Peoples Temple

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Der Peoples Temple, deutsch auch Volkstempel genannt, war eine von Jim Jones geführte neureligiöse Gruppe, die 1978 international durch die Massenselbsttötung in Jonestown, Guyana bekannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

1956 gründete Jones den Peoples Temple in Indianapolis.

Massentod in Jonestown[Bearbeiten]

Hauptartikel: Massensuizid von Jonestown

Nachdem seit Mitte der 1960er Jahre vermehrt kritische Presseberichte über den Peoples Temple erschienen waren, zogen sich Jones und viele seiner Anhänger 1977 in den Nordwesten Guyanas, nach Jonestown zurück - einem Anwesen von 16 Quadratkilometern, das er bereits 1974 von der guyanischen Regierung gepachtet, und wo er bereits zahlreiche seiner Anhänger angesiedelt hatte. Jonestown erklärte er zum Gelobten Land, in dem es, anders als in den USA, keine Rassendiskriminierung gebe und wo eine neue, sozialistische Gesellschaft entstehen könne. Die Siedlung war eine hermetisch abgeschlossene Gemeinde. Nach Berichten von Peoples-Temple-Mitgliedern, die aus Guyana geflohen waren, speziell dem des vormals führenden Mitglieds Deborah Layton, entschloss sich der US-Kongressabgeordnete Leo J. Ryan, die Angelegenheit vor Ort zu untersuchen. Er, drei Reporter und ein Peoples-Temple-Mitglied wurden am 18. November 1978 von Peoples-Temple-Mitgliedern im nahen Port Kaituma vor ihrer Rückkehr in die USA ermordet; zwölf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Unmittelbar nach der Rückkehr der Todesschützen in die Urwaldsiedlung wurde ein Massenselbstmord organisiert, wobei suizidunwillige Peoples-Temple-Mitglieder ermordet wurden.[1] Das Prozedere war während so genannter White Nights mehrfach geprobt worden. Die Sektenmitglieder wurden per Lautsprecherdurchsagen zum zentralen Pavillon der Anlage gerufen, wo mit Zyankali versetzter Traubensaft verabreicht wurde, der binnen fünf Minuten zum Tod führte. Widerspenstige Sektenmitglieder wurden unter Androhung von Waffengewalt zum Trinken gezwungen, einige starben auch an Schusswunden. Jones selbst wurde in Jonestown mit einer Kugel im Kopf aufgefunden. Die Angaben über die genauen Opferzahlen schwanken, es gab jedoch mindestens 900 Opfer, darunter über 270 Kinder. Eine Peoples-Temple-Anhängerin, die sich in Guyanas Hauptstadt Georgetown befand, tötete auf die Nachricht des Massakers hin ihre drei Kinder und sich selbst.

Ideologie[Bearbeiten]

Jones sah sich als Vertreter eines „apostolischen Sozialismus“, den er dem seiner Meinung nach zunehmend faschistischen System der USA gegenüberstellte. Seine nach nordkoreanischem Vorbild aufgebaute und organisierte Siedlung Jonestown betrachtete sich als antirassistische und antikapitalistische „brüderliche Gemeinschaft“.[2][3]

Künstlerische Verarbeitung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Roman Earthly Powers (1980; dt. Der Fürst der Phantome) des britischen Schriftstellers Anthony Burgess thematisiert den Massenselbstmord in Jonestown in fiktionalisierter Form.
  • Der Schriftsteller Ralf Isau machte den Massenmord in Jonestown zu einem zentralen Thema seines Romans Der Silberne Sinn.
  • Ein übrig gebliebener Jünger von Jim Jones ist der Ausgangspunkt und teilweise treibende Kraft in Henning Mankells Roman Vor dem Frost.
  • Im dritten Band des „Stadtgeschichten“-Zyklus von Armistead Maupin spielt eine fiktive Überlebende des Massenselbstmordes in Jonestown eine entscheidende Rolle.

Musik[Bearbeiten]

  • Der spanische Konzeptkünstler Jordi Valls hat Tondokumente des Massenselbstmords mit Predigten von Jim Jones auf dem Album The last supper veröffentlicht.
  • Die Band Psychic TV, die Valls auf ihrem Label Temple Records nachveröffentlicht hat, hat ihrerseits eine White Nights betitelte Single herausgegeben.
  • Die Band Manowar hat die Vorkommnisse in ihrem Song "Guyana – The Cult of the Damned" verarbeitet.
  • Die US-amerikanische Band The Brian Jonestown Massacre benannte sich nach dem ehemaligen Rolling-Stones-Mitglied Brian Jones und dem Sektenführer.
  • Der Song Sects auf dem Album Repression der französischen Band Trust hat die Figur Jim Jones und das Massaker von Jonestown zum Inhalt.
  • Die amerikanische Hardcore Punk-Band Guyana Punch Line benannte sich nach den verhängnisvollen Ereignissen in Jonestown. Ein Song hat den Namen Fairweather Jonestown.
  • Die britische Neofolk-Band Death In June parodierte auf ihrem Album "But, What Ends When The Symbols Shatter?" vier Stücke des Peoples Temple Choir. So wurde aus "He's Able" z.B. "He's Disabled".
  • Die US-amerikanische Band NOFX erwähnt Jim Jones im Song Wolves In Wolves' Clothing auf dem gleichnamigen Album.
  • Ebenso verarbeitet die Deutsche MetalCore-Band "The Mercury Arc" das Thema in ihrem Song "Jonestown".
  • Die Band Cults verwendet in ihren Musikvideo für den Song "Go Outside" Originalaufnahmen zu Peoples Temple und Jonestown.[4]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

  • Der bereits 1980 erschienene Explorations-Film Lebendig gefressen spielt vor dem Hintergrund einer Sekte im Urwald ähnlich der Peoples Temple. Der dortige Führer hat den Jones ähnlichen Namen Jonas und am Ende begeht die Sekte ebenfalls Massensuizid.
  • Der Film Believers (2007) von Daniel Myrick, dem Regisseur des Films Blair Witch Project, behandelt das Thema Massenselbstmord innerhalb einer Sekte.
  • Das mehrteilige US-TV-Dokudrama Guyana Tragedy: The Story of Jim Jones (1980) zeichnet das Leben von Jim Jones nach.
  • 2006 drehte der Filmemacher Stanley Nelson den Dokumentarfilm Jonestown - Todeswahn einer Sekte.
  • Eine Episode der US-amerikanischen Serie Das A-Team trägt in Anlehnung den Namen Children of Jamestown.

Theater[Bearbeiten]

  • Das am 29. Oktober 2009 im Vestibül des Wiener Burgtheaters uraufgeführte Theaterstück "Endstation Jonestown" von Nora Hertlein (Regie) und Veronika Maurer (Dramaturgie) behandelt das Thema anhand von Originaldokumenten.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hazani, M. (1993). „Sacrificial immortality: Towards a theory of suicidal terrorism and related phenomena.“ Psychoanalytic Study of Society 19: 441f.
  2. Massensuizid im Urwald: Die Kommunisten-Sekte des Jim Jones. Die Presse, 17. November 2008
  3. Grauen im Garten Eden. Der Spiegel online
  4. Cults - Go Outside, offizielles Musikvideo auf www.youtube.com

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]