Otto Clemens

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Otto Clemens (* 21. Oktober 1946 in Wien) ist ein österreichischer Bühnen-, Fernseh- und Filmschauspieler und Fernsehsprecher. Österreichischen Fernsehzuschauern ist er als die Stimme aus den Universum-Dokumentationen bekannt.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Aufgewachsen in Wien-Brigittenau, Universumstraße 50, besuchte er dort Volksschule und Realgymnasium. Otto Clemens studierte Schauspiel in Wien und bei Walter Lott vom Actors Studio New York, um das Method Acting von Lee Strasberg zu erlernen.

Theater und Film[Bearbeiten]

Zu seiner Bühnenlaufbahn zählen Mitgliedschaften in den Ensembles des Burgtheaters und Volkstheaters, sowie des Theaters in der Josefstadt. Seine Arbeit am Burgtheater beendete Otto Clemens 1985, als er wegen der eigenwilligen Regie von Angelika Hurwicz während der Proben zu dem Stück Die Frau vom Meer von Henrik Ibsen und künstlerischen Auseinandersetzungen seine Rolle des Lyngstrand ablegte. Viele Schauspielerkollegen bewunderten seine konsequente Haltung und solidarisierten sich mit Otto Clemens. Er sollte recht behalten: Die Aufführung wurde ein Misserfolg.

Der Regisseur Michael Kehlmann holte Otto Clemens an das Theater in der Josefstadt. Seine erfolgreichen Rollengestaltungen am Theater fanden in der Verleihung der Josef-Kainz-Medaille, die er 1987 von der Stadt Wien erhielt, einen ihrer Höhepunkte. Diese bekam er für die Darstellung des Arnold in Gerhart Hauptmanns Stück Michael Kramer im Theater in der Josefstadt.

Mit dem Theater Der Kreis unter der Leitung von George Tabori tourte er bis nach Wellington, Neuseeland und Adelaide, Australien. Hier spielte er erstmals in englischer Sprache Theater.

Beim Film wirkte Otto Clemens in einigen auch international bekannten amerikanischen Produktionen mit: unter anderem verkörperte er neben Meryl Streep und James Woods in Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß 1978 unter der Regie von Marvin J. Chomsky einen SS-Offizier. In Wagner spielte Otto Clemens den Gönner Karl Tausig mit Richard Burton in der Titelrolle des Komponisten Richard Wagner.

1980 lebte er für zwei Jahre in New York, um das Method Acting nach Lee Strasberg zu studieren. Allerdings begeistert sich Clemens auch für die Arbeit hinter der Kamera. Als besondere Leidenschaft betrachtet er das Schreiben von Drehbüchern.

Fernsehsprecher[Bearbeiten]

Schon früh begann Otto Clemens neben der Arbeit am Theater und beim Film auch als Schauspieler und Sprecher in zahlreichen Hörspielen und Literaturproduktionen mitzuwirken und ließ mit grandiosen Rezitationsabenden aufhorchen.

Im Fernsehen prägte er mit seiner Stimme vor allem die erfolgreichsten historischen TV-Dokumentations-Reihen des ORF: Österreich I und Österreich II oder Hört die Signale von Hugo Portisch und Sepp Riff. Otto Clemens ist auch der deutsche Erzähler des bisher teuersten Computer-Animations-Sechsteilers (BBC) der Fernsehgeschichte Dinosaurier - Im Reich der Giganten und Die Erben der Saurier (ProSieben).

Seit 1987 ist er den österreichischen und deutschen Fernsehzuschauern auch aus der vielfach ausgezeichneten Natur-Dokumentationsreihe Universum bekannt, die wöchentlich Eigenproduktionen des ORF und Koproduktionen mit anderen Sendern (BBC, Discovery Channel,...) zeigt. Hier hat Otto Clemens mit seiner faszinierenden Stimme und Ausdruckskraft wesentlichen Anteil am Publikumserfolg. Es wurde ihm anfangs ein Exklusivvertrag angeboten, um mit seiner Stimme ein unverwechselbares Element der Reihe zu bilden. Dies lehnte er jedoch mit der Begründung ab, nicht auf eine einzelne Sache festgelegt werden zu wollen. 2011 startete auf ServusTV die neue, wöchentliche Sendung Terra Mater, die von Beginn an sofort einen großen Zuschauererfolg brachte. Otto Clemens war der Erzähler dieser TV-Serie. 2014 beendete er die Zusammenarbeit mit Terra Mater, um sich mehr anderweitigen Aufgaben zuwenden zu können.

Filmografie[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • 1976: Glückliche Zeiten
  • 1978: Der Mann im Schilf
  • 1980: Die Matrosen von Cattaro (nach Friedrich Wolf)
  • 1986: Rosa und Rosalind
  • 1995: Tödliche Liebe

TV Filme & Serien[Bearbeiten]

  • 1970: Hallo Freunde (TV Musical)
  • 1972: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (TV Serie)
  • 1977: Der Fehlschuss (TV Film)
  • 1977: Ein echter Wiener geht nicht unter - Der Unfall (TV Episode)
  • 1978: Alpensaga - Der Kaiser am Lande (TV Episode)
  • 1978: Tod auf der Autobahn (TV Film)
  • 1978: Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss (TV Serie)
  • 1978: Cella oder Die Überwinder (TV Film)
  • 1979: Ein Baby hat leicht schreien (TV Film)
  • 1982: Tatort - Mordkommando (TV Episode)
  • 1983: Wagner (TV Serie)
  • 1991: Ein Geist verschwindet (TV Film)
  • 1992: Salzburger Nockerln (12-teilige TV Serie)
  • 1993: Wenn die Nachtigall verstummt (TV Film)
  • 1994: Saubere Aktien (TV Film)
  • 1996: Tatort - Mein ist die Rache (TV Episode)
  • 1999: Medicopter 117 - Die Vergewaltigung (TV Episode)

Theater[Bearbeiten]

  • Theater der Courage
  • Die Komödianten
  • Theater mbH.
  • Echoraum
  • Theater im Künstlerhaus
  • Theater der Jugend
  • Studiobühne Villach
  • Sommerspiele Kobersdorf
  • Theater Drachengasse
  • Der Kreis (George Tabori)
  • Burgtheater
  • Theater in der Josefstadt
  • Volkstheater

Gastauftritte[Bearbeiten]

  • Anton Brucknerhaus, Linz
  • State Opera, Wellington, New Zealand
  • Union Hall, Adelaide, Australia
  • Wiener Konzerthaus
  • Wiener Musikverein

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Otto Clemens ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er lebt derzeit in Wien.

Weblinks[Bearbeiten]