Maria Anna von Spanien (1606–1646)

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Diego Velázquez – Porträt der Infantin María von Österreich, Ölgemälde um 1628, Museo del Prado

Maria Anna von Spanien, spanisch: María Ana de Austria, (* 18. August 1606 in Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial bei Madrid; † 13. Mai 1646 in Linz) war Infantin von Spanien und Portugal und durch Heirat Königin von Ungarn und Böhmen sowie römisch-deutsche Kaiserin.

Leben[Bearbeiten]

Maria Anna war eine Tochter des spanischen Königs Philipp III. (1578–1621) und seiner Ehefrau Margarete von Österreich, dritte Tochter des Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich-Steiermark.

Maria Anna von Spanien mit dem kleinen Ferdinand

Auf dem Wege nach Wien – mitten im Dreißigjährigen Krieg ein gefährliches Unternehmen – erfolgte am 26. Januar 1631 in Triest die feierliche Übergabe der Braut durch das spanische Gefolge an ihren Schwager Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, der die Infantin nach Wien geleitete. Am 26. Februar 1631 heiratete die Infantin Maria Anna von Spanien in der Augustinerkirche zu Wien, den späteren römisch-deutschen Kaiser, Erzherzog Ferdinand III. von Österreich (1608–1657), dritter Sohn von Kaiser Ferdinand II. und Prinzessin Maria Anna von Bayern. Die anschließenden Hochzeitfeierlichkeiten zogen sich über einen Monat hin. Maria Anna war dem Kaiser eine zuverlässige Ratgeberin. Häufig begleitete sie ihren Gemahl auf Reisen, wurde aber auch mehrfach während der Abwesenheit Ferdinands III. von diesem zur Regentin bestellt.

Als junge Prinzessin war sie als Gemahlin des späteren Königs Karl I. von England ausersehen, der zusammen mit seinem Freund, dem Herzog von Buckingham nach Spanien reiste um seine Braut in Augenschein zu nehmen. Die Spanier widmeten diesem Ereignis ein Lied: Carlos Estuardo soy, Que siendo amor mi guia, A cielo d'Espana voy, Per ver estrella Maria (deutsch: ‚Karl Stuart bin ich, durch Liebe von weit hergebracht, unter den spanischen Himmel bin ich gekommen, um Maria zu sehen, meinen Stern‘). Das Heiratsprojekt zerschlug sich, da Karl nicht katholisch werden und Maria keinen Ketzer heiraten wollte.

Kaiserin Maria Anna starb 1646 im Alter von 39 Jahren bei der Geburt ihres letzten Kindes, welches kurz nach der Geburt starb, in Linz und wurde unter der Kapuzinerkirche in Wien bestattet. Mutter und Kind ruhen im selben Sarg.

Nachkommen[Bearbeiten]

Grab der Kaiserin Maria Anna

Die Ehe war eine jener wenigen politischen Ehen, die überaus glücklich wurden. Aus der gemeinsamen Ehe gingen sechs Kinder hervor:

  1. ∞ 1666 Margarita Teresa von Spanien (1651–1673)
  2. ∞ 1673 Claudia Felizitas von Tirol (1653–1676)
  3. ∞ 1676 Eleonore Magdalene Therese von der Pfalz (1655–1720)
  • Maria (*/† 1646)

Vorfahren[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. (HRR) (1500–1558)
 
 
 
 
 
 
 
Philipp II. (Spanien) (1527–1598)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1503–1539)
 
 
 
 
 
 
 
Philipp III. (Spanien) (1578–1621)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maximilian II. (HRR) (1527–1576)
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Österreich (1549–1580)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria von Spanien (1528–1603)
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna von Spanien (1606–1646)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand I. (HRR) (1503–1564)
 
 
 
 
 
 
 
Karl II. (Innerösterreich) (1540–1590)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Böhmen und Ungarn (1503–1547)
 
 
 
 
 
 
 
Margarete von Österreich (1584–1611)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht V. (Bayern) (1528–1579)
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna von Bayern (1551–1608)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Österreich (1528–1590)
 
 
 
 
 
 

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Anna of Spain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Eleonora Gonzaga römisch-deutsche Kaiserin
1637 bis 13. Mai 1646
Maria Leopoldine von Österreich-Tirol