Mengkofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mengkofen
Mengkofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mengkofen hervorgehoben
48.71666666666712.433333333333398Koordinaten: 48° 43′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 398 m ü. NHN
Fläche: 86 km²
Einwohner: 5845 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84152, 84150
Vorwahlen: 08733, 08774, 09427
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 127
Gemeindegliederung: 10 Gemarkungen
(ehemals Gemeinden)
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Von-Haniel-Allee 12
84152, 84150 Mengkofen
Webpräsenz: www.mengkofen.de
Bürgermeister: Karl Maier (Aitrachtaler Bürgerliste / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Mengkofen im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Kath. Pfarrkirche Mariä Verkündigung in Mengkofen
Kirche St. Georg in Weichshofen
Kirche Mariä Himmelfahrt in Hüttenkofen

Mengkofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau und liegt im Aitrachtal, das zum tertiären Hügelland gehört.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Bei der Gemeindereform in den 1970er Jahren wurde die Gemeinde Mengkofen aus den ehemaligen Gemeinden Hofdorf, Puchhausen, Hüttenkofen, Süßkofen, Martinsbuch, Tunding, Mengkofen, Tunzenberg, Mühlhausen und Weichshofen gebildet.

Geschichte[Bearbeiten]

  • In der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts ist um Mengkofen eine größere Grundherrschaft bekannt. Erster der Linie war ein Babo von Mengkofen.
  • 1140/27/1 ist in einer Urkunde die Weihe der St. Wolfsgangkapelle zu Prüfening belegt. Gebaut wurde sie als Grablege der Familie. Genannt werden Erchinbert von Stirn (spätere Familie Altendorf und Leonsberg Abgang 1329), Wernher von Mengkofen und Babo von Zulling (bei Landau, Abgang ca. 1200).
  • Wernher von Mengkofen zog 1147 (zuletzt genannt) in den 2. Kreuzzug. Er war ein Schwertträger (miles) der Grafen von Sulzbach. Mit seinem Tod wird der Eigenbesitz zerteilt (Stirn/Zulling/Abensberg). Mit Erbtocher Sophie, die Frau Graf Gebhards von Abensberg geht der Besitz in Mengkofen an die Abensberger. Zu Mengkofen sitzen nun Ministeriale des Grafen, welche sich auch bald danach nennen.
  • 19. Dezember 1253: Erstmals erscheint der Name Mengkofen (auch: Menchofer, Maeinhover, Mengkofer) in einem Friedensvertrag zwischen Bischof Albert von Regensburg und den Herzögen Ludwig und Heinrich von Bayern als Schiedsrichter. Berthold der Maeinchover, der samt seiner Tochter Margarethe, Ehefrau des Ulrich von Teisbach, in einer Teisbacher Gerichtsurkunde vom 26. Februar 1296 Erwähnung findet.
  • Ulrich der Menchofer zu Choelnpach (heute Großköllnbach) erscheint als Gerichtsbeisitzer in einer Gerichtsurkunde von Leonsberg 1378, als Taidinger in einer Landshuter Gerichtsurkunde von 1396 und Vertragsschließender in einer Güterabtretungsurkunde von 1409.
  • Als Pfleger von Erding benennt eine Dingolfinger Gerichtsurkunde von 1335 den Chunrat den Memchofaer als Richter von Leonsberg 1378 eine Leonsberger Gerichtsurkunde Hans den Menchover.
  • Das große handschriftliche Wappenwerk des herzoglich-bayerischen Archivars Lieb, das ungefähr 1600 bis 1609 entstand, erwähnt für das Jahr 1358 den bereits genannten Hans den Mechover mit dem Beisatz „zu Salach“, zu 1411 Erhard Menkhofer „Pfleger am Frauenhaus“ im „baierischen“ Krieg (d.h. im bayerisch-pfälzische Erbfolgekrieg von 1504/1505). Dieser Mengkofer scheint der letzte seines Stammes gewesen zu sein. Seit 1570 sind urkundlich schon andere Besitzer der ehemals großen Mengkofen’schen Besitzungen nachweisbar, welche wahrscheinlich keine blutsmäßigen Abkömmlinge der Familie waren.
  • Als Wahrzeichen der ältesten Ortsherrschaft versinnbildlicht das Wappen mit der Bärentatze ein großes Stück Ortsgeschichte. Die Form des Wappenschildes und die Darstellung der Wappenfigur lehnen sich an die ältesten Vorlagen in den Siegelabdrücken aus den Jahren 1335 und 1378 an.
  • 4. Mai 1939, nach Erledigung einiger Formalitäten kam eine von Franz von Epp persönlich unterzeichnete Urkunde, mit beigelegtem Wappen, das eine schwarze, gekrümmte, rotbewehrte Bärentatze auf goldenem Grund zeigt. Damit wurde der Gemeinde Mengkofen das Recht verliehen, dieses eigene Wappen zu führen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Das unmittelbar südwestlich von Mengkofen gelegene Weichshofen wurde bereits am 1. Januar 1946 auf Anweisung der örtlichen Dienststelle der US-Militärregierung nach Mengkofen eingegliedert. Diese Eingemeindung wurde jedoch zwischen 1947 und 1949 vom Bayerischen Innenministerium wieder rückgängig gemacht. Die endgültige Eingemeindung erfolgte dann am 1. Januar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern. Am 1. Januar und 1. Juli 1972 kamen weitere Gemeinden hinzu.[2] Am 1. Mai 1978 wurde die Reihe der Eingemeindungen mit der Eingliederung von Hüttenkofen, Mühlhausen (früher im Landkreis Mallersdorf) und Süßkofen (ebenfalls früher im Landkreis Mallersdorf; mit den am 1. Januar 1970 eingegliederten Teilen der ehemaligen Gemeinde Asbach) abgeschlossen.[3]

Die Gemeinden des früheren Landkreises Dingolfing
Gemeinde Gemarkung Fläche
ha
Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Hofdorf[2] Hofdorf 968,91 357 1. Januar 1972
Hüttenkofen[3] Hüttenkofen 697,98 287 1. Mai 1978
Martinsbuch[2] Martinsbuch 1093,03 448 1. Juli 1972
Mühlhausen[3] Mühlhausen 656,09 281 1. Mai 1978
Puchhausen[2] Hüttenkofen 1181,92 463 1. Januar 1972
Süßkofen[3] Mühlhausen 1345,86 545 1. Mai 1978
Tunding[2] Tunzenberg 574,82 331 1. Januar 1971
Tunzenberg[2] Tunzenberg 924,86 328 1. Januar 1971
Weichshofen[2] Hofdorf 317,07 335 1. Januar 1971

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Mengkofen hat 20 Mitglieder, dazu kommt noch der hauptamtliche Bürgermeister.

CSU SPD Aitrachtaler Bürgerliste Tundinger Liste Gesamt
2002 9 4 7 0 20 Sitze
2008 7 5 6 2 20 Sitze
2014 6 6 6 2 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold eine rot bewehrte schwarze Bärentatze.“

Das Gemeindewappen entspricht dem Stammwappen des in Niederbayern reich begüterten Ortsadelsgeschlechts der Mengkofer, die im Dienst der Wittelsbacher standen. Das Wappen ist auf Siegeln seit Anfang des 14. Jahrhunderts belegt.

Das Wappen wurde durch den Erlass des Reichsstatthalters in Bayern vom 4. März 1939 verliehen.

