Gilgit-Baltistan

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گلگت بلتستان
Gilgit-Baltistan
Basisdaten
Hauptstadt: Gilgit
Status: Sonderterritorium unter Bundesverwaltung
Fläche: 72.520 km²
Einwohner: ca. 1.126.542 (2006)
Bevölkerungsdichte: ca. 15,5 Einw./km² (2006)
ISO 3166-2: PK-NA
Karte
Sindh Belutschistan Islamabad Stammesgebiete unter Bundesverwaltung Kypher Pakhtunkhwa Punjab Gilgit-Baltistan (de-facto Pakistan - von Indien beansprucht) Siachen-Gletscher: de-facto unter Kontrolle der indischen Streitkräfte (von Pakistan als Teil von Gilgit-Baltistan beansprucht) Asad Jammu und Kaschmir (de-facto Pakistan - von Indien beansprucht) de-facto Indien (von Pakistan beansprucht und als "von Indien verwaltetes Jammu und Kaschmir" bezeichnet) de-facto China (von Indien beansprucht) de-facto China (von Indien beansprucht) Iran Turkmenistan Usbekistan Afghanistan Tadschikistan Indien Nepal ChinaLage in Pakistan
Über dieses Bild

Gilgit-Baltistan (Urdu ‏گلگت بلتستان‎, Gilgit-Baltistān), bis zum 29. August 2009 Nordgebiete (englisch Northern Areas, Urdu ‏شمالی علاقہ​جات‎, Šumālī ‘ilāqajāt) genannt,[1] ist ein pakistanisches Sonderterritorium im äußersten Norden des Landes. Es ist keine Provinz Pakistans, sondern ein Teil der zwischen der Volksrepublik China, Indien und Pakistan umstrittenen Region Kaschmir.

Lage[Bearbeiten]

Gilgit-Baltistan grenzt an die zu Pakistan gehörende teilautonome Region Asad Kaschmir, an die Provinz Khyber Pakhtunkhwa, an Afghanistan, die Volksrepublik China und den indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden). Die Grenze zu Indien ist die Line of Control (LOC), die 1949 von der UNO (UNCIP/UNMOGIP) festgelegt wurde. Sie war in allen Kaschmirkriegen, zuletzt dem Kargil-Krieg (Dritter Kaschmirkrieg), einem verlustreichen Hochgebirgskrieg mit Kampfzonen bis auf 5.000 Meter, wieder umkämpft, im Waffenstillstand von 1999 zog man sich aber wieder auf den Stand von 1972 zurück. Seitdem herrscht Spannung mit einzeln aufflackernden Zwischenfällen.

Distrikte, Verwaltungsaufteilung[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung
Gebietsteil Distrikt Fläche (km²) EW (1998) Hauptorte
Baltistan Ghanche 9.400 88.366 Khaplu
Skardu 18.000 214.848 Skardu
Gilgit Gilgit 39.300 383.324 Gilgit
Diamir 10.936 131.925 Chilas
Ghizer 9.635 120.218 Gahkuch
Astore 8.657 71.666 Gorikot
Hunza-Nagar Sikandarabad
Gilgit-Baltistan insg. 7 Distrikte 72.971 970.347 Gilgit

Landschaft[Bearbeiten]

Karte von Kaschmir (2004)

Die Areale werden in die nordwestliche Region Gilgit und die südöstliche Region Baltistan gegliedert.

Die Region gehört hauptsächlich zum Karakorum, mit K2 (Godwin Austen, 8611 m), Gasherbrum-Gruppe (Hidden Peak: 8080 m, Broad Peak: 8051 m, Gasherbrum II: 8034 m), Distaghil Sar (7885 m), Masherbrum (7821 m), Rakaposhi (7788 m), der Nordwesten zum Hindukusch, höchste Gipfel sind Tirich Mir (7690 m), Istor-o-Nal (7403 m). Der Südteil ist vom Oberlauf des Indus durchflossen, und die Berge südlich davon zählt man schon zum Himalaya, mit dem Nanga Parbat (8125 m) als Hauptgipfel. Insgesamt liegen in der Region in den heutigen Grenzen also 5 der 14 Achttausender der Erde.

Die ganzen Areale weisen die typische Vegetation der Hochgebirge auf, die Täler sind tief eingeschnitten. Das Industal verlässt die Region bei eines Seehöhe von 1000 m, bei Jalipur, nur 20 km vom 8000er Nanga Parbat entfernt, hat es 1400 m, beim Eintritt in die Region in der Nähe des indischen Kargil 2400 m. Weiter wichtige Täler sind das des Gilgit, eines Nebenflusses des Indus aus dem Hindukusch, und das von dessen Nebenfluss Hunza, der aus Norden vom Khunjerab-Pass (4733 m) an der Grenze zu China kommt.

Bevölkerung und Verkehr[Bearbeiten]

Die Besiedlung ist sehr dünn. Die einzige bedeutende Stadt ist Gilgit am Gilgit-Fluss. Hauptsächlich gesprochene Sprachen sind Urdu, Shina und Balti. Die Mehrzahl der Bewohner sind Muslime, wobei die Schiiten die Mehrheit stellen, während Pakistan insgesamt eher sunnitisch geprägt ist. Außerdem sind Ismailiten und sufistische Traditionen stark vertreten.

Durch die Nordgebiete verläuft der Karakorum Highway – von Kaschgar kommend – vom Khunjerab-Pass über das Hunzatal, den unteren Gilgit und das Industal, und führt dann weiter nach Havelian zwischen Islamabad und Peschawar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Cabinet approves ‘Gilgit-Baltistan Empowerment and Self-Governance Order 2009’" 29 August 2009 Associated Press of Pakistan

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gilgit-Baltistan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien