Eisenstadt

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Eisenstadt; zu anderen Bedeutungen von Eisenstadt siehe Eisenstadt (Begriffsklärung).
Eisenstadt
Wappen von Eisenstadt
Eisenstadt (Österreich)
Eisenstadt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: E
Fläche: 42,84 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 16° 31′ O47.84555555555616.518888888889182Koordinaten: 47° 50′ 44″ N, 16° 31′ 8″ O
Höhe: 182 m ü. A.
Einwohner: 13.485 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 7000
Vorwahl: 02682
Gemeindekennziffer: 1 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 35
7000 Eisenstadt
Website: www.eisenstadt.at
Politik
Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(29 Mitglieder)
15
9
3
2
15 
Von 29 Sitzen entfallen auf:
Lage der Statutarstadt Eisenstadt
Eisenstadt Bezirk Eisenstadt-Umgebung Bezirk Güssing Bezirk Jennersdorf Bezirk Mattersburg Bezirk Neusiedl am See Bezirk Oberpullendorf Bezirk Oberwart Rust (Burgenland)Lage des Bezirks Eisenstadt im Bundesland Burgenland (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Kismarton légifotó3.jpg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Die Freistadt Eisenstadt (ungarisch: Kismarton (Klein-Martin), kroatisch: Željezno) ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes Burgenland in Österreich. Eisenstadt liegt am Fuße des Leithagebirges und ist mit ihren 13.351 (Stand Jänner 2013) Einwohnern die kleinste Landeshauptstadt in Österreich. Eisenstadt ist nach der Einwohnerzahl auf Platz 43 in Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Eisenstadt liegt am südlichen Fuße des Leithagebirges auf einer allmählich zur Wulkaebene abfallenden Terrasse in einer Seehöhe von 182 m (Meteorologische Station 230 m). Dem Ost-West-Verlauf der Terrasse folgte ursprünglich auch die Ausdehnung der Stadt von Oberberg-Eisenstadt im Westen bis zur Kaserne im Osten. Erst später begann sie sich nach dem Süden gegen die Wulkaebene hin und in den letzten Jahrzehnten auch nach Norden die Hänge des Leithagebirges empor auszubreiten, wo nach und nach die Weingärten neuen Siedlungen weichen mussten.

Geschützt von dem bis über 400 m emporragenden Kamm des Leithagebirges, der von dichten Laubwäldern bedeckt ist, reifen auf den klimatisch günstigen Hängen Weintrauben, Marillen, Pfirsiche und Mandeln. Soweit das Auge reicht, ist alles mit Weinreben bepflanzt, die auch die Stadt von allen Seiten umsäumen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eisenstadt, Kleinhöflein im Burgenland, Oberberg-Eisenstadt, St. Georgen und Unterberg-Eisenstadt.

    • Im Stadtteil Oberberg beeindruckt die Bergkirche mit dem wohl einzigartigen Kalvarienberg und dem Haydnmausoleum.
    • Den Stadtteil Unterberg charakterisieren das ehemalige jüdische Viertel und der alte jüdische Friedhof.
    • Das westlich von Eisenstadt gelegene Winzerdorf Kleinhöflein war im Mittelalter Bestandteil der Herrschaft Eisenstadt, kam im 17. Jahrhundert in den Besitz der Familie Esterházy und wurde 1970 eingemeindet.

Mehrere aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhaltene Höfe mit ihren rustifizierten Einfahrtstoren schaffen die gemütliche Atmosphäre für die Heurigenschenken im östlich von Eisenstadt gelegenen Stadtteil St. Georgen. Die Inschrift „Marcus Atilius“ auf dem so genannten Attilastein aus dem 1. Jahrhundert nach Christus vor dem Dorfbrunnen weist auf die römische Kultur in diesem Gebiet hin.

Klima[Bearbeiten]

Die langjährige mittlere Jahrestemperatur (ermittelt in den Jahren 1961 bis 1990) beträgt 10,4 °C. Der Mittelwert des Jahres 2007 betrug 11,8 °C. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge (zwischen 1961 und 1991) beträgt 589 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Eisenstadt dann in der Provinz Pannonia.

Funde belegen, dass der Raum Eisenstadt schon in der Hallstattzeit besiedelt war. Etwas später siedelten sich Kelten und Römer an. Zur Zeit der Völkerwanderung besiedelten verschiedene germanische Völker und die Hunnen den Raum Eisenstadt. Um 800, zur Zeit Karls des Großen, begann die Besiedlung durch die Bajuwaren. Eisenstadt schien 1118 zum ersten Mal als „castrum ferrum“ auf. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1264 als „minor Mortin“ (entsprechend ungarisch „Kismarton“). Der Raum Eisenstadt zählte zu den westlichsten Teilen des Königreichs Ungarn.

1373 kam die Stadt in den Besitz der ungarischen Adelsfamilie Kanizsai. Die Familie ließ die Mauern befestigen und baute innerhalb der Mauern eine Wasserburg. Aus dieser Zeit stammt auch der Name „Eysenstat“ (stark, eisern, daher Eisenstadt). 1388 erhielt Eisenstadt das Marktrecht. Das deutsch besiedelte Westungarn gelangte als Pfand an das Haus Habsburg: 1445 erwarb Herzog Albrecht VI. die Stadt; die folgenden 150 Jahre blieb Eisenstadt unter österreichischer Verwaltung (als wäre es Teil des späteren Niederösterreich), die von Wien aus amtierte. Während des Türkenkrieges eroberten die Türken 1529 und 1532 Eisenstadt bei ihrem Vormarsch auf Wien.

Der ungarische Adel verlangte von den inzwischen auch erblich als Könige von Ungarn fungierenden Habsburgern, Westungarn wieder voll in Ungarn zu integrieren und die österreichische Direktverwaltung zu beenden. Um die ungarische Adelsfamilie Esterházy für das Haus Habsburg einzunehmen, wurde sie 1648 vom römisch-deutschen Kaiser Ferdinand III. in seiner Funktion als König von Ungarn unter anderem mit der Region Eisenstadt belehnt und 1687 von seinem Nachfolger Leopold I. in den Reichsfürstenstand erhoben. Das Fürstengeschlecht wandelte durch rege Bautätigkeit das Bild der Stadt nachhaltig.

Klimadiagramm

Parallel dazu wurde Eisenstadt (in seinem damaligen Umfang innerhalb der Stadtmauern) am 26. Oktober 1648 vom Kaiser auf dringenden Wunsch der Bürgerschaft zur königlichen Freistadt erhoben, die außer dem König niemandem untertan war, und bezahlte dafür 16.000 Gulden und 3.000 Eimer Wein im Wert von 9.000 Gulden. Außerhalb der Stadtmauern, auf von ihm verwaltetem Gebiet, siedelte Paul I. Esterházy 1670 unmittelbar neben dem damaligen Eisenstadt und in sechs umliegenden Orten, den sogenannten Siebengemeinden, etwa 3.000 Juden an, die zuvor aus Wien vertrieben worden waren. Samson Wertheimer (1658–1742), der in Wien als Hoffaktor tätig war, wirkte in Eisenstadt als Rabbiner.

Pestsäule

Die Familie Esterházy entwickelte sich bald zu einer der reichsten Adelsfamilien Mitteleuropas und hatte zahlreiche Schlösser zur Auswahl. Sie entschied sich für Eisenstadt als fürstlichen Hauptsitz, baute die frühere Wehrburg zum repräsentativen Schloss um und pflegte eine sehr aufwändige, eindrucksvolle Hofhaltung, die sogar zu Besuchen von Kaiserin Maria Theresia führte. Mit der Bestellung von Joseph Haydn zum fürstlichen Hofkapellmeister in den 1760er Jahren begann hier eine 30 Jahre anhaltende Glanzzeit des Kunstlebens. 1809 wurde Eisenstadt während der Koalitionskriege von französischen Truppen besetzt.

