Pseudoprimzahl

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Eine Pseudoprimzahl ist eine zusammengesetzte, natürliche Zahl, die gewisse Eigenschaften mit Primzahlen gemeinsam hat, selbst aber keine Primzahl ist. Sie wird Pseudoprimzahl bezüglich dieser Eigenschaft genannt. Da es viele Möglichkeiten für solche Eigenschaften gibt, ist der Begriff Pseudoprimzahl ohne Angabe der Eigenschaft nicht sinnvoll.

Ein historisch bedeutendes Beispiel einer Pseudoprimzahl ist die Zahl 341 = 11·31. Sie ist eine Fermatsche Pseudoprimzahl zur Basis 2 (und auch einigen anderen Basen).

Hintergrund[Bearbeiten]

Pseudoprimzahlen sind aus dem Bedürfnis entstanden, Algorithmen zu finden, die zuverlässig sagen können, ob eine Zahl eine Primzahl ist oder nicht (siehe Fermatscher Primzahltest, Lucas-Test, Solovay-Strassen-Test und Miller-Rabin-Test). Da diese Algorithmen nicht perfekt sind, bekommt man auch Zahlen, die keine Primzahlen sind, sich aber dennoch, auf einen speziellen Algorithmus bezogen, wie Primzahlen verhalten. Um die Algorithmen zur Primzahlsuche zu optimieren, werden auch diese Pseudoprimzahlen genauer untersucht.

Eine bedeutende Klasse von Pseudoprimzahlen leitet sich vom kleinen Fermat-Satz ab. Die entsprechenden Zahlen werden deshalb auch Fermatsche Pseudoprimzahlen genannt.

Arten von Pseudoprimzahlen[Bearbeiten]

Fermatsche Pseudoprimzahlen[Bearbeiten]

Nach dem kleinen Satz von Fermat gilt für jede Primzahl p für jede zu p teilerfremde Basis a, dass a^{p-1} \equiv 1 \mod p ist.

Eine zusammengesetzte natürliche Zahl n wird Fermatsche Pseudoprimzahl zur Basis a genannt, wenn a und n teilerfremd zueinander sind und die gleiche Kongruenz wie bei einer Primzahl erfüllt ist:

a^{n-1} \equiv 1 \mod n .

Das erste Beispiel wurde 1819 von Sarrus gefunden: Die Zahl 2^{341-1}-1 ist durch 341 teilbar, obwohl 341 = 11·31 zusammengesetzt ist.

Verwandte der fermatschen Pseudoprimzahlen[Bearbeiten]

Zu den Fermatschen Pseudoprimzahlen gehören die Carmichael-Zahlen, Eulerschen Pseudoprimzahlen und die starken Pseudoprimzahlen.

  • Carmichael-Zahl:
    Eine Carmichael-Zahl ist eine fermatsche Pseudoprimzahl n, für die für jede zu n teilerfremde Basis a mit 1 < a < n gilt:
    a^{n-1} \equiv 1 \mod n
  • Eulersche Pseudoprimzahl:
    Eine ungerade zusammengesetzte natürliche Zahl n wird Eulersche Pseudoprimzahl zur Basis a genannt, wenn a und n teilerfremd zueinander sind und
    a^{\frac{n-1}{2}} \equiv \pm 1 \mod n
    gilt.
    Jede eulersche Pseudoprimzahl zur Basis a ist eine fermatsche Pseudoprimzahl zur gleichen Basis.
  • Starke Pseudoprimzahl:
    Eine ungerade zusammengesetzte natürliche Zahl n = d \cdot 2^s+1 wird starke Pseudoprimzahl zur Basis a genannt, wenn
    a^d \equiv 1 \mod n
    oder
    a^{d \cdot 2^r} \equiv -1 \mod n
    für ein r mit 0 ≤ r < s gilt.
    Jede starke Pseudoprimzahl zur Basis a ist eine eulersche Pseudoprimzahl zur gleichen Basis.

Perrinsche Pseudoprimzahlen[Bearbeiten]

Die rekursiv definierte Perrin-Folge hat die Eigenschaft, dass für jede Primzahl p das p-te Folgenglied Pp durch p teilbar ist. Perrinsche Pseudoprimzahlen sind natürliche Zahlen n, für die das n-te Glied Pn durch n teilbar ist, obwohl n zusammengesetzt ist. Die kleinste Perrinsche Pseudoprimzahl ist 271441=5212.

Weitere Pseudoprimzahlen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Erdös und Carl Pomerance: On the Number of False Witnesses for a Composite Number, Mathematics of Computation 46, 259–279, 1986
  • Carl Pomerance: The Search for Prime Numbers, Scientific American, 12/1982, sowie deutsche Übersetzung: Primzahlen im Schnelltest, Spektrum der Wissenschaft, 02/1983. (Mit Foto eines Nachbaus von Lehmers Fahrradkettencomputer von 1926.)
  • Carl Pomerance: Computational Number Theory, in: The Princeton companion to mathematics (ed. Timothy Gowers), S. 348–362, Princeton University Press, 2008 (online; PDF; 249 kB)
  • Paulo Ribenboim: The New Book of Prime Number Records, Springer-Verlag, 1996

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Pseudoprimzahlen – Lern- und Lehrmaterialien