Paartalbahn

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Ingolstadt–Augsburg
Strecke der Paartalbahn
Kursbuchstrecke (DB): 983
Streckennummer: 5382
Streckenlänge: 67 km
Höchstgeschwindigkeit: Ingolstadt Hbf–Seehof 130 km/h,
Seehof–Augsburg Hbf 120 km/h
Strecke – geradeaus
von Ingolstadt Nord
   
Donautalbahn von Ulm Hbf bis 1995
Bahnhof, Station
-0,6 Ingolstadt Hbf 368 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Donautalbahn nach Regensburg Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach München
BSicon exBS2c2.svgBSicon xBS2lxr.svgBSicon BS2c3.svg
Ehm. Streckenführung bis 1995
BSicon exSTR.svgBSicon DST.svg
4,3 Seehof Betriebsbahnhof
BSicon exSTR.svgBSicon ABZrf.svg
Donautalbahn nach Ulm Hbf ab 1995
BSicon exBS2c1.svgBSicon xBS2+lxr.svgBSicon BS2c4.svg
   
5,7 Zuchering
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
9,4 Awanst Karlskron Scherm
   
10,2 Pobenhausen
Bahnhof ohne Personenverkehr
13,7 Niederarnbach 382 m
   
17,1 Brunnen (Oberbay) ab Dezember 2016
   
20,1 Edelshausen
Bahnhof, Station
25,1 Schrobenhausen 413 m
   
30,6 Hörzhausen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
33,2 Awanst Unterbernbach Pfeifer Holz
Bahnhof, Station
34,7 Radersdorf 432 m
Bahnhof, Station
41,3 Aichach 446 m
Haltepunkt, Haltestelle
46,8 Obergriesbach
Bahnhof, Station
51,3 Dasing 467 m
   
54,3 Paar
Bahnhof, Station
58,9 Friedberg (b. Augsburg) 496 m
Bahnhof, Station
61,7 Augsburg-Hochzoll 486 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von München
BSicon STR.svg
Kilometer-Wechsel
62,2
57,7
Kilometerwechsel
BSicon STR.svg
   
59,1 Augsburg-Spickel 1974 geschlossen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Augsburger Localbahn
Haltepunkt, Haltestelle
60,2 Augsburg Haunstetter Straße
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Buchloe und
Strecke – geradeaus
von Landsberg am Lech
Bahnhof, Station
61,9 Augsburg Hbf 490 m
Strecke – geradeaus
nach Donauwörth
Strecke – geradeaus
nach Ulm

Die Paartalbahn ist eine teilweise im Tal der Paar verlaufende Eisenbahnstrecke zwischen Augsburg-Hochzoll und Ingolstadt über Friedberg, Dasing, Aichach und Schrobenhausen. Die eingleisige und nicht elektrifizierte Hauptstrecke ist 67 km lang (ab Augsburg-Hauptbahnhof gerechnet) und hat die Kursbuchnummer 983.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Regionalbahn auf der Paartalbahn bei Niederarnbach

Die Strecke wurde zwischen 1872 und 1875 gebaut und am 15. Mai 1875 eröffnet. Planungen um die Jahrhundertwende 1900 über eine Anbindung von Pöttmes und Eurasburg wurden nicht verwirklicht. Ebenso kam es nicht zu einem mehrfach andiskutierten Verbindungsgleis von der Paartalbahn ab Aichach zum Endpunkt der Ludwig-Thoma-Bahn in Altomünster (heute S-Bahn-Linie A des MVV-Netzes), das eine direkte Verbindung zum heutigen Münchener S-Bahn-Netz hergestellt hätte. Im Winter 1922 kam es wegen des Kohlenmangels zeitweise zu einer Einstellung des Betriebs.

1935 wurden zwischen Augsburg und Aichach erstmals Motortriebwagen eingesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke auch für Militärtransporte verwendet; Anfang 1945 kam der Betrieb jedoch zum Erliegen, nachdem eine Brücke über die Paar gesprengt worden war. Doch schon am 1. Januar 1946 wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Im Laufe der 1960er-Jahre gingen die Fahrgastzahlen wegen der zunehmenden individuellen Motorisierung zurück, und 1975 gab es erstmals Überlegungen zu einer Stilllegung der Strecke. Dazu kam es nicht, jedoch wurden in den folgenden Jahren einige Haltepunkte geschlossen und der Zugverkehr ausgedünnt.

1989 wurde die Strecke zwischen Augsburg und Radersdorf in den Augsburger Verkehrsverbund (AVV) aufgenommen, 1996 wurde mit der Einführung des Bayern-Takts der Zugverkehr verdichtet. Zu dieser Zeit kamen vor allem Triebwagen der Baureihe 628 und lokbespannte Wendezüge zum Einsatz. 1999 wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke auf 120 km/h erhöht.

