Blair Witch Project

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Filmdaten
Deutscher Titel Blair Witch Project
Originaltitel The Blair Witch Project
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 78 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Daniel Myrick,
Eduardo Sánchez
Drehbuch Daniel Myrick,
Eduardo Sánchez
Produktion Robin Cowie,
Gregg Hale
Musik Tony Cora
Kamera Neal Fredericks
Schnitt Daniel Myrick,
Eduardo Sánchez
Besetzung

Blair Witch Project ist eine US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1999. Produziert wurde der pseudodokumentarische Spielfilm von Haxan Entertainment, Regie führten Daniel Myrick und Eduardo Sánchez. Die Hauptrollen spielten Heather Donahue, Josh Leonard und Michael Williams. Bereits vor seinem Kinostart entstand die Popularität des Films im Internet, wo – aufgrund absichtlich verbreiteter irreführender Informationen des Filmstudios – diskutiert wurde, ob es sich um eine tatsächliche Dokumentation oder einen Spielfilm handelte.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit folgender Text-Einblendung: „Im Oktober 1994 verschwanden drei Studenten in den Wäldern von Burkittsville, Maryland, beim Dreh eines Dokumentarfilms. [Abs.] Ein Jahr später wurden ihre Filmaufnahmen gefunden.“

Danach werden die „gefundenen“ Filmaufnahmen gezeigt: Heather, Josh und Mike planen eine Reise nach Burkittsville (Maryland) und Umgebung, um dort eine Dokumentation über die „Hexe von Blair“ zu drehen. Das gesamte Filmmaterial, das der Zuschauer zu sehen bekommt, stammt von den drei Studenten, die während der gesamten Zeit eine Videokamera sowie eine 16-mm-Filmkamera dabeihaben.

Zuerst fahren die drei in das Städtchen Burkittsville, ehemals Blair (frz. große Nase, Zinken, Rüssel), um dort einige Einwohner zum Blair-Witch-Kult zu befragen. Dabei kommen ihnen widersprüchliche Meinungen zu Ohren. Während einige der Stadtbewohner diesen Mythos für ein Schauermärchen halten, sind andere von dessen Wahrheit überzeugt. Eine ältere Frau namens Mary Brown behauptet gar, die Hexe von Blair mit eigenen Augen gesehen zu haben. Weiterhin erhalten die drei von den Ortsansässigen einige Informationen über Elly Kedward, Rustin Parr und die Burkittsville 7, bei denen es sich um sieben getötete Kinder des Ortes handelt. Heather findet auch heraus, dass diese angeblich durch den Einsiedler Rustin Parr getötet wurden: Ein Kind musste sich jeweils mit dem Gesicht zur Wand in eine Ecke stellen, während ein anderes im selben Raum ermordet wurde, danach wurde das andere Kind ermordet.

Nach den Befragungen in der Stadt fahren die drei Studenten in den Black Hills Forest, wo die Hexe von Blair angeblich hausen soll. Sie stellen ihr Auto am Wegrand ab, schultern ihre Rucksäcke und betreten den Wald. Nach kurzer Zeit begegnen sie zwei Anglern, die sich über die Existenz der Hexe uneinig sind, aber beide auf keinen Fall tiefer in den Wald gehen würden. Unbeeindruckt davon führt Heather ihre Begleiter zum ersten Ziel ihrer Expedition: Coffin Rock (engl. Sargfels). Hier verbringen die drei ihre erste Nacht im Wald.

Nach langer Suche und viel Mühe beim Kartenlesen erreichen sie im Laufe des nächsten Tages einen alten Friedhof. Dort finden sie sieben Steinhaufen; jeder davon soll einem der sieben Burkittsville-Kinder gelten. Bald darauf beginnt es, dunkel zu werden. Um nicht durch die Finsternis irren zu müssen, beschließen die drei, ihr Zelt aufzustellen und zu nächtigen, ehe sie nach Coffin Rock zurückwandern. Mitten in der Nacht werden sie durch merkwürdige Geräusche geweckt, können aber nicht feststellen, woher die Laute rühren.

