Mobility Carsharing

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Mobility Genossenschaft[1][2]
Logo Mobility
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 2. Mai 1997
Sitz Luzern, Schweiz
Mitarbeiter 182 (2012)
Umsatz 70.8 Mio. CHF (2012)
Branche Carsharing
Website www.mobility.ch

Die Mobility Genossenschaft (auch Mobility Carsharing oder kurz Mobility genannt), ist das marktführende Schweizer Carsharing-Unternehmen mit Hauptsitz in Luzern. Mobility bietet 2650 Fahrzeuge an 1380 Standorten für Privatkunden sowie Mobilitätslösungen für Firmen an.

Ziele[Bearbeiten]

Das Unternehmen bezweckt laut Handelsregister-Eintrag «(…) durch gemeinsame Selbsthilfe den energie-, rohstoff- und umweltschonenden Betrieb von Fahrzeugen aller Art und Erbringen von Dienstleistungen im Bereich der Mobilität im In- und Ausland; zur Verfügung stellen von Fahrzeugen aller Art zur entgeltlichen Nutzung als ökologische und ökonomische Alternative zum privaten Eigentum (…)».[2]

Durch die Kombination von öffentlichem und privatem Verkehr soll den Genossenschaftern, Mitgliedern und weiteren Kunden die Möglichkeit gegeben werden, das jeweils geeignetste Transportmittel zu wählen.

Kennzahlen[Bearbeiten]

Mobility verfügt über 2650 Fahrzeuge an 1380 Standorten in 500 Ortschaften der Schweiz und zählt gut 105'000 Kunden (Stand 2012), von welchen 49'300 Genossenschafter sind.[3] Das Unternehmen hat 180 Mitarbeitende bei einem Umsatz von 70.8 Millionen Schweizer Franken. Laut einer Studie des Bundesamts für Energie ist Mobility das größte Carsharing-Unternehmen Europas.[4]

Flotte[Bearbeiten]

Die Fahrzeugflotte umfasst Alltagsfahrzeuge in neun Kategorien, die von sparsamen Kleinwagen über Cabriolets bis hin zu Kleintransportern reichen. Die kräftige rote Farbe macht dabei den zentralen Wiedererkennungswert des Unternehmens in der Schweiz aus. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Faktor beim Fahrzeugmanagement von Mobility: Die Gesamtflotte erreicht laut Eigenangaben einen Durchschnittsausstoß von 120 g CO2/km, die angekauften Neufahrzeuge von 110 g CO2/km. Damit übertrifft Mobility die Vorgaben des Staates für 2015 bereits im Jahr 2012 um 15 Prozent. [5]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Die Fahrzeuge werden über das Internet, telefonisch oder via Mobiltelefon reserviert. Das ist rund um die Uhr und kurzfristig möglich. Die Reservation wird innert weniger Minuten via SMS auf das Fahrzeug übertragen. Anschließend kann das Fahrzeug mit der Mobility-Card geöffnet und verwendet werden. Einige Fahrzeugtypen sind für den komplett schlüssellosen Betrieb ausgerüstet. Nach der Rückgabe übermittelt der Bordcomputer dem zentralen System ebenfalls via SMS die Fahrdaten für die Fahrtenabrechnung. Verrechnet werden Gebühren für die Anzahl gefahrener Kilometer und für die Benutzungsdauer. Sämtliche Kosten für Benzin, Autoversicherung, Steuern, Wartung und Abschreibung sind darin inbegriffen.

Standorte[Bearbeiten]

Mobility stellt Fahrzeuge vorzugsweise an Bahnhöfen und in Ballungsräumen zur Verfügung. Dies begründet sich mit den Kooperationen mit verschiedenen Betrieben des öffentlichen Verkehrs im Bereich der Anschlussmobilität. So befinden sich allein an SBB-Bahnhöfen über 40 Prozent der Mobility-Autos. Damit wird die Kombination von öffentlichem Verkehr und Auto bezweckt. [6]

Angebote[Bearbeiten]

Mobility spricht mit ihren Abonnementen und Angeboten verschiedene Zielgruppen an. Privatkunden haben die Möglichkeit, Genossenschafter zu werden oder Jahres-/ Testabos zu lösen. Sie profitieren dabei oft von Vergünstigungen, falls sie ebenfalls Abonnemente bei Partner-Tarifverbünden (z. B. Zürcher Verkehrsverbund) besitzen.

