei hochladen Siegendorfer Pußta und Heide 10151015 Eisenstadt-Umgebung Siegendorf
KG: Siegendorf
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Die Siegendorfer Sandpußta ist eine Geländekante zwischen der Ebene des Wulkabeckens und des Ruster Höhenzuges. Am Nordrand des nahe gelegenen Oberseewaldes schließt sich die Siegendorfer Heide an ein stark mit Weidesträuchern verwachsenes Gelände.
0 Datei hochladen Frauenwiesen 10131013 Eisenstadt-Umgebung Leithaprodersdorf
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Die Frauenwiesen liegen am Nordrand des Leithagebirges in der Nähe von Loretto. Sie gehören zu den botanisch wertvollsten Wiesen im Burgenland. Die Wiesentypen reichen von einem Kopfbinsen-Kalkflachmoor und Kleinseggen-Ried über Pfeifengras-Streuwiesen bis zu Trespen-Halbtrockenrasen. 1976
1Auwiesen Zickenbachtal Datei hochladen Auwiesen Zickenbachtal 10201020 Güssing Rohr im Burgenland
KG: Eisenhüttel, Rohr, Heugraben
Standort
Das Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von etwa 40 ha und erstreckt sich über eine Länge von gut 1,8 km. Die geschützten Flächen beherbergen Wiesen und Großseggen-Rieden sowie bachbegleitende Grauweiden-Gebüsche (Kugelweiden). Die gemähten Wiesen des Schutzgebietes sind als Bachkratzdistel-Feuchtwiesen ausgebildet. 1993d1
0 Datei hochladen Bachaue Lug 10181018 Güssing Neuberg im Burgenland
KG: Neuberg
GrStNr: 5992
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Die Bachaue Lug stellt den Rest einer ehemals für das Südburgenland typischen Tallandschaft dar, der infolge Entwässerung und landwirtschaftlicher Intensivierung großteils verschwunden ist. Das Areal wird von einem Nebengerinne des nahen Lukabaches durchflossen und ist von Feuchtwiesen und Kugelweidenbegleitet. Vorherrschende Pflanzengesellschaften sind Großseggen-Riede und Bachkratzdistel-Feuchtwiesen. 1991
0 Datei hochladen Luka Großmürbisch 10191019 Güssing Großmürbisch
KG: Großmürbisch
GrStNr: 2137, 2138, 2141, 2142, 2145, 2146
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Das Naturschutzgebiet liegt in einem kleinen Tal des Reinersdorfer Baches. Es ist hangseitig von Wäldern umgeben und umfasst bachbegleitende Feuchtwiesen. Das Areal beherbergt das größte in Österreich bekannte Vorkommen der Gelben Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus). 1991
0 Datei hochladen Schachblumenwiesen 10171017 Güssing Heiligenbrunn
KG: Hagensdorf, Luising
GrStNr: 2217-2233, 2092-2124, 2127-2134 (Hagensdorf) bzw. 808-814
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Die Schachblumenwiesen bestehen aus zwei voneinander getrennten Arealen, wobei neben der Ried Hutweiden an der Strem auch ein größeres Wiesengebiet mit den Rieden Auwald, Tuif-, Krait- und Escherwiesen unter Schutz gestellt wurde. Das Naturschutzgebiet ist auf Grund des größten Vorkommen der in Österreich vom Aussterben bedrohten Schachblume (Fritillaria meleagris) von Bedeutung.
0 Datei hochladen Dolnji Trink 10161016 Güssing Güttenbach
KG: Güttenbach
GrStNr: 6734, 6810
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Das Naturschutzgebiet Dolnji Trink (Beim Trunk) ist eines der letzten Feuchtgebiete am westlichen Rand des Südburgenländischen Hügellandes. Ein kleiner, künstlicher Weiher im Südteil des Gebietes besteht ebenso wie ein kleiner Waldbestand mit Eichenüberhältern. 20 km²
1Teichwiesen Datei hochladen Teichwiesen Mattersburg Rohrbach bei Mattersburg
KG: Rohrbach
Standort
Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Teichweisen umfasst die großteils verschilfte Tallandschaft am Fuße des Rohrbacher Kogels. Im Südwesten des Schutzgebietes besteht eine kleine Wasserfläche, die von Sickerwässern gespeist wird. Der Schilfbereich ist von einem Gürtel mit stark vernässten bis wechselfeuchten Wiesen umgeben.
1Rohrbacher Kogel Datei hochladen Rohrbacher Kogel 10211021 Rohrbach bei Mattersburg, Loipersbach im Burgenland, Draßburg
KG: Rohrbach, Loipersbach, Draßburg
Standort
Das Naturschutzgebiet umfasst die höchsten Lagen des Rohrbacher (Marzer) Kogels. 1973
0 Datei hochladen Hutweide Mönchhof 10261026 Neusiedl am See Mönchhof
KG: Mönchhof
GrStNr: 6497
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Das Naturschutzgebiet umfasst im nördlichsten Teil des Gemeindegebietes den letzten Rest der ehemaligen Hutweide. Sie blieb auf Grund des reich strukturierten Reliefs und des karge Sandboden von einer landwirtschaftlichen Nutzung verschont. Die durch Rodung und Beweidung entstandenen Trockenrasenflächen beherbergt eines der wenigen Vorkommen der der Zwergmandel (Prunus tenella) im Burgenland. 1988
1Jungerberg
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Jungerberg 10241024 Neusiedl am See Jois
KG: Jois
GrStNr: 1737, 1738
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Der Jungerberg ist von Weingärten umgebenen und beherbergt vornehmlich Trockenrasen, die von Schwarz-Föhren, Flaum-Eichen, Trockengebüsch und Robinien umgeben sind. 1968
0 Datei hochladen Parndorfer Heide 10281028 Neusiedl am See Parndorf
KG: Parndorf
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Das Naturschutzgebiet PArndorfer Heide nordöstlich von Parndorf entstand durch die jahrhundertelange Beweidung und beherbergt eine große Zieselkolonie. 1992
0 Datei hochladen Pfarrwiesen Illmitz 10231023 Neusiedl am See Illmitz
KG: Illmitz
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Die Pfarrwiesen liegen östlich von Illmitz und umfassen ein überwiegend verschilftes Gebiet. Das aus einer verlandeten Lacke, dem Pfarrsee, entstandene Gebiet Pfeifengraswiesen, Schilfröhricht und Schneidbinsenrieder. 1987
0 Datei hochladen Zurndorfer Eichenwald und Hutweide 10291029 Neusiedl am See Zurndorf
KG: Zurndorf
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1969
0 Datei hochladen Batthyanyfeld 10461046 Neusiedl am See Bruckneudorf
KG: Kaisersteinbruch
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1998
1Hackelsberg
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Hackelsberg 10601060 Neusiedl am See Jois
KG: Jois
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1965
0 Datei hochladen Haidel Nickelsdorf 10271027 Neusiedl am See Nickelsdorf
KG: Nickelsdorf
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1979
0 Datei hochladen Gößbachgraben 10311031 Oberpullendorf Lockenhaus
KG: Hammerteich
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1979
0 Datei hochladen Waldteich Deutschkreutz 10301030 Oberpullendorf Deutschkreutz
KG: Deutschkreutz
GrStNr: 7482, 7483, 7484, 7485, 7486, 7487
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1979
0 Datei hochladen Friedhofswiesen Jabing 10321032 Oberwart Jabing
KG: Jabing
GrStNr: 5867
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1979
0 Datei hochladen Galgenberg Rechnitz 10331033 Oberwart Rechnitz
KG: Rechnitz
GrStNr: 6689
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1987
0 Datei hochladen Lafnitz-Stögersbach-Auen Wolfau 10351035 Oberwart Wolfau
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1990

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter Aubrecht, Karl Christian Petz: Naturschutzfachliche bedeutende Gebiete in Österreich. Eine Übersicht. (M-134). In: Umweltbundesamt (Hrsg.): Monographien. 134, Wien 2002, ISBN 3-85457-571-8, 2.1.1.2 Naturschutzgebiet; 3 Nationale Schutzgebiete, S. 21; 26–92 (Weblink, umweltbundesamt.at, Link auf Abstract (pdf), abgerufen am 25. August 2009).
  •  Maria Tiefenbach: Burgenland, Niederösterreich, Wien. In: Umweltbundesamt (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete Österreichs. (M-038a). Bd. 3 (= Monographien Bd. 38a), Wien 1993, ISBN 3-85457-089-9.
  •  Maria Tiefenbach, Gerlinde Larndorfer, Erich Weigand: Naturschutz in Österreich. (M-091). In: Umweltbundesamt, Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (Hrsg.): Monographien. 91, Wien 1998, ISBN 3-85457-393-6, 4.4.1 Naturschutzgebiet; Anhang 1: Naturschutzgebiete Österreichs, S. 48; 98–107 (pdf, umweltbundesamt.at, abgerufen am 25. August 2009).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naturschutzgebiete im Burgenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Naturschutzgebiete. In: burgenland.at > Natur & Umwelt > Geschützte Gebiete. Amt der Burgenländischen Landesregierung: Abteilung 5 – Anlagenrecht, Umweltschutz und Verkehr, abgerufen am 6. Juni 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Gesetz vom 15. November 1990 über den Schutz und die Pflege der Natur und Landschaft im Burgenland – Burgenländisches Naturschutz und Landschaftspflegesetz. LGBl. Nr. 27/1991