Reebok

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Reebok International Limited
Logo
Rechtsform Tochtergesellschaft
Gründung 1895
Sitz Canton, Massachusetts, USA
Leitung Uli Becker, Präsident und CEO
Branche Sportartikel
Produkte Textilien, Schuhe, SportartikelVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.reebok.com

Reebok International Limited ist ein ursprünglich britisches Fortune-Global-500-Börsenunternehmen (NYSE-Handelskürzel: RBK), das ab den 1980er Jahren in den USA durch einen Lizenznehmer expandierte und seit 2006 als Tochtergesellschaft zur adidas AG gehört. Das Unternehmen stellt Sportschuhe, Sportbekleidung, Sportaccessoires und Modeartikel her. Im Bereich Hockeyausrüstungen ist Reebok Weltmarktführer.[1] Der Name stammt von dem Afrikaans- und englischen Wort (Vaal/Grey) Rhebok für die afrikanische Rehantilope (in Afrikaans heute Ribbok, allgemein für Rehbock).

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Logo Rbk
Altes Logo

Die Firmengeschichte von Reebok begann im Jahr 1895, als das Unternehmen J.W. Foster and Sons in Bolton, Großbritannien gegründet wurde. Das Familienunternehmen stellte für die Olympischen Sommerspiele 1924 die Rennschuhe für die teilnehmenden Athleten her.

1958 starteten zwei der Enkel des Gründers ein Gemeinschaftsunternehmen, das unter dem Namen Reebok bekannt wurde.

1979 entdeckte der US-amerikanische Unternehmer Paul Fireman, ein Teilhaber in einem Outdoor Sportvertrieb, während einer internationalen Handelsshow die Reebok-Schuhe. Er erwarb die Vertriebsrechte für den nordamerikanischen Raum als Lizenz von J.W. Foster und führte noch im selben Jahr drei Laufschuhe in den Vereinigten Staaten ein. Mit einem Preis von 60 Dollar waren sie zu diesem Zeitpunkt die teuersten erhältlichen Laufschuhe.

1981 übernahm die britische Pentland Group für ca. 75.000 US-Dollar einen 55%-Anteil an Reebok USA Ltd. von Fireman. Letzterer war auf dem wettbewerbsintensiven amerikanischen Sportmarkt nach anfänglichen Erfolgen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Durch seine Kontakte zu Herstellern im asiatischen Raum und mit innovativen Design-Ideen entwickelte der damalige Pentland-Chef Stephen Rubin, der von 1981 bis 1984 als CEO von Reebok USA fungierte, die kleine amerikanische Schuhmarke Reebok mit damaligem Sitz in Stoughton, Massachusetts, in wenigen Jahren zu einer bedeutenden Sportmarke. Der Marktanteil von Reebok auf dem amerikanischen Markt lag Mitte der 1980er Jahre bei nahezu 35%. Mit besonders an eine weibliche Kundschaft gerichteten, farbenfrohen Aerobic-Schuhen machte sich Reebok Anfang der 1980er Jahre einen Namen. Die Erlöse unter Firemans Führung hatten noch um die 300.000 Dollar betragen, 1984 generierte Reebok bereits einen Umsatz von 66 Millionen Dollar. Im gleichen Jahr erwarben Rubin und Fireman die Marke Reebok und somit auch das internationale Markenrecht von J.W. Foster für 700.000 US-Dollar und erweiterten das Sortiment um Tennis-Schuhe. 1985 brachten Rubin und Fireman Reebok an die New York Stock Exchange, wodurch Pentland Einnahmen von mehr als 12 Millionen Dollar erzielte. 1986 wurden weltweit bereits über 900 Millionen Dollar mit der Marke Reebok erzielt. Mit dem Abflauen der Aerobic-Welle hatte das Unternehmen 1986 das Reebok-Portfolio um Basketballschuhe, Kinderschuhe, Sportbekleidung und Accessoires erweitert. Gleichzeitig wurde der Walkingschuh-Hersteller Rockport Company aufgekauft. 1987 übernahm Reebok die Nordamerika-Lizenz der italienischen Sportmarke Ellesse. 1990 wurden die bislang getrennt verwaltete US-amerikanische und die internationale Division bei Reebok vereint. Ende der 1980er Jahre gingen die Reebok-Erlöse trotz intensiver Werbe- und Sponsoring-Kampagnen zurück. Durch die Einführung des populären The Pump (siehe unten) gewann das Unternehmen verlorene Marktanteile, besonders auch auf dem europäischen Markt, zurück. 1991 verkaufte Pentland nach dem Ende eines 10-Jahres-Vertrages seine Reebok-Anteile sukzessive an Reebok sowie deren Anteilseigner, die Investmentbanken First Boston Corporation und Montgomery Securities, und erzielte damit schlussendlich mehr als 700 Millionen Dollar.[2][3] Anfang der 1990er Jahre war die Marke Reebok weltweit in mehr als 140 Ländern erhältlich.

Freestyle Modell von Reebok (2007)

Erfolge mit Freestyle und Ex-O-Fit in den 80er Jahren[Bearbeiten]

Reebok hatte einen großen Beliebtheitszuwachs im Jahr 1982, als der Freestyle Laufschuh, ein Frauenschuh, eingeführt wurde, der genau zum Beginn der Aerobic-Fitnesswelle in den Handel kam. Der Freestyle-Schuh war nicht nur als Sport-, sondern auch als Straßenschuh beliebt, da er sehr komfortabel war und ein schönes Design hatte. Als Folge davon wurde der Freestyle eine Ikone des 1980er-Stils. Es wurden auch höherschließende Schuhmodelle (mit zwei Klettverschlüssen am oberen Ende) sowie viele verschiedenenfarbige Modelle eingeführt. Bis heute wird die Produktion des Freestyle unter dem Label Reebok Classics fortgesetzt, da er vor allem als Lifestyle-Schuh sehr beliebt ist.

Folgend auf den Erfolg des Freestyle Schuhs führte Reebok auch einen ebenfalls beliebten Sportschuh für Männer ein, der Ex-O-Fit genannt wurde. Genau wie beim Freestyle wurden ebenfalls niedrige und hochschließende Schuhmodelle entwickelt. Im Gegensatz zum Freestyle hatte der hochschließende Ex-O-Fit jedoch nur einen Klettverschluss zum Schließen des Schuhs.

Reebok Original Pump

Die Erfindung des PUMP in den frühen 90er Jahren[Bearbeiten]

1989 entwickelte Reebok unter der Anleitung von Paul Litchfield (heute Vizepräsident der Entwicklungsabteilung) die Reebok Pump-Technologie, mit der die Marke in den Folgejahren legendäre Erfolge erzielte. Die PUMP-Schuhe enthalten Luftkammern, die mittels einer kleinen, in den Schuh integrierten Pumpe befüllt werden können. Durch diese Luftkammern passten sich die Schuhe besser an den Fuß des Trägers an. Der Schuh erzielte durch seine prominenten Träger breite Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel durch die Sportler Dee Brown und Michael Chang. Auch heute noch ist der PUMP-Schuh mit seiner Technologie in bestimmten Lifestyle-Läden zu erhalten. Im November 2009 feierte Reebok das 20-jährige Jubiläum des Sneakers.

Weitere Entwicklungen[Bearbeiten]

In der Vergangenheit hatte Reebok eine geschäftliche Verbindung mit Betrieben, in denen die Arbeiter ausgebeutet wurden - so genannte Sweatshops, heute engagiert sich das Unternehmen jedoch im Menschenrechtsbereich. Im April 2004 wurde die Schuhabteilung von Reebok als erstes Unternehmen von der Fair Labor Association anerkannt.

Seit dem Jahr 2002 hat das Unternehmen das Exklusivrecht, authentische und nachgemachte Trikots der National Football League (NFL) sowohl herzustellen als auch zu vermarkten. Seit 2004 hat sie diese Rechte auch für die National Basketball Association (NBA), die Canadian Football League und die National Hockey League (NHL) erworben.

Reebok ist zudem der offizielle Schuhzulieferer der NFL, der NBA und der Major League Baseball und war einer der Hauptsponsoren des Tennisspielers Andy Roddick, bevor Reebok im April 2005 die Sponsorenbeziehung beendete. Venus Williams wird jedoch weiterhin unterstützt. Seit der Saison 2006/2007 ist Reebok nun auch der Hauptsponsor von Thierry Henry. Dieser wechselte von seinem langjährigen Ausstatter Nike zu Reebok. Im Sommer 2008 unterzeichnete der Rennfahrer Lewis Hamilton einen mehrjährigen Vertrag mit dem Sportartikelhersteller. Des Weiteren werden auch Ryan Giggs, Iker Casillas und Andrij Schewtschenko sowie weitere internationale Sportler von Reebok ausgerüstet.

