Friedberg (Bayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedberg
Friedberg (Bayern)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedberg hervorgehoben
48.3510.983333333333514Koordinaten: 48° 21′ N, 10° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Höhe: 514 m ü. NHN
Fläche: 81,2 km²
Einwohner: 28.731 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 354 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86316
Vorwahlen: 0821, 08208 (Bachern, Rinnenthal teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 130
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 5
86316 Friedberg
Webpräsenz: www.friedberg.de
Bürgermeister: Roland Eichmann (SPD)
Lage der Stadt Friedberg im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben) Pöttmes Todtenweis Aindling Petersdorf (Schwaben) Inchenhofen Kühbach Schiltberg Sielenbach Adelzhausen Eurasburg (Schwaben) Ried (bei Mering) Mering Merching Schmiechen Steindorf (Schwaben) Kissing Obergriesbach Hollenbach Rehling Affing Aichach Friedberg (Bayern) Dasing Augsburg Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Dachau Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Donau-Ries Landkreis Augsburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Donau-Ries Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Friedberg ist eine Stadt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und grenzt an den Osten der Stadt Augsburg. Sie ist eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Zudem ist Friedberg die sechstgrößte Stadt Bayerisch-Schwabens.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Das Friedberger Stadtgebiet liegt fast vollständig am Westrand des tertiären Donau-Isar-Hügellandes an der Lechleite, wo der Lech sich als Gletscherschmelze in der Riss-Eiszeit ein breites Bett schuf.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit der Gemeindegebietsreform 1978 gliedert sich die Stadt Friedberg in folgende 14 Stadtteile:[3][4]

  • Friedberg bestehend aus:
    • Friedberg-Mitte
    • Friedberg-Süd
    • Friedberg-Ost
    • Friedberg-West
    • Friedberg-St. Afra
  • Bachern
  • Derching mit Dickelsmoor
  • Haberskirch
  • Harthausen

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An das Stadtgebiet Friedberg grenzen Augsburg, Affing, Obergriesbach, Dasing, Adelzhausen, Eurasburg, Ried und Kissing.

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsspuren auf dem Friedberger Stadtgebiet aus der Römerzeit sind durch archäologische Befunde von Töpfereien bzw. Ziegeleien in den Ortsteilen Hügelshart, Rohrbach (hier ab dem letzten Drittel des 3. Jahrhunderts n. Chr.), Stätzling (hier Ende 3. bis Ende 4. Jahrhundert n. Chr.) und Wulfertshausen nachgewiesen.[5]

Urkundlich das erste Mal erwähnt wurde das Städtchen in einem Schutzbrief des Staufers Konradin zusammen mit dem Herzog Ludwig II. an die Bürger der Stadt Augsburg des Jahres 1264: In ihm ist die Errichtung einer Burg Fridberch angekündigt, die fortan als Grenz- und Zollsicherung des Herzogtums Bayern gegenüber Schwaben und der freien Reichsstadt Augsburg dienen sollte. Diese Funktion bedeutete bald Ärger mit den mächtigen Augsburgern, die erstmals im Jahre 1396 die Stadt niederbrannten. Ihre Lage brachte der Stadt oftmals Probleme ein, da die nicht seltenen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Augsburg bzw. Schwaben meist auf dem Rücken der Stadt ausgetragen wurden. Im Jahr 1485 wird in Friedberg Balthasar Hubmaier, eine führende Täuferpersönlichkeit der Reformationszeit, geboren.

Friedberg um 1650
Friedberg um 1690/1700

Ein Aufschwung kam erst, nachdem Herzogin Christine von Lothringen die Friedberger Burg 1568 zu ihrem Witwensitz erkor, was die Stadt in einen Mittelpunkt des bayerischen Hoflebens verwandelte. Im folgenden Jahrhundert jedoch wurde dieser blühenden Zeit ein abruptes Ende bereitet: 1599 wütete die Pest furchtbar in der Stadt, und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt gleich zweimal von den Schweden völlig vernichtet. Bis auf die Burg und die Stadtmauer ist heute kein Gebäude älter als das Rathaus, das kurz nach Kriegsende erbaut wurde. In den folgenden Jahren blühte die Friedberger Wirtschaft wieder mit Macht auf, als die zahlreich in Erscheinung getretenen Uhrmacher die Stadt wieder zu einem Mittelpunkt machten: Friedberg war damals vielen Uhrliebhabern ein Begriff, und Friedberger Uhren sind heute noch begehrt. 1753 wurde die Wallfahrtskirche Herrgottsruh errichtet, die mit zu den schönsten Kirchen des bayerischen Rokoko gehört. Von 1754 bis 1768, wurde vom bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph im Friedberger Schloss eine Fayencemanufaktur betrieben. Im 19. Jahrhundert war Friedberg vor allem Nutznießer der drängenden Wohnungsnot im prosperierenden Augsburg.

Von 1938 bis 1945 existierte das NSV.-Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnen-Seminar Friedberg bei Augsburg, geleitet von der Jugendleiterin Maria Krawinkel.

Die beiden Weltkriege überstand die Stadt ohne größeren Schaden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wiffertshausen eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1974 kamen die bisherige Gemeinde Paar und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Harthausen hinzu. Ottmaring, Rederzhausen und Wulfertshausen sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Derching und Stätzling folgten am 1. Mai 1978.[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Friedberger Stadtrat setzt sich aus dem Ersten Bürgermeister und 30 Stadträten zusammen.[8] Zum Nachfolger des seit 2002 amtierenden Ersten Bürgermeisters Peter Bergmair wurde in der Stichwahl am 30. März 2014 Roland Eichmann (SPD) gewählt, nachdem im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte.[9] Bergmair war nicht erneut zur Wahl angetreten.


Parteien 2014 2008
Anteil Sitze ±Anteil ±Sitze Anteil Sitze
CSU 43,0 % 13 +3,9 % +1 39,1 % 12
SPD 23,2 % 7 −14,5 % −6 37,7 % 13
Grüne 9,0 % 3 +1,1 % +1 7,9 % 2
FW 7,5 % 2 +0,1 % ±0 7,4 % 2
Parteifreie 11,4 % 3 +6,7 % +2 4,7 % 1
FDP 2,8 % 1 −0,3 % +1 3,1 %
ÖDP 3,2 % 1 +3,2 % +1

Wappen[Bearbeiten]

Mit der Gründung der Stadt Friedberg im Jahre 1264 wurde auch ein Siegel verliehen, das dem heutigen Wappen sehr ähnlich war. Im Jahre 1297 wird das Wappen dann erstmals urkundlich erwähnt, es handelt sich damit um eines der ältesten Wappenbilder Bayerns.[10]

Das Wappen zeigt vor blauem Hintergrund einen grünen Sechsberg, aus dem sich mittig ein rotes Kreuz erhebt. Eingefasst wird das Kreuz von zwei beidseitig aufwachsenden silbernen Lilienstängeln.

Die Darstellung des Sechsberges deutet auf die Ansiedlung im Hügelland hin, wobei der blaue Hintergrund eine Verbindung zum Herzogtum Bayern und zum Haus Wittelsbach herstellt. Das mittig angeordnete Kreuz symbolisiert den Marktfrieden und bezieht damit auch den Stadtnamen mit ein. Die Gerichtsbarkeit bzw. Rechtsprechung in Friedberg wird mit den beidseitig angeordneten Lilien versinnbildlicht.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die wirtschaftliche Situation in Friedberg stützt sich derzeit vor allem auf den Kleinhandel sowie auf das Möbelhaus Segmüller, welches seine Hauptfiliale und Polstermöbelfabrik in Friedberg unterhält.

Überörtliche Verkehrsanbindungen[Bearbeiten]

ÖPNV

Friedberg liegt an der Bahnstrecke Augsburg-Ingolstadt (Paartalbahn).

Seit dem 12. Dezember 2010 führt die Straßenbahnlinie 6 der avg vom Augsburger Hauptbahnhof über die Augsburger Stadtteile Textilviertel, Herrenbach und Hochzoll nach Friedberg West. Die Buslinie 200 (Stadtbus Friedberg) verbindet die Innenstadt (Friedberg Ost - Friedberg Süd - Friedberg Bahnhof - Friedberg West) sowohl mit der Paartalbahn als auch mit der Straßenbahnlinie 6.

Darüber hinaus verkehren viele Regionalbuslinien des AVV vom Friedberger Stadtgebiet in die Stadtteile sowie ins Umland.

