Olpe

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Dieser Artikel behandelt die Kreisstadt Olpe in Nordrhein-Westfalen, weitere Bedeutungen unter Olpe (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Olpe
Olpe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Olpe hervorgehoben
51.0294444444447.8438888888889307Koordinaten: 51° 2′ N, 7° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Höhe: 307 m ü. NHN
Fläche: 85,88 km²
Einwohner: 24.592 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 286 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57462
Vorwahlen: 02761, 02722 (Haardt, Oberveischede) und 02764 (Apollmicke, Fahlenscheid)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 024
Stadtgliederung: 22 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Franziskanerstraße 6
57462 Olpe
Webpräsenz: www.olpe.de
Bürgermeister: Horst Müller (CDU)
Lage der Stadt Olpe im Kreis Olpe
Rheinland-Pfalz Hochsauerlandkreis Kreis Siegen-Wittgenstein Märkischer Kreis Oberbergischer Kreis Attendorn Drolshagen Finnentrop Kirchhundem Lennestadt Olpe Wenden (Sauerland)Karte
Über dieses Bild
Innenstadt
Am Markt

Olpe ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Olpe im Regierungsbezirk Arnsberg, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Im Jahre 1311 wurden ihr die Stadtrechte von Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg verliehen. Seit 1819 ist sie Kreisstadt und Sitz des Kreistages des Kreises Olpe. Aufgrund der Vielzahl von Linden, die man seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts anpflanzte, hatte die Stadt den Beinamen „Stadt der tausend Linden“. Heute noch lautet das Motto des jährlichen Stadtfestes „Olpe feiert unter den Linden“.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Olpe liegt im südwestlichen Teil des Sauerlands und ist Umgeben vom Ebbegebirge im Norden, dem Rothaargebirge im Osten, dem Siegerland im Südosten und dem Bergischen Land im Westen. Die Stadt liegt in einem ausgedehnten Hügelland. Im Norden sind die Hänge steiler, die Täler enger (z. B. bei den Ortschaften Rhode, Neger), im Süden haben die Hügel weiche Kuppen und die Täler sind weiträumiger (z. B. Thieringhausen oder Günsen). Es gibt dort auch kleine Hochflächen.

Flüsse[Bearbeiten]

Im Olper Stadtgebiet findet man folgende Gewässer. Der Fluss Bigge ein südlicher Lenne-Zufluss und größtes Fließgewässer der Stadt, durchfließt Olpe von Süden nach Norden. Dabei durchquert er Saßmicke, Dahl und Rüblinghausen. In unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof mündet die Olpe in die Bigge. Kurz darauf mündet die Bigge in das Vorstaubecken des größten Stausee Südwestfalens, dem Biggesee. Der Fluss Olpe wird von der Günse sowie unterirdisch von Felmicke, Kortemicke und Ahe gespeist. Zu den übrigen Fließgewässern gehören die Brachtpe, sie mündet in den Biggesee, die Bieke wird von der Neger gespeist und mündet in den Biggesee, und die Veischede (Veischedebach), die bei Grevenbrück in die Lenne mündet.

Berge[Bearbeiten]

Die höchsten Berge rund um Olpe sind (Höhe in Meter über NN): Engelsberg (589,2 m; nordöstlich von Neuenkleusheim), Rother Stein (582,2 m; nördlich von Rehringhausen), Feldberg (556,2 m; nordöstlich von Neger), Homert (536,7 m; östlich von Neger) und Rhonardberg (Hohe Rhonard; 525,6 m; östlich von Olpe). Die Kernstadt ist von diesen Bergen umgeben: Attenberg (445,8 m), Bratzkopf (370 m), Eichhardt, Finkenhagen (344,5 m), Gallenberg (353,7 m), Hatzenberg, Imberg (ca. 402 m), Kimickeberg (Kimicker Berg; 430,5 m), Kreuzberg (ca. 361 m), Lindenhardt (390,7 m), Rochusberg (441,9 m) und Schlamborn (458,7 m). Die tiefste Stelle in Olpe ist bei normalem Vollstau die Wasseroberfläche des Biggesees: 307,5 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist Bestandteil des Rheinischen Schiefergebirges. Das Gebiet um den Biggesee und die Kernstadt Olpe wird, nach der landschaftlichen Gliederung, wie sie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung vorsieht, zum Mittelbigge-Bergland gezählt. Die Kernstadt liegt in der Olper-Senke und der östliche und südliche Teil des Stadtgebiets wird als Südsauerländer Rothaarvorhöhen bezeichnet.[2] Der Gesteinsuntergrund um die mittlere und obere Bigge bildet sich im Wesentlichen aus geschieferten, teils kalkhaltigen Ton- und Schluffsteinen, zudem gibt es Sandsteine mit quarzitischen Charakter.

Flächenstruktur[Bearbeiten]

Ansicht von Nordwesten (2006)

Die maximale Ausdehnung umfasst in nord-südlicher wie west-östlicher Richtung jeweils etwa 11 km.[3] Das Stadtgebiet Olpe hat eine Gesamtfläche von 85,88 km². Etwa 16,64 km² (19,4 %) sind davon Siedlungs- und Verkehrsfläche. Der Flächenverbrauch stieg von 1998 bis 2009 um 7,1 % (von 15,54 km² im Jahr 1998 auf 16,64 km² im Jahr 2009). Die restliche Fläche gliedert sich in Waldfläche (46,87 km²; 54,6 % der Gesamtfläche), Landwirtschaftsfläche (19,11 km²; 22,3 % der Gesamtfläche), Wasserfläche (3,12 km²; 3,6 %) und sonstige Flächen wie Moore, Abbauland etc. (14 km²; 0,2 % der Gesamtfläche).[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Olpe sind die Städte Attendorn (Norden) und Lennestadt (Nordosten), die Gemeinde Kirchhundem (Ost-Nordosten), die Stadt Kreuztal (Südosten; Kreis Siegen-Wittgenstein), die Gemeinde Wenden (Süden) und die Stadt Drolshagen (Westen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Räumlich ist das Stadtgebiet gegliedert in diese Ortschaften: Altenkleusheim, Apollmicke, Bruch, Dahl, Eichhagen, Fahlenscheid, Friedrichsthal, Griesemert, Grube Rhonard, Günsen, Haardt, Hanemicke, Hitzendumicke, Hohl, Howald, Hüppcherhammer, Kessenhammer, Lütringhausen, Möllendick, Neger (aufgeteilt in Unter-, Mittel- und Oberneger), Neuenkleusheim, Neuenwald, Oberveischede, Rehringhausen, Rhode, Rhonard, Ronnewinkel, Rosenthal, Rüblinghausen, Saßmicke, Siedenstein, Siele, Sondern, Stachelau, Stade, Tecklinghausen, Thieringhausen und Waukemicke.

Einwohner[Bearbeiten]

Die Einwohner von Olpe heißen Olper. Wenn sie mindestens in der zweiten Generation in Olpe leben, nennen sie sich Ölper (sogenannte Alteingesessene bzw. Ureinwohner).[5] Zugezogene heißen Büterling.

Klima[Bearbeiten]

Durch die Hügellage und die häufigen Westwinde regnet es in Olpe oft. Die Wolken saugen sich über dem Atlantischen Ozean mit Wasserdampf voll. Wenn diese dann auf die Berghänge des Olper Hügellandes treffen, steigen sie höher und der Wasserdampf kondensiert unter dem Einfluss der Kälte zu größeren Tropfen, die dann als Regen fallen. Der kälteste Monat ist der Januar, der wärmste Monat Juli. Die hohe Luftfeuchtigkeit führt in den Wintermonaten oft zu Nebel. Der Jahresniederschlag beträgt 1181 mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 92 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,8-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In über 88 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten]

Kartenausschnitt Le Comte de la Marck 1692 S. Sanson Kartograph
Olpe 1875

Olpe soll seinen Namen von dem Mündungswinkel zwischen Olpe und Bigge haben. („Ol-apa“ = Bach im feuchten Wiesengrund)

Erste Bodenfunde aus dem Olper Raum lassen sich datieren (rund 900 n. Chr.): Scherben- und Schlacken (Eisengewinnung und -verarbeitung) in der Wüstung Kimickerberg, Münzfund in Dahl (nach 1005).

