Oensingen–Balsthal-Bahn

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OeBB ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die Bedeutungen von ÖBB siehe ÖBB (Begriffsklärung).
Oensingen–Balsthal-Bahn
Strecke der Oensingen–Balsthal-Bahn
Streckenlänge: 4.01 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16.7 Hz ~
Maximale Neigung: 12 
Minimaler Radius: 250 m
Streckenprofil 412 (Oensingen–Balsthal)
Strecke – geradeaus
Gäubahn von Solothurn
Bahnhof, Station
0.00 Oensingen Keilbahnhof 462 m ü. M.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Gäubahn nach Olten
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Anschlussgleis
   
1.52 Maiacker stillgelegt 469 m ü. M.
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
2.62 Anschlussgleis Von Roll Klus
Bahnhof, Station
2.62 Klus 481 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
3.32 Thalbrücke 483 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenende
4.01 Balsthal 489 m ü. M.
   
Depot

Die Oensingen–Balsthal-Bahn AG (offizielle Initialen OeBB, zur Unterscheidung von den Österreichischen Bundesbahnen ÖBB[1][2]) mit Sitz in Balsthal ist eine private Eisenbahngesellschaft der Schweiz. Ihre gut vier Kilometer lange, normalspurige Strecke führt von Oensingen nach Balsthal.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon früh entstand der Wunsch, durch die Klus von Balsthal und unter dem Passwang oder Unteren Hauenstein hindurch eine Bahnverbindung mit Basel herzustellen. Im Jahr 1873 wurde auch mit dem Bau der Wasserfallenbahn zwischen dem Baselbieter Ort Reigoldswil und dem Solothurner Ort Mümliswil hinter Balsthal begonnen, aber nach einem Jahr musste der Bau am Tunnel und der Zufahrtsstrecken wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt werden.

In den 1890er Jahren suchte die Industrie von Balsthal-Klus (Von Roll) einen Anschluss an die Jurafusslinie in Oensingen. Am 17. Juli 1899 konnte die kurze Stichbahn ihren Betrieb aufnehmen. Seit 1943 ist die Strecke der OeBB komplett elektrifiziert.

Heute[Bearbeiten]

Bahnhof Oensingen links OeBB rechts SBB
OeBB-Triebwagen der Baureihe RBDe 4/4 im Bahnhof Klus

Mit der Inbetriebnahme von Bahn 2000 bzw. dem Verkehrskonzept «Thal 2005» wurde ein Halbstundentakt eingeführt, welcher in Spitzenzeiten von Postautokursen ergänzt wird, ganz im Gegensatz zur vorherigen Situation, wo die Postautokurse die Regel waren und zu Spitzenzeiten die Bahn fuhr. Als Zug wurde dabei eine RBe 540-Pendelzugskomposition verwendet, bestehend aus dem Triebwagen RBe 540 selbst, einem Steuerwagen BDt und einem AB-Wagen. Die Aussenanschriften des von den SBB übernommenen Pendelzugs wurden auf OeBB geändert, die Lackierung wurde beibehalten. Seit der Übernahme einer NPZ-Prototyp-Garnitur von den SBB 2007/2008 verkehrt in der Regel diese mit dem RBe-540-Pendelzug als Ersatz.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Die OeBB verfügt über viele alte SBB- und BLS-Fahrzeuge und kann damit auch Nostalgiefahrten anbieten, so etwa mit dem «Roten Pfeil».

Lokomotiven
  • E 3/3 2 (1899)
    Originallokomotive (Neufahrzeug) der OeBB
  • E 3/3 1 (1909), Übernahme 1976; ex KLB
  • De 6/6 15301 (1926) «Seetalkrokodil»; ex SBB
  • Ce 2/2 102 (1944)
  • Ce 2/2 103 (1947)
  • Em 4/4 20, Übernahme 2004; ex BLS
  • Em 4/4 22, Übernahme 2004; ex BLS
Triebwagen
  • ABDe 4/8 244 (1945), Übernahme 1991
    ex BLS ABDe 4/8 744 früher 742, jetzt im Bahnmuseum Kerzers/Kallnach
  • ABDe 4/8 245 (1945), Übernahme 1991, Abbruch 2005
    ex BLS ABDe 4/8 745 früher 741
  • ABDe 4/8 ohne Nummer (1946), Übernahme 1991, Verkauf 1994
    ex BLS ABDe 4/8 743 wurde 1991 ebenfalls übernommen und 1994 an die RVT verkauft (heute: ABDe 537 313)
  • RBe 2/4 202 (1938) «SBB Roter Pfeil», Übernahme 1974
    ex SBB CLe 2/4 207 (1938), später RBe 2/4 1007
  • RFe 4/4 601 (1944), Übernahme 1994
    ex SBB RFe 4/4, später BT 51, BT 25, dann SZU 51
  • BDe 4/4 641 (1954), Übernahme 1997
    ex SBB BDe 4/4 1641
  • BDe 4/4 651 (1954), Übernahme 1997
    ex SBB BDe 4/4 1651
  • BDe 576 ? (1966) «Hochleistungstriebwagen», Übernahme 2004, Weitergabe 2005
    ex RM BDe 4/4II 576 250 mit B 551 und ABt 991 2004 übernommen, im folgenden Jahr durch SBB RBe 540 ersetzt. Der Zug ging in Privatbesitz über.
  • RBe 540 019/074 (1964/1965), Übernahme 2005/2006
    ex SBB RBe 4/4 1421 (1964) und RBe 4/4 1477 (1965), eine Pendelzug-Garnitur mit AB und BDt von SBB übernommen, defekter Triebwagen durch typengleiche Maschine ersetzt
  • RBDe 4/4 207, ex SBB RBDe 4/4 560 000 ex 2100. Übernahme mit passendem AB und Bt. Am 28. April 2008 mit Wappen der Gemeinde Balsthal versehen, ab diesem Tag im kommerziellen Einsatz[3]
Steuerwagen
  • Bt 900, Übernahme 1997
    ex SBB Bt 50 85 29-33 900
  • Bt 907, NPZ Steuerwagen ex SBB 29-34 900
Wagen
  • Personenwagen (4 Stück B, 3 Stück As, 3 Stück WR)
  • AB EW I, ex SBB 30-35 200
  • Gepäckwagen (2 Stück D2)
  • Güterwagen (10 Stück Gbs, 2 Stück Gklm, G, E)

Literatur[Bearbeiten]

  • Beat Birkhofer: Oensingen–Balsthal-Bahn – seit 1899 im Dienst der Region. Verlag OeBB, Balsthal 1999, ISBN 3-905404-06-0
  • Oscar Profos: 50 Jahre OeBB. 1899-1949. Festschrift Oensingen–Balsthal-Bahn. Druck: Vogt-Schild, Solothurn 1949

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe 1st preliminary list of VKMs (published 07/07/2007) auf der Homepage der ERA
  2. Die Holzkastenwagen waren mit "ÖBB" beschriftet, die Lokomotiven hingegen mit OeBB, siehe Birkhofer Beat: Oensingen-Balsthal-Bahn, seit 1899 im Dienst der Region. 1999, ISBN 3-905404-06-0, Seiten 102–104
  3. Eisenbahn Amateur 6/2008 Seite 321

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oensingen-Balsthal-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien