Looper (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Looper
Originaltitel Looper
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Rian Johnson
Drehbuch Rian Johnson
Produktion Ram Bergman
James D. Stern
Musik Nathan Johnson
Kamera Steve Yedlin
Schnitt Bob Ducsay
Besetzung

Looper ist ein US-amerikanischer Actionfilm von Rian Johnson aus dem Jahr 2012. Seine Premiere hatte der Film am 6. September 2012 auf dem 37. Toronto International Film Festival.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 2044 stehen die Vereinigten Staaten von Amerika kurz vor einem sozio-ökonomischen Zusammenbruch. Extreme Armut und Gewalt sind an der Tagesordnung. China hat die einstmals führende Supermacht schon lange hinter sich gelassen. Ein weiterer Unterschied zur Gegenwart ist, dass etwa 10 % der Bevölkerung durch eine Mutation schwache telekinetische Fähigkeiten erlangt haben.

Joe lebt in Kansas City und verdient sich seinen Lebensunterhalt als sogenannter „Looper“. Looper sind Auftragskiller und arbeiten für ein Syndikat, das um das Jahr 2074 in der Zukunft besteht und sich im Geheimen einer streng verbotenen Zeitreise-Technologie bedient, um unliebsame Personen ermorden zu lassen, da dies in der Zukunft durch fortschrittliches Personen-Tracking nicht mehr möglich ist. Die Opfer – gefesselt und mit einem Sack über dem Kopf – werden in die Vergangenheit geschickt, von den Loopern erschossen und entsorgt. Zur letztendlichen Spurenverwischung sind die Looper – ohne jede Möglichkeit zum Widerspruch – verpflichtet, auch ihr 30 Jahre älteres Selbst auf die gleiche Weise zu eliminieren, was dem jüngeren Selbst durch eine zusätzliche Bezahlung in Gold erleichtert wird. Diese finale „Selbsttötung“ wird als „abgeschlossener Loop“ bezeichnet. Die Looper werden im Jahr 2044 von Abe geführt, einem Mittelsmann, der vom Syndikat ebenfalls in die Vergangenheit geschickt wurde und in einem Nachtclub residiert, der den Loopern als Treffpunkt dient.

Joes Freund Seth, der ebenfalls als Looper arbeitet, zögert, sein 30 Jahre älteres Ich zu töten, worauf der ältere Seth entkommen kann. Als Seth in Abes Auftrag von Abes Handlanger Kid Blue verfolgt wird, sucht er in Joes Wohnung Zuflucht. Er gestattet ihm nach erheblichem Zögern, sich in seinem Geheimversteck unter dem Fußboden zu verstecken. Durch Seth erfährt Joe von einem mysteriösen Regenmacher, einem unbekannten, aber mächtigen Gangster, der in der Zukunft alle Verbrechersyndikate kontrolliert und sofort nach seiner Machtübernahme angefangen hat, einen Loop nach dem anderen zu schließen. Abes Männer fassen den jungen Seth, nachdem Joe unter Druck das Versteck verrät. Sie verstümmeln den jungen Seth, was (durch die im Film behandelte Zeitreiselogik erklärt) auch sofort dem älteren Seth widerfährt. So wird dieser gezwungen, an einem bestimmten Treffpunkt zu erscheinen, wo er planmäßig getötet wird.

Wenig später wird auch Joe damit beauftragt, seinen Loop zu schließen: Er erschießt sein zukünftiges Ich, nimmt sein Gold und Silber und wandert nach Shanghai aus. Dort lebt er dank seiner Ersparnisse im Luxus und verbringt sein Leben mit Partys und Drogen. Dabei lernt er seine zukünftige Frau kennen. Nach Ablauf der 30 Jahre wird Joes Frau vor seinem Haus erschossen, als er von den Handlangern des Regenmachers abgeholt wird, um zu seiner Exekution in die Vergangenheit zu reisen. Kurz vor dem Einstieg in die Zeitmaschine überwältigt er seine Entführer und reist ungefesselt in die Vergangenheit zurück, wo sein jüngeres Ich bereits auf ihn wartet. Er überwältigt den wartenden Joe und macht sich auf den Weg, den jungen Regenmacher aufzuspüren und zu töten, um zu verhindern, dass seine Frau 30 Jahre später ermordet wird.

Da der Exekutionsauftrag für Joe fehlschlug, muss nun auch der jüngere Joe um sein Leben fürchten. Er trifft sein älteres Ich in einem Diner. Der Zeitreisende zeigt dem jüngeren eine Karte, auf der die möglichen Aufenthaltsorte des Regenmachers in der Gegenwart verzeichnet sind. Kid Blue und seine Bande überraschen sie im Diner, aber beide können nach einer heftigen Schießerei entkommen. Der junge Joe findet auf seiner Flucht vor Abes Killern bei der Farmerin Sara Unterschlupf, die in einem der eingezeichneten möglichen Aufenthaltsorte des Regenmachers wohnt. Joe erkennt nicht nur, dass Saras Sohn Cid hochbegabt ist. Als er erlebt, wie Cid aus lauter Angst mit seinen mächtigen telekinetischen Fähigkeiten einen von Abes Handlangern in Stücke zerfetzt, wird ihm klar, dass es sich bei dem Jungen um den „Regenmacher“ handeln muss.

