Mikez

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jean-Adrien Guignet, 19. Jahrhundert; Josef deutet den Traum des Pharao

Mikez (auch Miketz oder Mikkez; hebräisch ‏מִקֵּץ‎, ‚Am Ende [zwei voller Jahre]‘) bezeichnet einen Wochenabschnitt (Parascha oder Sidra genannt) der Tora aus dem 1. Buch Mose von Kapitel 41,1 EU bis 44,17 EU.

Es handelt sich um die Sidra des vierten Schabbats im Monat Kislew oder des ersten Schabbats im Monat Tewet.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Traum des Pharao[Bearbeiten]

Zwei Jahre nachdem Josef dem Obermundschenk seinen Traum gedeutet hat, plagen den Pharao zwei sehr ähnliche Träume:

Im ersten Traum steht er am Nil und sieben magere und sieben fette Kühe steigen aus ihm heraus. Dann fressen die sieben mageren Kühe die sieben fetten. Im zweiten Traum erscheinen sieben gute und sieben schlechte Ähren. Die sieben schlechten verschlingen die guten.

Die Traumdeuter des Pharao können ihm allesamt nicht helfen. Dem Obermundschenk fällt jedoch ein, dass Josef seinen Traum und auch den Traum eines weiteren Gefängnisinsassen richtig gedeutet hatte, und erzählt dem Pharao von Josefs Gabe, Träume zu deuten.

Josef kann dem Pharao seinen Traum deuten und als Dank verleiht er ihm den Namen „Zafenat-Paneach“ und das Recht, über ganz Ägypten zu herrschen, gibt ihm Asenat zur Frau und kleidet ihn kostbar ein. Er soll außerdem die Vorbereitungen auf die Hungersnot treffen, welche Josef dem Pharao gedeutet hatte.

Hungersnot[Bearbeiten]

Nachdem sieben ertragreiche Jahre verstrichen sind, beginnen sieben Jahre der Dürre. Die Nachbarländer Ägyptens hungern, in Ägypten selbst aber wurde auf Josefs Rat hin in den sieben ertragreichen Jahren genug Getreide gesammelt, um die Dürre zu überstehen. Jakob befiehlt seinen Söhnen, außer dem jüngsten Sohn Benjamin, in Ägypten Getreide einzukaufen. In Ägypten begegnen die Brüder Josef: Josef erkennt sie, die Brüder ihn aber nicht. Josef behauptet, sie seien Spione und verlangt, dass sie ihm von ihrer Familie erzählen. Als Beweis dafür, dass sie keine Spione sind, sollen die Brüder das nächste Mal Benjamin mitbringen. Auf dem Heimweg stellen sie fest, dass das Geld, mit dem sie das Getreide bezahlt haben, in den Getreidesäcken liegt.

Jakob möchte zunächst nicht, dass Benjamin mit seinen Brüdern zusammen nach Ägypten zieht, aber erkennt, dass es keinen Ausweg gibt. Wieder in Ägypten angekommen stellen die Brüder Josef Benjamin vor. Josef lädt daraufhin seine Brüder dazu ein, mit ihm zu essen und beschenkt sie vor ihrer Abreise. Benjamin bekommt fünfmal so viel wie die anderen Brüder geschenkt. Dadurch will Josef feststellen, ob die Brüder ihren Neid abgelegt hätten, was sich bestätigt.

Haftara[Bearbeiten]

Die dazugehörige Haftara ist 1. Könige 3,15–4,1 bzw. am Schabbat Chanukka Secharja 2,14–4,7.

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Sander: In: Jüdisches Lexikon. Band IV/1, Berlin 1927, Artikel „MIKKEZ“, S. 176–177.