Eine Legende besagt, dass das Wappen von Sigfridus dem Menníchhofer stammt. Er soll auf seinem Weg nach Mengkofen einen Kampf mit einem Bären gehabt haben. Deshalb sind die Krallen der Bärentatze auch rot dargestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss (Kloster) Mengkofen
  • Die katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Hüttenkofen. Der Langhausneubau in Blankziegeln aus dem Jahre 1852 stammt vom Architekten Leonhard Schmidtner.
  • Kirche St. Georg in Weichshofen aus dem Jahre 1886 (diese Kirche wird hauptsächlich benutzt da sie die größte ist)
  • Kirche Mariä Verkündigung in Mengkofen aus dem Jahr 1722.

Zu dieser Kirche gibt es eine Geschichte:

Die erste Kirche stand im „drendan Dorf“, was heißt auf der anderen Seite der Aiterach, ein größerer Bach, der im Gemeindebereich entspringt und zur Donau hinfließt. Um vom Schloss aus zur Kirche zu gelangen, musste man die Aiterach überqueren. Als das Ehepaar von Lerchenfeld eines Tages von der Kirche zurückfuhr, stürmte es schrecklich und der Bach war zu einem Fluss angeschwollen. Als sie nun auf der alten Holzbrücke fuhren stürzte diese ein und mit ihr auch die Kutsche. Als sie von den Fluten mitgerissen wurden sagte Franz-Adam von Lerchenfeld: Wenn wir hier lebendig rauskommen baue ich an der anderen Seite des Dorfes eine neue, größere Kirche. Wie durch ein Wunder zogen die Rösser die Kutsche aus dem Wasser. Franz-Adam von Lerchenfeld hat sein Versprechen eingehalten und baute die Kirche.

Man vermutet, dass die zwei Figuren am Hochaltar die Gesichtszüge ihrer Erbauer tragen. Links Franz-Adam von Lerchenfeld als heiliger Franz von Sales und rechts seine Ehefrau Margarethe von Lerchenfeld als heilige Margarethe. In der Mitte des Altars, auf dem Tabernakel steht eine Figur. Sie zeigt einen Pelikan der sich seinen Jungen opfert. Dies sollte darstellen, dass sich Jesus für uns geopfert hat. Das Bild am Hochaltar zeigt die Verkündigung von Engel Gabriel an Maria, dass sie ein Kind zur Welt bringen werde. Dieses Altarbild wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angefertigt. Von dem vorigen Gemälde sind noch einige Fotoaufnahmen erhalten. Am linken Seitenaltar ist der heilige Nikolaus von Tolentino dargestellt. In der Kirche sind fünf Steinplatten eingemauert. Hinter den meisten (vier) sind wahrscheinlich Menschen bestattet. Der Erbauer der Kirche selbst, nämlich Franz Adam Joseph von Lerchenfeld, ist am rechten Rand der Kirche bestattet.

  • Schloss Mengkofen, ab 1951 Kloster der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, zuvor Flüchtlingsunterkunft. Dem Orden dient es als Alterssitz. Der dreigeschossige Bau mit Ecktürmen und Treppengiebeln wurde 1842 nach einem Brand neu erbaut. Das alte Schloss war größer, verfügte über eine eigene Kirche und vielem mehr.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Altersstruktur[Bearbeiten]

Alter Gesamt Männlich Weiblich
66 Jahre und älter 0972 0403 0569
19 bis 65 Jahre 3934 2102 1832
16 bis 18 Jahre 0250 0139 0111
7 bis 15 Jahre 0568 0300 0268
4 bis 6 Jahre 0154 0080 0074
0 bis 3 Jahre 0192 0085 0107
Gesamt: 6070 3109 2961

Quelle: mengkofen.de Gemeindedaten (20. Juni 2011)

Literatur[Bearbeiten]

Sirl, Michael: Die drei Hofmarken Mengkofen, Weichshofen, Tunzenberg, Bez.-Amt Dingolfing, Kreis Niederbayern: eine Ortsgeschichte, Kaufbeuren 1917; Franz Tyroller, Die Herren und Grafen von Altendorf und Leonberg, in ZBLG 14 (1943/44), S.63-127

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447.
  3. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mengkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien