Regensburger Dom

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Regensburger Dom St. Peter

Der Regensburger Dom (auch: Dom St. Peter[1]) ist die bedeutendste Kirche der Stadt Regensburg und Kathedrale des Bistums Regensburg. Der Dom ist die einzige Kathedrale Bayerns, deren Eigentümer nicht das Bistum ist, sondern der Freistaat Bayern.[2]

Die Kirche ist ein Hauptwerk der gotischen Architektur in Süddeutschland.

Geschichte des Vorgängerbaus[Bearbeiten]

Vermutlich älteste fotografische Aufnahme des Doms vor der Fertigstellung
um 700 Erste Bischofskirche an der Stelle der heutigen Dompfarrkirche Niedermünster (Grablege des hl. Erhard).
um 739 Kanonische Errichtung des Bistums durch den heiligen Bonifatius. Er wählte als Bischofssitz den Bereich der Porta Praetoria (Nordtor) des alten Römerkastelles; dieser Dombezirk wurde nie mehr geändert.
8./9. Jhd. Neubau des karolingischen Doms
um 1000 Große Erweiterung nach Westen mit ca. 15 m tiefen Querhaus, zwei Türmen und Atrium.
1156/1172 Der Dom brennt zweimal aus und wird wiederhergestellt.

Geschichte des Doms[Bearbeiten]

1273 Beginn des Neubaus im Westen des nach einem Stadtbrand (vermutlich um 1250) zerstörten alten Doms
um 1285/90 Hochgotische Neuplanung
um 1320 Die drei Chöre des neuen Doms können genutzt werden. Der alte Dom wird abgebrochen.
1385–1415 Vollendung des aufwendigen Hauptportals im Westen
1442 Errichtung des Dachstuhls über dem Mittelschiff
um 1520 Vorläufiges Ende der Bauarbeiten
1514–1538 Ausbau des Kreuzgangs
1613–1649 Restaurierung des Doms und barocke Umgestaltung (Vierungskuppel)
1828–1841 Auf Anordnung König Ludwig I. Regotisierung (z. B. Beseitigung der barocken Fresken) und Abbau der Kuppel, diese wird durch ein Kreuzrippengewölbe ersetzt.
1859–1869 Ausbau der Türme und Vollendung der Turmhelme
1870/72 Vollendung des Doms mit der Fertigstellung des Querhausgiebels und des Dachreiters (Vierung) nach 600 Jahren Bauzeit
1923 Gründung der staatlichen Dombauhütte für die ständige Wartung, Instandhaltung und Restaurierung des Doms
1984/85 Errichtung der unterirdischen Bischofsgrablege und archäologische Sondierung des Mittelschiffs (Freilegung von Teilen des ehemaligen, südlichen Arkadenganges des Atriums eines romanischen Vorgängerbaus)
1985–1988 Sanierung des Innenraums
seit 1989 Reinigung der Außenfassade, Entfernung der Schadstoffkrusten durch Niederdruck-Sandstrahlen[3]
2004 Errichtung und Altarweihe der Sailerkapelle für die Meditation
2005 Die Sanierungsarbeiten der Turmhelme sind abgeschlossen, so dass nun wieder beide Türme ohne Gerüst zu bewundern sind. Nach Auskunft der Dombauhütte soll dies auch für die nächsten Jahrzehnte so bleiben.
August 2006 Abschluss der Restaurierung der Westportals bis zum Papstbesuch von Benedikt XVI.
November 2009 Weihe einer neuen, abgehängten Orgel

Im 15. Jahrhundert wurde der Bau auch durch Ablassbriefe, die weltweit vertrieben wurden, finanziert.[4]

Abmessungen[Bearbeiten]

Gesamtlänge innen 86,00 m
Breite innen 34,80 m
Höhe Mittelschiff 32,00 m
Höhe der Türme ab Sockel 105 m

Das Bauwerk steht auf einem Sockel, der zu seiner Bauzeit etwa 3,4 m über das Umgebungsniveau hinausragte. Heute steht der Sockel etwa 2 bis 2,5 m hoch.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Dom St. Peter - Ansicht von der Dreieinigkeitskirche aus
Regensburger Dom, im Vordergrund ein Teil der Altstadt sowie ein Raddampfer des Donau-Schiffahrts-Museums Regensburg
Älteste bekannte fotografische Gesamtansicht Regensburgs (um 1866). Man erkennt die gerade im Bau befindlichen Turmhelme