Ende 2000 stellte die damalige DB Cargo den Güterzugbetrieb auf der Strecke ein. Ab Anfang Juli 2002 nahm die Augsburger Localbahn den Betrieb wieder auf.[1]

Mit dem Fahrplanwechsel 2009 übernahm die zu Veolia Verkehr gehörende Bayerische Regiobahn den Betrieb auf der Paartalbahn, nachdem sie eine Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft gewonnen hatte. Gleichzeitig wurde ein 15-Minuten-Takt zwischen Augsburg und Friedberg sowie ein 30-Minuten-Takt weiter nach Aichach eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit dem Fahrplanwechsel 2009 wird die Strecke mit Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 bedient, davor wurden seit 2001 Triebwagen der Baureihe 642 eingesetzt. Planmäßiger, durchgehender Güterverkehr findet derzeit nicht statt. Es wird von DB Schenker Rail jedoch unter der Woche ein kurzer, nördlicher Abschnitt von Ingolstadt aus mit einem Übergabegüterzug bedient, da in Karlskron-Probfeld ein Spediteur ansässig ist, der einen großen Autolagerplatz betreibt. Außerdem wurde die Strecke ab August 2002 zeitweise von Ölzügen Ingolstadt–Kempten (Allgäu) befahren, die von Lokomotiven der Augsburger Localbahn gezogen werden.

Seit Juli 2007 findet wieder Güterverkehr zwischen Augsburg und Radersdorf statt. Das in Unterbernbach ansässige Unternehmen Pfeifer Holz (ehemals Sägewerk Anton Heggenstaller) hat seinen Gleisanschluss und die Ladeanlage erneuern lassen, sodass nun wieder regelmäßig Holztransporte von der Augsburger Localbahn oder auch von anderen privaten EVUs, wie die OHE durchgeführt werden. Die Güterfahrten können nur vormittags durchgeführt werden und müssen bis 14 Uhr abgeschlossen sein, um eine Behinderung des Personenverkehrs zu verhindern.[2]

Zudem finden Überführungsfahrten über diese Strecke statt. So wird teilweise auch der Tausch der V 90 des Bahnhofs Gablingen über diese Strecke durchgeführt, wofür frühmorgens eine V 90 von Ingolstadt Richtung Augsburg fährt. Die Rückleistung findet in der Regel am Samstagvormittag statt.

Sicherungstechnik[Bearbeiten]

Bis auf den Bahnhof Aichach ist die gesamte Strecke bereits auf Lichtsignale umgestellt. Im Bahnhof Aichach stehen noch Formvor- und Formhauptsignale.

Zukunft[Bearbeiten]

Folgende Projekte sind in der Diskussion, um im Rahmen des geplanten Regio-Schienen-Takt Augsburg die Paartalbahn in Zukunft noch attraktiver zu machen:

  • Wiedereröffnung des Haltepunkts Paar[3]
  • Wiedereröffnung des Haltepunkts Brunnen im Dezember 2016[4]
  • Verlängerung der verkehrenden Züge zu den Bahnhöfen Ingolstadt Nord beziehungsweise Augsburg-Oberhausen[5]
  • abschnittsweise zweigleisiger Ausbau
  • Elektrifizierung und Ertüchtigung der Strecke für 160 km/h[6]

Nach einer vom Freistaat Bayern in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie würde sich die Fahrzeit von Augsburg nach Ingolstadt durch die Elektrifizierung und bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, mit Halt an allen heutigen Stationen und den geplanten Haltepunkten in Paar und Brunnen, auf etwa 49 Minuten verringern. Gleichzeitig könnten diese Strecke dann auch Expresszüge mit den Unterwegshalten in Augsburg Haunstetterstraße, Augsburg-Hochzoll, Friedberg, Aichach, Radersdorf und Schrobenhausen in etwa 42 Minuten zurücklegen.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Joachim Pittius, Anton Schuster: Die Paartalbahn: seit 1875 mit dem Zug von Augsburg nach Ingolstadt. Bickel Verlag, 2000, ISBN 3-9228-0352-0.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Verlauf, Betriebsstellen und einige zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung Wieder Güterzüge auf der Paartalbahn. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2002, ISSN 1421-2811, S. 450.
  2. Der künftige Güterverkehr auf der Paartalbahn
  3. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH: Regio-Schienen-Takt Augsburg (Paartalbahn), abgerufen am 6. Juni 2013 (PDF; 198 kB)
  4. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH: Neuer Haltepunkt Brunnen, abgerufen am 6. Juni 2013 (PDF; 197 kB)
  5. DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): Bahnhof Augsburg-Oberhausen soll neues Wendegleis erhalten Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG vom 5. März 2014.
  6. Augsburger Allgemeine: „Knauer: Regio-Takt der Paartalbahn ist nicht in Gefahr“, Artikel vom 12. August 2009, abgerufen am 27. Januar 2013.
  7. Antwort des Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vom 8. Oktober 2009, Bayerischer Landtag Drucksache 16/2222, abgerufen am 5. März 2013.