Open-Xchange

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OX App Suite
Entwickler Open-Xchange AG
Aktuelle Version 7.4.2[1]
(12. Februar 2014)
Betriebssystem CentOS, Debian Linux, Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux Enterprise Server, Univention Corporate Server
Kategorie Webdesktop
Lizenz Backend GPL Version 2, Frontend Creative Commons
Deutschsprachig ja
Open-Xchange

Die Open-Xchange AG[2] ist ein deutscher Softwarehersteller, der an den Standorten Olpe, Hamburg und Nürnberg entwickelt, und ist mit Büros in San Jose, USA, sowie Kuala Lumpur, Malaysia, vertreten

Geschichte[Bearbeiten]

Open-Xchange begann mit der Entwicklung von Linux-basierten E-Mail- und Groupware-Lösungen für Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen, die als Alternativen zu Microsoft Exchange positioniert wurden; namentlich Open-Xchange Server, davor SUSE Linux Openexchange Server (SLOX, eine OEM-Version für die SuSE Linux AG, 2002–2005).

2006 beauftragte 1&1 Open-Xchange mit der Entwicklung einer hochskalierbaren E-Mail- und Collaboration-Lösung für sogenannte Software as a Service-Angebote (SaaS) in gehosteten Umgebungen. Das Resultat, die Open-Xchange Hosting Edition, ist seit 2007 bei rund 80 Service Providern weltweit im Einsatz und wird mit Produktnamen der Service Provider wie 1&1 MailXchange[3], STRATO Mail, NetCologne ComCenter und Hostpoint Open-Xchange vermarktet. Als Open-Xchange Server Edition wird dieselbe Software von Unternehmen auf eigener Hardware betrieben.

Im April 2013 stellte Open-Xchange mit OX App Suite eine umfassende Software-Lösung für einen browser-basierten Desktop vor. Service Provider und Unternehmen können durch ein einfaches Update von Open-Xchange Hosting Edition und Open-Xchange Server Edition umsteigen.

Überblick[Bearbeiten]

OX App Suite ist eine Kollaborationssoftware mit integrierten Apps für die Bearbeitung von E-Mails, Kontakten und Terminen, die um Informationen und Adressen aus sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn, XING und Twitter ergänzt werden können. Auch Bilder, Audio-, Video- und Office-Dateien können mit OX App Suite genutzt und verwaltet werden.

Für OX App Suite hat Open-Xchange mit HTML5 und Javascript eine web-basierte Benutzeroberfläche entwickelt. Anwender können OX App Suite sofort und mit jedem Endgerät nutzen, das einen Browser hat - ohne dass sie dazu Lizenzen kaufen oder Software installieren müssen. Bei Verlust oder Defekt eines Gerätes sind alle Dateien zentral gesichert. Dank “Responsive Design” passt sich OX App Suite automatisch an die unterschiedlichen Display-Größen von PC, Laptop, Tablet und Smartphone an, was auf jedem Gerät eine bestmögliche Benutzbarkeit garantiert. Und durch konsequente Nutzung des “Local Storage” aktueller Browser steht OX App Suite der Performance traditioneller Client-Server-Software nicht nach.

Im März 2012 konnte Open-Xchange zahlreiche Entwickler des ehemaligen OpenOffice-Teams in Hamburg für die Entwicklung einer eigenen Cloud-basierten Office-Software namens OX Documents gewinnen[4]. Im Gegensatz zu Google Docs und Microsoft Office 365 zwingt OX Documents dem Anwender nicht die Verwendung eines eigenen Dateiformates auf. Mit OX Documents lassen sich Microsoft Office- und OpenOffice/LibreOffice-Dateien direkt im Browser lesen und editieren, ohne dass diese konvertiert werden. Da OX Documents nur die Änderungen und nicht das gesamte Dokument speichern, bleiben Formatierungen und Layout des ursprünglichen Dokumentes vollständig erhalten. Diese Innovation ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Anwendern, die weiterhin ihre jeweilige Desktop-Office-Software verwenden wollen.

Im Februar 2014 wurde OX App Suite um OX Drive[5] erweitert, einer App zum Verwalten und Teilen von Dokumenten, Bildern, Photos und Filmen. Zudem übernimmt OX Drive die Synchronisierung von Ordnern und Dateien auf Geräte mit Windows 7/8, Mac OS X, Android und iOS.

Technologie[Bearbeiten]

OX App Suite besteht aus einem Java-basierten backend, einem frontend auf Basis von HTML5 und JavaScript und zahlreichen externen Komponenten.

Das Backend ist modular erweiterbar und basiert auf OSGi. Jedes Modul, bestehend aus mehreren Bundles, bietet unterschiedliche APIs, von Interfaces auf Java-Ebene bis zu einer RESTful HTTP API sowie speziellen Interfaces für bestimmte Anwendungen, beispielsweise CalDAV für Kalenderfunktionen. Das Backend basiert auf Open-Source-Komponenten wie Linux, Apache und MySQL und funktioniert sowohl als Einzelinstanz oder als Cluster. Im Gegensatz zu einigen anderen Mitbewerbern enthält das Backend keinen eigenen Mailserver, sondern bettet existierende Systeme ein, was Migrationen erleichtert und als Wettbewerbsvorteil gilt. Von Haus aus wird Dovecot benutzt.

Das Frontend ist eine Webseite auf HTML5-Basis und verwendet Javascript für asynchrone Anfragen. Es benutzt JQuery, underscore.js und ein auf require.js basiertes System, um erweiterbar zu sein.

Benutzer können alternativ auch andere Clients wie Mozilla Thunderbird oder Microsoft Outlook verwenden, um Teile der Funktionalität von OX App Suite zu nutzen. Gleiches gilt für Mobilgeräte.

Verfügbarkeit[Bearbeiten]

Um die Benutzeroberfläche und den Funktionsumfang von OX App Suite kennenzulernen bietet Open-Xchange kostenlose, personalisierte Testaccounts[6] an. Darüber hinaus steht OX App Suite zum Test oder Einsatz ohne Maintenance und Support als freier Download[7] zur Verfügung. Wer noch kein eigenes Linux-System hat, kann Univention Corporate Server auch samt OX App Suite als ISO- oder VM-Image herunterladen[8]. Die OX App Suite steht dann direkt im Univention App Center zur Installation zur Verfügung. Für Komponenten mit 3rd-Party-Lizenzen wie den Connector for Microsoft Outlook und den Connector for Business Mobility (ActiveSync) ist der Kauf eines Lizenz-Keys erforderlich.

Lizenzrechte[Bearbeiten]

Das Open-Xchange Backend steht unter der GNU General Public License in der Version 2. Das Open-Xchange Frontend steht unter Creative Commons Share Alike, Non Commercial, Attribution-Lizenz. Diese Lizenzierung erlaubt die freie Verwendung auch in einer kommerziellen Umgebung und schränkt lediglich das Anbieten von gehosteten Angeboten ein (durch den Baustein Non Commercial in der Creative-Commons-Lizenz auf dem Frontend).

Funktionsübersicht[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Open-Xchange App Suite Announcements
  2. Internetauftritt Open-Xchange AG
  3. 1&1 MailXchange
  4. Beitrag in DIE ZEIT, wie die OpenOffice-Entwickler zu Open-Xchange kamen
  5. Open-Xchange erweitert AppSuite um Cloud-Storage
  6. Website von Open-Xchange zum Einrichten von Testaccounts
  7. OX App Suite Download and Install
  8. Univention Corporate Server, Download und Support

Weblinks[Bearbeiten]