Eine Besonderheit des Regensburger Doms ist die räumliche Trennung vom älteren Domkreuzgang, die durch eine süd-westliche Versetzung gegenüber dem vorherigen romanischen Dom entstand. Die historische Topographie des Dombezirks und die Baugeschichte, Binnenstruktur und Ausstattung des Domkreuzganges zeigen die komplexe Struktur eines der seltenen Doppelkreuzgänge.[5]

Als Zeuge des romanischen Vorgängers ist heute noch der Eselsturm an der Nordseite des Doms erhalten, der damals und auch heute noch zum Transport der Baumaterialien in die oberen Bereiche verwendet wird. Im westlichen Dachstuhl ist ein Laufrad erhalten, mit dem Materialien durch eine Öffnung in der Decke nach oben gehoben wurden (beim westlichen Portal). Östlich des Domes steht die staatliche Dombauhütte, diese ist für den Erhalt des Bauwerks verantwortlich. Die Kosten von jährlich derzeit etwa drei Millionen Euro werden durch den Freistaat Bayern getragen. Im Unterschied zu vielen anderen Dombauhütten wird hier nicht mit modernen Maschinen, sondern nur mit alten Handwerkzeugen gearbeitet. Diese werden in der Bauhütte selbst hergestellt.

Die Erminoldmaria ist der eine Bestandteil einer berühmten Verkündigungsgruppe im Regensburger Dom. Sie geht zurück auf den sogenannten Erminoldmeister, der die Marienfigur und die gegenüber stehende Figur des „lachenden Engels“ Gabriel um 1280 in Stein gehauen und bunt bemalt hat. Die beiden Figuren korrespondieren an den beiden westlichen Vierungspfeilern miteinander. Maria hat die rechte Hand leicht abwehrend zum Gruß erhoben. In den linken Hand hält sie ein Buch, in das sie den Zeigefinger eingemerkt hat.

An den östlichen Vierungspfeilern befinden sich die Steinfiguren der Heiligen Petrus und Paulus, die um 1320 bzw. 1360/1370 entstanden.

An der Außenseite befindet sich auch eine Judensau in Form einer Sau, an deren Zitzen drei Juden hängen. Die Judensau ist zudem in Richtung auf das ehemalige Judenviertel am Neupfarrplatz ausgerichtet. Im Jahr 2005 wurde nach einer Kontroverse ein Hinweisschild aufgestellt.

Die Allerheiligenkapelle im Domkreuzgang wurde 1164 als Grabkapelle für Bischof Hartwig II. von den Comasken (einer Baumeisterzunft aus Como, Norditalien) erbaut. Im Inneren besteht sie aus einem feingegliederten Zentralbau mit Fresken aus der Erbauungszeit.

Der Regensburger Dom besitzt einen der umfangreichsten noch erhaltenen mittelalterlichen Glasmalereibestände des deutschsprachigen Raumes. In beinahe allen Fenstern haben sich, mit Ausnahme des Obergadens und der Westfassade, originale Glasmalereien erhalten. Die ältesten stammen noch aus dem romanischen Vorgängerbau und wurden als Spolien in den heutigen Dom eingebaut. Die Fenster der Westfassade wurden erst im 19. Jahrhundert ergänzt. 1967 und 1968 kamen die Fenster aus der Hand von Prof. Josef Oberberger im linken Nebenchor hinzu.

Lageplan der Oberberger-Fenster

Sie haben im nebenstehenden Lageplan die Nummern 11 bis 14. Er schuf auch die acht Obergadenfenster (1-8) im Stil zur Gotik passend, die sieben Laternenfenster (15-21) in der Sockelzone des Hauptchorabschlusses und ein kleines Fenster (10) im Nordchor. Im Westen des nördlichen Querschiffes befindet sich das ebenfalls von Josef Oberberger gestaltete Pfingstfenster (9), das 1989 anlässlich des 1250jährigen Jubiläums des Bistums eingesetzt wurde.

Der silberne Hochaltar stammt von Augsburger Künstlern und ist in der Zeit zwischen 1695 und 1785 entstanden. Eine Besonderheit sind die fünf gotischen Ziborienaltäre. Im Südchor entstand 2004 ein neuer Zelebrationsaltar aus der Hand von Helmut Langhammer.

Von der Steinkanzel im Mittelschiff (1482) hat 1556/1557 der heilige Petrus Canisius gepredigt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Regensburger Dom ist die Bischofs- und Hauptkirche des Bistums Regensburg. Das Bauwerk gilt als das bedeutendste der süddeutschen Gotik.

Der Dom ist auch die Ruhestätte bedeutender Bischöfe, darunter Johann Michael Sailer (1829–1832, Grabdenkmal geschaffen von Konrad Eberhard im südlichen Nebenchor), Georg Michael Wittmann (1832–1833, Grabdenkmal ebenfalls von Konrad Eberhard im nördlichen Nebenchor), Erzbischof Dr. Michael Buchberger (1927–1961, ebenfalls im nördlichen Nebenchor).

Im westlichen Teil des Mittelschiffs steht das Bronzedenkmal für Fürstbischof Kardinal Philipp Wilhelm (gest. 1598), den Bruder des Herzogs Maximilian I. von Bayern.

Der Regensburger Dom ist auch die Heimat des traditionsreichen Domchores, der Regensburger Domspatzen. Domkapellmeister und musikalischer Leiter der Domspatzen ist seit 1994 Roland Büchner.

Am 13. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. den Dom zu Regensburg und hielt dort ein ökumenisches Abendlob ab.

Domorgeln[Bearbeiten]

Der Dom zu Regensburg beherbergt zwei Orgeln: Eine Chororgel hinter dem Hauptaltar, sowie seit 2009 eine neue Hauptorgel im nördlichen Querschiff. Domorganist ist gegenwärtig Franz Josef Stoiber.

Chororgel[Bearbeiten]

Bis zum Bau der neuen großen Orgel im nördlichen Querschiff war die Chororgel, die direkt hinter dem Hochaltar steht, die „Hauptorgel“ des Doms. Das Instrument wurde 1989 von der Firma Mathis Orgelbau (Näfels/CH) erbaut und besaß zunächst 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Da die Chororgel nach der Fertigstellung der neuen Rieger-Orgel nicht mehr die Aufgabe einer Hauptorgel übernehmen musste, wurde das Positiv von der Fa. Goll Orgelbau entfernt, so dass die Orgel heute noch über 33 Register verfügt. Spiel- und Registertrakturen sind vollmechanisch. Die Orgel kann auch von den beiden neuen Spieltischen der Hauptorgel aus angespielt werden.

II Hauptwerk C–a3
1. Bourdon 16'
2. Principal 8'
3. Flauto 8'
4. Tibia 8'
5. Octave 4'
6. Spitzflöte 4'
7. Quinte 22/3'
8. Octave 2'
9. Cornett V 8'
10. Mixtur V 2'
11. Scharff IV 1'
12. Trompete 8'
III Schwellwerk C–a3
13. Hohlflöte 8'
14. Gambe 8'
15. Vox coelestis 8'
16. Principal 4'
17. Traversflöte 4'
18. Nasat 22/3'
19. Octave 2'
20. Nachthorn 2'
21. Terz 13/5'
22. Plein jeu V 22/3'
23. Oboe 8'
24. Clairon 4'
Tremulant
Pedal C–f1
25. Principal 16'
26. Subbaß 16'
27. Quintbaß 102/3'
28. Octave 8'
29. Gedecktbaß 8'
30. Choralbaß 4'
31. Hintersatz IV 22/3'
32. Posaune 16'
33. Zinke 8'

Hauptorgel[Bearbeiten]

Die neue Rieger-Orgel

Die Hauptorgel im nördlichen Querschiff wurde 2009 von der Orgelbaufirma Rieger Orgelbau erbaut. Das Instrument hängt an der Nordwand. Es hat 80 Register auf 4 Manualen und Pedal und ist die größte freihängende Orgel (Schwalbennestorgel) der Welt.[6]

Das Korsett der Hauptorgel bildet eine Stahlkonstruktion. Sie besteht aus zwei aufrechten, über die gesamte Orgelhöhe verlaufenden Rahmen, die über Seile von einer Stahlkonstruktion im Dachstuhl gehalten werden. Verbunden werden die beiden senkrechten Rahmen mittels horizontaler Rahmen, durch die insgesamt fünf Ebenen entstehen, welche die 6 Teilwerke der Orgel, sowie den Hauptspieltisch, aufnehmen. Diese Trägerkonstruktion selbst wiegt etwa sieben Tonnen. Sie "hängt" an einer Stahlkonstruktion, die im Dachboden oberhalb des nördlichen Seitenschiffs errichtet wurde. Am oberen Ende der beiden aufrechten Rahmen befinden sich vier Ösen, an denen jeweils ein 30 mm dickes Stahlseil befestigt ist. Die Seile werden durch kleine Löcher in der Gewölbedecke in den Dachstuhl geleitet und sind dort an der Trägerkonstruktion verankert. Durch diese Aufhängung wird die Traglast des Instruments von insgesamt 36,7 Tonnen[7] auf die Vierungspfeiler abgeleitet. Rein rechnerisch wäre ein einziges Stahlseil mit dem Durchmesser von nur 16 mm in der Lage, die gesamte Last der Orgel zu tragen.

Die Stahlkonstruktion der Orgel gliedert sich in fünf Ebenen. Auf der untersten Ebene sind das Pedalwerk sowie das Solowerk (IV) untergebracht; das Register Prinzipalbass 32' ist ab Gis im Prospekt sichtbar. Auf der darüberliegenden zweiten Ebene befindet sich das Positiv (II). Auf der mittleren Ebene (3.) steht der Spieltisch, über diesem (Ebene 4) das Hauptwerk (I). Auf Ebene 5 wird die Orgel mit dem Schwellwerk (III) bekrönt. Die Pfeifen der Orgel stehen auf Tonkanzellenladen, die in C- und Cs-Seiten aufgeteilt sind. Jedes einzelne Werk ist mit einem Ladenbalg ausgestattet, die durch zwei Windsysteme (Gebläse und Magazinbalg) versorgt werden, die jeweils auf der obersten und der untersten Ebene untergebracht sind. Insgesamt ist die Orgel ca. 18 m hoch, 7,7 m breit und hat eine Tiefe von 4,1 m in der Mitte, sowie 2,5 m an den Seiten.

Das Instrument lässt sich von zwei Spieltischen aus anspielen. Der Hauptspieltisch befindet sich innerhalb der Orgel (Ebene 3). Zugänglich ist er über einen in das Instrument eingebauten Aufzug, der frei hängend an ebenfalls 4 Seilen auf den Boden des Kirchenschiffs abgesenkt werden kann. Hat man die Höhe des Spieltischs (ca. 15 m über dem Boden) erreicht, fährt die Kabine in horizontaler Bewegung in das Innere der Orgel und ermöglicht dem Organisten so mühelos zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen. Die Teleskopkonstruktion des Aufzuges ist auf der vierten Ebene zwischen Spieltischbereich und Hauptwerk untergebracht. Die Spieltraktur beim Hauptspieltisch ist vollmechanisch, die Registertraktur komplett elektrisch. Im Chorraum des Domes befindet sich der Generalspieltisch, durch welchen die Orgel bei liturgischen Feierlichkeiten oder bei den Mittagsmeditationen gespielt wird. Zusätzlich zu seiner elektrischen Registertraktur ist hier auch die Spieltraktur elektrisch angelegt. Von beiden Spieltischen aus lassen sich sowohl Haupt- als auch Chororgel anspielen. [8]

I Hauptwerk C–c4
1. Principal 16′
2. Bourdon 16′
3. Principal 8′
4. Bourdon 8′
5. Doppelflöte 8′
6. Gambe 8′
7. Großquinte 51/3
8. Octave 4′
9. Spitzflöte 4′
10. Großterz 31/5
11. Quinte 22/3
12. Superoctave 2′
13. Mixtur major IV–VI 22/3
14. Mixtur minor V 1′
15. Cornet V 8′
16. Trompete 16′
17. Trompete 8′
18. Trompete 4′
II Positiv (schwellbar) C–c4
19. Quintatön 16′
20. Principal 8′
21. Holzgedackt 8′
22. Flûte harm. 8′
23. Salicional 8′
24. Unda maris 8′
25. Octave 4′
26. Rohrflöte 4′
27. Nasat 22/3
28. Octave 2‘
29. Waldflöte 2′
30. Terz 13/5
31. Larigot 11/3
32. Sifflöte 1′
33. Scharff V 11/3
34. Cymbel IV 1/2
35. Bassklarinette 16′
36. Trompete 8′
37. Krummhorn 8′
Tremulant
Glockenspiel
III Schwellwerk C–c4
38. Bourdon 16′
39. Salicional 16′
40. Diapason 8′
41. Cor de nuit 8′
42. Flûte harmonique 8′
43. Viole de Gambe 8′
44. Voix céleste 8′
45. Prestant 4′
46. Flûte octaviante 4′
47. Viole 4′
48. Nazard harmonique 22/3
49. Octavin 2′
50. Tierce harm. 13/5
51. Plein Jeu V 11/3
52. Basson 16′
53. Trompette harmonique 8′
54. Hautbois 8′
55. Voix humaine 8′
56. Clairon harmonique 4′
Tremulant
IV Solo C–c4
57. Chamade 16′
58. Chamade 8′
59. Chamade 4′
60. Flûte harmonique 8′
61. Grand Cornet V 8′
62. Clarinette 8′
63. Tuba episcopalis 8′
64. Campane
Pedal C–g1
65. Principalbass 32′
66. Principal 16′
67. Violon 16′
68. Subbass 16′
69. Quinte 102/3
70. Octave 8′
71. Cello 8′
72. Gedackt 8′
73. Choralbass 4′
74. Mixtur II–IV 22/3
75. Bombarde 32′
76. Posaune 16′
77. Fagott 16′
78. Trompete 8′
79. Schalmey 4′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Superoktavkoppeln: Sub in jedem Werk, III/I, III/II.
    • Suboktavkoppeln: Super in jedem Werk, III/I, III/II, III/P.
    • 3 Freie Koppeln.
  • Spielhilfen:
    • Kombinationen: Rieger Setzersystem: 20 Benutzer mit je 1000 Kombinationen mit je 3 Inserts, Archiv für 250 Titel mit je 250 Kombinationen.
    • 4 Crescendi (einstellbar).
    • Sonstiges: Kopierfunktionen, Wiederholungsfunktionen, Werkabsteller, Generalabsteller, Sostenuto, Rieger Stimmsystem, Rieger Aufnahme- und Wiedergabesystem, Anbindung der Chororgel, Geteiltes Pedal am Generalspieltisch.

Am 22. November 2009 wurde die Orgel von Bischof Gerhard Ludwig Müller geweiht.

Glocken[Bearbeiten]

Die Große Fürstin hängt im massiven Holzglockenstuhl des Nordturmes.
Die Frauenglocke ist nur per Seilzug läutbar und wurde im gleichen Jahr wie die Große Fürstin gegossen.

Das Geläut des Domes besteht aus insgesamt sechs Glocken und zählt zu den tontiefsten in Bayern. Die alte Frauenglocke hängt in der Südturm-Glockenstube und ist lediglich von dort aus per Seil läutbar. Im Dachreiter befindet sich eine kleine Glocke, die nur zu Pfingsten geläutet wird. Das Vollgeläut der sechs großen Glocken ist den Hochfesten vorbehalten, an Sonntagen fehlt die Große Fürstin. Zum Angelusläuten (u. a. um 12 Uhr mittags) erklingt die Angelusglocke. Die Aufhängungen der einzelnen Glocken sind verschieden: Die drei großen Glocken läuten an geraden Stahljochen mit Obergewicht und Gegengewichtsklöppel, Glocke 5 am verkröpften Stahljoch und Glocken 4 und 6 am geraden Stahljoch, wobei Letztere zusätzlich einen Gegengewichtsklöppel hat. Alle Glockenstühle sind aus Holz.

