Precious – Das Leben ist kostbar
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Precious – Das Leben ist kostbar |
| Originaltitel | Precious: Based on the Novel “Push” by Sapphire |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | englisch |
| Erscheinungsjahr | 2009 |
| Länge | 110 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12[1] JMK 14[2] |
| Stab | |
| Regie | Lee Daniels |
| Drehbuch | Geoffrey Fletcher |
| Produktion | Lee Daniels Gary Magness Sarah Siegel-Magness |
| Musik | Mario Grigorov |
| Kamera | Andrew Dunn |
| Schnitt | Joe Klotz |
| Besetzung | |
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Precious – Das Leben ist kostbar (Originaltitel: Precious: Based on the Novel “Push” by Sapphire) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Lee Daniels aus dem Jahr 2009. Der Film basiert auf einem Roman der Autorin Sapphire. Der Film startete am 25. März 2010 in den deutschen Kinos.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Claireece Jones, von ihrer Familie „Precious“ (dt. kostbar) genannt, ist im Jahr 1987 16 Jahre alt und funktionale Analphabetin. Sie ist stark übergewichtig und bereits zum zweiten Mal schwanger. Precious’ erstes Kind, nur „Mongo“ genannt, hat das Down-Syndrom und lebt bei der Großmutter. Durch Gedanken-Rückblenden der Protagonistin wird klar, dass ihr Vater, der langjährige Freund ihrer Mutter, sie regelmäßig vergewaltigt hat und auch der Vater ihrer beiden Kinder ist.
Claireeces Mutter, depressiv durch die gestörten Familienverhältnisse, ist arbeitslos, verbringt ihre Tage passiv vor dem Fernseher, lebt von Sozialleistungen und lässt ihren Frust an ihrer Tochter aus. Precious muss für die Mutter kochen, und wird dabei von ihr beschimpft und geschlagen. Wenn ihre Mutter eine Mahlzeit, die Claireece gekocht hat, nicht akzeptabel findet, zwingt sie die Tochter, diese aufzuessen.
Claireece hat zwar passable Noten in der Schule, doch als ihre Direktorin von der zweiten Schwangerschaft erfährt, verweist sie sie von der Schule und empfiehlt das alternative Lernprojekt Each One Teach One. Die Mutter will davon nichts wissen und verlangt, dass Claireece die Schule so bald wie möglich abbricht, um selbst von Sozialleistungen zu leben.
Claireece besucht dennoch die Unterrichtseinheiten, und lernt dank der engagierten Lehrerin Miss Rain besser lesen und schreiben. Sie vertraut sich außerdem einer Sozialarbeiterin an, die zwar schockiert auf die Tatsache des Inzest reagiert, offenbar aber keine weiteren Schritte unternimmt. Als ihr Kind zur Welt kommt, verbringt Precious eine Zeit im Krankenhaus, wird regelmäßig von ihren Mitschülern aus dem Lernprojekt besucht und fühlt sich geborgen. Als sie mit dem Kind nach Hause zurückkehrt, kommt es zwischen ihr und der Mutter zum Eklat. Die Mutter wirft ihr vor, ihr den Mann gestohlen zu haben und prügelt auf sie ein. Claireece verlässt die Wohnung.
Miss Rain besorgt Claireece eine vorübergehende Wohnung. Wenig später erfährt das Mädchen durch einen Besuch ihrer Mutter, dass sie von ihrem Vater mit dem HI-Virus infiziert wurde. Sie vertraut sich nun auch ihren Mitschülern und der Lehrerin an. Die Sozialarbeiterin indes arrangiert ein erneutes Treffen zwischen Precious und ihrer Mutter, bei dem sie die Mutter zur Rede stellt. Hilflos schildert die Mutter, dass Claireece bereits im Alter von drei Jahren von ihrem Vater missbraucht wurde und dass sie selbst sich stets minderwertig fühlte, weil ihr Freund nur an der Tochter interessiert war, nicht aber an ihr. Claireece hört der Schilderung wortlos zu und teilt der Mutter dann mit, dass sie sich nie wiedersehen würden. Sie nimmt ihre beiden Kinder und geht davon.
Kritiken [Bearbeiten]
„Precious ist, trotz aller Härte und Schicksalsschläge, letztlich (und dies sei mit einem Hang zum ordentlichen Euphemismus gesagt) ein Feel-Good-Movie. Zwar greift hier weder in verklärender oder romantisch-verträumter Art und Weise die Hollywood-Cinderella-Story, noch klopft der »american dream« wohlwissend lächelnd an die Türe. Einzig der Konjunktiv einer Prise Hoffnung und Selbstvertrauen reicht letztendens, um ein zuversichtliches und ehrliches Lächeln über das malträtierte Leben zu legen. Denn die Entscheidung obliegt dennoch einem selbst: »Life is unfair. Kill yourself or get over it.«.“
– Cornelis Hähnel, schnitt.de[3]
„Packende Sozialstudie, die den Zuschauer ebenso fassungslos wie hoffnungsvoll zurücklässt.“
„Precious – Das Leben ist kostbar ist genau so wenig sentimentale Erlösungsfantasie wie niederdrückendes Sozialdrama. Der große Gewinn des Films liegt gerade darin, dass harter Realismus und gute Unterhaltung keinen Widerspruch bilden.“
– Philipp Bühler, kinofenster.de[5]
„Das packende Drama verbindet die trostlose Bilanz der Lebensumstände in den sozialen Ghettos moderner Großstädte mit einer widerständigen Entwicklungsgeschichte. Dabei begnügt sich das provozierende Melodram nicht mit dem ungeschminkten Blick hinter die Fassaden der Wohlstandsgesellschaft, sondern zeigt auch, wie soziales Engagement und Hartnäckigkeit das Schicksal verändern können.“
Auszeichnungen (Auswahl) [Bearbeiten]
Precious: Based on the Novel Push by Sapphire war bisher für 58 Preise nominiert, darunter sechs Nominierungen für den Oscar 2010. 44 Preise wurden bisher gewonnen. Trotz der vielen Auszeichnungen hatte es der Film schwer, in Deutschland einen Verleih zu finden.[7]
| Preis | Kategorie | Nominiert | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Sundance Film Festival 2009 | Großer Preis der Jury | Lee Daniels | Gewonnen |
| Spezialpreis der Jury | Mo’Nique | Gewonnen | |
| Publikumspreis | Lee Daniels | Gewonnen | |
| Toronto International Film Festival 2009 | People’s Choice Award | Lee Daniels | Gewonnen |
| Stockholm International Film Festival 2009 | Beste Schauspielerin | Mo’Nique | Gewonnen |
| Chicago International Film Festival 2009 | Publikumspreis | - | Gewonnen |
| Satellite Awards 2009 | Bestes adaptiertes Drehbuch | Geoffrey Fletcher | Gewonnen |
| Beste Nebendarstellerin | Mo’Nique | Gewonnen | |
| Top Ten Films | - | Gewonnen | |
| Outstanding New Talent | Gabourey Sidibe | Gewonnen | |
| National Board of Review 2009 | Beste Nachwuchsdarstellerin | Gabourey Sidibe | Gewonnen |
| Golden Globe Awards 2010 | Beste Nebendarstellerin | Mo’Nique | Gewonnen |
| Screen Actors Guild Awards 2010 | Beste Nebendarstellerin | Mo’Nique | Gewonnen |
| British Academy Film Awards 2010 | Bester Film | - | Nominierung |
| Beste Hauptdarstellerin | Gabourey Sidibe | Nominierung | |
| Beste Nebendarstellerin | Mo’Nique | Gewonnen | |
| Bestes adaptiertes Drehbuch | Geoffrey Fletcher | Nominierung | |
| Oscarverleihung 2010 | Bester Film | - | Nominierung |
| Beste Regie | Lee Daniels | Nominierung | |
| Beste Hauptdarstellerin | Gabourey Sidibe | Nominierung | |
| Beste Nebendarstellerin | Mo’Nique | Gewonnen | |
| Bestes adaptiertes Drehbuch | Geoffrey Fletcher | Gewonnen | |
| Bester Schnitt | Joe Klotz | Nominierung |
Weblinks [Bearbeiten]
- Precious: Based on the Novel Push by Sapphire in der Internet Movie Database (englisch)
- Sammlung von Kritiken zu Precious – Das Leben ist kostbar bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Offizielle deutsche Website zum Kinofilm
- Uwe Schmitt: Die dicke Telefonistin, die ein Star wurde; Artikel in der Welt vom 14. Dezember 2009
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Freigabebescheinigung (PDF-Datei; 33 kB) der FSK
- ↑ Freigabe der Jugendmedienkommission
- ↑ Cornelis Hähnel: Halte durch, wenn’s irgendwie geht auf schnitt.de, abgerufen am 27. März 2010.
- ↑ Kritik auf cinema.de, abgerufen am 27. März 2010.
- ↑ Philipp Bühler: Precious – Das Leben ist kostbar – Film des Monats März 2010. In: kinofenster.de. Bundeszentrale für politische Bildung und Vision Kino, 26. Februar 2011, abgerufen am 15. Januar 2011.
- ↑ Precious – Das Leben ist kostbar im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 29. April 2012.
- ↑ Berliner Zeitung: Der Oscar-Favorit, den in Deutschland keiner will, Artikel vom 30. Dezember 2009, abgerufen am 3. Februar 2013.