Die Firma hält die Marken- und Herstellungsrechte unter anderem an Rockport, Ralph Lauren RLX shoes, CCM, Koho, Jofa, an Reebok Hockey-Sportgeräten und -Zubehörteilen, an Reebok Classics, G Unit, S. Carter und Daddy Yankee Straßen-Lifestyle-Schuhen und Zubehör.

Das Unternehmen demonstriert auch heute noch seine englischen Wurzeln durch die langzeitige Unterstützung der Bolton Wanderers, einem englischen Erstliga-Fußball-Verein. Als der Verein in den späten 1990ern in ein neues Gebiet zog, wurde ihre neue „Heimat“ Reebok Stadium getauft. Ein anderer Erstligaverein, Manchester City, unterzeichnete einen fast 5-Millionen britische Pfund schweren Ausrüstungsvertrag im Jahr 2003.

Übernahme durch die adidas Group[Bearbeiten]

Am 3. August 2005 gab adidas bekannt, dass der Konzern beabsichtigt, den Konkurrenten Reebok International Ltd. für 3,1 Milliarden Euro (3,8 Milliarden US-Dollar) zu kaufen. Seit Januar 2006 ist Reebok Bestandteil der adidas AG[4], wodurch adidas den Marktanteil in Nordamerika erhöhen konnte. Am 1. April 2008 wurde Uli Becker neuer CEO und Präsident von Reebok.

Sponsoring 1. FC Köln[Bearbeiten]

Pedro Geromel vom 1. FC Köln im Reebok Trainingsanzug

Vom 1. Juli 2008 bis 2012 war Reebok Ausrüster für den 1. FC Köln. Der 1. FC Köln war der einzige Club, der von Reebok in der 1. und 2. Bundesliga ausgerüstet wurde. Die Zusammenarbeit lief bis zum Saisonende 2011/2012 und wurde dann von Erima abgelöst. Reebok zieht sich danach aus dem Fußballgeschäft zurück, um sich verstärkt auf seinen Markenfokus Fitness zu konzentrieren. [5]

Kooperation mit Cirque du Soleil[Bearbeiten]

Anfang des Jahres 2009 stellte Reebok deutschlandweit erstmals JUKARI Fit to Fly vor, welches zusammen mit dem kanadischen Zirkusunternehmen Cirque du Soleil entwickelt wurde. Dieses neue Workout ist nur mit einem speziellen Gerät, dem so genannten FlySet umsetzbar. Durch die Zusammenarbeit mit Cirque du Soleil und verschiedenen Fitnessstudios, die das Workout anbieten, möchte Reebok sein Unternehmensprofil auf den Frauen-Fitness-Sektor schärfen.

Women’s Runs[Bearbeiten]

Als weitere Maßnahme der Schwerpunktsetzung auf den Frauen-Fitness-Bereich in den letzten Jahren führt die Marke in Deutschland zudem die Reebok Women’s Runs in verschiedenen Städten durch.[6]

Der Fall EasyTone[Bearbeiten]

Mitte des Jahres 2009 brachte das Unternehmen die neuartige Schuhtechnologie EasyTone auf den Markt. Der Schuh sollte durch spezielle Luftkammern in der Sohle die Bein- und Gesäßmuskulatur zusätzlich trainieren. Der Hersteller versuchte den Schuh sowohl als Sport- als auch als Alltagsschuh mit dem Slogan „Das Fitnessstudio für unterwegs“ zu positionieren und sich damit eine Vorreiterstellung im sogenannten Toning-Segment zu sichern. Dieses erreichte mit dem ersten Abrollschuh, der Ende der Neunziger durch Karl Müller auf den Markt kam, eine hohe Popularität.

Das Werbeversprechen der EasyTone-Reihe erfuhr im Jahre 2011 jedoch empfindlichen Gegenwind von der amerikanischen Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC). Diese warf Reebok vor, dass es für den versprochenen Effekt keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege vorlegen konnte und einigte sich mit dem Unternehmen auf eine Strafzahlung von 25 Millionen US Dollar, mit dem irregeleitete Kunden entschädigt wurden.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reebok International Limited – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: reebok – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Reebok – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Best to keep it in the family, ft.com, 21. April 2008
  3. Pentland to Sell Its Reebok Stake, nytimes.com, 11. Dezember 1991
  4. adidas schließt Übernahme von Reebok ab: dpa-AFX
  5. http://www.express.de/fc-koeln/ausruester-schock--reebok-steigt-aus,3192,4648738.html
  6. http://womensrun.runnersworld.de/
  7. http://www.ftc.gov/opa/2011/09/reebok.shtm