Marktkirche (Hannover)

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Blick vom Neuen Rathaus auf die Marktkirche

Die evangelisch-lutherische Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Pfarrkirchen in der Altstadt von Hannover (die beiden anderen sind Aegidienkirche und Kreuzkirche). Die Hallenkirche mit ihrem 97 Meter hohen Turm gehört zu den Wahrzeichen Hannovers.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Marktkirche Anfang des 19. Jahrhunderts;
Ölgemälde nach Domenico Quaglio von 1832
Blick von der Ecke Osterstraße auf die Marktkirche Anfang des 20. Jahrhunderts;
Stereoskopie Nummer 9 aus der Serie Hannover der Neuen Photographischen Gesellschaft von 1907

Von einem romanischen Vorgängerbau, der um 1125 an gleicher Stelle entstand und erstmals 1238 unter dem Namen St. Georgii erwähnt wird, sind im Jahr 1952 Fundamente bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Bereits 1340 wurden die ersten farbig verglasten Fenster fertiggestellt; von 1342 datiert die Bezeichnung als ecclesia Sanctorum Jacobi et Georgii. Jakobus, der im Mittelalter sehr populäre Schutzpatron der Pilger und Kaufleute (spanisch: Santiago), und der Heilige Georg, einer der 14 Nothelfer und bekannt als legendärer Drachentöter, sind die Namenspatrone der Kirche. Von 1344 ist ein Spendenaufruf an die Bürger zum Kirchenbau überliefert, 1347 begann man, das Fundament des Turms zu errichten. Zwei Jahre später wurde die Genehmigung zum Abriss des alten Kirchenbaus (um den herum man die neue Kirche errichtete) gegeben. Etwa 1360 gilt als Jahr der Kirchenweihe und im Jahre 1368 wurde schließlich wegen Not- und Pestzeiten und daraus resultierendem Geldmangel der Bau des Kirchturms unterbrochen. Ursprünglich steiler geplant, erhielt die Turmspitze nun einen Dachreiter in Form des verkleinerten Abbilds des Turmes selbst. Das für die Aufrichtung des Dachstuhls überlieferte Datum 1388 wurde dendrochronologisch (Fälldaten 1385–1388) bestätigt.

1852 bis 1855 wurde das Kircheninnere unter Leitung von Ludwig Droste restauriert, neu bemalt und ausgestattet, wobei der Duve-Altar spurlos verschwand. Bei zwei Luftangriffen auf Hannover während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche im Juli und Oktober 1943 bis auf die Außenmauern und die Säulen zerstört. Der überwiegende Teil des Dachstuhls blieb jedoch erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 1946–1952 durch die Huta Hoch- und Tiefbau nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen, wobei der Ziegelstein im Inneren vollständig freigelegt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Maße, Material und Raumform[Bearbeiten]

Glockenturm
  • Länge der Kirche (einschließlich Turm): 61,50 m
  • Gesamtbreite: 26,60 m
  • Traufhöhe: 19 m
  • Höhe des Turms: 97,26 m (mit Wetterhahn genau 98 m)
  • Breite des Mittelschiffs: 8 m, der Seitenschiffe je 5,40.

Das Material ist überwiegend roter Backstein. Sockel, Gesimse, Westportal und Mauerecken des Turms bestehen aus Sandstein. Die dreischiffige Halle von 5 Jochen Länge ist im deutlich größeren Hauptchor mit einem 7/10-Polygon, in den Seitenapsiden mit einem 5/10-Polygon geschlossen. Als Vorbild dafür wird die Wiesenkirche in Soest genannt, auch der mächtige Vierungsturm steht in der Tradition westfälischer Vorbilder, während für das Langhaus mit seinen von Dienstbündeln umstandenen Rundpfeilern auf St. Johannis in Lüneburg verwiesen wird.[1]
Unter den großen Bauten der norddeutschen Backsteingotik ist die Marktkirche das südlichst gelegene Beispiel.

Hochaltar[Bearbeiten]

Der Hochaltar der Marktkirche

Das Retabel des Hochaltars war ursprünglich ein Doppelflügelaltar. Der Altar, entstanden um 1480, wurde 1663 beim Einbau des (von Johann Duve gestifteten) Barockaltars in die Aegidienkirche verbracht. Von dort gelangte er 1856 bei der Renovierung der Aegidienkirche ins Welfenmuseum, blieb deshalb im Krieg (bis auf die äußeren Flügel) unzerstört und befindet sich seit 1952 wieder in der Marktkirche.

