NVA (Film)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | NVA |
| Originaltitel: | NVA |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 2005 |
| Länge: | ca. 94 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK 6 |
| Stab | |
| Regie: | Leander Haußmann |
| Drehbuch: | Thomas Brussig Leander Haußmann |
| Produktion: | Claus Boje |
| Musik: | Paul Lemp Marcel Blatti |
| Kamera: | Frank Griebe |
| Schnitt: | Hansjörg Weißbrich |
| Besetzung | |
|
|
NVA ist eine Filmkomödie, die vom Leben in der Nationalen Volksarmee in der Endphase der DDR handelt. Regisseur Leander Haußmann und Drehbuchautor Thomas Brussig verarbeiten darin Brussigs eigenen Erfahrungen und Erlebnisse während seines Wehrdienstes in der NVA. Hauptdarsteller ist der frühere Sänger der Band Echt, Kim Frank, der den sensiblen Wehrdienstleistenden Henrik Heidler spielt. Ihm zur Seite steht der Draufgänger Krüger, gespielt von Oliver Bröcker. Gedreht wurde der Film in der ehemaligen Heidekaserne der Chemischen Truppen der DDR in Bad Düben.
Auf parodistische Weise werden die Riten und Schikanen des NVA-Alltags sowohl von Seiten der Offiziere als auch durch die älteren Wehrpflichtigen dargestellt. Nachdem sich die bisherige Freundin des Hauptcharakters von ihm getrennt hat, ist er auf der Suche nach einer neuen Freundin, was im Leben eines Wehrpflichtigen in der DDR kaum möglich erscheint. Bei einer Übung lernt er jedoch ein junges Mädchen kennen, das sich als die Tochter des Standortkommandanten entpuppt. Damit hat auch eine Liebesgeschichte Platz im Film.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Kritiken
„Haußmann sucht alles andere als die Abrechnung mit dem DDR-Kommiss. In Ordnung. Nur: Viel mehr als eine amüsante, theaterhaft überspitzte Nummernrevue ist 'NVA' nicht geworden. Wo sich konfliktträchtige Szenen allzu leicht in Wohlgefallen auflösen, bleibt die Satire auf der Strecke. Fazit: Flottes Ost-Schmunzelstück über den real existierenden Soldaten-Sozialismus. – So war die NVA? Wohl kaum. Spaß macht die Militär-Groteske aber in jedem Fall“
– Dirk Ottelübbert: TV TODAY
„Haußmann baut Spannung auf, flicht running gags ein und weiß dann nichts damit anzufangen. Mag sein, dass er die NVA-Gurkentruppe auf diese Weise kongenial ins Bild setzen möchte. Was aber nichts daran ändert, dass die Sprengkraft seiner Komik verpufft. Jede Pointe ein Rohrkrepierer.“
– Der Tagesspiegel
„Allerdings wirkt es bei der Fülle der Episoden schnell so, als sei der Armeedienst spannend und abwechslungsreich gewesen, wie ein Ferienlageraufenthalt, dabei war er genau das Gegenteil.“
– Die Tageszeitung
„NVA ist ein zutiefst rhetorischer Film; und auch die Tristesse der DDR ist hier einmal mehr unübertroffen rekonstruiert; aber einige der Schauspieler sind fabelhaft, allen voran Oliver Bröcker als Krüger. Seinetwegen sollte man sich diesen Film nicht entgehen lassen, dessen Dringlichkeit sich ansonsten nicht erschließt.“
– Berliner Zeitung
„Haußmann erzählt seine Geschichte so farblos und unspezifisch, daß noch der Mauerfall wie eine Verlegenheitslösung wirkt, die dem Ganzen zu einem Schluß verhilft.“
– Frankfurter Allgemeine Zeitung
Zumindest am Anfang des Films sind deutliche Anspielungen auf den Film Full Metal Jacket erkennbar, die sich durch Krüger als aufsässiger Rekrut beim Begrüßungsappell, Heidlers Rezitieren des Warrior's Creed und Krügers Bitte um Hilfe beim Durchladen in der Kombüse ausdrücken.
[Bearbeiten] Erfolg
In Deutschland sahen rund 800.000 Zuschauer den Film im Kino.
[Bearbeiten] Musik
Eher untypisch für den Film sind die enthaltenen Musikstücke: So ist schon zu Anfang des Films Bad Moon Rising von Creedence Clearwater Revival zu hören. Für Insider (Ex-DDR-Bürger) ist dieser Song allerdings ganz eng mit der Wehrdienstzeit verbunden (Text damals: „Abschied von Sex und geilen Weibern, Abschied von Hasch und LSD, Abschied von allem, was wir lieben, Scheiße wir müssen zur Armee“). Die Berliner Band Element of Crime steuert zwei Titel bei: Eine Neuaufnahme des englischen Volksliedes My bonnie is over the ocean sowie eine Coverversion von Bob Dylans It's all over now, baby blue. Weiterhin gibt es – als Referenz für die „Verherrlichung der Obdachlosigkeit beim Klassenfeind“ – eine Diskussion über das Stück Ein Bett im Kornfeld von Jürgen Drews.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 2006
- Deutscher Kamerapreis in der Kategorie Schnitt Kinospielfilm an Hansjörg Weißbrich
- DVD Champion in der Kategorie Deutscher Film