  • 1220: Erste urkundliche Erwähnung.
  • 1311: Verleihung des Soester Stadtrechtes durch Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg.
  • 1500: Kreuzkapelle wird erstmals erwähnt.
  • 1525: Erster Nachweis einer Schützengesellschaft.
  • 1587–1697 sind im Gerichtsbezirk Olpe Hexenprozesse nachweisbar.
  • 1615: Es gibt den ersten Lehrer in Olpe.
  • 1634: Großer Stadtbrand.
  • 1665: Erstmaliges Agatha-Gelübde zum Schutz vor Feuersbrünsten.
  • 1673: Erstmals erfolgt das Rochus-Gelübde zum Schutz vor der Pest und anderen Seuchen.
  • 1696: Letztmalige Verurteilung einer „Hexe“.
  • 1711: Die Post kommt erstmals nach Olpe.
  • 1795: Großer Brand von Olpe, Olpe wird zu 83 % zerstört. Anstelle des mittelalterlichen Aussehen erfolgte der Wiederaufbau auf Grundlage eines Gesamtplans (drei breite parallele Straßen, rechtwinklig verbunden durch Nebenstraßen)
  • 1819: Olpe wird Kreisstadt, vormals Bilsteiner Kreis, jetzt „Kreis Olpe“.
  • 1828: Neugründung des Olper Schützenvereins. Sein Name lautet „St.-Sebastianus-Schützenverein“.
  • 1842/44: Gründung der Evangelischen Gemeinde.
  • 1863: Gründung des Ordensgemeinschaft „Arme Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ (heute: „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe“)
  • 1864: Telegraphenstation in Olpe.
  • 1875: Die Eisenbahn kommt nach Olpe. Erst nach Attendorn/Finnentrop, 1880 folgt Olpe-Rothemühle, 1903 die Verbindung Olpe-Bergneustadt.
  • 1888: Erstes elektrisches Licht.
  • 1908/09: Die St.-Martinus-Kirche brennt nahezu vollständig nieder (Brandstiftung) / Neubau im Stil der Neugotik.
  • 28. März 1945: Schwerer Bombenangriff auf Olpe
  • 1965: Einstau des Biggetalsperre.
  • 1971: Freigabe Bundesautobahn 45.
  • 1976: Freigabe Bundesautobahn 4.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Olpe, das am 1. Juli 1969 in Kraft trat, hatte auch Auswirkung auf die Gebiet der Stadt Olpe. Die amtsfreie Stadt Olpe und die drei umgebenden Gemeinden des Amtes Olpe (Olpe-Land, Kleusheim und Rhode) wurden zu einer neuen Stadt Olpe zusammengeschlossen, die Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Olpe wurde. In diese Stadt wurden zudem Teile der Gemeinde Helden, nämlich die Orte Oberveischede, Tecklinghausen und Neuenwald sowie der Ort Fahlenscheid der Gemeinde Rahrbach und schließlich Apollmicke aus der Gemeinde Kirchveischede eingegliedert.[6] Die Stadtfläche vergrößerte sich damit von 12,78 auf 85,65 km², die Einwohnerzahl stieg von 14.184 auf 21.705.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
(vor Gebietsreform)
1781 1.354
1890 3.088[7]
1910 5.334
1933 7.398[7]
1939 7.561[7]
1950 10.280
1961 12.694[8]
1969 14.148
Jahr Einwohner
(nach Gebietsreform)
1970 21.164
1980 22.351
1990 24.708
2000 25.660
2005 26.440
2007 25.954
2009 26.229
2010 26.065
2013 24.592

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der Stadt Olpe ist überwiegend katholisch. Stadtpatron ist der heilige Martin von Tours.

Religion Anzahl Prozent
Katholisch: 17.834 67,99 %
Evangelisch: 3.732 14,26 %
Sonstige Religion/Konfessionslose: 4.644 17,75 %

Katholisch[Bearbeiten]

Marienkirche Olpe

Olpe gehört kirchenrechtlich zum Erzbistum Paderborn. Auf mittlerer Ebene wird Olpe durch das Dekanat Südsauerland verwaltet. Dieses wurde am 1. Juli 2006 aus den bisherigen Dekanaten Attendorn, Elspe und Olpe gebildet und ist flächengleich mit dem Kreis Olpe. Dechant ist Pfarrer Friedhelm Rüsche.

Olpe ist in zwei Pastoralverbünde gegliedert. Durch das Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn, das am 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist, wurde bestimmt, dass spätestens 2016 die beiden Pastoralverbünde zu einem neuen großen pastoralen Raum zusammengelegt werden. Bis zum Jahr 2029 soll der pastorale Raum um das Kirchspiel Drolshagen erweitert werden.[9]

Die zurzeit gültigen Pastoralverbünde:

  • Olpebach-Täler, bestehend aus der Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt Olpe mit den Kapellengemeinden Günsen, Lütringhausen, Rhonard, Stachelau, Thieringhausen sowie der Pfarrei Altenkleusheim mit den Orten Alten- und Neuenkleusheim sowie Rehringhausen.
  • Pastoralverbund Olpe-Biggesee, bestehend aus der Pfarrei St. Martinus Olpe mit den Filialgemeinden Dahl/Friedrichsthal und Saßmicke, der Pfarrvikarie Heilig Geist (westlicher Bereich von Olpe und Rüblinghausen) und dem Pfarrbezirk Hatzenberg sowie der Pfarrei St. Cyriakus in Rhode mit der Filialgemeinde Sondern und den Pfarrvikarien Oberveischede und Neger. Einmal jährlich Anfang Juli zum Fest Mariä Heimsuchung findet die Stadtwallfahrt von Olpe nach Werl statt, an der einige hundert Menschen teilnehmen. Ein Teil dieser Pilger bewältigt den Hinweg in drei Tagesetappen zu Fuß.

Die Frauenkongregation der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe hat in Olpe ihr Mutterhaus sowie den Konvent S. Damiano.

Pallotti-Haus

Die Pallottiner besaßen ein eigenes Kloster, das Pallotti-Haus. Zwar hat der Provinzial der Pallottiner erklärt, seine Gemeinschaft werde mittelfristig in Olpe bleiben. Aus wirtschaftlichen Gründen hat der Orden das Gebäude aber an einen Investor verkauft, der dort 40 Altenwohn- und 100 vollstationäre Pflegeplätze eingerichtet hat. Die Patres wohnen als Mieter in einigen der Wohnungen. Die geistliche Arbeit wird unverändert fortgeführt. Der Jugendhof in einem Nebengebäude wird von den Pallottinern als Jugendbildungsstätte weitergeführt.

Evangelische Kirche, Olpe

Evangelisch[Bearbeiten]

Es gibt seit 1844 eine evangelische Kirchengemeinde. Ihr gehört die älteste Olper Kirche, die 1898 aus rotem Backstein erbaut worden ist.

Weitere religiöse Gemeinschaften[Bearbeiten]

Ev. Freikirchliche Gemeinde, Jehovas Zeugen, Neuapostolische Kirche, Islamische Gemeinde, Griechisch-Orthodoxe Kirche

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 52,4 % (2009: 56,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,9 %
21,1 %
17,2 %
8,0 %
6,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,6 %p
-1,6 %p
+4,5 %p
+0,8 %p
-0,1 %p

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Rathaus

Bei der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat die CDU die absolute Mehrheit verloren obwohl sie alle Direktmandate gewonnen hat. Zwischen der CDU und den Grünen gibt es eine Vereinbarung zu koalieren.

Die 42 Mandate verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei/Liste Stimmen Sitze (+/–)
CDU 46,9 % 20 (0)
UCW e.V.* 21,1% 9 (+1)
SPD 17,2 % 7 (+2)
GRÜNE 8,0 % 3 (0)
FDP 6,9 % 3 (+1)

* Unabhängige Christliche Wählergemeinschaft

Ergebnisse der Landtags- und Bundestagswahlen[Bearbeiten]

Bei der letzten Landtags- und Bundestagswahl erhielten die Parteien in Olpe folgende Stimmenanteile:

Partei Landtagswahl 2005[11] Bundestagswahl 2005[12] Bundestagswahl 2009[13] Landtagswahl 2010[14] Landtagswahl 2012[15]
CDU 66,1 % 53,3 % 46,36 % 51,87 % 42,7 %
SPD 21,2 % 26,3 % 21,10 % 23,29 % 28,63 %
FDP 6,1 % 11,6 % 16,58 % 8,09 % 10,3 %
GRÜNE 3,6 % 4,3 % 6,07 % 8,62 % 7,89 %
LINKE (2,7 %[16]) 2,1 % 5,70 % 3,11 % 1,51 %
Sonstige 2,6 % 2,5 % 4,19 % 5,02 3,02

Jugendparlament[Bearbeiten]

Das Jugendparlament gibt es seit Ende 2005. Das Jugendparlament ist eine Interessenvertretung von Jugendlichen für Jugendliche mit dem Ziel, Anregungen zur Verbesserung der Situation der Olper Kinder und Jugendlichen zu erarbeiten und Maßnahmen vorzuschlagen, damit Rat und Verwaltung der Stadt Olpe stärker auf die Wünsche von Kindern und Jugendlichen eingehen können.

Das Jugendparlament besteht zurzeit aus 25 Mitgliedern. Sie werden jeweils für die Dauer von zwei Jahren in den weiterführenden Schulen gewählt. Jede Schule erhält pro angefangener 150 Schüler ein Mandat, mindestens jedoch zwei Mandate. Alle, somit auch Schüler aus den Nachbarkommunen, dürfen in den Klassen 5 bis 10 an den Olper Schulen wählen. Allerdings sind nur Schüler mit Wohnsitz in Olpe wählbar.

Das Jugendparlament tagt, in der Regel öffentlich, mindestens vier Mal im Jahr. Auf Wunsch können Arbeitskreise in den Sitzungen zu unterschiedlichen Projekten gebildet werden. In diesen dürfen auch nicht gewählte Mitglieder Kinder und Jugendliche mitarbeiten.

Bürgermeister und Stadt- und Amtsdirektoren[Bearbeiten]

Von 1946 bis 1997 hieß das Amt des Verwaltungschefs in Olpe Stadtdirektor. Die Bürgermeister waren ehrenamtlich und hatten repräsentative Aufgaben sowie den Vorsitz der Stadtverordnetenversammlung. Seit 1997 gibt es einen hauptamtlichen Bürgermeister. Er leitet die Stadtverordnetenversammlung und ist zugleich Verwaltungsleiter. Der aktuelle Bürgermeister ist Horst Müller.

Bürgermeister (seit 1800) Amtszeit Anmerkungen
Johannes Möllendik 1802, 1804, 1806 1. Bürgermeister
Johann Edmund Funcke 1802 2. Bürgermeister
Johann Edmund Funcke 1803 1. Bürgermeister
Franz Josef Zeppenfeld 1804, 1806, 1811 2. Bürgermeister
Jodocus Edmund Weber 1811–1823 Stadtschultheiß
Schute 1824
Gottfried Anton Gerlach 1825
Johann Adam Halbfas 1825–1850 Amtmann
1851–1861 Bürgermeister
Ernst Hermann Halbfas 1861–1879
Louis Wilhelm Liese 1880–1891
Ewald Röper 1891–1896
F. Josef Caspar Hundt 1896 in Vertretung (Beigeordneter)
Franz Karl Dütz-Josun 1897–1901
Heinrich Sommerhoff 1901–1933
Theodor Schulte 1933–1943
Josef Wurm 1943–1945
Heinrich Otto Spies April 1945
Josef Schrage (CDU) 1945–1946 hauptamtlich
Adolf Bieker 1946
Franz Adam 1946–1947
Franz Stork (CDU) 1948–1952
Ignatz Müller (CDU) 1952–1964
Alfred Enders (CDU) 1964–1979
Wilma Ohly (CDU) 1979–1997
Horst Müller (CDU) seit 1997 hauptamtlich
Stadt- und Amtsdirektoren (1946–1996) Amtszeit
Josef Klein 1946–1949
Paul Habbel 1949–1968
Ernst Elbers 1968–1988
Karl-Josef Leyendecker 1989–1996

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen von Olpe
Blasonierung

In Rot auf flach gewölbtem grünen Schildfuß der heilige Martin in ritterlichem blauen Gewand, mit goldenem (gelben) Haupthaar und Heiligenschein, Gesicht und Hände in natürlichen Farben, auf silbernem (weißen) Pferd, mit goldenen (gelben) Hufen und goldenem (gelben) Zaumzeug, mit silbernem (weißen) Schwert seinen silbernen (weißen) Mantel teilend, vor ihm ein kniender, bis auf einen silbernen (weißen) Schurz unbekleideter Bettler in natürlichen Farben mit goldenem (gelben) Haupthaar; rechts ein quadratisches silbernes (weißes) Obereck mit durchgehendem schwarzen Kreuz.[17]

Beschreibung

Das Wappen zeigt eine Episode aus dem Leben des Hl. Martin, als er einem Bettler die Hälfte seines Mantels spendet. Schon im Jahr 1360 zierte diese Szene das älteste Siegel der Stadt. Im Jahr 1911, als das Wappen anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums geschaffen wurde, kam als Zeichen der langen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln (1180–1802) in der rechten oberen Ecke das Kreuz der Kölner Kurfürst-Erzbischöfe hinzu. Im ursprünglich genehmigten Entwurf waren noch drei Zinnen enthalten, die aber bei einer Überarbeitung zur kommunalen Neugliederung der Stadt 1969 entfielen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 28. Juli 2001 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Gif-sur-Yvette. Das Städtische Gymnasium in Olpe führt seit Jahren einen regelmäßigen Schüleraustausch mit einem Collège in Gif-sur-Yvette durch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen des städtischen Kulturamtes sowie von Vereinen aus den unterschiedlichsten Sparten prägen das Bild der Kulturarbeit in Olpe. Konzerte aller Art, Theaterstücke, Musicals, Kleinkunst-Acts, Ausstellungen und andere Veranstaltungen werden regelmäßig in den Programmreihen angeboten. Folgende Aufführungsorte gibt es:

  • Stadthalle Olpe
  • Marktplatz
  • Lorenz-Jaeger-Haus (OT)
  • Altes Lyzeum
  • Kreishaus Olpe
  • Kreuzkapelle

Theater[Bearbeiten]

Die Stadt Olpe betreibt kein eigenes Theater, allerdings werden im Rahmen des städtischen Kulturprogramms verschiedene Theateraufführungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten.

Museen[Bearbeiten]

Seit 1997 versucht der Förderverein Stadtmuseum Olpe, ein Heimatmuseum zu errichten. Aufgrund der schwierigen Finanzlage der Stadt Olpe wurde der Plan jedoch bislang aufgeschoben. Ziel des Vereins und auch ein gültiger Ratsbeschluss ist es dennoch, zum 700-jährigen Stadtjubiläum (im Jahre 2011) ein Museum errichtet zu haben.

Bibliothek[Bearbeiten]

Die Stadtbücherei befindet sich im Rathaus und hat ca. 290000 verschiedene Medien im Angebot. Darüber hinaus betreibt die Kirchengemeinde St. Martinus eine katholische öffentliche Bücherei.

Archiv[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv ist im Alten Lyzeum, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus, untergebracht. Erste Erwähnung des Stadtarchivs stammen aus dem Jahre 1665.

Im Bestand befinden sich unter anderem

  • Pergamenturkunden seit 1361
  • Bücher seit 1478
  • Akten seit 1584
  • Landkarten seit dem 16. Jahrhundert
  • Stadtpläne seit 1795
  • Zeitungen seit 1840
  • Fotos seit 1875
  • Filme seit 1937

Das Kreisarchiv befindet sich im Kreishaus.

Musik[Bearbeiten]

Die Musikschule bietet in den folgenden Bereichen Ausbildungsmöglichkeiten: Musikalische Früherziehung, Tasteninstrumente, Streichinstrumente, Holzblasinstrumente, Blechbläser, Schlaginstrumente, Zupfinstrumente, Vokalmusik. Ausbildungsort ist das Alte Lyzeum. Darüber hinaus gibt es Musikvereine in Neuenkleusheim, Rhode, Rehringhausen, Sondern, Saßmicke sowie den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe, die Negertaler Musikanten und den Spielmannszug (Tambourcorps) Olpe. In vielen Kirchengemeinden und in vielen Dörfern gibt es Männer-, Frauen-, Kinder- oder Gemischte Chöre.

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtmauer in Olpe (Weierhohl)

In der Denkmalliste der Stadt Olpe[18] sind 75 Baudenkmale und 10 Bodendenkmale verzeichnet, darunter Kirchen, Pfarrhäuser und Kapellen, aber auch Wohnhäuser, Meilensteine oder Wegekreuze. Nicht alle hier aufgeführten Bauwerke sind denkmalgeschützt, aber sie haben eine für Olpe wichtige Funktion:

  • Historische Stadtmauer (erhalten: ca. 200 m) mit Engelsturm und Hexenturm
Nachdem Olpe im Jahre 1311 zur Stadt erhoben wurde, entstand spätestens um 1373 die befestigte Stadtmauer. Sie bestand aus drei großen und zwei kleinen Stadttoren und einigen Rundtürmen. Heute existieren nur noch die Überreste der Stadtmauer im Weierhohl mit dem Hexen- und dem Engelsturm sowie den Portalen eines großen und kleinen Stadttors. Der Hexenturm aus dem 14. Jahrhundert ist das älteste erhaltene profane Gebäude der Stadt. Der Name könnte auf die Hexenverfolgung hinweisen, bei der er als Gefängnis gedient haben könnte. Allerdings gibt es dafür keine Beweise. Der Olper Heimatforscher Manfred Schöne ging davon aus, dass sich der Name von „Hessenturm“ herleitet.
Außerdem befindet sich unterhalb der Stadtmauer seit 1963 die von Ewald Mataré entworfene Gedenkstätte zum Andenken an die Opfer des Krieges und als Mahnmal für die Lebenden sowie seit 1996 das Brackendenkmal.
  • Wasserrad
Wasserrad in Olpe (Weierhohl)
Das Wasserrad steht am Standort der ehemaligen „Obersten Stadtmühle“ im Weierhohl. Sie ist den Umrissen der alten Mühle nachempfunden. Die „Unterste Stadtmühle“ gab es bis in die 1960er-Jahre an der Mühlenstraße, wo heute das Kino steht. Sie wurden durch zwei Mühlengräben mit dem Wasser von Olpe und Bigge versorgt.
St.-Martinus-Kirche
Nach der Brandstiftung von 1907 wurde die Martinus-Kirche im neugotischen Stil als dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus und Doppelturmfassade neugebaut. Einer der Türme wurde im Zuge des Großangriff vom 28. März 1945 beschädigt und danach von deutschen Pionieren aus Sicherheitsgründen gesprengt und bis heute nicht wieder aufgebaut. Er wird heute als Denkmal für den Frieden verstanden, obwohl immer wieder Bestrebungen öffentlich werden, den Turm neu zu errichten. Der derzeitige Bürgermeister Horst Müller strebt eine Stiftung an, die den Wiederaufbau des Turms zum Inhalt haben soll. Vor dem nördlichen Ausgang befindet sich seit 1979 eine Agatha-Statue.
  • Evangelische Kirche
Sie wurde von 1897 bis 1898 gebaut und ist somit die älteste Kirche in der Stadt. Bei der Kirche handelt es sich um ein im neoromanischen Stilelementen und einem dreijochigen gewölbten Saalbau. Die Fassade der Kirche ist aus rotem Backstein.
  • Marktplatz mit Panneklöpper-Denkmal
Nach dem großen Stadtbrand von 1795 wurde der mittelalterliche Grundriss aufgegeben und durch eine von Johann Adam Stahl konzipierte Reißbrettstadt ersetzt. In diesem Zuge entstand auch die heutige Form des Marktplatzes. Viele Häuser, die in dieser Zeit entstanden, verfügen noch über die Keller der alten, abgebrannten Häuser, die heute teilweise bis in den Straßenraum ragen. In den 1990er-Jahren wurde der Marktplatz neu gestaltet und (außer sonntags zum Hochamt in der Martinuskirche) autofrei. Das Panneklöpper-Denkmal wurde 1982 errichtet und symbolisiert die ehemalige Bedeutung der Breitschmiede für die Stadt Olpe.
  • Kapellen (Kreuz-, Rochus- und Valentinskapelle)
Die Kreuzkapelle ist nur selten geöffnet, erlaubt dann aber einen Blick auf drei prunkvolle Schnitzaltäre, welche, wie die Kapelle auch, im Jahre 1753 geweiht wurden.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Kölsches Heck bezeichnet die heutige Verwaltungsgrenze zwischen den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Früher diente es auch als Landwehr und bestand aus Graben und Wall mit aufstehender Hecke, welche auf Manneshöhe gekürzt und miteinander verflochten wurde. In einem Abstand von 15 bis 100 Metern folgte oft eine weitere Wall-/Graben-Anlage. Im heutigen Stadtgebiet kann man oberhalb von Altenkleusheim historische Spuren entdecken.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Zurzeit gibt es elf aktive Friedhöfe im Stadtgebiet von Olpe. Der Friedhof in Olpe wird seit dem 1. Januar 1977 als Kommunalfriedhof und der Friedhof im Ortsteil Sondern seit Einstauung der Biggetalsperre von der Stadt Olpe betrieben. Weitere Friedhöfe befinden sich in den Ortsteilen Altenkleusheim, Dahl, Neger, Neuenkleusheim, Oberveischede, Rehringhausen, Rhode, Saßmicke und Thieringhausen und befinden sich in Trägerschaft der jeweiligen katholischen Kirchengemeinde. Hinzu kommt ein evangelischer Friedhof an der Bergstraße, der immer noch als Friedhof gewidmet, jedoch nicht mehr belegt wird, sowie ein Friedhof an der Kreuzkapelle. Des Weiteren gibt es noch zwei nicht mehr bewirtschaftete jüdische Friedhöfe. Einer befindet sich in der Nähe von Neuenkleusheim, der andere in der Nähe von Rhode.

Sport[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Olpe gibt es elf Turnhallen, neun Tennisplätze und zehn Fußball- und Sportplätze.

  • Kreuzbergstadion
    Die größte Sportstätte in Olpe ist das Kreuzbergstadion. Hier gibt es einen Rasen- und einen Kunstrasen-Fußballplatz. Der Hauptplatz (Rasenplatz) hat ein Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern. Er ist mit einer 150 Lux starken Flutlichtanlage ausgestattet und gehört zum Standort für das DFB-Talentförderprogramm (U12-U21). Den Leichtathleten stehen acht Laufbahnen, eine Weitsprunganlage, eine Dreisprunganlage, eine Hochsprunganlage und ein Kugelstoßplatz zur Verfügung.
  • Schwimmen
    Im Freizeitbad Olpe gibt es verschiedene Becken und Thermalbereiche. Dazu gehören auch eine Saunalandschaft und ein Freibad. In der Imbergschule gibt es ein Lehrschwimmbecken. In Sondern gibt es die Möglichkeit, im Biggesee unter Aufsicht zu schwimmen.
Hallenbad vor der Renovierung
  • Fußball
    Es gibt in Olpe elf Fußballvereine, die auf den zehn Fußballplätzen spielen. Die 1919 gegründete Spielvereinigung Olpe spielt seit 2008 in der Westfalenliga (Staffel 2) und ist somit derzeit die höchstklassig spielende Fußballmannschaft im Kreis Olpe.
  • Wintersport
    Gespurte Loipen zum Langlauf fahren gibt es bei Schnee in Thieringhausen. Ski-Abfahren kann man in Fahlenscheid, dort gibt es zwei Doppelankerlifte und eine Beschneiungsanlage.
  • Tauchen
    Der Biggesee bietet als Stausee gute Voraussetzungen für das Tauchen. Die ortsansässigen Taucher treffen hier auch häufig auf Tauchgäste, die regelmäßig z. B. aus der näheren Umgebung den Biggesee betauchen, aber auch auf Gruppen aus dem Ausland. Neben der Tauchschule gibt es in Olpe den Tauchclub Biggesee-Olpe e. V., hier steht neben dem breiten Ausbildungsangebot sowie dem wöchentlichen Training auch das Vereinsleben im Vordergrund.
  • Rudern
    Am Vorstaubecken hat sich der Ruderclub Biggesee niedergelassen, der fünfmal pro Woche dort trainiert. Im Sommer findet die alljährliche Biggesee-Regatta statt, bei der bis zu 20 Vereine zum Beispiel um das blaue Band rudern. Vom vereinseigenen Steg kann man nach Olpe (5 km), ins Rosenthal (4 km) und nach Stade (3,5 km) rudern.
  • Sportschützen
    Es gibt drei Sportschützenvereine. Der St. Sebastianus Schützenverein Olpe trainiert auf dem Ümmerich/Schützenplatz in Olpe, die St.-Josef-Sportschützen Dahl-Friedrichsthal in der Dorfgemeinschaftshalle in Dahl und die Sportschützen von St. Josef Lütringhausen im Jugendheim in Lütringhausen.

Weitere Sportmöglichkeiten bzw. -Vereine sind Segeln, Kanu oder Surfen auf dem Biggesee, Sportangeln beim Eisenbahner Sportverein, zwei Motorsportvereine, einen Kneipverein, je ein Karate und Ju-Jutsu Verein sowie ein Reit- und Fahrverein. Zudem gibt je einen Tischtennis-, Volleyball-, Schach- und Skiverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Brauchtum in Stadt und Land fußt auf Bräuchen, die oft schon viele hundert Jahre alt sind. Ihren Ursprung haben sie vielfach in der kirchlichen Tradition.

  • Schützenfeste werden in vielen Ortsteilen der Stadt gefeiert. Das größte Schützenfest im Stadtgebiet ist das Olper Schützenfest des St.-Sebastianus-Schützenvereins. Gefeiert wird es immer an dem Wochenende um den dritten Sonntag im Juli. Gefeiert wird auf dem Ümmerich, dem Schützenplatz auf dem Imberg. Der Verein zählt mehr als 5100 Mitglieder.
  • Agatha-Tag (5. Februar) und Prozession (immer der darauf folgende Sonntag)
  • Poschefeuer (Osterfeuer auf dem Gallenberg und in fast allen Dörfern der Stadt, auf dem Bratzkopf letztmals 2008, weil der Osterfeuerplatz einem Neubaugebiet weichen musste)
  • Rochus-Gelübde mit anschließender Prozession
  • Muggelkirmes (an jedem dritten Sonntag im September) – ein großes Fest für einen guten Zweck, mit zahlreichen Angeboten für große und kleine Leute, ohne den üblichen Schaustellerkommerz, dafür mit viel ehrenamtlicher Beteiligung und einer familiären Atmosphäre
  • St. Martin mit Umzug
  • Orgelstück „Der alte Zimmermann“ Es wird nach immer zum Abschluss der Weihnachtsmessen gespielt. Ursprünglich stammt das Lied aus österreichischen Sprachraum.
  • Between the Days-Festival – seit mehr als 30 Jahren lockt diese über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Musikveranstaltung mit ihrer großen Bandbreite an Pop- und Rockmusik immer am 29. Dezember viele Konzertbesucher nach Olpe
  • Ölper Tied (11 Uhr – traditionell „Ölper“ Zeit für einen Umtrunk)

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Spezialitäten rund um das Olper Schützenfest
    Das „Olper Beff“ ist eine Art Frikadelle, in der auch Kartoffeln verarbeitet werden, die mit brauner Soße (Ochsenschwanzsuppe) warm zusammen mit einem Brötchen gereicht wird. Offiziell getestet wird dessen Qualität am Freitag vor dem Schützenfest bei der Bier- und Beff-Probe.
    Nur zum Olper Schützenfest wird in einigen Metzgereien der Stadt „Spürne“ angeboten, ein Aufschnitt aus gepökeltem Kuheuter. Zudem gibt es als Kindergetränk zum Schützenfest „Quatsch“ (Himbeersaft).
  • Butterbrezel
    Eine echte Olper Spezialität ist auch die Butterbrezel, die ursprünglich von der Bäckerei Gastreich, dann von der Bäckerei Sommerhoff produziert wurde und heute von der Konditorei Lüning hergestellt wird.
  • Kempers Korn
    In der Kornbrennerei Kemper Inh. Arens werden mit Wasser aus einem eigenen Brunnen ein Kornbrand sowie verschiedene Liköre hergestellt.
  • Veischeder Landbier
    Im Ortsteil Oberveischede braute einige Jahre die Brauerei Müller in einer Hausbrauerei dunkles, naturtrübes Pils, das auch außer Haus verkauft wurde. Eine benachbarte Bäckerei buk damit das „Veischeder Landbierbrot“. Das Landbier wie auch das früher ebenfalls eingebraute helle Pils werden nicht mehr produziert.
    Bis in die 60er-Jahre gab es in Olpe zwei Brauereien, „Olper Löwenbräu“ und die Brauerei Schmelzer.

Mundart / Olper Platt[Bearbeiten]

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war in Raum Olpe das Olper Platt als Umgangssprache weit verbreitet. Es ist ein Ortsdialekt des Sauerländer Platts und ist ein Zweig der niederdeutsch Volkssprache. Unter dem Einfluss des Hochdeutschen hat die Bedeutung dieses Dialekts bis heute rapide abgenommen. Als alltägliche Umgangssprache hat das Platt heute fast keine Bedeutung mehr. In Dörfern des Olper Lands ist in der älteren Generation das Plattdeutsche untereinander aber noch Alltagssprache.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Historisch[Bearbeiten]

Der Reichtum an Wald, Erz und Wasser waren Grundlagen für das Entstehen von Eisen- bzw. Kupferhütten,Hammerwerken, Pfannenschmieden und Lohgerbereien. Daneben begünstigte auch die Lage zwischen dem Siegerland einerseits und dem märkischen Sauerland andererseits die wirtschaftliche Entwicklung. Spätestens im 18. Jahrhundert war Olpe und seine nähere Umgebung eines der wirtschaftlichen Zentren des Herzogtums Westfalen.

  • Breitschmiede (In Olpe „Panne(n)klöpper“ (Pfannenschläger) genannt)
    Sie haben in Olpe eine lange Tradition und somit auch eine wichtige Rolle im Leben der Stadt gespielt. Schon 1567 gab es eine Zunft der Handschmiede, das „Schmiedeamt“. Die Schmiede konzentrierten sich zunehmend auf die Herstellung von Blechen. Geschützt durch die von den Kurfürsten immer wieder bestätigten Zunftprivilegien, gelang es den Olper Breitschmieden, eine fast monopolartige Stellung der Blechherstellung im südlichen Westfalen durchzusetzen. Als Erinnerung an die alte Schmiedezunft gibt es auf dem Marktplatz ein Bronzedenkmal mit dem „Panneklöpper“ oder „Pannenklöpper“.
  • Hammerwerke
    Ihre Betreiber bildeten eine weitere Zunft im Gebiet von Olpe. Die Hammerwerke übernahmen die wichtigen Vorarbeiten für die Breitschmiede, aber auch für alle anderen Schmieden. Angetrieben wurden die Hammerwerke durch Wasserkraft.
  • Kupferhütte
    Die Stachelauer Hütte war eine im 16. Jahrhundert entstandene Kupferhütte bei Stachelau. Sie bestand bis ins 19. Jahrhundert hinein. Daneben wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Metallhütte erbaut, die einige Jahrzehnte Blei und zeitweise auch Quecksilber produzierte.
  • Bergbau
    Siehe auch: Bergbau im Sauerland
    Seit Mitte des 16. Jahrhunderts kann Kupferbergbau in der Rhonard nachgewiesen werden. Neben vielen anderen kleinen Gruben in Olpe war die „Grube Rhonard“ die Größte. Sie gehörte bis zum Jahr 1805 zum Familienbesitz der Brabecks. Bis sie im Jahre 1890 geschlossen wurde, war sie die älteste und letzte Grube im Stadtgebiet von Olpe. Neben Kupfer wurde auch Eisenerz abgebaut. Des Weiteren gab es kleine Vorkommen an Silber, Quecksilber und Zinnober.
  • Weitere wichtige Berufszweige, die es in Olpe und Umgebung gab, waren Köhler und Lohgerber.

Gegenwart[Bearbeiten]

Mittelständische und überregional tätige Betriebe verschiedener Branchen sind die Stützpfeiler des wirtschaftlichen Geschehens der Kreisstadt. Hierzu gehören Metallgießereien, Rohrziehereien, Gesenkschmieden, Armaturenfabriken, Maschinenfabriken sowie Betriebe für elektronische Erzeugnisse. Außerdem gibt es zahlreiche Betriebe und Firmen des Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsgewerbes. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus.