Bei geöffneten Flügeln ist in 21 aus Lindenholz geschnitzten Szenen die Passion Jesu nach graphischen Vorbildern Martin Schongauers[2] zu betrachten. Am unteren Rand befinden sich Medaillons der Prophetenköpfe, dabei fällt als „kulturhistorisches Kuriosum“ (U. Müller) der Erzvater Jakob mit Brille (Vierter von links) auf. Die Außenseiten der gemalten Innenflügel (die Außenflügel sind bis auf Reste zerstört) zeigen Szenen aus Leben und Martyrium der beiden Kirchenpatrone Jacobus und Georgius.

Sonstiges[Bearbeiten]

Kirchenschiff
  • Um 1500 entstanden vermutlich in Hildesheim die beiden in den Seitenchören aufgestellten Taufbecken aus Messing. Das auf fünf Löwen ruhende im rechten (südlichen) Chor stammt aus der 1943 zerstörten Aegidienkirche.
  • Besonders reizvoll sind die Farbverglasungen in den drei östlichen Fenstern des Hauptchors. Von den 30 Scheiben des mittleren Chorfensters stammen 20 mit Märtyrerszenen noch aus dem 14. Jahrhundert (um 1370), sie gehören zu den bedeutendsten in Norddeutschland. Andere sind aus verschiedenen Fenstern hierher versetzt oder stammen aus den Restaurierungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Zwei Fenster schuf das Atelier Alexander Linnemann und Otto Linnemann aus Frankfurt.
  • Im Jahr 1624 war der Knopf und Wetterhahn auf dem Kirchturm durch Wind und Wetter so beschädigt, dass er erneuert werden musste. 1702 wurde die Turmspitze mit Kupfer belegt und ein neuer Hahn aufgesetzt, der aber im darauffolgenden Jahr wieder herunterfiel. Erst 1705 wurde abermals ein neuer Hahn aufgesetzt.
  • Beim Wiederaufbau entstand im Tiefgeschoss der Bödekersaal, der Gemeindesaal, der nach Senior Hermann Wilhelm Bödeker, Marktkirchenpastor 1825–1875, benannt wurde. Hier sind auch die Kirchenfundamente zu sehen, die, wie man beim Wiederaufbau feststellte, mehr als drei Meter in die Tiefe reichen.

Orgeln[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg befand sich im Turmraum der Marktkirche eine große Orgel, die in Teilen auf ein Instrument aus dem 17. Jahrhundert zurückging. Dieses Instrument in seiner Gestalt aus dem Jahre 1893 wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört.

Die heutige große Orgel befindet sich an der Rückwand des südlichen Seitenschiffs der Marktkirche. Sie wurde in den Jahren 1953–1954 von den Orgelbaufirmen Emil Hammer Orgelbau (Hannover) und Rudolf von Beckerath (Hamburg) mit 61 Registern auf vier Manualen und Pedal erbaut. Der von Dieter Oesterlen entworfene Orgelprospekt steht unter Denkmalschutz.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde das Instrument durch Orgelbau Goll (Luzern) im Oesterlen-Prospekt und unter Wiederverwendung von ca. 50 % des Pfeifenmaterials technisch und klanglich neu gebaut. Es hat heute 64 Register, darunter 39 Register, die teilweise oder ganz aus dem Pfeifenmaterial der Vorgängerorgel bestehen. Die Spieltrakturen sind mechanisch. Das Instrument verfügt über eine doppelte (mechanische und elektrische) Registertraktur.[4]

I Rückpositiv C–a3
Principal 8′[Anm. 1] H
Rohrflöte 8′ H
Quintadena 8′
Praestant 4′ H
Blockflöte 4′
Nasat 22/3[Anm. 2]
Octave 2′ H
Waldflöte 2′
Quinte 11/3 H
Sifflet 1′
Scharf IV 1′
Sesquialtera II 22/3 H
Dulcian 16′
Cromorne 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3