Nun wollen sie lieber zu ihrem Auto zurückkehren, da die Expedition vorerst abgeschlossen ist und die geliehenen Kameras am nächsten Morgen ihrem Eigentümer zurückgebracht werden sollen. Heather hat allerdings mehr und mehr Mühe damit, sich auf der Karte zurechtzufinden. Als die anderen beiden sich einmischen, verlieren sie völlig die Orientierung, ein Streit bricht aus. Da die Nacht schon wieder hereingebrochen ist, muss die Rückreise vertagt werden. In der Nacht passieren abermals Dinge, die den Studenten das Blut in den Adern gefrieren lassen: Erneute Geräusche, darunter einige, die wie Kindergeschrei klingen, erfüllen das Zelt mit Panik. Es scheint immer wieder, als ob irgendjemand oder -etwas ums Zelt schleicht, aber als Mike nachsieht, ist niemand zu finden.

Am nächsten Morgen finden die schockierten Studenten drei Steinhaufen ums Zelt verteilt. Heather ist überzeugt, dass diese am Vorabend noch nicht da waren. Langsam wollen die Studenten nur noch dem seltsamen Wald entkommen. Die weiteren Tage bestehen aus verzweifeltem Umherirren, nachdem Mike, der wie die anderen langsam die Nerven verliert, die Karte weggeworfen hat. Auch die Nächte werden immer schlimmer, die drei werden regelmäßig von Geräuschen aufgeweckt und an den Rand des Wahnsinns getrieben.

Eines Morgens ist Josh plötzlich spurlos verschwunden. Heather und Mike suchen verzweifelt nach ihm, doch ist keine Spur zu finden – bis sie in der folgenden Nacht vermeintliche Schmerzensschreie von Josh hören. Mike und Heather rufen nach ihm, bekommen aber keine Antwort. Nur die Schreie sind weiter zu hören. Am nächsten Morgen liegt ein Bündel vor ihrem Zelt, in dem etwas Blutiges zu finden ist: die einzelnen Zähne, perfekt aus dem Kiefer herausgetrennt, und einzelne Finger des vermissten Josh. Heather lässt das Bündel verschwinden, ohne dass sie Mike davon erzählt. Heather und Mike glauben nun kaum mehr an ihr eigenes, geschweige denn an Joshs Überleben, und geraten an den Rand eines psychischen Zusammenbruchs.

In der Nacht darauf schrecken die beiden auf, da sie erneut glauben, Joshs Schreie zu hören. Sie begeben sich aus dem Zelt und folgen der gequälten Stimme. Sie kommt aus einem kleinen, baufälligen, zweigeschossigen Haus. Mike stürmt sofort in das Gebäude und da er glaubt, die Schreie aus dem oberen Geschoss zu hören, rennt er die Treppen hoch. Doch nur wenig später meint er, das Geschrei komme aus dem Keller, sodass er wieder hinunterrennt. Heather kämpft unterdessen damit, Mikes hastigen Bewegungen zu folgen. Kurz nachdem Mike im Keller ankommt, bricht seine Filmaufnahme nach einem hörbaren Schlag auf die Kamera und deren Fall auf den Boden ab, und der Zuschauer folgt nun nur noch Heather, die – ebenfalls mit ihrer Kamera – die Treppen hinabstürzt. Im Keller angelangt, sieht sie Mike mit dem Gesicht zur Wand in einer Ecke stehen. Kurz darauf fällt auch diese Kamera zu Boden, Heathers Stimme verstummt und der Abspann beginnt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Daniel Myrick und Eduardo Sanchez, zwei Filmstudenten der University of Central Florida, kennen sich seit 1990 und verbrachten einen großen Teil ihrer Studienzeit damit, gemeinsam kurze Amateurfilme zu drehen. Im Jahre 1993 kam ihnen die Idee, einen Horrorfilm zu drehen, der als Dokumentation dargestellt werden sollte. Sie waren damals sehr angetan von der TV-Dokumentations-Serie In Search of... aus den Siebzigerjahren, in der eine unheimliche Stimme den Zuschauer durch Sendungen voller – angeblich echter – Fotos von Ufos, Außerirdischen und anderen Monstern führte. Dadurch wurden Myrick und Sanchez inspiriert und wollten den Kinobesuchern ein ähnliches Gefühl vermitteln, wie die Reihe es damals bei ihnen geschafft hatte.

Im Laufe des Jahres 1996 suchten sie sich unter 2000 Bewerbern drei unbekannte Jungschauspieler aus, die unter ihren bürgerlichen Namen – Heather Donahue, Joshua Leonard und Michael Williams – die Hauptrollen in The Blair Witch Project spielen sollten. [1]

Gedreht wurde in Burkittsville, im Seneca Creek State Park und dem Patapsco Valley State Park (jeweils in Maryland). Dabei wurden die drei Schauspieler, die zuvor einen Einführungskurs in die Kameraführung besuchten, ausgerüstet mit einer 16-mm- und einer Hand-Videokamera in den Wald geschickt und hatten dort acht Tage Zeit, um den Film in den Kasten zu bringen. Ihre einzige Verbindung zu den Regisseuren war ein Handsprechfunkgerät, über das sie genauere Informationen erhielten, wo ihr nächster Drehort sein würde. Diesen konnten sie mit Hilfe eines GPS-Navigationssystems erreichen. Am Drehort angelangt, fanden die Schauspieler jeweils die Nahrung für den nächsten Tag sowie einen Zettel, auf dem skizziert war, wie die folgenden Szenen aussehen sollten. Ein genaueres Drehbuch gab es nicht, der gesamte Text wurde improvisiert. Im Laufe der Drehtage wurden die Essensrationen, die Heather, Josh und Mike zugespielt wurden, ständig reduziert, so dass sich ihre körperliche und geistige Verfassung realitätsgetreu verschlechterte. So sollte der langsame Verlust der Nerven und der geistigen Anwesenheit so realistisch wie möglich gespielt werden. Tatsächlich aber unterschied sich die Lage der Schauspieler insofern klar von der ihrer Rollen, da sie für den Notfall „Fluchtrouten“ und Walkie-Talkies hatten.[2]

Ursprünglich hatten die beiden Regisseure vor, das von den Schauspielern gedrehte Material mit einer Hintergrundgeschichte zu kombinieren. Dazu sollten die in der Filmhandlung vorkommenden fiktiven Wochenschauen der Vierziger Jahre und eine (angebliche) Fernsehsendung, die mysteriöse Geschehnisse aufklärte, benutzt werden. Diese technisch höherwertigen Aufnahmen hätten die improvisierten Hi-8-Handkamera-Szenen ergänzt. In acht Monaten im Schneideraum entstanden zwei sehr verschiedene Filmversionen – eine von jedem Regisseur –, danach gaben Myrick und Sanchez die Idee auf und benutzten nur das Material der Schauspieler.[2]

Im August 1998, zehn Monate, nachdem der Film gedreht war, stellten Dan Myrick und Ed Sanchez eine Webpräsenz ins Internet, auf der sie – als Tatsachenbericht getarnt – über das Verschwinden dreier Filmstudenten im Jahre 1994 in den Wäldern um Burkittsville und die Suche nach ihnen sowie den Fund ihrer Ausrüstung – einschließlich der Filmmaterialien – informierten. Auch die Sage der Hexe von Blair wurde genauestens erklärt und geschildert. Fiktive Interviews mit Familienmitgliedern und Bekannten der Verschwundenen machten die Täuschung komplett. Bald schon erreichte die Webpräsenz die Eine-Million-Besucher-Marke.

