Persischer Klee

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Persischer Klee
Persischer Klee (Trifolium resupinatum)

Persischer Klee (Trifolium resupinatum)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Vesicaria
Art: Persischer Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium resupinatum
L.

Der Persische Klee[1] (Trifolium resupinatum), auch als Wende-Klee bezeichnet, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Bestand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Persische Klee ist eine ein-, zwei-, bis mehrjährige, krautige Pflanze. Der nicht wurzelnde Stängel wächst niederliegend bis aufsteigend und erreicht Wuchslängen von etwa 10 bis 30 Zentimetern (in Kultur bis 60 Zentimetern). Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist dreiteilig gefiedert. Die Fiederblättchen sind verkehrt-eiförmig und am Rande gesägt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten April bis Juni. Die bei einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern halbkugeligen, köpfchenförmigen Blütenstände vergrößern sich bis zur Fruchtzeit auf bis zu 20 Millimeter. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist zweilippig und besitzt eine drüsig-zottige Oberlippe; zur Fruchtzeit ist er blasig aufgetrieben und netznervig. Die 5 bis 8 Millimeter lange Blütenkrone besitzt die typische Form der Schmetterlingsblüte. Die Kronblätter rosafarben bis purpurviolett. Die Fahne ist meist frühzeitig nach unten gerichtet, während das Schiffchen nach oben weist; daher den Trivialname „Wende-Klee“.

Ökologie[Bearbeiten]

Beim Persischen Klee handelt es sich um einen Therophyten bis Hemikryptophyten.[2] Die Diasporen beim Persischen Klee sind die vom haltbaren, blasig aufgetriebenen Kelch umgebenen Früchte; es handelt sich um Ballonflieger.[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Persische Klee ist von Frankreich, im Mittelmeerraum und von Vorderasien bis zum Iran und nach Afghanistan verbreitet. In West- und Mitteleuropa kommt er wohl nur eingeschleppt vor.[4] Er ist in Nordafrika zu finden.

Der Persische Klee gehört in Südwestasien zu den ältesten Futterpflanzen.[4] In Deutschland befindet sich der Wohlriechende Persischer Klee (Trifolium resupinatum var. majus Boiss.), erst seit den 1960er Jahren im Anbau. In Mitteleuropa wird der Persische Klee vorwiegend als Futterpflanze, zur Gründüngung und als Bienenweide in Reinsaat, aber auch mit anderen Arten zusammen zur Böschungsbegrünung verwendet. Aus diesen Kulturen kann er, meist unbeständig, verwildern, er ist dann an Acker- und Wegrändern beispielsweise im Lolio-Plantaginetum zu finden.[4] Der Persische Klee wächst in Trittgesellschaften und Wegeunkrautgesellschaften. Mit dem verstärkten Anbau nahmen in den letzten Jahren auch die Fundmeldungen zu. Eine Einbürgerung konnte jedoch im letzten Jahrhundert nicht feststellt werden.[4] In Deutschland handelt es sich um einen in Einbürgerung befindlicher Neophyten.[1]

In seinen Standortansprüchen gleich der Persische Klee dem Erdbeer-Klee. Der Persische Klee gedeiht am besten auf warmen, dichten, schweren, leicht kochsalzhaltig, nährstoffreichen Lehm- oder TonBöden, die sandig sein können.[4][5]

Er steigt in Mitteleuropa in den Gebirgen nur selten über Höhenlagen von 1000 Metern.[5] In Mitteleuropa kommt er insgesamt selten vor, er bildet aber in den Anbaugebieten an Feldwegen zuweilen lockere kleine Bestände.[5]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Trifolium resupinatum erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Das Artepitheton resupinatum bedeutet herumgedreht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Trifolium resupinatum L. s. l., Persischer Klee. In: FloraWeb.de.
  2. Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  3. Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  4. a b c d e Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8.
  5. a b c  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Persischer Klee (Trifolium resupinatum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien