Mikez

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Jean-Adrien Guignet, 19. Jahrhundert; Josef deutet den Traum des Pharao

Mikez (auch Miketz oder Mikkez; hebräisch ‏מִקֵּץ‎, „Am Ende [zwei voller Jahre]“) bezeichnet den Wochenabschnitt (Parascha oder Sidra genannt) der Tora aus dem 1. Buch Mose von Kapitel 41,1 bis 44,17.

Es handelt sich um die Sidra des vierten Schabbats im Monat Kislew oder des ersten Schabbats im Monat Tewet.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Traum des Pharao[Bearbeiten]

Zwei Jahre nachdem Josef dem Obermundschenk seinen Traum gedeutet hat, plagen den Pharao zwei sehr ähnliche Träume:

Im ersten Traum steht er am Nil und sieben magere und sieben fette Kühe steigen aus ihm heraus. Dann fressen die sieben mageren Kühe die sieben fetten. Im zweiten Traum erscheinen sieben gute und sieben schlechte Ähren. Die sieben schlechten verschlingen die guten.

Die Traumdeuter des Pharao können ihm allesamt nicht helfen, doch der Obermundschenk erinnert sich an Josef, der seinen und den Traum eines weiteren Gefängnisinsassen richtig gedeutet hatte, und erzählt dem Pharao über Josefs Gabe, Träume zu deuten.

Josef kann dem Pharao seinen Traum deuten und als Dank verleiht er ihm den Namen „Zafenat-Paneach“ und das Recht, über ganz Ägypten zu herrschen, gibt ihm Asenat zur Frau und kleidet ihn kostbar ein. Er soll außerdem die Vorbereitungen auf die Hungersnot treffen, welche Josef dem Pharao gedeutet hatte.

Hungersnot[Bearbeiten]

Nachdem sieben ertragreiche Jahre verstrichen waren, beginnen sieben Jahre der Dürre. Die Nachbarländer Ägyptens hungern, in Ägypten selbst aber wurde dank Josef die sieben ertragreichen Jahre über genug Getreide gesammelt, sodass es dort genug zu essen gibt. Jakob befiehlt seinen Söhnen, außer dem jüngsten Sohn Benjamin, in Ägypten Getreide einzukaufen. In Ägypten begegnen die Brüder Josef: Josef erkennt sie, die Brüder ihn aber nicht. Josef bezeichnet sie als Spione und verlangt, dass sie ihm über ihre Familie erzählen. Als Beweis dafür, dass sie keine Spione sind, sollen die Brüder das nächste Mal Benjamin mitbringen. Auf dem Heimweg stellen sie fest, dass all das Geld, womit sie das Getreide bezahlt hatten, in den Getreidesäcken liegt.

Jakob möchte zunächst nicht, dass Benjamin mit seinen Brüdern zusammen nach Ägypten zieht, aber erkennt, dass es keinen Ausweg gibt. Wieder in Ägypten angekommen stellen die Brüder Josef Benjamin vor. Josef lädt daraufhin seine Brüder dazu ein, mit ihm zu essen und beschenkt sie vor ihrer Abreise. Benjamin bekommt fünfmal so viel wie die anderen Brüder, um zu testen, ob die Brüder ihren Neid abgelegt hatten, was sich auch bestätigt.

Haftara[Bearbeiten]

Die dazugehörige Haftara ist 1. Könige 3,15–4,1 bzw. am Schabbat Chanukka Secharja 2,14–4,7.

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Sander: In: Jüdisches Lexikon. Band IV/1, Berlin 1927, Artikel „MIKKEZ“, S. 176–177.