Putbus (Adelsgeschlecht)

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Wappen des Fürsten zu Putbus

Die Fürsten zu Putbus sind ein von der Insel Rügen stammendes Adelsgeschlecht. Sie gehörten zeitweise dem dänischen (Podebusk) und schwedischen Adel an und wurden 1723 in den Reichsgrafenstand und 1807 in den schwedischen, 1815 in den preußischen Fürstenstand erhoben.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Putbus um 1900 (zerstört 1960)
Denkmal des Fürsten Wilhelm Malte I. im Schloßpark Putbus

Die Adelsfamilie zu Putbus ist slawischer Herkunft und gilt als Seitenlinie des rügischen Fürstenhauses. Sie leitet sich von dem 1193 urkundlich erwähnten Stoislaw ab, der wahrscheinlich ein naher Verwandter Jaromars I. war und mitunter auch als Bruder des Fürsten angesehen wird. Anfangs waren die Herren zu Putbus den Rügenfürsten besitzrechtlich gleichgestellt, später bildete sich eine Lehensabhängigkeit heraus. Die ursprünglichen Besitzungen lagen bei Vilmnitz (heute ein Ortsteil von Putbus) auf Rügen und bei Brandshagen. Die Bezeichnung Putbus wurde erstmals 1286 erwähnt und bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts von allen Familienangehörigen übernommen.

Der dänische König Erich VI. Menved, Lehnsherr des Fürstentums Rügen, bewegte 1309 die Herren von Putbus zusammen mit den Herren von Gristow zum Verzicht auf die Nachfolge für den Fall des Aussterben des Fürstenhauses. Als das 1325 tatsächlich geschah, wurden die von Putbus Lehensmänner der Herzöge von Pommern-Wolgast.

Seit dem 13. Jahrhundert bestanden verwandtschaftliche Beziehung zwischen den von Putbus und dem dänischen Adel. Mitglieder der Familie standen in dänischen Diensten und bekleideten hohe Ämter. Dazu gehörten Henning II. von Putbus, der nach dem Tod Waldemars IV. zeitweise die Staatsgeschäfte in Dänemark führte, und der Bischof von Odense, Waldemar I.

1493 teilte sich die Familie in eine dänische (pridborsche) Linie unter Pridbor V. und eine rügische (waldemarsche) Linie unter Waldemar II. Die waldemarsche Linie erhielt 1652 das pommersche Erblandmarschallsamt. Nach deren Aussterben 1702 gingen die mittlerweile zu Schwedisch-Pommern gehörenden Rügischen Besitzungen 1704 an die pridborsche Linie. Zur Entschuldung der Herrschaft Putbus verkaufte Malte Friedrich 1780 die dänischen Besitzungen. Mit Wilhelm Malte I., der von 1838 bis 1846 das Jagdschloss Granitz errichten ließ, starb die Familie zu Putbus 1854 in der männlichen Linie aus. Über seine Tochter Clotilde, die mit Friedrich Graf von Wylich und Lottum verheiratet war, gingen Titel und Majorat an seinen Enkel Wilhelm Carl Gustav Malte von Wylich und Lottum (1833–1907), der 1861 mit königlicher Genehmigung den Namen Wilhelm Malte II., Fürst und Herr zu Putbus, annahm, über. Er ließ 1872 nach einem Brand das Schloss Putbus wieder aufbauen.

Sein Enkel Malte von Veltheim-Lottum erbte 1934 das Fürstlich-Putbussche Fideikommiss von seiner Tante Asta, Gräfin v. Wylich und Lottum, Fürstin und Herrin zu Putbus. Der Reichsminister des Innern erteilte ihm, seiner Gemahlin und seinen minderjährigen Kindern am 20. Oktober 1938 die Genehmigung zur Führung des Familiennamens "von Putbus". Er starb im Konzentrationslager Sachsenhausen. Sein Sohn Franz von Putbus (* 1927; † 2004) verlor 1945 - neben dem Wylich-Lottumschen Besitz Schloss Lissa bei Breslau - durch die Bodenreform auch die Besitzungen des Hauses Putbus, die rund ein Sechstel der Insel Rügen umfassten. Er erhob nach der Wiedervereinigung 1990 vor Gericht erfolglos[1] Ansprüche auf die Rückerstattung der umfangreichen Liegenschaften. Seit 1951 führte er den Titel Fürst und Herr zu Putbus. Die Namensführung Fürst zu Putbus wurde vom Deutschen Adelsrechtsausschuß nicht beanstandet und die Familie im Genealogischen Handbuch des Adels bei den Fürstenhäusern eingetragen. Fürst Franz kaufte ein Haus am Circus in Putbus und geringe Teile der Ländereien zurück, die 2004 sein Sohn Malte übernahm.

Adelserhebungen[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Im goldenen Schild ein gekrönter schwarzer aufsteigender Adler über einem in Gold und Schwarz geschachten Feld. Auf dem gekrönten Helm ein gekrönter schwarzer aufsteigender Adler über einem gold-schwarzem Schachbrett. Das gräf- und fürstliche Wappen zeigt zusätzlich zwei mit Keulen bewaffnete, helmtragende wilde Männer als Schildhalter. Der rechte Helm trägt eine Krone, aus der eine goldene, mit drei Pfauenfeder besteckte Säule aufragt. Der linke trägt einen Pfauenschweif auf dem Helm.

Historische Wappenbilder[Bearbeiten]

Namensträger[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. FOCUS Nr. 42 (1997) Putbus-Erbe - Erhebliche Zweifel

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Putbus family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien