Manfred Oeming

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Manfred Oeming 2009

Manfred Oeming (* 11. Oktober 1955 in Kröpelin, Landkreis Rostock) ist evangelischer Theologe und Ordinarius für alttestamentliche Theologie an der Universität Heidelberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Oemings Familie floh in der Silvesternacht 1958/1959 aus der DDR über Westberlin ins Saarland. Erst mit 18 Jahren erwachte sein christliches Interesse; als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes entschied er sich, evangelische Theologie, Philosophie und Pädagogik zu studieren.

Nach dem ersten theologischen Examen promovierte er mit Untersuchungen zum Verhältnis von AT und NT in neueren biblisch-theologischen Entwürfen 1984 in Bonn bei dem Bultmannschüler Antonius H. Gunneweg. Anschließend übernahm er die Stelle des Studieninspektors am Evangelisch-Theologischen Stift an der Universität Bonn. Seine Habilitation erfolgte 1989 in demselben Fach mit einer exegetischen Arbeit über die Genealogien in der Chronik. Von 1988 bis 1991 war er Pfarrer an der Kreuzkirche in Bonn sowie Privatdozent an der dortigen Universität. Von 1991 bis 1992 war er als Hochschulassistent in Mainz, von 1992 bis ’93 war er Heisenberg-Stipendiat der DFG. 1993 folgte er einem Ruf an die Universität Osnabrück. Seit 1996 ist er Professor in Heidelberg.

Von 2002 bis 2006 war er als Prorektor Leiter der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Von 2002 bis 2007 war er Mitglied der badischen Landessynode, von 2006 bis 2008 Dekan der Theol. Fakultät Heidelberg. 2006 erhielt er den Preis der badischen Akademie. Seine vier Forschungsschwerpunkte liegen in der Exegese der Bücher des dritten Kanonteils (Hiob und Psalmen, Esra, Nehemia, Chronik, Tobit), auf den Gebieten der biblischen und philosophischen Hermeneutik (Dialog u.a. mit Kierkegaard, Heidegger, Jaspers, Freud, Ricoeur), dem jüdisch-christlichen Gespräch sowie auf der Archäologie Judäas. Zusammen mit Oded Lipschits leitet er archäologische Ausgrabungen im israelischen Ramat Rachel (hebr.רמת רחל‎), dem südlichsten Stadtteil Jerusalems mit Blick auf Betlehem.

Er ist als Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes tätig und Mitglied in Senat und Kuratorium der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Manfred Oeming auf Grabung 2009
  • Gesamtbiblische Theologie der Gegenwart. Das Verhältnis von AT und NT in der hermeneutischen Diskussion seit Gerhard von Rad, Zürich, 3. Auflage. 2001. (Dissertation)
  • (Hrsg.): Claus Westermann. Leben, Werk, Wirkung. LIT, Münster 2003, ISBN 3-8258-6599-1.
  • Das wahre Israel. Die genealogische Vorhalle 1 Chr 1-9. BWANT 128, Stuttgart 1990.
  • mit Henning Schröer, Walter Schmithals: In Memonriam Antonius H. J. Gunneweg. Reden gehalten am 26. Juni 1991 bei der Gedenkfeier der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Alma Mater. Beiträge zur Geschichte der Universität Bonn 76, Bonn 1992.
  • Biblische Hermeneutik, Primus: Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-316-5.
  • Hermeneutik, Altes Testament und Tiefenpsychologie::. 1995.
  • Das Buch der Psalmen 1, Stuttgart 2000.
  • mit Konrad Schmid: Hiobs Weg. BThSt 45, Neukirchen-Vluyn 2001.
  • mit Oded Lipschits: Judah and the Judeans in the Persian Period. Winona Lake 2006.
  • M. Oeming, Konrad Schmid (Hrsg.): Der eine Gott und die Götter. AThANT 82, Zürich 2003.
  • Theologie in Israel und in den Nachbarkulturen: Beiträge des Symposiums „Das Alte Testament und die Kultur der Moderne“ anlässlich des 100. Geburtstags Gerhard von Rads (1901–1971), Heidelberg, 18.–21. Oktober 2001. Von Manfred Oeming, Gerhard von Rad, Andreas Schüle, Konrad Schmid. LIT, Berlin, Hamburg, Münster 2004, ISBN 3-8258-5456-6.
  • Übersetzung mit Christiane Oeming: Brevard S. Childs: Die Theologie der einen Bibel. 2 Bände, Herder: Freiburg 2003.
  • Verstehen und Glauben. Exegetische Bausteine zu einer Theologie des Alten Testaments (Bonner Biblische Beiträge 142), Philo Verlag: Berlin 2003, ISBN 386572325X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manfred Oeming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien