Kanadisches Englisch

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Das kanadische Englisch (Canadian English) ist die in Kanada gesprochene Variante der englischen Sprache. 17,1 Millionen Kanadier (60 % der Gesamtbevölkerung) verwenden Englisch als ihre Muttersprache und insgesamt 24 Millionen Kanadier (84 %) können Englisch sprechen (Volkszählung von 1996). Das kanadische Englisch steht dem amerikanischen Englisch näher als dem britischen Englisch, weist jedoch auch einige bedeutende Eigenheiten auf.[1] Für Europäer sind einige dieser Merkmale oft nur schwer vom Amerikanischen Englisch zu unterscheiden (ähnlich den Unterschieden zwischen australischem und neuseeländischem Englisch), jedoch sind sie für Kanadier oft salient, das heißt hervorstechend und damit auch identitätsbildend.

Rechtschreibung[Bearbeiten]

Eine allgemein anerkannte standardisierte Rechtschreibung für das kanadische Englisch gibt es nicht. Im Vergleich zu anderen englischsprachigen Nationen sind Kanadierinnen und Kanadier toleranter im Umgang mit fremden Schreibweisen und verwenden diese (d.h. aufgrund der geographischen Situation v.a. die der USA) zum Teil sogar selbst.[2] Die Vorlagen der Nachrichtenagentur Canadian Press wirken sich jedoch normativ aus und werden von den meisten Printmedien Kanadas befolgt. Die Mitschriften der kanadischen Parlamentssitzungen werden ebenfalls gelegentlich zum Vorbild genommen, oft auch die Vorgaben des Canadian Oxford Dictionary.

In der Rechtschreibung nimmt das kanadische Englisch eine Mittelstellung zwischen den britischen und amerikanischen Gepflogenheiten ein.

  • Aus dem Französischen entlehnte Wörter, die im amerikanischen Englisch auf -or und -er enden (z.B. flavor oder center), behalten die britische Schreibweise bei: flavour, centre. Im Gegensatz dazu verwenden Kanadier ebenfalls die britische Schreibung in Wörtern wie defence oder offence (im Amerikanischen (und Französischen) dagegen defense (défense) und offense).
  • Auch beim Anhängen eines Suffix an einen vorausgehenden Konsonanten folgt das Kanadische der britischen Rechtschreibung: Diese werden in Wörtern wie cancelled, travelling und controllable immer gedoppelt. Den US-amerikanischen Regeln nach findet eine solche Verdopplung nur statt, wenn die vorausgehende Silbe betont ist; deshalb wird in diesem Falle nur ein „l“ in canceled und traveling geschrieben, jedoch bleibt es controllable zweifach vorhanden.
  • Entgegen dem britischen Englisch, welches bei Verben neben der Endung -ise/-yse auch -ize/-yze erlaubt, ist letztere im kanadischen – wie auch im amerikanischen – die weitaus gebräuchlichere.

Die britische Schreibweise wird außerdem bei den Wörtern cheque, grey, jewellery, storey und sulphur befolgt; bei aluminum, artifact, jail, curb, specialty, tire und carburetor hat sich hingegen die amerikanische Schreibung durchgesetzt.

In den meisten anderen Fällen unterscheiden sich die kanadische und US-amerikanische Rechtschreibung von der britischen. Manchmal verwenden Kanadier jedoch auch beide Schreibweisen (bspw. plow AE und plough BE), wobei sich in seltenen Fällen Bedeutungsunterschiede ergeben; Beispiel: Das Wort programme wird im Theater oder Konzerthaus verwendet; ansonsten wird es im kanadischen Englisch wie im Amerikanischen zu program (z.B. wenn es sich um eine Fernsehsendung handelt).

Grammatik (Morphologie und Syntax)[Bearbeiten]

Studien in diesem Bereich gibt es seit den 1950ern. Eine aktuelle, soziolinguistische Einführung im Bereich Grammatikvariation (unter anderem), gibt es in der Arbeit von Sali Tagliamonte und, Ende 2011, in Dialect Topography: A Research Handbook.[3]

Phonetik und Phonologie[Bearbeiten]

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siehe auch: Aussprache des amerikanischen Englisch

Als Teil der nordamerikanischen Standardvarietäten der englischen Sprache steht das kanadische Englisch dem US-amerikanischen (General American) im Bereich der Phonetik wesentlich näher als den Standardvarietäten Englands, Neuseelands, Südafrikas usw. So verfügen beide über einen rhotischen Akzent und die hervorstechende Eigenschaft des Flapping (d.h., „d“, „t“ und „tt“ werden zwischen zwei Vokalen, wenn der zweite unbetont ist, (und bei „d“ auch nach [ɹ]) wie [ɾ] ausgesprochen).