Principal 16′[Anm. 3] H
Praestant 8′ H
Bordun 8′ H
Viola da Gamba 8′
Doppelflöte 8′[Anm. 4]
Octave 4′ H
Gemshorn 4′
Quinte 22/3 H
Octave 2′ H
Mixtur major IV-V 2′
Mixtur minor IV 11/3
Cornett V 8′[Anm. 5] H
Trompete 16′ H
Trompete 8′ H
III Schwellwerk C–a3
Bourdon 16′ H
Geigenprincipal 8′ H
Principal maris 8′[Anm. 6] H
Cor de nuit 8′
Gambe 8′ H
Vox coelestis 8′[Anm. 7] H
Octave 4′ H
Traversflöte 4′[Anm. 8]
Nasat 22/3 H
Schwiegel 2′ H
Terz 13/5 H
Mixtur III-V 2′ H
Basson 16′
Trompette harm. 8′ H
Hautbois 8′ H
Clairon 4′ H
Tremulant
IV Echowerk C–a3
Holzgedackt 8′ H
Flauto amabile 8′[Anm. 9]
Salicet 4′
Fernflöte 4′[Anm. 10]
Flageolet 2′
Vox humana 8′ H
Klarinette 8′
Tremulant
Pedal C–f1
Untersatz 32′[Anm. 11] H
Principal 16′
Violonbass 16′[Anm. 12]
Subbass 16′ H
Octave 8′ H
Gedacktbass 8′ H
Violon 8′
Octave 4′ H
Hintersatz IV 22/3 H
Kontraposaune 32′[Anm. 13]
Posaune 16′ H
Trompete 8′ H
Klarine 4′ H
Der Organist Ulfert Smidt an der großen Orgel der Marktkirche
H = Register aus vorhandenem Pfeifenmaterial
  1. ab Gis, C−G Rohrflöte 8′ & Quintadena 8′ zusammen.
  2. C−f0 gedeckt, ab fis0 offen.
  3. C−H gemeinsam mit Principal 16′ des Pedals.
  4. C−H gemeinsam mit Bordun 8′, ab fis0 doppelt labiert.
  5. ab g0.
  6. ab c0, unterschwebend.
  7. ab c0.
  8. ab c1 überblasend.
  9. C−f0 gemeinsam mit Holzgedackt 8′.
  10. C−H gemeinsam mit Salicet 4′, ab c1 überblasend.
  11. C−E akustisch aus 102/3′ + Subbass 16′, F−H gedeckter 32′, ab c0 Oktavextension aus Subbass 16′.
  12. ab c0 Oktavextension aus Violon 8′.
  13. C−H mit halber Becherlänge, ab c0 Oktavextension aus Posaune 16′.

Außerdem gibt es in der Kirche zwei weitere Orgeln, eine vom Eule Orgelbau Bautzen erbaute Chor-Ensemble.Orgel und eine von Jörg Bente überarbeitete italienische Orgel.[5]

Glocken[Bearbeiten]

Das Geläut der Marktkirche ist nach dem Geläut des Hildesheimer Domes das zweitgrößte in Niedersachsen und besteht aus elf Glocken.[6] Die große Christus- und Friedensglocke selbst ist die größte Glocke Niedersachsens und erklingt nur an Festtagen und zu besonderen Anlässen.[7]

Der Große David war ursprünglich von Pastor David Meyer für die Kreuzkirche gestiftet worden und gelangte erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Marktkirche.[3][8] Auch die Georgenglocke und die größere Viertelstundenglocke gehörten ursprünglich zur Kreuzkirche. Die ausführliche Läuteordnung teilt jeder Kirchenjahreszeit und den einzelnen Festtagen verschiedene Glockenkombinationen (Motive) zu. Ferner sind drei Uhrschlag-Glocken in der Turmlaterne vorhanden.

Christusglocke
Großer David
Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(HT-1/16)
1 Christus- und Friedensglocke 1960 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 2460 10360 e0 +2
2 Großer David 1650 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1830 3800 a0 ±0
3 Marienglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1600 2462 h0 +2
4 Georgenglocke 1653 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1470 1800 cis1 ±0
5 Vaterunserglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1370 1380 d1 +2
6 Morgenglocke 1959 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1180 1050 e1 +2
7 Jakobusglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1050 623 fis1 +2
8 Taufglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 880 358 a1 +2
9 Ewigkeitsglocke 1959 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 780 340 h1 +2
10 Liedglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 700 237 cis2 +2
11 Thomasglocke 1733 Thomas Riedeweg, Hannover 660 140 dis2 +2
I Stundenglocke 1672 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1140 680 d1 +6
II Große Viertelstundenglocke 1654 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1030 644 e1 +6
III Kleine Viertelstundenglocke 1722 Thomas Riedeweg, Hannover 1080 515 f1 +6

Äußeres[Bearbeiten]

  • An drei Giebeldreiecken des Turms sind Zeichen angebracht: an der Ostseite ein umgedrehtes Pentagramm (Drudenfuß), an der Nord- und Südseite je ein Hexagramm (Davidschild).[9]
  • Das Bronzeportal des Westeingangs (des heutigen Haupteingangs) schuf 1959 Gerhard Marcks. Es zeigt unter dem Motto discordia et concordia (Zwietracht und Eintracht) unter dem zweistämmigen Lebensbaum menschliche Grundsituationen, wobei der Bildhauer auch nicht die unmittelbare Vergangenheit Deutschlands aussparte, wie man an den Szenen mit Galgen und Panzer, einem Naziredner, Leichenbergen und brennenden Häusern sieht. Über allem erscheint im oberen Feld der auferstehende Christus. Das Portal ist eine Stiftung der Stadt Hannover zum 600-jährigen Bestehen der Marktkirche.
  • Über dem Westportal sind auf den Ecken die Skulpturen der Namenspatrone der Marktkirche zu sehen: links der Heilige Georg, der Drachentöter, und rechts der Heilige Jakobus mit dem Pilgerstab, beides Schöpfungen des Braunschweiger Bildhauers Jürgen Weber (1992). Von den Skulpturen der beiden Heiligen, die früher dort standen, wurde Jakobus im Krieg zerstört, Georg im linken (nördlichen) Chor angebracht.
  • Außen am ehemaligen Südportal sind in der Höhe zwei Sonnenuhren zu sehen: rechts oben eine von 1555, links am Pfeiler die sogenannte Kanonialuhr mit Gebetszeitenangabe, die wahrscheinlich aus der Bauzeit der Kirche stammt. Damit dürfte diese Sonnenuhr die älteste Uhr Hannovers sein.
  • Die beiden Skulpturen an den Seiten des Kirchturms stammen von dem hannoverschen Bildhauer Carl Dopmeyer und stellen an der Nordseite Hermann Wilhelm Bödeker und an der Südseite Martin Luther dar.
  • Die Epitaphien und Grabplatten (innen und außen) stammen überwiegend aus dem 16./17. Jahrhundert. In der Marktkirche liegen u.a. Antonius Corvinus († 1533), der Reformator Niedersachsens, und der auf dänischer Seite kämpfende Reitergeneral Hans Michael Elias von Obentraut (gefallen 1625 bei Seelze), den man früher als historisches Urbild des Deutschen Michels ansah.

Umgebung[Bearbeiten]

Auf dem Marktplatz, zwischen Marktkirche und Altem Rathaus, fand am 26. Juni 1533 das historische Ereignis statt, das man als Beginn der Reformation in Hannover bezeichnen kann: der Schwur der versammelten Bürgerschaft unter ihrem 'Worthalter' Dietrich Arnsborg. Diese Szene wurde von Ferdinand Hodler in seinem Wandgemälde Einmütigkeit (1913) im Hodler-Saal des Neuen Rathauses von Hannover festgehalten.

Seit etwa 1850 findet der Weihnachtsmarkt Hannover im historischen Altstadtkern rund um die Marktkirche statt. Wegen seines stimmungsvollen Ambientes in Straßenzügen mit Fachwerkhäusern gilt er mit seinen etwa 120 Ständen als touristische Attraktion. 2007 verzeichnete er rund 1,5 Millionen Besucher.

Einige Schritte vom Westportal entfernt in Richtung der Kramerstraße sowie der Knochenhauerstraße gibt es ein Kreuz im Pflaster. Von diesem Standpunkt aus bietet sich der Vier-Kirchen-Blick auf die Türme der Marktkirche, der Aegidienkirche, der Kreuzkirche und der Neustädter Kirche. Diese Stelle galt schon vor 300 Jahren als eines der sieben Wahrzeichen der Stadt Hannover, die die wandernden Handwerksburschen kennen mussten.

