Posteo

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Posteo
Posteo.png
posteo.de
Beschreibung E-Mail-Anbieter
Sprachen Deutsch
Erschienen 2009

Posteo ist ein im Jahr 2009 gegründetes Unternehmen in der Rechtsform eines Eingetragenen Kaufmanns mit dem Geschäftssitz in Berlin. Das Unternehmen bietet verschlüsselte E-Mail-Dienste[1], Kontakteverwaltung und Kalender werbefrei und kostenpflichtig an.

Der Dienst wurde im Jahr 2013 in den deutschen Medien vor allem genannt, nachdem die Enthüllungen Edward Snowdens rund um die NSA-Überwachung die Debatte über sichere E-Mail-Dienstleistungen und E-Mail-Verschlüsselung befördert hatten und der US-amerikanische Anbieter Lavabit geschlossen wurde.[2][3]

Bis Mai 2014 erreichte Posteo nach Auskunft seines Geschäftsführers Patrik Löhr eine Anzahl von etwa 50.000 Postfächern.[4]

Datensparsamkeit und -sicherheit[Bearbeiten]

Bei Posteo sind sowohl Anmeldung als auch Bezahlung anonym möglich. Die Übertragungen sind mit SSL verschlüsselt. Posteo unterstützt dabei die Verschlüsselungseigenschaft Perfect Forward Secrecy.[5] Dabei wird für jede Verbindung ein zufälliger, neuer Schlüssel erzeugt. Mit ihm und dem AES-Algorithmus wird die Verbindung verschlüsselt. Das soll eine spätere Entschlüsselung von abgegriffenen Daten verhindern. Die Verschlüsselung erfolgt mit Hilfe eines erweiterten Zertifikats der Firma StartCom.[6] Seit 12. Mai 2014 unterstützt Posteo die Technologie DANE/TLSA (DNS-based Authentification of Name Entries) und schließt damit verschiedene Schwachstellen der üblicherweise verwendeten Transportwegverschlüsselung SSL/TLS aus.[7][8] Auch die Festplatten der in Deutschland befindlichen Server sind AES-verschlüsselt. Dies steht im Gegensatz zu anderen großen E-Mail-Anbietern.[9] Zur Energieversorgung nutzt Posteo „echten Ökostrom von Greenpeace Energy“.[10]

Transparenzbericht[Bearbeiten]

Im Mai 2014 legte Posteo, als erster deutscher E-Mail-Dienst, einen Transparenzbericht zu Ermittlungs- und Observationsvorgängen vor. Aus diesem geht hervor, dass es im Jahr 2013 sieben Anfragen von Strafverfolgungsbehörden gab, von denen zwei formal korrekt waren. Auf politischer Seite wurde das Unternehmen dabei unter anderem von Hans-Christian Ströbele und Christian Lange unterstützt.[4][11]

Im Juli 2013 hatten Beamte des Staatsschutzes die Geschäftsräume durchsucht. Laut dem Unternehmen hatten die Beamten versucht, Posteo zu einer rechtswidrigen Kooperation und zur Herausgabe von Daten zu nötigen. Daraufhin erstattete die Firma Strafanzeige gegen die beteiligten Kriminalbeamten. Laut Posteo gaben die Polizisten an, einen Beschluss zur Durchsuchung und Beschlagnahmung der gesamten Geschäftsunterlagen zu haben, hätten aber tatsächlich nur einen Beschluss zur Herausgabe eines einzigen Blattes Papier gehabt. Die Kriminalpolizei wollte, dass Posteo ein Skript schreibt, das dokumentiert hätte, mit welchen IP-Adressen Posteo-Nutzer beim Login auf ihre E-Mailadressen zugreifen. Mit diesem Skript wäre es möglich gewesen, in Erfahrung zu bringen, welche E-Mailadressen zu der Polizei bekannten IP-Adressen gehören.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verschlüsselung. Abgerufen am 19. Februar 2014.
  2. Werbung wichtiger als Privatsphäre. 1. August 2013, abgerufen am 2. September 2013 (deutsch).
  3. USA machen Druck: Verschlüsselungsdienste geben auf. 9. August 2013, abgerufen am 2. September 2013 (deutsch).
  4. a b Transparenzbericht und Ermittlungsskandal: Maildienst Posteo geht in die Offensive, heise online am 5. Mai 2014
  5. "Perfect Forward Secrecy" bei Posteo. 12. August 2013, abgerufen am 11. September 2013 (deutsch).
  6. Neues, erweitertes Zertifikat ist installiert, posteo.de am 17. April 2014
  7. Posteo unterstützt DANE/TLSA, posteo.de am 12. Mai 2014
  8. Verschlüsselter Mail-Transport: Posteo setzt als erster Provider DANE ein Heise, 12. Mai 2014
  9. Posteo: ein Berliner E-Mail-Anbieter als Alternative zu Gmail & Co. 20. August 2013, abgerufen am 2. September 2013 (deutsch).
  10. posteo.de/nachhaltigkeit. Abgerufen am 19. Februar 2014.
  11. a b Transparenzbericht 2013, posteo.de am 5.Mai 2014