Luis Durnwalder

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Luis Durnwalder (2007)

Luis Durnwalder (eigentlich Alois Durnwalder; * 23. September 1941 in Pfalzen) ist ein ehemaliger Politiker der Südtiroler Volkspartei und war von 1989 bis 2014 Landeshauptmann Südtirols.

Leben[Bearbeiten]

Durnwalder besuchte die Grundschule in Kiens und das Gymnasium des Klosters Neustift. Anschließend studierte er Agrarwissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien. Nach dem Erwerb des Titels Diplom-Ingenieur im Jahr 1966 folgte das Anerkennungsverfahren an der Universität Florenz, das die Gleichwertigkeit seines österreichischen Abschlusses mit der laurea in scienze e tecnologie agrarie feststellte.[1] Zudem besuchte er rechtswissenschaftliche Lehrveranstaltungen an den Universitäten Wien und Innsbruck. Während seines Studiums begann Durnwalder, sich politisch zu engagieren, und amtierte von 1964 bis 1965 als Vorsitzender der Südtiroler Hochschülerschaft.

1967 wurde Durnwalder Direktor des Südtiroler Bauernbunds, 1969 als Kandidat der Südtiroler Volkspartei Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Pfalzen. 1973 konnte er ein Mandat für den Südtiroler Landtag und damit gleichzeitig den Regionalrat Trentino-Südtirol erringen. In der Regionalregierung betreute er in der Folge das Ressort Grundbuch. Nach den Landtagswahlen von 1978 wurde er Mitglied der Landesregierung und übernahm als Landesrat im Kabinett Magnago V  das Ressort Landwirtschaft. Dieselbe Funktion hatte er auch im folgenden Kabinett Magnago VI inne. Von 1989 bis 2014 stand er der Landesregierung in den Kabinetten Durnwalder I, Durnwalder II, Durnwalder III, Durnwalder IV und Durnwalder V als Landeshauptmann vor.

Bei den Landtagswahlen 1998 und 2003 konnte er von den Südtirolern aller Sprachgruppen mehr als 100.000 Vorzugsstimmen auf sich vereinen. Bei den Wahlen 2008 wurde Durnwalder mit 97.868 Vorzugsstimmen wiedergewählt.[2]

Am 16. August 2012 erklärte Luis Durnwalder auf einer Pressekonferenz, dass er bei der Landtagswahl 2013 in Südtirol nicht mehr als Kandidat für das Amt des Landeshauptmannes zu Verfügung stehen werde und seine politische Karriere somit ende.[3] Sein Nachfolger wurde Arno Kompatscher.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Biografien[Bearbeiten]

  • Robert Asam: Der Luis: Luis Durnwalders Aufstieg zur Macht. Athesia, Bozen 2001, ISBN 978-8882661298
  • Pinuccia Di Gesaro: Luis Durnwalder – Il Presidente. Edizioni Praxis, Bozen 2013, ISBN 978-8896134177
  • Peter Plaikner: Luis Durnwalder: Der Südtiroler und Europäer. Styria Premium, Wien 2011, ISBN 978-3222133473
  • Luis Durnwalder, in: Internationales Biographisches Archiv 04/2014 vom 21. Januar 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luis Durnwalder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In Italien wurde Durnwalder dadurch zum dottore agronomo. Die in verschiedenen Biografien angeführte Promotion an der Universität Florenz geht auf die Fehlinterpretation der in Südtirol üblichen, aber vom restlichen deutschen Sprachraum abweichenden Bedeutungen von Dr. und Doktorat zurück; die Promotion wurde in Italien erst 1980 eingeführt (siehe Doktor#Italien).
  2. Vorzugsstimmenergebnisse der Landtagswahl 2008 auf der Website des Landes Südtirol, abgerufen am 1. Februar 2011
  3. „Mein Abschied ist notwendig“. Südtirol Online, 16. August 2012, abgerufen am 9. Februar 2015.
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB)
  5. Mitteilung auf der Website des Landes Südtirol vom 17. November 2001 (Memento vom 14. September 2012 im Webarchiv Archive.is)
  6. http://www.provinz.bz.it/lpa/285.asp?aktuelles_action=4&aktuelles_article_id=374362
  7. http://www.muerzzuschlag.spoe.at/b/mz/aktuelles/neuigkeiten/original/1419b99fdc3132e5e50add1795e4cff0
  8. http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Lokal/Durnwalder-erhaelt-Grosses-Ehrenzeichen-des-Landes-Oberoesterreich
  9. Zusammentreffen von LH Pröll und LH Durnwalder in St. Pölten im NÖ Pressedienst vom 28. September 2012 abgerufen am 28. September 2012