Positiv hat sich in Olpe die Situation im Einzelhandel entwickelt. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung ermittelten Daten zur Handelszentralität (= Verhältnis von Einzelhandelsumsatz je Einwohner zur Einzelhandelskaufkraft je Einwohner) beläuft sich für Olpe im Jahr 2013 auf 117,1 und deutet auf Kaufkraftabschöpfung u.a. benachbarter Orte hin.[19]

Bedeutende Unternehmen in Olpe sind:

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude
Eine Regionalbahn des „Biggesee-Express“ bei Olpe.

Der Bahnhof Olpe liegt an der eingleisigen Biggetalbahn (KBS 442), auf der stündlich im Schienenpersonennahverkehr der Biggesee-Express (RB 92) nach Finnentrop mit Anschluss an den Ruhr-Sieg-Express (RE 16) verkehrt. In der Ortschaft Sondern befindet sich ein Seebahnhof, der einen direkten Umstieg von der Bahn auf Passagierschiff ermöglicht. Dies ist der einzige Seebahnhof in Nordrhein-Westfalen.

Die Bahnstrecke wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn gebaut und am 1. November 1875 von Finnentrop nach Olpe in Betrieb genommen. Ursprünglich verlief sie über Gerlingen und Rothemühle (beide zugehörig zur Gemeinde Wenden) nach Freudenberg (Westf.), wo sie in die Asdorftalbahn über Niederfischbach nach Kirchen (Sieg) mit Anschluss an die Siegstrecke (KBS 460) überging.

Eine weitere Strecke verlief von Olpe über Drolshagen und Bergneustadt nach Dieringhausen (Teilabschnitt der Aggertalbahn) (KBS 459). Der Personenverkehr wurde 1979 eingestellt, seit 1997 verschwindet die Aggertalbahn immer weiter, mittlerweile liegen zwischen Derschlag und Olpe nur noch wenige Gleise.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren zahlreiche Buslinien, die Olpe auch mit seinen Nachbargemeinden und -städten verbinden. Betreiber sind die VWS mit Sitz in Siegen, ein Unternehmen der Wern-Group (Siegen), und die BRS (Busverkehr Rhein-Sieg GmbH; DB Stadtverkehr). Außerdem fahren Linien der Busgesellschaft „Regionalverkehr Köln“ bis nach Olpe.

Schienen- und Straßenpersonennahverkehr sind in der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) zusammengefasst.

Straßen[Bearbeiten]

Historisch[Bearbeiten]
Römerweg (grün) und andere frühgeschichtliche Wege und Burgen des südlichen Sauerlandes

Schon vor der Stadtgründung hatten die Fernwege Römerweg und Eisenstraße ihren Schnittpunkt Olpe. Sie nutzten gemeinsam die Furt durch den Olpe- bzw. Biggefluss. Der „Römerweg“ führte von der Siegmündung nahe Bonn gegen Nordosten auf Brilon-Paderborn zu, während die Eisenstraße das Siegerland mit dem Märkischen Land verband.

Gegenwart[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es Verkehrswege in einer Gesamtlänge von ca. 307 km. Davon entfällt auf die Gemeindestraßen mit einer Gesamtlänge von ca. 228 km der größte Anteil. Bundesstraßen, Landstraßen sowie Kreisstraßen haben jeweils eine Länge von 22 bis 24 km.

Die Stadt Olpe wird von zwei Bundesautobahnen erschlossen:

Die Bundesstraßen 54 (Münster–Lünen–Dortmund–Hagen–Olpe–Siegen–Limburg–Wiesbaden) fungiert gemeinsam mit der 55 (Olpe–Lennestadt–Meschede) als großräumige Stadtumgehung. Beide Bundesstraßen haben jeweils eine Länge von ca. 14 km. Allerdings besteht von der Ortschaft Hüppcherhammer bis in die Ortschaft Rhode eine gemeinsame Streckenführung mit einer Länge von 5 km. Somit ergibt sich eine tatsächliche Strecke der Bundesstraßen von insgesamt 23 km.

In der Kernstadt gibt es drei Hauptverkehrsachsen. In Nord-Süd Richtung ist das die Landesstraße L 519 mit den Straßennamen In der Wüste, Franziskanerstraße und Bruchstraße. Sie dient auch als Anbindung der jeweiligen Autobahnauffahrten. Eine weitere Hauptachse ist Die Westfälische Straße. Sie verlässt die historische Altstadt in Richtung Nordosten. Die dritte Hauptachse ist die für den Schwerlastverkehr gesperrte Martinstraße, die aus dem Stadtzentrum nach Osten führt. An fast allen innerstädtischen Knotenpunkten wurden Kreisverkehrsplätze installiert. Die Innenstadt verfügt über vier Parkhäuser.

Straßennamen[Bearbeiten]

Die Olper Straßennamen lassen sich in folgende Bereiche einsortieren:

  • Enden Straßennamen auf -seifen, -siepen, -micke oder -mecke, sind dies Hinweise auf Wasserläufe (Bäche), z. B. Osterseifen (östlicher Bach), Kortemicke (kurzer Bach), Felmicke (Feldbach oder Fellbach - er durchfließt das ehemalige Gerberviertel)
  • Neben der offensichtlichen Straßennamensendung -berg weist -(h)ardt auch auf einen Berg hin, z. B. Rhonardt (gerodter Berg), Eichhardt. Auch andere Straßennamen weisen auf Berge hin, z. B. An den Klippen, Bratzkopf,
  • Hinweise auf alte Gewerke in Olpe
  • Bergbau z. B. Kupferweg, Steigerweg
  • Hütten z. B. Hüttenweg, Olper Hütte
  • Hämmer z. B. Hammerweg, Kessenhammer, Saßmicker Hammer
  • Hinweise auf Besonderheiten in der unmittelbaren Umgebung
  • Trift oder Drift (Gelände, wohin die Hirten ihr Vieh trieben) z. B. In der Trift, Rüblinghauser Drift
  • Schlüppe (kommt von durch schlüpfen; Durchlass zwischen Hecken) z. B. Weite Schlüppe
  • Fohrt (Furt; eine Durchfahrt durch einen Fluss oder Bach) z. B. Auf der Fohrt
  • Schlade (Tälchen ohne Wasserlauf) z. B. Papenschlade (Pape = Pfaffe = Pfarrer, also Pfarrers Tal)
  • Ohl (feuchtes Tal) z. B. Zum Lehmenohl
  • Hohl (Höhle, Loch, Zufluchtsort) z. B. Weierhohl
  • Bauwerke oder Örtlichkeiten z. B. Am Stadtwald, Bahnhofstraße
  • Abgeleitet von Heiligen z. B. Martinstraße, Rochusstraße, Agathastraße
  • Namen von Persönlichkeiten
  • Persönlichkeiten, die in Olpe geboren wurden bzw. die hier gelebt oder gewirkt haben, z. B. Johann-Bergmann-, Franz-Hitze-Straße
  • Widerstandskämpfer oder Opfer der NS-Zeit, z. B. Stauffenbergring, Anne-Frank-Weg
  • Anderen Personengruppe wie z. B. berühmte Ärzte, z. B. Sauerbruchweg
  • Straßennamen aus Pflanzen- und Tierwelt z. B. Meisenweg, Buchenweg,

Schifffahrt[Bearbeiten]

Schiffstouren kann man auf dem Biggesee unternehmen. Dort verkehren von April bis Ende Oktober zwei Schiffe der Personenschifffahrt Biggesee. Eine Rundfahrt dauert etwa zwei Stunden. Es gibt fünf Zusteigemöglichkeiten. Noch vor wenigen Jahren bildeten vier Schiffe die „Weiße Flotte“ der Biggesee-Schifffahrt: Außer den immer noch vorhandenen MS „Westfalen“ und „Bigge“ fuhr ein weiteres Personenschiff („Sauerland“) auf dem Hauptsee. Auf dem Vorstaubecken Olpe, auch als „Obersee“ bezeichnet, war ein Grachtenboot mit dem Namen „Olpe“ unterwegs. Die niedrige Bauweise war nötig, damit das Schiff unter einer niedrigen Eisenbahnbrücke fahren konnte. Dazu war das Boot eigens mit Beton beschwert, um tief im Wasser zu liegen.

Radwege[Bearbeiten]

Rund um den Biggesee und die Listertalsperre gibt es ein geschlossenes Radwegenetz. Dieses führt bis zum Biggedamm in Attendorn. Weiterhin ist Olpe an das Radverkehrsnetz NRW angeschlossen. Die Täler-Tour der Bike Arena Sauerland kreuzt Olpe an verschiedenen Streckenpunkten.

Wanderwege[Bearbeiten]

Der 1080 Kilometer lange Wanderweg der Deutschen Einheit führt durch Olpe. Am 31. Mai 2014 wurde der 18,5 km lange und 16 Stationen umfassende Franz-Hitze-Pilger- und Erlebnispfad eröffnet. Der "Waldweg Grenzenlos" ist ein auf dem Kimickeberg befindlicher Walderlebnispfad speziell für Menschen mit Behinderung. Er ist rollstuhlgerecht ausgebaut und mit einem Blindenleitsystem ausgestattet. Die Gesamtlänge beträgt ca. 2900 m. Darüber hinaus gibt es diverse weitere ausgeschilderte Wanderwege.

Medien[Bearbeiten]

Zeitung[Bearbeiten]

Als Tageszeitung erscheinen in Olpe Lokalausgaben der

WP und WR gehören zur Funke-Gruppe (früher WAZ) und haben seit 2009 eine gemeinsame Lokalredaktion. Somit ist der Lokalteil beider Zeitungen identisch. Alle drei Zeitungen erscheinen morgens, die Siegener Zeitung erschien bis zum Jahr 2000 als Nachmittagszeitung. Die Siegener Zeitung ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Siegen und eigener Lokalredaktion sowie Geschäftsstelle in Olpe. Die WAZ schloss ihre Geschäftsstelle im Januar 2010.

Außerdem erscheinen mittwochs und sonntags die kostenlosen Anzeigenblätter Sauerlandkurier der Ippen-Gruppe und Sonntags- und Wochenanzeiger (SWA), der von der Siegerländer Wochen-Anzeiger GmbH & Co. KG, einer Tochterfirma der Siegener Zeitung, produziert wird. Zu besonderen Anlässen, etwa dem Schützenfest, erscheint in unregelmäßiger Reihenfolge die Sauerländer Börse, ein DIN-A-4-formatiges Anzeigenblatt. Bis etwa zum Jahr 2000 erschien mittwochs der Stadtanzeiger, später Hallo Sauerland, ein von einer Tochterfirma der WAZ-Gruppe herausgegebenes Anzeigenblatt. Bis etwa 1980 (?) war Olpe auch Verlagsort des Sauerländischen Volksblatts. Dieses wurde auch in Olpe bei der inzwischen durch Insolvenz aufgelösten Druckerei F. X. Ruegenberg gedruckt.

Radio[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe verfügt nicht über einen eigenen Lokalsender bzw. Lokalradio. Mit einer Entscheidung vom 28. April 2006 ist der Kreis Olpe durch die LfM, die zuständige Aufsichtsbehörde für den Rundfunk in NRW, als mögliches Verbreitungsgebiet für Lokalfunk ausgewiesen worden. Eine Veranstaltergemeinschaft existiert seit vielen Jahren. Mehrere Versuche, eine Betriebsgesellschaft zu installieren, scheiterten aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Erfolgsaussichten. Aktuelle Nachrichten über Olpe kann man über das Radioprogramm des WDR 2 aus dem Regionalstudio Siegen empfangen, das montags bis freitags immer zur halben Stunde Nachrichten aus Südwestfalen sendet.

Fernsehen[Bearbeiten]

Olpe gehört zum Redaktionsgebiet des Studios Siegen des WDR Fernsehens. Die Lokalzeit Südwestfalen berichtet über die Region.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Behörden[Bearbeiten]

Amtsgericht Olpe

Olpe ist Sitz des Kreises Olpe. Das Kreishaus (Kreisverwaltung) Olpe in der Westfälischen Straße wurde in den 1990er Jahren umfangreich umgebaut und erweitert. Dabei wurde Gebäudeteile angegliedert die früher eine andere Funktion hatten. Unter anderem befand sich hier die Kreispolizeibehörde, die ihren jetzigen Sitz in der Kortemickestraße 2 hat. Auch war in einem Altbau das Amtsgericht mit angeschlossenem Gerichtsgefängnis sowie eine Jugendarrestanstalt untergebracht. Der Erwachsenenvollzug wurde Mitte der sechziger Jahre in die damalige Vollzugsanstalt Siegen verlegt. Die Jugendarrestanstalt wurde am Ende August 1989 geschlossen. Das heutige Amtsgericht Olpe ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und ist eines von vier Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichts Siegen. Das Gericht findet man in der Bruchstraße 32.

In der Rochusstraße 3 befindet sich eine Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Siegen.

Das Finanzamt Olpe befindet in der Straße Auf dem Gallenberg.

Das Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland, Dienstgebäude Olpe ist am 1. August 2007 aus den ehemaligen Forstämtern Attendorn (teilweise) und Olpe das Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland entstanden. Erste urkundliche Erwähnungen eines Forstamtes in Olpe stammen aus dem Jahre 1810

Des Weiteren gibt es eine LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe. Sie hat ihren Sitz in einer ehemaligen Schule und wurde am 31. August 1982 die Außenstelle Olpe (damals: Westfälisches Museum für Bodendenkmalpflege) offiziell eröffnet. Aufgabenschwerpunkt ist die Denkmalpflege im Regierungsbezirk Arnsberg. Diese werden durch die Tätigkeitsfelder Anträge auf Unterschutzstellung von Denkmälern, Beteiligung an Verfahren als Träger öffentlicher Belange, Untersuchungen im Gelände, Öffentlichkeitsarbeit und die „Kleine Denkmalpflege“ (Austausch mit interessierten Personen oder Gruppen) realisiert.

Am 1. September 2008 wurde die Südwestfalen-Agentur GmbH in Olpe gegründet. Das 14-köpfige Team um Geschäftsführer Dirk Glaser initiiert und koordiniert die Projekte rund um die Regionale 2013. Nach dem Ende des Strukturförderprogramms soll die Arbeit der Agentur mit reduziertem Team als Einrichtung der regionalen Wirtschaftsförderung weitergehen.

Krankenhaus „St.-Martinus-Hospital“[Bearbeiten]

Das Hospital wurde 1856 in Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Martinus Olpe gegründet und zunächst von zwei Vinzentinerinnen geleitet. Im Jahr werden dort knapp 11.000 Patienten überwiegend aus Olpe, Wenden und Drolshagen behandelt. Etwa 800 Voll- und Teilzeitkräfte betreuen 385 Betten. Zum Krankenhaus gehören eine chirurgische Klinik, eine medizinische Klinik, eine Frauenklinik, eine Abteilung Anästhesie und Intensivpflege mit Schwerpunkt Schmerztherapie, eine diagnostische Radiologie sowie eine Psychiatrie. Schwestern der Kongregation der Olper Franziskanerinnen übernahmen 1900 die Krankenhausleitung. Seit 1997 wird das St.-Martinus-Hospital als gemeinnützige GmbH geführt, die im Jahr 2000 mit dem katholischen St.-Josef-Hospital in Lennestadt-Altenhundem zur „Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH“ fusionierte. Der Gesellschaft angegliedert sind unter anderem eine Krankenpflegeschule und ein Fachseminar für Altenpflege sowie ein ambulantes Dialysezentrum. Franziskanerinnen arbeiten inzwischen nicht mehr im St.-Martinus-Hospital, das dort befindliche Konvent wurde zum Jahresende 2005 aufgelöst.

Kinder- und Jugendhospiz Balthasar[Bearbeiten]

Das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar ist eine stationäre Einrichtungen für unheilbar und lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Eltern und Geschwister. Das Kinderhospiz wurde 1998 und das Jugendhospiz 2009 eröffnet und waren jeweils die ersten ihrer Art in Deutschland. Das Kinderhospiz bietet den Familien todkranker Kinder Betreuung und Unterkunft, damit sie sich von der Pflege erholen können, während die Kinder professionell betreut werden. Im Jugendhospiz finden Jugendliche und junge Erwachsene ihren Platz. Träger beider Einrichtungen ist die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe.[20]

Bildung[Bearbeiten]

Tageseinrichtungen für Kinder[Bearbeiten]

Im Gebiet der Stadt Olpe befinden sich insgesamt 14 Tageseinrichtungen für Kinder (Kindergarten). Jeweils 7 Kindergärten befinden in der Kernstadt und 7 auf den Dörfern. Alle Einrichtungen sind in freier Trägerschaft.[21] Drei Kindergärten sind zugleich als Familienzentrum zertifiziert.[22]

Schulen[Bearbeiten]

Olpe ist regional bedeutsamer Schulstandort mit folgenden Schulen und Bildungseinrichtungen.