Sage[Bearbeiten]

Weihnachtsmarkt Hannover an der Marktkirche

Einer Sage nach überlebte ein Chorknabe den Sturz vom Kirchturm der Marktkirche. Er war zusammen mit einem anderen Chorknaben auf den Turm gestiegen, um den Turmwächter zu besuchen. Auf dem Turm entdeckten sie ein Dohlennest mit fünf Eiern, das sie plündern wollten. Hierzu verwendeten sie ein Brett, das der eine Junge festhielt, während der zweite über das Brett das Nest erreichen wollte. Noch während der Kletterei brach unter den Jungen ein heftiger Streit über die Aufteilung der Eier aus, in dessen Verlauf der Junge auf dem Brett mit den Eiern in die Tiefe stürzte. Im Fall öffnete sich jedoch der weite Umhang des Chorknaben und bremste den Fall so ab, dass der Junge den Sturz überlebte. Die Statue eines Chorknaben an der Marktkirche neben dem Martin Luther Denkmal erinnert an diese Begebenheit.[10]

Patronat[Bearbeiten]

Die Stadt Hannover übt seit 1574 das Patronat über die Marktkirche aus.[11] Seit Januar 2014 hat Oberbürgermeister Stefan Schostok das Amt des Patrons inne, wodurch er Mitglied im Vorstand der Kirchengemeinde ist und über die Besetzung der Pfarrstellen mitbestimmt.[12][13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das Gotteshaus wurde mit der 1536 erlassenen Kirchenordnung lutherisch. Zu den bedeutenden Geistlichen der Marktkirche gehören:

Die Marktkirche ist seit 1925 Predigtkirche des amtierenden Landesbischofs (2011: Ralf Meister). Der Stadtsuperintendent des Stadtkirchenverbandes Hannover ist Inhaber der ersten Pfarrstelle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Nöldeke: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. 1: Regierungsbezirk Hannover. Heft 2: Stadt Hannover. Teil 1: Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover. Hannover 1932, S. 76–114 (die Marktkirche vor der Zerstörung 1943).
  • Hans Otte: Von den Kirchstühlen der Marktkirche, in: Geschichten um Hannovers Kirchen. Studien, Bilder, Dokumente. [Hrsg.:] Hans Werner Dannowski und Waldemar R. Röhrbein. Hannover: Lutherhaus-Verlag 1983, S. 152–153; ISBN 3-87502-145-2.
  • Wulf Schadendorf: Die Marktkirche zu Hannover (Kleine Kunstführer für Niedersachsen, Heft 7). Göttingen 1954.
  • Die Marktkirche zu Hannover (bebilderte Broschüre ca. DIN A5, 36 Seiten), hrsg. vom Kirchenvorstand der Marktkirchengemeinde Hannover, Hannover: 1964
  • Marktkirche in Hannover, in: Dieter Oesterlen: Bauten und Texte 1946–1991. Tübingen: Wasmuth 1992, S. 12–19; ISBN 3-8030-0153-6 (Der Architekt Dieter Oesterlen war verantwortlich für den Wiederaufbau der Marktkirche nach 1945).
  • Ulfrid Müller: Marktkirche Hannover. Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover (Große Baudenkmäler, Heft 351). 6., neu bearbeitete Auflage [1. Aufl. 1983.], München: Deutscher Kunstverlag 2003.
  • Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Handbuch und Stadtführer. 3., rev. Aufl. Hannover: Schäfer 1995, S. 112–116; ISBN 3-88746-313-7.
  • Alexandra Druzynski von Boetticher: Die hannoversche Marktkirche und ihr Turm. Gütersloh: Verlag für Regionalgeschichte 2004. (Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte. 18); ISBN 3-89534-558-X.
  • Wolfgang Puschmann: Marktkirche St. Georgii et Jacobi, in: Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Hrsg. von Wolfgang Puschmann. Hermannsburg: Ludwig-Harms-Haus 2005, S. 12–15; ISBN 3-937301-35-6.
  • Martin-G. Kunze: Marktkirche - Aegidienkirche - Kreuzkirche - Nikolaikapelle. Merkmale mittelalterlicher hannoverscher Stadtgeschichte, in: Kirchen, Klöster, Kapellen in der Region Hannover. Sascha Aust (u.a.). Fotografien von Thomas Langreder. Hannover: Lutherisches Verlagshaus 2005, S. 13–22; ISBN 3-7859-0924-1.
  • Kirchenvorstand der ev.-luth. Marktkirche (Hrs.): Orgelbuch Marktkirche. Die Geschichte einer Orgellandschaft, 2009.
  • Gerd Weiß, Marianne Zehnpfennig: Marktkirche, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 52ff.; sowie Mitte im Addendum zu Band 10.2, Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1985 / Stadt Hannover, S. 3ff.
  • Waldemar R. Röhrbein, Karl-Heinz Grotjahn M.A.: Marktkirche St. Georgii et Jacobi, in: Stadtlexikon Hannover, S. 426–427.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktkirche Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Niedersachsen - Bremen, (Deutscher Kunstverlag: München) 1992, S. 608-610.
  2. Waldemar R. Röhrbein, Karl-Heinz Grotjahn: Marktkirche S. Georgii et Jacobi. in: Stadtlexikon Hannover. S. 426–427.
  3. a b c Dirk Böttcher: Meyer, (2) David (auch Meier), in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 252.
  4. Ausführliche Informationen zur Geschichte und Reorganisation der Orgel der Marktkirche
  5. Kirchenvorstand (Hg.): Orgelbuch Marktkirche Hannover - Die Geschichte einer Orgellandschaft, 2009, S. 60/62
  6. Plenum des Geläuts, Pfingstmontag, 13. Juni 2011, 9:47 Uhr (14:35 min) auf YouTube.
  7. Hannover Marktkirche: Größte Glocke Nord-Deutschlands, Buß- und Bettag, 20. November 2013, 17:50 Uhr (10:58 min) auf YouTube.
  8. Sabine Wehking: DI 36, Nr. 361 auf der Seite inschriften.net, zuletzt abgerufen am 4. Dezember 2013.
  9. Kürschner, Christiane: Symbole am Turm der Marktkirche
  10. Reiseführer Hannover zur Marktkirche
  11. Johann Karl Fürchtegott Schlegel: Kirchen- und Reformationsgeschichte von Norddeutschland und den Hannoverschen Staaten. Bd. 2. Helwing, Hannover 1829, S. 75.
  12. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/pressemitteilungen/landeskirche/2012/10/2012_10_10_2
  13. http://marktkirche-hannover.de/?page_id=172
  14. Hugo Thielen: Sarstedt, Konrad (auch Cord) von, in: Stadtlexikon Hannover, S. 535.
  15. Sabine Wehking: DI 36, Nr. 111† auf der Seite inschriften.net, zuletzt abgerufen am 29. Mai 2013.
  16. Jens Schmidt-Clausen: Scharnikau (Scarabaeus), Georg, in: Stadtlexikon Hannover, S. 537.
  17. Dirk Böttcher: Erythropel. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 112 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  18. Johann Anton Strubberg: M. Rupertus Erythropilus. In: ders.: Kurtze Nachricht Von denen Evangelischen Predigern, So seit der Reformation Lutheri auf der Alten Stadt Hanover gestanden. Teil von: David Meier: Kurtzgefaste Nachricht von der Christlichen Reformation In Kirchen und Schulen Der Alten-Stadt Hanover. Förster, Hannover 1731, S. 120–128.
  19. Johann Anton Strubberg: M. Georgius Erythropilus. In: ders.: Kurtze Nachricht Von denen Evangelischen Predigern, So seit der Reformation Lutheri auf der Alten Stadt Hanover gestanden. Teil von: David Meier: Kurtzgefaste Nachricht von der Christlichen Reformation In Kirchen und Schulen Der Alten-Stadt Hanover. Wie solche Den 14. Tag Sept. 1533. daselbst … zu Stande kommen …. Und mit einer Vorrede Vorstellend einen kleinen Abriß der hiesigen Schul-Historie. Förster, Hannover 1731, S. 151–161 (mit Bibliographie und dem Testimonium, das er bei seinem Weggang vom Kloster Harsefeld erhielt).
  20. C. F. Gellerts Briefwechsel: 1764–1766 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

52.3716666666679.735Koordinaten: 52° 22′ 18″ N, 9° 44′ 6″ O