Michael Schultz (Galerist)

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Michael Schultz, 2008.

Michael Schultz (* 4. November 1951 in Freudenstadt/Schwarzwald) ist ein international agierender Galerist, dessen Kunsthandel als einer der ersten Adressen Europas gilt[1], aus Deutschland für zeitgenössische europäische und asiatische Kunst mit insgesamt vier Standorten, davon zwei in Berlin und jeweils einen in Peking und Seoul. Zeitweilig führte er eine weitere Dependance in Tel Aviv. Er etablierte und vertritt Shootingstars der Kunstszene, SEO, Cornelia Schleime oder Norbert Bisky[2] und fördert maßgeblich Helge Leiberg sowie A. R. Penck.[3], Dazu handelt er mit Werken von Jean-Michel Basquiat,[4] Georg Baselitz,[5] Anselm Kiefer,[6] Markus Lüpertz,[7] Neo Rauch,[8] Robert Rauschenberg [9] Gerhard Richter[10] und Andy Warhol.[11] Aufgrund seines Gespürs wird er von der Presse Berlins beste Nase für junge Kunst genannt. [12] Seine Vernissagen sind regelmäßig Treffpunkte wichtiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft und werden z.B. von Gerhard Schröder, Horst Köhler, Philipp Mißfelder oder Guido Westerwelle besucht.

Biographie[Bearbeiten]

Michael Schultz studierte von 1974 bis 1978 Musik- und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er war Chefredakteur des Berliner KUNST Magazins und anschließend Geschäftsführer der Galerie Michael Wewerka in Berlin. 1986 gründete er die Galerie Michael Schultz in Berlin-Charlottenburg in der Mommsenstraße unweit des Kudamms, die er bis heute führt und zu einer künstlerischen Institution auf nationaler und internationale Ebene als wichtige Adresse für zeitgenössische Kunst etablierte. Mit der 2005 eröffneten Galerie schultz contemporary verlagerte legte er seinen Schwerpunkt auf junge zeitgenössische Kunst aus Europa, Amerika und Asien. 2006 eröffnete er eine Dependance in Seoul und 2007 kam eine weitere Niederlassung in Peking hinzu, mit denen er den asiatischen Kunstmarkt mit europäischer Kunst bedient.[13] Michael Schultz war von 1985 bis 2007 Mitglied des Zulassungsausschusses der Art Cologne. Seit 2005 ist er Mitglied des Kunstkomitees der KIAF in Seoul/Korea und wurde 2007 Mitglied der Auswahlkommission der Art Fair 21, Köln sowie Messebeirat der Munich Contempo.[14] 2012 nahm ihn die Contemporary Istanbul im Advisory Board auf. Verschiedene ausländische Galerien, wie Leo König oder Pace Wildenstein aus New York kooperieren mit Michael Schultz. Ebenfalls arbeitet er eng mit internationalen Museen und Biennalen zusammen: u.a. der Biennale in Venedig[15], dem Today Art Museum in Peking, dem Gwangju Museum of Art, National Museum of Contemporary Art in Seoul sowie dem Museum of Modern Art, New York.[16] Aufgrund seiner Tätigkeiten in Korea ernannte ihn die Stadt Gwangju am 24. Februar 2008 zum Ehrenbürger. Es gelang ihm ebenfalls Gerhard Richter in Korea, dessen Markt er mit Richters Gemälden bedient, auf institioneller Ebene zu verankern.[17] So organisierte Schultz ihm die erste museale Ausstellung in Korea im National Museum of Modern and Contemporary Art, Gwacheon, und verschaffte ihm eine Ausstellung im Rahmen der Gwangju Biennale.[18] Ebenfalls gehört Schultz zu den wenigen Galerien, die Richter Einzelausstellungen widmen und ihn aktiv verkaufen.[19] Weiterhin zeigte er erstmals Sigmar Polke und Joseph Beuys in Peking. Aufgrund seiner Tätigkeiten in Korea ernannte ihn die Stadt Gwangju am 24. Februar 2008 zum Ehrenbürger.[20]

Galerie[Bearbeiten]

Profil[Bearbeiten]

Einzelausstellung von Gerhard Richter in der Galerie Michael Schultz in Seoul, 2011.

Er eröffnete das Haus 1986 mit einer Einzelausstellung von Le Corbusier. In den nächsten Jahren folgten weitere Ausstellungen Berliner Künstler, wie z. B. mit Wolf Vostell oder Georg Baselitz. International positionierte er sich ab den 80er Jahren, als einer der wenigen in Deutschland und der erste in Berlin zuerst mit amerikanischen Malern der Pop Art, wie Roy Lichtenstein, Robert Indiana, James Rosenquist, Mel Ramos oder Andy Warhol, denen in den Räumen wichtige Ausstellungen gewidmet wurden. Er zeichnete sich zudem verantwortlich für die Vermarktung von William Copleys Edition S. M. S.. Seit den frühen 90er bis heute andauernd, übernahm die Galerie die Hauptvertretung von A. R. Penck, der zuvor bei Michael Werner unter Vertrag stand. Seit den 90er Jahren baute Schultz Cornelia Schleime und Helge Leiberg zu etablierten Positionen des deutschen Kunstmarktes aus. Ebenfalls in diese Zeit fällt der Beginn der Zusammenarbeit mit Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Sigmar Polke, mit denen er freundschaftlich verbunden blieb und zahlreiche Schauen verwirklichte. Ein weiteres Anliegen ist die Förderung junger zeitgenössischer Kunst durch Ausstellungen in seinen Räumen, die u.a. von Klaus Gallwitz und Jürgen Schilling kuratiert wurden. In regelmäßigen Abständen wurden Schüler aus der Klasse von Baselitz in seiner Galerie gezeigt, von denen er zwei ab der Jahrtausendwende zu Shootingstars der Kunstszene ausbaute: SEO und Norbert Bisky. Ein weiterer Schwerpunkt ist auch auf die Präsentation von Künstlern aus Berlin gelegt, die den Geist der Stadt repräsentieren, wie Vertretern der Neuen Wilden, darunter Bernd Zimmer, Rainer Fetting oder Luciano Castelli. Er widmete zudem Ausstellungen Wolfgang Petrick, Eva und Adele, Wolfgang Joop oder Römer + Römer, letztere verdanken ebenfalls Michael Schultz den Durchbruch auf den nationalen Kunstmarkt. Die Ausstellungen begleitet jeweils ein großformatiger Katalog mit Beiträgen von namhaften Kunsthistorikern, zu nennen wären Klaus Gallwitz, Lothar Romain, Jeannot Simmen, Jürgen Schilling oder Christoph Tannert. Gegenwärtig werden die koreanischen Künstler Kim Yusob, Bong-Chae Son und Lee Leenam sowie die chinesischen Künstler Huang He, Ma Jun, Feng Lu, Huang Min und Zou Cao vertreten. Zusätzlich zur Emerging Art, darunter Sonja Alhäuser, Andy Denzler, Stephan Kaluza, Bernd Kirschner, Feng Lu, Rebecca Raue, Sabina Sakoh oder Maik Wolf, handelt die Galerie mit Blue Chip Kunst von Jean-Michel Basquiat, Georg Baselitz, Keith Haring, Robert Indiana, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Sigmar Polke, Neo Rauch, Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, James Rosenquist und Andy Warhol.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Gerhard Schröder (l.), SEO (m.), Michael Schultz (r.) während der Vernissage der Ausstellung Kalte Landschaften, 2014, in Berlin.
Eva Luise (l.) und Horst Köhler (r.) während einer Vernissage in der Galerie Michael Schultz, 2007.

Messeteilnahmen (Auswahl)[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

Die Galerie Schultz gab bisher über 200 Künstler- und Ausstellungskataloge heraus, darunter:[21]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Heinrich: Neue Bilder von A. R. Penck in der Galerie Michael Schultz, in: Die Welt, 21. Juni 2002.
  2. Christina Wendenburg: Erfolgreiche Klassenfahrt mit Georg Baselitz. Die Schüler des Meisters bei Michael Schultz, in: Die Welt, 17. Januar 2003.
  3. Karl Heinrich: Neue Bilder von A. R. Penck in der Galerie Michael Schultz, in: Die Welt, 21. Juni 2002.
  4. Jordan Mejias: Armory Show. Onkel Dagobert muss Federn lassen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. März 2010.
  5. Eine Auswahl auf der Seite der Galerie, in: GwangJuNews, 28. März 2008.
  6. Manuel Meyer: ARCO Madrid, in: Art - Das Kunstmagazin, 15. Februar 2013.
  7. Judith Jammers: Sinnbilder einsamen Schöpfergeistes: Markus Lüpertz zeigt in der Galerie Michael Schultz Bilder von 1994 bis 1999, in: Berliner Zeitung, 18. September 2000.
  8. s. Artnet
  9. Christiane Meixner: „Die wissen, dass wir gemeinsam etwas versuchen“ Eine museale Schau von Robert Rauschenberg in der Berliner Galerie Michael Schultz, in: Der Tagesspiegel, 2. Juni 2007.
  10. Gerhard Richter bei Schultz Berlin. Einer der ganz seltenen Galerieauftritte des berühmten Malers. In: Berliner Zeitung vom 25. April 2014, Titelseite
  11. Artikel in art - Das Kunstmagazin
  12. Susanne Maier: Berlins beste Nase für junge Kunst. Mit Galerist Michael Schultz auf Schnäppchenjagd in den Ateliers der HdK, in: Berliner Zeitung, 23. Juli 2001.
  13. Gerhard Charles Rump: Hungrig und neugierig. Zwei führende Galeristen über Deutschlands Freude am Kunstsammeln und den Mythos von der Leipziger Schule, in: Die Welt, 10. Februar 2006.
  14. Arno Widmann: Galerie Michael Schultz. Ein Gespräch mit dem Galeristen über den Kunstmarkt, die Krise, die Suche nach Beunruhigendem und über dem Kampf um die Verlässlichkeit in Berlin, Seoul und Peking, in: Berliner Zeitung, 4. September 2011; Interview mit M. Schultz auf Vernissage-Tv zur „MunichContempo“.
  15. s. SEO: Personal Cosmos; Katalogbuch zur Ausstellung in Venedig, Biennale, 4. Juni-27. November 2011
  16. s. Katalog der Ausstellung Compass in Hand: Selections from The Judith Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection, MoMA NY
  17. s. Katalog der Ausstellung 2006 im National Museum of Contemporary Art, Gwacheon, Südkorea
  18. [1]
  19. Gerhard Richter bei Schultz Berlin. Einer der ganz seltenen Galerieauftritte des berühmten Malers. In: Berliner Zeitung vom 25. April 2014, Titelseite
  20. Stephen Redeker: Michael Schultz: Honorary Citizen of Gwangju City, in: GwangJuNews, 28. März 2008.
  21. Vgl. Einträge zur Galerie Michael Schultz in WorldCat; und die Recherche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek; vollständige Liste auf der Homepage der Galerie.