Derweil wird der alte Joe bei seiner Suche nach dem Regenmacher von Kid Blue gefangen genommen und in Abes Nachtclub gebracht. Die Erfahrungen des jüngeren Joe werden augenblicklich auch Erinnerung für sein älteres Ich. Das hat zur Folge, dass der ältere Joe nun auch die Identität und den Aufenthaltsort des zukünftigen Regenmachers kennt. Nachdem er Abe und all seine Männer außer Kid Blue getötet hat, macht er sich auf den Weg zu Saras Farm. Dort wird er nicht nur mit dem „Regenmacher“, sondern auch mit Sara und seinem jüngeren Ich konfrontiert.

Während Cid vor dem älteren Joe flieht, stellt sich Sara vor ihr Kind, um ihn vor der tödlichen Kugel zu retten. Der junge Joe erkennt in diesem Moment die permanente Zeitschleife: Der ältere Joe wird Sara erschießen, was Cid so traumatisiert, dass er sich mit Hilfe seiner enormen telekinetischen Fähigkeiten in der Zukunft als Regenmacher an den Loopern rächen wird, wobei die Frau des älteren Joe getötet wird und Joe sich nach seinem Transport in die Vergangenheit wieder auf den Weg macht, um Cid zu töten. Um diese unheilvolle Zeitschleife zu unterbrechen, erschießt der junge Joe sich selbst, worauf sein älteres Ich verschwindet und Sara ihren Sohn Cid als „normalen“ Jungen aufziehen kann.

Rezeption[Bearbeiten]

Deutsche und internationale Kritiken fielen überwiegend positiv aus. So ermittelte der Metascore-Dienst Rotten Tomatoes 93 % positive Wertungen des Fachpublikums und 87 % der regulären Zuschauer (Stand: März 2013).[4]

„Atmosphärisch dichter Science-Fiction-Film, der das Zeitreise-Motiv und das Szenario einer nicht allzu fernen Zukunft für eine spannende Spekulation darüber nutzt, welcher Wert dem menschlichen Leben zugestanden wird.“

Lexikon des Internationalen Films[5]

„Regisseur Rian Johnson gelingt mit seinem meisterhaften Zeitreise-Thriller „Looper“ ein ebenso spannendes wie intelligentes Lehrstück über komplexe moralische Fragen und macht seinen Science-Fiction-Film im Neo-Noir-Gewand im Kern zu einem universellen und zeitlosen Charakterdrama.“

Filmstarts[6]

„Ein hervorragend besetzter Science-Fiction, der sich gleichzeitig Gedanken über Tyrannenmord und Kindererziehung macht, unterhält und zum Nachdenken anregt. „Looper" lohnt gleich mehrere Schleifen Kinobesuch mit Inhalt, Form und Mehrwert.“

Filmtabs[7]

„Die Idee der Zeitreisen ist so alt wie das Science-Fiction-Genre an sich. Umso erfreulicher, dass Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson bei Looper dem etwas ausgelutschten Thema ganz neue Aspekte abgewinnt. Wirklich logisch ist hier zwar nur wenig, dafür ist die Geschichte um den zweifachen Auftragskiller sehr unterhaltsam.“

film-rezensionen.de[8]

Kritischer sah Danny Gronmaier von critic.de den Film:

„Zu unentschieden wirkt der Film auf die gesamte Spieldauer von knapp zwei Stunden, und auch die einzelnen Teile sind lediglich verwässert entwickelt. Das liegt durchaus auch am schnörkellosen (Anti-)Schauspiel Willis’ und Gordon-Levitts, welches die innere Zerrissenheit der Protagonisten nicht kondensieren kann und so die Ambition, die Zeitreise-Science-Fiction in den Figuren zu erden, eher unterläuft.“

Critic.de[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für sein Originaldrehbuch gewann Rian Johnson Anfang Dezember 2012 den National Board of Review Award.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (PDF; 34 kB)
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Veröffentlichungsdaten
  4. Looper auf Rotten Tomatoes
  5. Looper (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  6. Die Filmstarts-Kritik zu Looper bei filmstarts.de, abgerufen am 4. Oktober 2012
  7. Filmtabs-Kritik zu Looper bei filmtabs.blogspot.de, abgerufen am 4. Oktober 2012
  8. Looper auf film-rezensionen.de, abgerufen am 31. Mai 2013
  9. Kritik zu Looper bei critic.de, abgerufen am 4. Oktober 2012