Im Januar 1999 wurde das fertige Produkt The Blair Witch Project auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt. Im Juni 1999 schließlich lief der Film in vorerst nur 27 US-Kinos an. Durch den riesigen Zuschaueransturm fanden sich allerdings weitere Kinos, und schließlich war das Werk in insgesamt 1.100 Kinos zu sehen. Die Kosten beliefen sich auf lediglich 60.000 Dollar, wovon der größte Teil für die beiden Kameras und die Reise zu den Drehorten investiert worden war. Bereits am ersten Wochenende hatte der Film knapp 29 Millionen Dollar eingespielt, die weltweiten Gesamteinnahmen betrugen Ende 1999 über 248 Millionen Dollar.[3] Damit ist The Blair Witch Project einer der Filme mit den höchsten Einnahmen im Verhältnis zu seinen Kosten. Lediglich der US-amerikanische Pornofilm Deep Throat von Gerard Damiano aus dem Jahr 1972 weist mit einem Umsatz von 600 Millionen Dollar gegenüber Kosten von 25.000 Dollar eine noch bessere Umsatzrentabilität auf. Im Guinness-Buch der Rekorde löste Blair Witch Project den damaligen Rekordhalter Mad Max ab.

In Deutschland hatte der Film seine Premiere auf dem Fantasy Filmfest.

Adaptionen und Nachahmer[Bearbeiten]

Aufgrund des großen Erfolgs entstanden auf der Grundlage des Films drei PC-Spiele. Außerdem wurde später in mehreren Fernsehserien (z. B. Charmed, Die Simpsons, One Tree Hill, Bones – Die Knochenjägerin oder Dawson’s Creek) und dem Spielfilm Scary Movie auf Blair Witch Project angespielt. Die erste für deutsche Mobiltelefone hergestellte, aber bisher nicht ausgestrahlte „Fernseh“-Serie, Kill Your Darling, in der sich drei Jugendliche in Berlins Untergrund verirren, soll in ihrer Handlung und ihrer Nahaufnahmen bevorzugenden Handkamera-Ästhetik an den amerikanischen Horrorfilm erinnern.[4]

Zudem wurden in den folgenden neun Jahren mehrere Filme nach dem Prinzip von Blair Witch Project gedreht: Jüngste Beispiele solcher Filme sind der Monsterfilm Cloverfield und die Horrorfilme [REC], Paranormal Activity aus dem Jahr 2007 und Trollhunter aus dem Jahre 2010.

Hintergrundgeschichte der Produktion[Bearbeiten]

Nicht nur der Film täuscht seinen dokumentarischen Charakter vor, auch der unheimliche Mythos von einer Hexe in Blair, einem verlassenen Ort im Norden von Maryland, entsprang der Vorstellungskraft der Filmemacher. Mit akribischer Phantasie entwickelten sie eine historische Zeittafel. Dabei gingen sie 200 Jahre in der Geschichte zurück. Im Mittelpunkt steht eine rätselhafte Frau, die später nur noch die Hexe von Blair genannt wird. Im Laufe der Jahre ranken sich immer mehr Legenden um diese Person.

Auch historische „Beweise“, wie die Ausgabe eines 1809 veröffentlichten Buches, das den Titel The Blair Witch Cult trägt, oder ein angeblich filmisches Dokument von ca. 1940, das über einen Serienmörder berichtet, der im Auftrag der Hexe handelte, wurden durch die Produzenten in die Welt gesetzt. Der Mythos stützt sich auch auf Fotos von Schauplätzen, die mit Ereignissen rund um das Blair-Witch-Phänomen in Verbindung gebracht werden.

The Blair Witch Project spinnt diese Legende nun weiter – mit neuen, fiktiven Dokumenten vom mysteriösen Verschwinden von Heather und ihrer Filmcrew. Mit Heathers Tagebuch, das von ihr während des Aufenthalts in den Wäldern geschrieben wurde, mit Polizeifotos von Tatorten, mit dem Fund der Filmrollen und Joshuas Auto, geparkt auf der Black Rock Road, das voll von Hinweisen zu sein scheint. Dazu kommen „echte“ Interviews mit Detektiven und den Eltern der Filmcrew, die nach ihrem Verschwinden aufgezeichnet wurden. Der Mythos der Hexe von Blair ist ein verschachteltes, vielschichtiges Rätsel mit vielen Fragen – und mehr als einer möglichen Antwort.