1865–1898 musste das Haus Esterházy auf den gewohnten großen Repräsentationsaufwand verzichten, da man sich finanziell übernommen hatte und dem Bankrott nur mit kaiserlicher Hilfe entkommen war. In Eisenstadt wurde es still. Die westungarische Stadt war kulturell auf Wien ausgerichtet und versuchte, sich der von Budapest in den letzten Jahrzehnten des 19. Jhdt. betriebenen Magyarisierung zu entziehen. 1897 wurde Eisenstadt an das ungarische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Rathaus in Eisenstadt

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung Österreich-Ungarns fand ein dreijähriges Ringen um die künftige Staatszugehörigkeit „Deutsch-Westungarns“ und somit von Eisenstadt statt. Durch den Friedensvertrag von St. Germain 1919 mit Österreich und von Trianon 1920 mit Ungarn kam das Gebiet 1921 als Burgenland (so der neue Name) zu Österreich. Das ursprünglich als Landeshauptstadt vorgesehene Ödenburg (ungarisch Sopron) wurde auf Grund einer Volksabstimmung Ungarn zugeschlagen. Statt Ödenburg wurde daher Eisenstadt am 19. Oktober 1925 zum Sitz der burgenländischen Landesregierung und damit de facto zur Landeshauptstadt bestimmt. In der burgenländischen Verfassung wurde es allerdings damals nicht als solche erwähnt.[2] In Eisenstadt wurde eine römisch-katholische Apostolische Administratur errichtet, um die Burgenländer nicht mehr einem ungarischen Bischof unterzuordnen. Der Freistadt Eisenstadt wurden die umliegenden Gemeinden angeschlossen: 1923 Eisenstadt-Schlossgrund, 1938 Unterberg-Eisenstadt, 1939 Oberberg-Eisenstadt, 1970 Kleinhöflein und St. Georgen.

In der NS-Zeit wurde das Burgenland aufgelöst; sein nördlicher Teil mit Eisenstadt wurde zum Gau Niederdonau geschlagen. Die jüdischen Eisenstädter wurden vertrieben oder ermordet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Eisenstadt einmal bombardiert, wobei es 40 Todesopfer gab. 1945 nahm die Rote Armee Eisenstadt ein, und die Stadt blieb bis 1955 sowjetisch besetzt. 1956 wurde Eisenstadt Sitz der evangelisch-lutherischen Superintendentur Burgenland und 1960 Sitz der römisch-katholischen Diözese Eisenstadt.

Erst 1965 verankerte Eisenstadt den Status der Landeshauptstadt in der Stadtverfassung. In der Landesverfassung erfolgte es überhaupt erst 1981.[2]

In den letzten Jahrzehnten wurde Eisenstadt verkehrstechnisch besser mit der Region Wien verbunden. Die Südost Autobahn A 3 verbindet die von Wien ausgehende Südautobahn A 2 mit Eisenstadt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,19 %
(-3,89 %p)
28,36 %
(+0,51 %p)
12,24 %
(+4,60 %p)
7,50 %
(+0,93 %p)
1,70 %
(n. k.)
n. k.
(-3,86 %p)
2007

2012


Gemeindeebene[Bearbeiten]

Bürgermeister ist der Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag Thomas Steiner (ÖVP), der am 15. November 2011 die Nachfolge von Andrea Fraunschiel antrat. Andrea Fraunschiel war seit Jänner 2007 im Amt. Erster Vize-Bürgermeister ist Josef Mayer (ÖVP).[3] Zweiter Vize-Bürgermeister ist der Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag Günther Kovacs (SPÖ). Magistratsdirektorin ist Gerda Török.