Nr. Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Ø
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
 
Rippentyp
 
Turm
 
1 Große Fürstin 1696 Joh. Gord. Schelchshorn, Regensburg 2030 4800 g0 Große Septim Nord
2 St. Michaelsglocke 1961 Glockengießerei Rudolf Perner, Passau 1890 4500 a0 Moll-Oktav Süd
3 Kleine Fürstin 1616 Georg (II) Schelchshorn, Regensburg 1800 3250 h0 None Nord
4 Angelusglocke 1961 Glockengießerei Rudolf Perner, Passau 1410 1550 d1 Dur-Oktav Nord
5 Agnus-Dei-Glocke 1965 Glockengießerei Rudolf Perner, Passau 1260 1151 e1 Moll-Oktav Süd
6 Armeseelenglocke 1961 Glockengießerei Rudolf Perner, Passau 1050 626 g1 Dur-Oktav Süd
I Patrona Bavariæ 2000 Glockengießerei Rudolf Perner, Passau 720 238 d2 Moll-Oktav Dachreiter
II Frauenglocke 1696 Joh. Gord. Schelchshorn, Regensburg 1152 ~900 e1 Kleine Septim Süd

Literatur[Bearbeiten]

Der Dom. Deutsche Briefmarke, 2011, Gemeinschaftsausgabe mit Japan
  • Herbert E. Brekle: Der Regensburger Domkreuzgang, Schnell & Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2295-0
  • Georg Dehio, bearbeitet von Jolanda Drexler, Achim Hubel u.a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern Band 5: Regensburg und die Oberpfalz. Deutscher Kunstverlag, München 1991, ISBN 3-422-03011-5
  • Friedrich Fuchs: Der Dom St. Peter in Regensburg, Schnell & Steiner, Regensburg 2010, 978-3-7954-2412-1
  • Achim Hubel: Die Glasmalereien des Regensburger Domes. Schnell und Steiner, München u. Zürich: 1981, ISBN 3-7954-0428-2
  • Achim Hubel, Peter Kurmann: Der Regensburger Dom. Architektur - Plastik - Ausstattung - Glasfenster. Große Kunstführer Bd. 165. Schnell & Steiner, München u. Zürich 1989, ISBN 3-7954-0689-7
  • Achim Hubel, Manfred Schuller: Der Regensburger Dom. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-1977-6
  • Peter Morsbach (Hrsg.): Der Dom zu Regensburg: Ausgrabung, Restaurierung, Forschung. Ausstellungskatalog. 2., verb. Auflage. Schnell u. Steiner, München u. Zürich 1989, ISBN 3-7954-0649-8
  • Joseph Rudolf Schuegraf: Geschichte des Domes von Regensburg und der dazu gehörigen Gebäude. Hrsg. Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg. Manz, Regensburg 1848
  • Elgin Vaassen: Die Glasgemälde des 19. Jahrhunderts im Dom zu Regensburg: Stiftungen König Ludwigs I. von Bayern 1827 - 1857. Schnell & Steiner, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7954-1956-1
  • Domkapitel Regensburg (Hrsg.): Te Deum Laudamus. Die Regensburger Domorgel, Schnell und Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-2328-5
  • Peter Morsbach: Die Erbauer des Domes. Die Geschichte der Regensburger Dommeisterfamilie Roriczer-Engel, Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2036-9

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Regensburger Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bistum Regensburg: Dom St. Peter
  2. Eigentümer
  3. JOS-Niederdruck-Sandstrahl-Verfahren auf Baufachinformation.de
  4. So ist ein Ablassbrief vom 30. April 1487 für den Bau des Regensburger Doms sogar in Island überliefert. Diplomatarium Islandicum. Bd. 6, Nr. 524.
  5. Herbert E. Brekle (2010), S. 13–17, 19–31
  6. SZ-online vom 28. April 2009
  7. Gesamtgewicht 36,7 Tonnen
  8. Umfassende Informationen zur neuen Hauptorgel auf der Website der Domorgel Regensburg

49.0194912.09823Koordinaten: 49° 1′ 10″ N, 12° 5′ 54″ O