Alle Geschehnisse rund um die drei Studenten zwischen dem 20. und 25. Oktober wurden angeblich auf Filmspulen gefunden, verarbeitet und sind nun als Film The Blair Witch Project bekannt. Auch die Leichen der in diesen Filmrollen angeführten Charaktere wurden 5 Jahre nach deren Tod von einem Forscherteam gefunden.

Die Produzenten haben die Legenden um diesen Film absichtlich komponiert und dabei eine Mischung aus Fakten und fiktionalen Elementen verwendet. Auf einigen Film-Webseiten sind immer noch die teilweise erfundenen Biografien zu finden.

Rezeption und Kritiken[Bearbeiten]

Trotz des großen Erfolgs beim Publikum waren die Reaktionen der Kritiker auf den Film gemischt. Das allgemein eher wohlwollende prisma-online bewertet Blair Witch Project als „mies“ und findet es „erstaunlich, dass dieses Werk in den USA sehr hohe Wellen schlug und bei einem geringen Budget von etwa 60.000 Dollar weltweit rund 250 Millionen Dollar einspielte[5]. Denn das Konzept einer Quasi-Dokumentation ist unstimmig und die Studenten anscheinend zu doof, einen Flusslauf lang zu gehen.“ Die Kritik gesteht zu, dass man, wenn man sich keine Fragen über die Ungereimtheiten im angeblichen „Zustand panischer Angst“ machte, von dem Film „ab und zu durchaus eine Gänsehaut bekommen“ könnte.[6]

Positiver sieht den Film das Lexikon des internationalen Films, demzufolge Blair Witch Project „menschliche Urängste, archaische Märchen-Konstellationen sowie Bezüge auf nationale Mythen geschickt mit aktuellen Tendenzen der Mediennutzung verbindet“ und insgesamt einen „recht klugen Debütfilm mit vielen kulturhistorischen und cineastischen Verweisen“ darstellt.[7] In der Frankfurter Allgemeinen wurde der Film, gemeinsam mit Steven Soderberghs Film Traffic – Macht des Kartells als „ästhetische Antwort“ auf das Manifest zur Filmproduktion „Dogma 95“ angesehen.[8]

Blair Witch Project ist verschiedentlich als Vergleich für andere Filme oder Bücher herangezogen worden, wobei es wiederum teilweise positiv, teilweise negativ gewertet wird. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung wurde in einem Beitrag über den Film Wolf Creek im Vergleich dazu das Blair Witch Project als „albern […], wie ein überkonstruierter Jungenstreich“, beurteilt.[9] In einer Rezension eines Stephen-King-Buches wurde in der Frankfurter Allgemeinen dagegen der „effiziente [...] Effekteinsatz“ des Blair Witch Projects gewürdigt, bei dem „mit so wenig Mitteln so viel Spannung und Anteilnahme“ erzeugt werde.[10] Die Neue Zürcher Zeitung bescheinigte dem Film in einem Artikel über M. Night Shyamalans Film The Village – Das Dorf, „einzigartig eindringlich“ die menschliche „primitive Angst vor Wäldern“ hervorzurufen.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen. Bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes verlieh eine Jury von 18- bis 25-jährigen Skriptautoren den Regisseuren den Prix de la Jeunesse in der Kategorie Ausländischer Film. Blair Witch Project gewann 1999 und 2000 noch weitere zehn Preise und wurde für weitere 16 Preise nominiert, mehrheitlich für weniger namhafte oder für auf Horror spezialisierte Filmpreise (z. B. Saturn Award) oder in weniger zentralen Kategorien (Best Action Sequence bei den MTV Movie Awards).

Soundtrack[Bearbeiten]

Verstärkt wurde der pseudodokumentarische Charakter des Films auch durch den Soundtrack. Tatsächlich ist keines der Lieder, die hauptsächlich dem Gothic- und Post-Industrial-Umfeld angehören, im Film zu hören. Stattdessen hieß es, in Joshuas Auto sei nach seinem Verschwinden eine Kassette gefunden worden. Deren Inhalt wurde dann als Josh’s Blair Witch Mix auf CD veröffentlicht. Der einzige Titel, der wirklich etwas mit dem Film zu tun hat, ist The Cellar – damit wurden die nächtlichen Aufnahmen und der Abspann unterlegt.