Grundschulen

  • Gemeinschaftsgrundschule Hakemicke
Mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 erfolgte der erste Teil des Umzug der Gemeinschaftsgrundschule Hakemicke vom derzeitigen Standort in das Schulgebäude der Katholische Bekenntnisgrundschule Hohenstein. Der endgültige Umzug erfolgt mit dem Schuljahr 2014/2015.
  • Katholische Bekenntnisgrundschule Auf dem Gallenberg
Bis zur Schulreform 1968 war hier die Evangelische Volksschule untergebracht. Nach deren Auflösung wurde eine Evangelische Grundschule mit zwei Klassen eingerichtet. Nach einem Jahr wurde die evangelische Grundschule in eine Gemeinschafts-Grundschule umgewandelt und zeitgleich eine neue Katholische Grundschule eingeführt. Zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 wurde der renovierte Altbau sowie ein Neubau seiner Bestimmung übergeben. Damit verbunden war die Zusammenlegung der beiden unabhängigen Schulen zur Katholische Bekenntnisgrundschule Auf dem Gallenberg.
  • Katholische Bekenntnisgrundschule Düringerschule mit Nebenstandort Dahl (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Katholische Franz-Hitze-Bekenntnisgrundschule Rhode

Förderschulen

  • Pestalozzischule, Förderschule Lernen der Kreisstadt Olpe
Mit dem Schuljahr 2014/2015 wird die Förderschule Lernen aufgelöst und das Gebäude dem Städtischen Gymnasium zugeschlagen.
  • Max-von-der-Grün-Schule, LWL-Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
  • Michael-Ende-Schule, LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Sprache
  • LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Sehen
  • LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation

Weiterführende Schulen

St.-Franziskus-Schule
  • Sekundarschule Olpe mit Teilstandort in Drolshagen
Ab den Schuljahr 2013/2014 löst die Sekundarschule Hakemicke mit dem Teilstandort Drolshagen die Ganztagshauptschule Hakemicke und die städtische Realschule Olpe-Drolshagen ab. Die beiden anderen Schulformen werden nach und nach aufgelöst.
  • St.-Franziskus-Schule (Gymnasium und Realschule)
Die St.-Franziskus-Schule ist eine staatlich anerkannte Privatschule in der Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO). Sie besteht aus dem St.-Franziskus-Gymnasium, gegründet 1870 von den Schwestern der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe, und der St.-Franziskus-Realschule, in der 2013 der Unterricht aufgenommen wurde.
  • Städtisches Gymnasium Olpe

Fachschulen

  • Bäckerfachschule
Von überregionaler Bedeutung ist die „Erste Deutsche Bäckerfachschule“. Gegründet 1926 in Bochum, übersiedelte sie 1947 nach Olpe auf den Imberg. Dort werden sämtliche Bildungsangebote für Inhaber und Mitarbeiter von Bäckereien in Produktion und Verkauf angeboten. Insbesondere durch die mehrmonatigen Meistervorbereitungslehrgänge hat die Schule die Stadt Olpe bundesweit und darüber hinaus bekannt gemacht. Der Schule ist ein Internat angeschlossen.
  • Berufskolleg des Kreises Olpe
  • Fortbildungsakademien für Gesundheitshilfe
  • Krankenpflegeschule

Sonstige Bildungseinrichtungen

  • Rettungsfachschule des DRK
  • Musikschule
  • Volkshochschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Gottfried Ruegenberg, Arzt (1883)
  • Wilhelm Fuchsius, Arzt (1889)
  • Caspar Freusberg, Kreisgerichtsrat (1899)
  • Josef Hundt, Fabrikant (1911)
  • Hugo Ruegenberg, Fabrikant (1911)
  • Josef Hesse, Fabrikant (1925)
  • Hubert Kemper, Fabrikant (1929)
  • Paul von Hindenburg, Reichspräsident (1933)
  • Josef Schrage, Landrat und Mitglied des Parlamentarischen Rats (1951)
  • Josef Kleine, Landwirt und Kommunalpolitiker, Ehrenbürger der Gemeinde Olpe-Land (1951)
  • Lorenz Jaeger, Erzbischof und Kardinal (1955)

aberkannte Ehrenbürgerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Franz Hitze
Relief am Geschichtsbrunnen in Olpe

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Wolf: Westfälischer Städteatlas. Band: VIII; 3 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Olpe, Dortmund-Altenbeken 2004, ISBN 3-89115-170-5.
  • Gretel Kemper: Olpe. Stadt und Land. Herausgegeben vom Heimatverein für Olpe und Umgebung. Verlag Die Wiehlandschmiede, Olpe, ISBN 3-925498-67-2.
  • Josef Wermert (Hrsg.): Olpe. Geschichte von Stadt und Land. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Red.: Günther Becker, Josef Wermert und Manfred Wolf. Hrsg. im Auftrag der Stadt Olpe. Selbstverlag der Stadt Olpe, Olpe 2002.
  • Olpe. Geschichte von Stadt und Land. Bd. 2. (in zwei Teilbänden); Hrsg. Kreisstadt Olpe/Stadtarchiv Olpe; Selbstverlag der Kreisstadt Olpe, Olpe 2011, ISBN 978-3-9808598-2-0.
  • Heinz Quellmalz, Josef Wermert: Bibliographie Stadt Olpe 1648–2000. Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte und Landeskunde. Hrsg.: Stadt Olpe/Stadtarchiv und Heimatverein für Olpe und Umgebung e.V., Olpe 2001.
  • Manfred Schöne, Josef Wermert (Hrsg.): Geschichtsbrunnen für die Stadt Olpe. Geschichtsbilder – Porträts – Wappen. Hrsg. Im Auftrag der Stadt Olpe – Stadtarchiv – und des Heimatvereins für Olpe und Umgebung e.V., Olpe 1998.
  • Franz Sondermann: Geschichte der Eisenindustrie im Kreise Olpe. Hrsg.: Kreis Olpe und Kreisheimatbund Olpe e.V.im Rahmen der Schriftenreihe des Kreises Olpe, Nr. 19, Reprint der Erstveröffentlichung von 1907, Verlag G. Koch, Siegen, ISBN 3-928343-01-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olpe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Landschaftssteckbrief Bundesamt für Naturschutz, Gesichtet: 11. Dezember 2010
  3. Strukturdaten, Homepage der Stadt Olpe
  4. Kommunalprofil der Stadt Olpe (PDF; 222 kB), Quelle: IT NRW des Statistischen Landesamt NRW, abgerufen 12. Dezember 2010.
  5. Rund um das Olper Schützenfest: Olper und Ölper.
  6.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 90.
  7. a b c Verwaltungsgeschichte.de, gesichtet 11. Dezember 2010
  8.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 234.
  9. Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn vom 4. Januar 2010, Stück 1 – 153. Jahrgang: Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn (2. Zirkumskriptionsgesetz) (PDF; 2,9 MB)
  10. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2014/aktuell/c966024kw1400.html
  11. KDVZ – Landtagswahl 2005
  12. KDVZ – Bundestagstagswahl 2005 Zweitstimmen
  13. KDVZ – Bundestagstagswahl 2009 Zweitstimmen
  14. KDVZ – Landtagswahl 2010
  15. KDVZ – Landtagswahl 2012
  16. Bei der Landtagswahl 2005 traten PDS und WASG getrennt an. Sie erhielten zusammen 2,7 % der Stimmen.
  17. Hauptsatzung der Kreisstadt Olpe, Stand:15. Juli 2008 in der Fassung der 1. Nachtragssatzung vom 18. Dezember 2009
  18. Denkmalliste der Stadt Olpe
  19. vgl. Artikel Gutes Beispiel für eine schlechte Entwicklung-In Attendorn verliert der Einzelhandel an Boden. Olpe, Lennestadt und Finnentrop legen zu, in: Westfalenpost, Zeitung für Lennestadt und Kirchhundem, Ausgabe vom 29. Juli 2014
  20. Kinderhospiz Balthasar Kinderhospiz Balthasar, 10 Jahre 1998–2008, abgerufen am 29. April 2009
  21. Tageseinrichtungen in Olpe, Stand: 1. Februar 2011.
  22. Aktuelle Liste aller Familienzentren NRW, Stand: 1. Februar 2011