Kreisstraße AIC 25 neu

Seit Oktober 2008 ist die Kreisstraße AIC 25-neu zwischen der Kreuzung B 300 und der Autobahnanschlussstelle 74a „Friedberg (Bayern)“ für den Verkehr freigegeben.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zum Beispiel:

Schulen[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Friedberger Zeit (auch Altstadtfest genannt), eine der größten historischen Veranstaltungen Schwabens. Alle drei Jahre, nächster Termin ist 2016.
  • Skatertag (jeweils an einem Sonntag, Ende Mai)
  • Christkindlmarkt „Friedberger Advent“
  • Friedberger Volks- und Heimatfest, jährlich Anfang - Mitte August auf dem Volksfestplatz
  • Friedberger Musikwettbewerb in der „Friedberger Schule für Musik“, gesponsert vom Lions-Club
  • verkaufsoffener Marktsonntag, 4-mal jährlich (März: Judikamarkt, Juni: Johannimarkt, September: Matthäusmarkt, November: Martinimarkt) in der Friedberger Altstadt
  • Seifenkistenrennen
  • Friedberger Halbmarathon im September, erstmals durchgeführt 2003

Als Veranstalter ist auch oft der Friedberger Verkehrsverein bzw. Aktivring beteiligt.

Sportliche Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Die Männermannschaft der Volleyballer des TSV Friedberg spielt in der 3. Deutschen Volleyball-Bundesliga.
  • Die Männermannschaft der Handballer des TSV Friedberg spielt in der 3. Liga.
  • Seit 2009 hat der TSV Friedberg eine äußerst erfolgreiche Sportakrobatik Gruppe, unter anderem mit deutschen Vizemeistern.
  • Über die Grenzen von Friedberg hinaus bekannt ist der Friedberger Baggersee (Größe: ca. 450 x 430 m; Wasserfläche: ca. 18 ha) mit seinem Wasserskilift. Parkplätze, große Liegewiesen, Beach-Volleyball, Kinderstrand, sanitäre Anlagen, Restaurant, Kiosk und Wasserwachtstation sind vorhanden.
  • Jedes Jahr findet das Event Friedberg unsere Stadt bewegt sich statt. 2007 fand das 5-jährige Jubiläum statt.
  • Darüber hinaus gibt es in Friedberg zwei ortsansässige Fußballmannschaften: den TSV Friedberg und die Sportfreunde Friedberg.

Ehrenbürger der Stadt Friedberg[Bearbeiten]

  • 1860: Cäsar Widder, Königlicher Landrichter
  • 1913: Kaspar Wieland, 1. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • 1916: Josef Probst, Königl. Geistlicher Rat und Stadtpfarrer
  • 1920: Karl Brennfleck, Bezirksamtmann
  • 1930: Robert Hartl, Ehrenbürgermeister und Kreisbranddirektor
  • 1957: Karl Lindner, 1. Bürgermeister und Landrat
  • 1972: Christian Wallenreiter, Intendant des Bayerischen Rundfunks
  • 1991: Georg Fendt, Landtagsabgeordneter und 2. Bürgermeister
  • 2004: Albert Kling, früherer langjähriger 1. Bürgermeister

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Schaffer, Horst Güttler: Sozialtopographie der Altstadt: die Bevölkerungsentwicklung bei Deutschen und Ausländern, eine Kartendokumentation über den Altstadtbereich von Friedberg, Bayern. Augsburg 1982.
  • Karen Eva Noetzel: Friedberg im Nationalsozialismus: ein Stadtführer. Friedberg 2005.
  • Karen Ostertag, Manfred Dilling: Stadt-Ansichten Friedberg. Text: Hubert Raab, Augsburg 1986.
  • Regine Nägele: Die Friedberger Mozartin. Friedberg 2005.
  • Sebastian Hiereth: Die Landgerichte Friedberg und Mering. Historischer Atlas von Bayern / Teil Schwaben, 1. München: Kommission für bayerische Landesgeschichte 1952.
  • Wolfgang Wüst: Friedberg als bayerische Landstadt, in: Stadtbuch Friedberg, Bd. 1, hrsg. v. Stadt Friedberg, Friedberg/Bayern 1991, S. 192-211.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Bayern, Gemeinden nach Bevölkerungszahlen aufgeschlüsselt (Zugriff am 15. November 2011)
  3. Jahresbericht_2010.pdf (application/pdf-Objekt). In: friedberg.de. Abgerufen am 15. September 2011 (PDF; 114 kB).
  4. Herzlich willkommen bei der Stadt Friedberg in Bayern - Daten und Fakten. In: friedberg.de. Abgerufen am 15. September 2011.
  5. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 465.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 787 und 788.
  8. Stadt Friedberg
  9. Augsburger Allgemeine, Lokalausgabe Friedberg: Der Neue macht's mit großem Vorsprung, 30. März 2014
  10. Geschichte des Friedberger Stadtwappens (Haus der bayerischen Geschichte)
  11. Bedeutung des Friedberger Stadtwappens (Stadt Friedberg)
  12. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 138