Im Bereich Firmenmobilität bietet Mobility zwei verschiedene Lösungen an. Im Rahmen des Angebots «Business Carsharing» nutzen Firmen Mobility-Autos – vom punktuellen Einsatz bis hin zu Exklusivfahrzeugen am Unternehmenssitz. «Mobility Poolcar-Sharing» hingegen rüstet bereits bestehende Unternehmensflotten mit Carsharing-Technologie aus und erlaubt somit betriebsinternes Carsharing. Weiterführende Services wie Schadenmanagement und Wartung sind ebenfalls in das Angebot integriert. Verschiedene Unternehmen haben ihre Fahrzeugflotte ganz oder teilweise an Mobility ausgelagert. Dazu gehören beispielsweise die Migros (seit 1998), ABB oder die Schweizerische Post (seit 2006).

Umwelt[Bearbeiten]

Laut einer Interface-Studie [7] würden sich 22 % der Privat- und über 50 Prozent der Geschäftskunden ohne Mobility ein eigenes Auto kaufen. Damit wären rund 23’000 zusätzliche Autos auf den Schweizer Straßen unterwegs, für die 35’000 Parkplätze benötigt würden. Die Studie zeigt zudem auf, dass Carsharing einen positiven Effekt auf den Energieverbrauch hat: Der CO2-Ausstoß verringert sich jährlich um 18’000 Tonnen. Mobility lässt ihren jährlichen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht von der Global Reporting Initiative prüfen und erreichte im 2012 Anwendungsebene B.

Kooperationen[Bearbeiten]

Das Unternehmen kooperiert mit verschiedenen Betrieben des öffentlichen Verkehrs, die Standplätze an Bahnhöfen zur Verfügung stellen und Angebote des kombinierten Verkehrs vermarkten. Dazu gehören unter anderem:

Des Weiteren bestehen Kooperationen mit den Autovermietungen Hertz (1997) und Avis (2005), die den Mobility-Mitgliedern vergünstigte Mietkonditionen anbieten.

Geschichte[Bearbeiten]

Mobility entstand 1997 durch die Fusion der beiden Schweizer Carsharing-Genossenschaften AutoTeilet-Genossenschaft (ATG) und ShareCom. Diese Vorläuferunternehmen wurden beide 1987 gegründet, die ATG in Stans und die ShareCom in Zürich. Bereits 1991 kooperierten die beiden Unternehmen und ermöglichten ihren Mitgliedern die gegenseitige Nutzung der Fahrzeuge. Im selben Jahr beteiligten sie sich bei der Gründung des Vereins European Car Sharing (ECS). 1996 übernahm die ATG die Genfer Genossenschaft CopAuto (gegründet 1993). Die ShareCom entwickelte im gleichen Jahr die ersten Bordcomputer.

Das aus der Fusion von ATG und ShareCom 1997 neu entstandene Unternehmen Mobility CarSharing mit rechtlichem Hauptsitz in Zürich umfasste 17'400 Kunden und 760 Fahrzeuge. In der Folge wurde die technische Weiterentwicklung des Reservationssystems vorangetrieben: Die Fahrzeuge wurden mit Bordcomputern ausgerüstet, und die Mitglieder erhielten eine Chipkarte (Mobility-Card). Gleichzeitig wurde die Reservation über das Internet eingeführt. Die kostspieligen technischen Einrichtungen bedeuteten eine große finanzielle Belastung, sodass im Jahr 2000 ein Sanierungsprogramm notwendig wurde.

Seither steigerte Mobility sowohl die Anzahl der Genossenschafter und Kunden als auch der eingesetzten Fahrzeuge und Standorte kontinuierlich. Diverse Kooperationen wurden lanciert oder ausgebaut.

Per 1. Oktober 2007 wurde der rechtliche Sitz nach Luzern verlegt, wo sich bereits der operative Hauptsitz der Genossenschaft befand.

Tochtergesellschaft[Bearbeiten]

Mobility vertreibt über die Tochterfirma Mobility International AG (gegründet 2001 als Mobility Support AG) ihr selbst entwickeltes Buchungssystem MobiSys 2.0 sowie ihr Know-how in Flottenmanagement und Marketing.

Literatur[Bearbeiten]

  • CarSharing in der Schweiz - eine bewegte Erfolgsgeschichte, (Buch von Werner Hadorn, erschienen im Verlag Smart Books)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. a b Handelsregister des Kantons Luzern. Handelsregisteramt des Kantons Luzern. Abgerufen am 23. April 2012.
  3. http://www.mobility.ch/files/pdf2/Geschaeftsbericht_2011_D1.pdf
  4. Bundesamt für Energie: Evaluation Car-Sharing, September 2007
  5. http://www.mobility.ch/files/pdf2/Geschaeftsbericht_2011_D1.pdf
  6. http://mct.sbb.ch/mct/fr/reisemarkt/services/zum-bahnhof/carsharing.htm?=
  7. http://www.mobility.ch/de/pub/footer/medien/medienmitteilungen/mobility-spart-parkplaetze.htm