Die vielleicht wichtigste Eigenheit stellt das sogenannte Canadian Raising dar: Bestimmte Diphthonge werden vor stimmlosen Konsonanten (wie [p], [t] oder [s]) „angehoben“ (engl. raised). Dies betrifft typischerweise vor allem [aɪ̯], welcher zu [ʌɪ̯] wird, und [aʊ̯], der im westlichen Teil Kanadas als [ʌɪ̯] und Zentralkanada meist als [ɛʉ̯] ausgesprochen wird. Allen sich nach Gebiet unterscheidenden Aussprachemöglichkeiten bleibt jedoch gemein, dass das Phonem [a] (ein deutsches „A“) zu einem der Laute „ʌ“ (wie in „cut“), „ɐ“ (wie im dt. Wort „aber“) oder „ɛ“ (wie im dt. Wort „echt“) abgewandelt wird. Beispiel: rider [ˈɹaɪ̯ɾɚ] im Vergleich zu writer [ˈɹʌɪ̯ɾɚ] Aussprache?/i

siehe hierzu ausführlicher: Englische Wikipedia

Der Atlas of North American English (Labov, Ash and Boberg (2006) und Boberg (2010)) liefert die besten, empirischen Details zur Phonologie und Phonetik des Kanadischen Englisch und seiner Varianten.

Pragmatik (Sprachgebrauch)[Bearbeiten]

Studien sind verfügbar, jedoch fehlt in diesem neueren Forschungsbereich noch eine umfangreiche Zusammenfassung. Der Modalpartikel "Eh" wurde unter anderem in Gold and Tremblay (2006) untersucht, und dieser Partikel spielte auch eine Rolle in der US-Amerikanischen Berichterstattung zur Olympiade in Vancouver.[4][5]

Wortschatz[Bearbeiten]

Wegen der Nachbarschaft zum Französischen in Kanada gibt es im kanadischen Englisch einige Gallizismen wie z. B. das Wort tuque vom kanadisch-französischen Wort für Mütze. Besonders viele Gallizismen verwenden die Anglo-Quebecer, die ein Geschäft mit besonders langen Öffnungszeiten einen depanneur oder die Autobahnen autoroute nennen.

Die umfangreichste Sammlung findet sich im Dictionary of Canadianisms on Historical Principles (Avis et al. 1967), das an der University of British Columbia in Vancouver seit 2006 überarbeitet wird (www.dchp.ca).[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Die heute nahezu ausgestorbene kanadisch-gälische Sprache war um die Mitte des 19. Jahrhunderts die dritthäufigste Sprache Kanadas.

Literatur[Bearbeiten]

  • Algeo, John (ed.) (2001), The Cambridge History of the English Language VI: English in North America, Cambridge: Cambridge University Press.
  • Canadian Raising: O'Grady and Dobrovolsky, Contemporary Linguistic Analysis: An Introduction, 3rd ed., pp. 67-68.
  • Canadian English: Editors' Association of Canada, Editing Canadian English: The Essential Canadian Guide, 2nd ed. (Toronto: McClelland & Stewart, 2000).
  • Canadian federal government style guide: Public Works and Government Services Canada, The Canadian Style: A Guide to Writing and Editing (Toronto: University of Toronto Press, 1998).
  • Canadian newspaper and magazine style guides:
  • Canadian usage: Margery Fee and Janice McAlpine, Guide to Canadian English Usage (Toronto: Oxford University Press, 2001).


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Boberg, Charles. 2010. The English Language in Canada. S. 104. Cambridge: Cambridge University Press.
  2. Bond, Karen. Differences between British, Canadian and American Spelling
  3. Chambers, J. K. and Stefan Dollinger. forthc [2011]. Dialect Topography: A Research Handbook. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins.
  4. Willy Geist, Stefan Dollinger: Today in Vancouver (Video) MSNBC. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  5. Gold, Elaine and Michelle Tremblay. 2006. In Canadian Journal of Linguistics.
  6. Dollinger, Stefan. 2006. http://www.let.leidenuniv.nl/hsl_shl/DCHP-2/DCHP-2/DCHP-2.htm