Stadträte sind:

  • Michael Freismuth (Finanzen und Wirtschaft)
  • Walter Laciny (Kultur- und Tourismus)
  • Hans Skarits (Senioren)
  • Martin Filbert

Der Gemeinderat setzt sich aus 29 Mitgliedern zusammen:

Landesebene[Bearbeiten]

Eisenstadt ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes Burgenland und beherbergt neben dem Sitz der Landesregierung auch den Sitz des Burgenländischen Landtages, oberste Verwaltungsinstitutionen des Landes und Gerichtshöfe.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung:
Das Wappen der Freistadt Eisenstadt zeigt einen roten Schild, aus dessen Fußrand ein silberfarbener, schwarz ausgefugter Quaderturm mit drei sichtbaren Zinnen auf einem sich seitlich etwas verbreiternden Unterbau emporragt. Der Turm weist ein viereckiges schwarzes Fenster mit silberfarbenem Gitter und unter diesem ein schwarzes, offenes, halbrundes Tor auf, das mit einem zur Hälfte herabgelassenen silberfarbenen Fallgatter versichert ist. Auf dem Zinnenkranze des Turmes steht ein schwarzer, rotbezungter und golden bewehrter Adler mit den Insignien F III (Ferdinand III.) auf der Brust. Auf dem Hauptrande des von einer ornamentierten bronzefarbenen Einfassung umgebenen Schildes ruht eine silberfarbene Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Die 1.089 Unternehmen Eisenstadts beschäftigten per Stichtag 15. Mai 2001 13.581 Mitarbeiter. Acht Unternehmen davon beschäftigten je über 200 Mitarbeiter.
2006: Durch das Auslaufen der EU-Förderungen übersiedeln viele Firmen wieder weg aus Eisenstadt nach Wien oder Ungarn.

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Pannoniabahn ist Eisenstadt mit der Südbahn verbunden und so durchgehend von Wien mit Regional-Express-Zügen erreichbar.

Polizei[Bearbeiten]

Als Sicherheitsbehörde für die Stadt fungiert die Landespolizeidirektion Burgenland, die auch für die nahe gelegene Freistadt Rust zuständig ist. Als Dienststelle des Wachkörpers ist ihr das Stadtpolizeikommando Eisenstadt unterstellt. Ebenfalls befindet sich in Eisenstadt das Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive für das Bundesland Burgenland.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dom St. Martin
Schloss Esterházy
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eisenstadt

Museen[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Schlösser[Bearbeiten]

Sonstige Gebäude[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • EV Eisenstadt Raptors
  • Der SC Eisenstadt bestand von 1907 bis 2008.
  • UFC St. Georgen/Eisenstadt: Die Heimspielstätte befindet sich in der Eisenstädter Katastralgemeinde St. Georgen am Leithagebirge. Aktuell ist der UFC Meister in der II. Liga Nord und steigt für die Saison 2013/14 in die Landesliga Burgenland auf.
  • Eisenstadt FC: Die Heimspielstätte ist in Müllendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Joseph Haydn, Ölgemälde (1791) von Thomas Hardy

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt zählt der Komponist Joseph Haydn (1732–1809), der hier als Hofkapellmeister wirkte. Seit mehreren Jahrhunderten einen Bezug zur Stadt hat das Haus Esterházy, das als Familie den Ehrenbürgerstatus besitzt. Mehrere bekannte Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Sportler sind in Eisenstadt geboren, darunter der Anatom Josef Hyrtl (1810–1894), der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (* 1961) und der Fußballspieler Andreas Ivanschitz (* 1983).

Eisenstadt war auch Wirkungsstätte von historisch bedeutenden Persönlichkeiten des religiösen, insbesondere jüdischen Lebens. So wirkte etwa Esriel Hildesheimer (1820–1899), der Mitbegründer der modernen Orthodoxie im Judentum, 18 Jahre lang als Rabbiner in Eisenstadt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Eisenstadt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Eisenstadt wurde vor 85 Jahren Hauptstadt auf ORF Burgenland am 19. Oktober 2010 abgerufen am 19. Oktober 2010
  3. Amtsblatt der Freistadt Eisenstadt, Ausgabe November 2011, Seiten 1–4; Onlineversion auf der Homepage der Freistadt Eisenstadt (pdf-Datei, 3,59 MB; abgerufen am 9. Jänner 2011)