Im Einzelnen enthält die CD:

  1. Lydia Lunch – „Gloomy Sunday“
  2. Public Image Ltd. – „The Order of Death“
  3. Skinny Puppy – „Draining Faces“
  4. Bauhaus – „Kingdom’s Coming“
  5. The Creatures – „Don’t Go To Sleep Without Me“
  6. Laibach – „God is God“
  7. The Afghan Whigs – „Beware“
  8. Front Line Assembly – „Laughing Pain“
  9. Type O Negative – „Haunted“
  10. Meat Beat Manifesto – „She’s unreal“
  11. Tones on Tail – „Movement of Fear“
  12. Antonio Cora – „The Cellar“

Fortsetzung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elles, Christoph; Grzbielok, Dominic (2007): Das Phänomen der Fälschung in den Medien. Fiktion und Wirklichkeit. Saarbrücken: VDM Müller. ISBN 3836407108 [Kapitel Das Phänomen Blair Witch Project S. 16-81]
  • Groeben, Norbert; Schreier, Margrit; Navarra, Christine (2002): Das Verschwinden der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Eine inhaltsanalytische Untersuchung zur Rezeption des Kinofilms" The Blair Witch Project". In: Baum, Achim (Hg.): Fakten und Fiktionen. Über den Umgang mit Medienwirklichkeiten. Konstanz: UVK, S. 271–282, ISBN 978-3-89669-351-8
  • Roscoe, Jane (2000): The Blair Witch Project. Mock-documentary Goes Mainstream. In: Jump Cut Nr. 43 (2000): S. 3-8 Volltext
  • Schreier, Margrit (2004): Please Help Me; All I Want to Know Is: Is It Real or Not? How Recipients View the Reality Status of The Blair Witch Project. In: Poetics Today, Jg. 25, Heft 2, S. 305–334 (Volltext, Analyse zur Rezeption des Films)
  • Stern, D. A. (1999): Blair Witch Project. München: Goldmann Verlag, ISBN 3-442-44666-X
  • Stern, D. A. (2000): Blair Witch. Die Bekenntnisse des Rustin Parr. München: Goldmann Verlag, ISBN 3-442-44974-X
  • Stern, D. A. (2000): Blair Witch 2. München: Goldmann Verlag, ISBN 3-442-44975-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Indie Horror Month Tip of the Scalpel: The Blair Witch Project
  2. a b Anthony Kaufman (13. Juli 1999). Season of the Witch. The 'Blair Witch' Directors On the Method to Their Madness. The Village Voice. (engl.; abgerufen 1. März 2008)
  3. The Blair Witch Project auf boxofficemojo.com (engl.; abgerufen 1. März 2008)
  4. Senta Krasser (4. Dezember 2006). Verloren in Berlin. Süddeutsche Zeitung;
    Kurt Sagatz (11. Oktober 2006). Blair Witch fürs Handy. Tagesspiegel. (beide abgerufen 1. März 2008)
  5. Einspielergebnis von Blair Witch Project auf IMDB.com
  6. The Blair Witch Project, auf www.prisma-online.de (abgerufen 1. März 2008)
  7. Blair Witch Project im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen 1. März 2008
  8. Andreas Kilb (2. Juni 2005). Ein Königreich für eine Revolution. Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 125 / Seite 39. (abgerufen 1. März 2008)
  9. Helmut Krausser & Neo Rauch (keine Datumsangabe). Die Deutschlandreise. 31.7. Rostock. Süddeutsche Zeitung. (abgerufen 1. März 2008)
  10. (keine Autorenangabe; 15. Januar 2000). Neun Tage und acht Nächte muss sie wandern. Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 12 / Seite V (abgerufen 1. März 2008)
  11. Andreas Maurer (3. September 2004). Ein Männlein steht im Walde. M. Night Shyamalans «The Village». Neue Zürcher Zeitung. (abgerufen 2. März)
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