Nisga’a

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Willkommen im Land der Nisgaa
Flagge der Nisga’a

Die Nisga'a sind eine kanadische First Nation (Indianer) im Nordwesten der Provinz British Columbia, genauer im Tal des Nass River. Zu ihr gehören etwa 6.000 Menschen, die sich auf vier Dörfer und drei städtische Zentren verteilen. Neben Vancouver, Prince Rupert und Terrace lebt der Kern des Stammes (etwa 2500 Menschen) in den Dörfern Gitlakdamix (New Aiyansh), Gitwinksihlkw (Canyon City), Laxgalts'ap (Greenville) und Gingolx (Kincolith), die am Nass River liegen.

Traditionell bilden vier Klane den Stamm: Ganhada (Rabe), Gispwudwada (Orca), Laxgibuu (Wolf) und Laxsgiik (Adler). Zu den vier Dörfern bzw. den dazugehörigen Stämmen gehörten entsprechend den Listen des Department of Indian Affairs and Northern Development im Juli 2009 genau 5.746 als Status-Indianer anerkannte Menschen (davon im Reservat, in einem anderen Reservat, außerhalb des Reservats)[1]:

  • Nisga'a Village of Gingolx ((Kincolith)) 387, 66, 1487, zusammen 1.940
  • Nisga'a Village of Gitwinksihlkw (Canyon City) 181, 26, 177, zusammen 384
  • Nisga'a Village of Laxgalt'sap (Greenville) 530, 49, 1076, zusammen 1.655
  • Nisga'a Village of New Aiyansh (Gitlakdamix) 842, 48, 877, zusammen 1.767

Vulkanexplosion und Zerstörung der Dörfer[Bearbeiten]

Lavafeld im Gebiet der Nisgaa (Nisga'a Memorial Lava Bed Park)

Um 1760 ereignete sich einer der letzten Vulkanausbrüche in Kanada. Dabei zerstörten die Lavaströme zwei Dörfer und töteten mehrere tausend Menschen. An diese Katastrophe erinnert der Anhluut'ukwsim Laxmihl Angwinga'asanskwhl Nisga'a Provincial Park (ehemals Nisga'a Memorial Lava Bed Provincial Park), der sich über 179 km² erstreckt. Nach Auffassung der Nisga'a wurde die Zerstörung durch Respektlosigkeit gegenüber der Natur ausgelöst. Gwaxts'agat, ein übernatürliches Wesen, kam aus den Bergen, um den Lavastrom mit den starken Winden aus seiner Nase zu stoppen.

Einwanderungswellen, Kampf gegen Überfälle[Bearbeiten]

Die Nisga'a führen sich auf mehrere Einwanderungswellen aus dem Nordwesten zurück. Das Tal des Nass River bot reichhaltige Jagd- und Sammelmöglichkeiten und war wohl schon früh vergleichsweise dicht bevölkert. Einige dieser Plünderergruppen blieben und bildeten im Laufe der Generationen Verwandtschaftsverhältnisse untereinander aus.

Die Mündung des Nass River an der Pazifikküste bot auch für Haida und Tsimshian ein verlockendes Einfalltor ins Hinterland. So blieb die westlichste Siedlung der Nisga'a, Ging̱olx̱, meist unbewohnt. Jedoch gelang es den Nisga'a, eine Haida-Gruppe im Kampf umzubringen, und sie hängten ihre Skalps zur Abschreckung an Pfähle. Ging̱olx heißt dementsprechend nichts anderes als „Ort der Skalps“.

Israel Sgat'iin, Verteidigung der Fischrechte im Nass[Bearbeiten]

Traditionelles Nisga'a-Haus in New Ayanish

Als bedeutendster Häuptling gilt Israel Sgat'iin, der sich als einziger Nisga'a mit einem Grizzlypelz schmücken durfte.[2]

In den 1860er Jahren verteidigten die Nisga'a ihre Fischrechte im Nass River gegen die benachbarten Tsimshian. Das britische Kanonenboot Sparrowhawk wurde entsandt und erzwang einen Friedensschluss, der unter dem Namen Sparrow Hawk Treaty unterzeichnet wurde.[3]

Der Nisga'a-Vertrag[Bearbeiten]

Einer der herausragenden Verfechter der Landrechte des Stammes wurde Frank Arthur Calder (1915-2006), der als erster Indianer 1949 in ein kanadisches Parlament einzog. Er setzte 1967 bis 1973 vor dem Obersten Gerichtshof im Fall Calder vs. British Columbia die grundsätzliche Anerkennung indianischer Landrechte durch. Dies geschah in Anerkennung der Royal Proclamation von 1763.[4]

Grundschule

Am 11. Mai 2000 schlossen die Nisga'a als erster Stamm mit der Provinzregierung von British Columbia und der Regierung von Kanada einen entsprechenden Landrechtevertrag. Darin wurden rund 2.000 km² Land als Gebiet des Stammes anerkannt. Dazu wurde ein Wasserschutzgebiet und der Bear Glacier Provincial Park geschaffen.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

Derzeit entsteht ein Nisga'a Museum & Cultural Centre, das rund 300 Exponate birgt. Dieses Kulturzentrum dient neben wissenschaftlichen und Ausstellungszwecken der Förderung des Tourismus. Auch der Lavapark ist dafür zugänglich gemacht worden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jonathan R. Dean: The 1811 Nass River Incident: Images of First Conflict on the Intercultural Frontier, in: Canadian Journal of Native Studies 13/1 (1993) 83-103
  • Stephen A. McNeary: Where Fire Came Down: Social and Economic Life of the Niska, Dissertation am Bryn Mawr College, Bryn Mawr, Pennsylvania 1976
  • E. Palmer Patterson: Mission on the Nass: The Evangelization of the Nishga (1860-1890), Waterloo, Ontario: Eulachon Press 1982
  • Daniel Raunet: Without Surrender, without Consent: A History of the Nisga’a Land Claims, überarbeitete Aufl., Vancouver: Douglas and McIntyre 1996
  • Alex Rose: Spirit Dance at Meziadin: Chief Joseph Gosnell and the Nisga'a Treaty, Madeira Park: Harbour Publishing 2000

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach den Angaben des Department of Indian Affairs and Northern Development: [1].
  2. Ein Foto des Häuptlings findet sich in den British Columbia Archives: Katalognummer HP087678
  3. Nisga'a Tribal Council. Annual Convention Book, New Ayansh 1991, S. 146.
  4. Hier findet sich die Entscheidung des Supreme Court vom 31. Januar 1973: [2].