Pfalzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfalzen
(ital.: Falzes)
Wappen von Pfalzen
Pfalzen (Südtirol)
Pfalzen
Pfalzen
Lage von Pfalzen in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
2.670/2.726
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
96,25 % deutsch
2,36 % italienisch
1,39 % ladinisch
Koordinaten 46° 49′ N, 11° 53′ O46.81666666666711.8833333333331220Koordinaten: 46° 49′ N, 11° 53′ O
Meereshöhe: 880–2450 m s.l.m. (Zentrum: 1220 m s.l.m.)
Fläche: 33,24 km²
Dauersiedlungsraum:  km²
Fraktionen: Greinwalden, Issing
Nachbargemeinden: Gais, Kiens, Bruneck, St. Lorenzen, Mühlwald
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021030
Steuernummer:
Politik
Bürgermeister (2010): Josef Gatterer (SVP)

Pfalzen (italienisch Falzes) ist eine Gemeinde mit 2726 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) im Pustertal. Pfalzen liegt in der unmittelbaren Nähe von Bruneck im Nordosten Südtirols in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Der Hauptort Pfalzen im Sommer

Pfalzen befindet sich im Südtiroler Pustertal, gleich westlich der Brunecker Weitung, in der sich die nahe Stadt Bruneck ausdehnt und wo das Tauferer Ahrntal von Norden einmündet. Das Gemeindegebiet mit einer Fläche von 33,24 km² nimmt eine Mittelgebirgsterrasse auf der Sonnenseite des in Ost-West-Richtung verlaufenden Pustertals ein sowie die sich nördlich dahinter erhebenden Berge.

Das bedeutendste dörfliche Zentrum der Gemeinde ist der Hauptort Pfalzen (1000–1130 m s.l.m.), daneben bestehen die Fraktionen Greinwalden (940–970 m) etwas östlich und Issing (970–1020 m) etwas westlich, sowie mehrere weitere verstreute Weiler. Die Geländestufe, die im Süden zum Pusterer Talboden abfällt, bildet die Gemeindegrenze zu St. Lorenzen und Kiens, zu dem auch die westlich auf der Siedlungsterrasse anschließende Fraktion Hofern gehört.

Nördlich über den Siedlungsgebieten steigt das Gelände zu den südöstlichsten Ausläufern der Zillertaler Alpen an, die hier Pfalzen von Mühlwald im Mühlwalder Tal trennen. Zu den bedeutendsten Gipfeln auf dem Gemeindegebiet zählen der Sambock (2396 m) und die Bärentaler Spitze (2450 m).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Bevölkerung
2011 2.690
2001 2.255
1991 2.049
1981 1.756
1971 1.455
1961 1.221
1951 1.120
1936 1.126
1931 985
1921 1.022

Quelle:Istat

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Pfalzen[Bearbeiten]

Der Name Pfalzen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Urkundlich wurde der Name Pfalzen, damals Phalanza, im Jahr 1050 erstmals erwähnt.

Durch Lautverschiebung und Vokabeländerung sowie durch Wortzusammensetzung entstand der heutige Name. Die Wortwurzel ist als etruskisch anzusehen und könnte mit -pal in Zusammenhang gebracht werden. Das Wort -pal wiederum bedeutet so viel wie Fels oder Stein.

Pfalzen im Mittelalter[Bearbeiten]

Es muss angenommen werden, dass zu dieser Zeit der Siedlungsausbau in Pfalzen bereits abgeschlossen war. Dies geht aus den ersten Urkunden vom Jahr 1100 hervor, worin das Bauerngut als festes Hofgebilde mit allen Zugehörigkeiten festgehalten wird. Somit war Pfalzen zu beträchtlichen Abgabeleistungen fähig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Pfalzen im westlichen Pustertal

Der 15-köpfige Gemeinderat besteht seit 2005 aus 13 Räten der Südtiroler Volkspartei, einem Rat der Südtiroler Freiheitlichen und einem Vertreter der Bürgerliste Pfalzen.

Seit 1952 hatte Pfalzen folgende Bürgermeister:

  • 1952 - 1956: Johann Baumgartner (Grunser)
  • 1956 - 1969: Johann Hainz
  • 1969 - 1973: Luis Durnwalder
  • 1973 - 1974: Johann Hainz
  • 1974 - 1990: Hartmann Willeit
  • 1990 - 2005: Manfred Hainz
  • seit 2005: Josef Gatterer

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Michael Pacher, spätgotischer Maler und Bildhauer.
  • Oswald von Wolkenstein, Sänger, Dichter und Komponist, sowie ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung, geboren vermutlich auf Burg Schöneck.
  • Luis Durnwalder, ehemaliger Landeshauptmann von Südtirol.
  • Karl Reichegger, mehrfacher nationaler und internationaler Meister im Drachenfliegen (-Delta).
  • Roland Tinkhauser, Landtagsabgeordneter, Vizeparteiobmann und Pustertaler Bezirkssprecher der Südtiroler Freiheitlichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Niedermair, Josef Harrasser (Hrsg.): Pfalzen in Wort und Bild. Pfalzen 1987
  • Christina Antenhofer: Flurnamenbuch der Gemeinde Pfalzen: Eine historische Landschaft im Spiegel ihrer Namen. Innsbruck: Wagner 2001 (= Schlern-Schriften 316).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfalzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien