Rheinniederungskanal (Pfinz-Saalbach-Korrektion)

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Rheinniederungskanal bei Huttenheim.

Der Rheinniederungskanal ist ein Entwässerungskanal im Tiefgestade der Oberrheinebene zwischen Eggenstein-Leopoldshafen und Philippsburg.

Gewässerverlauf[Bearbeiten]

Er entsteht in Eggenstein-Leopoldshafen aus dem Zusammenfluss von Nierderauwasser und Bachkanal, denen Wasser aus dem Pfinz-Entlastungskanal zugeführt wird. In Linkenheim zweigt vor der Durchquerung des Altrheins das Herrenwasser ab. Der Rheinniederungskanal verlässt an dessen Nordende den Linkenheimer Altrhein und nimmt zwischen Liedolsheim und Linkenheim das Herrenwasser wieder auf.

Bei Rußheim mündet die Pfinz in den Rheinniederungskanal. Dieser unterquert in einem Düker den Saalbachkanal und mündet in den Rußheimer Altrhein. Als Jägerschrittkanal verlässt der Rheinniederungskanal den Rußheimer Altrhein und vereinigt sich mit dem Verlängerten Pfinzkanal, der Wasser von Heglach, Hirschkanal und Alte Bach führt. Bei Philippsburg mündet der Rheinniederungskanal schließlich in den Altrhein. Die ursprünglich geplante Verlängerung bis nach Altlußheim wurde durch den Bau des Schöpfwerks Philippsburg hinfällig.

Da der Rheinniederungskanal die Wasser der Pfinz und des Verlängerten Pfinzkanals aufnimmt, kann er als (künstlicher) Vorfluter der Pfinz angesehen werden.

Wasserbauliche Bedeutung[Bearbeiten]

Der Rheinniederungskanal dient dem Hochwasserschutz im Rahmen der Pfinz-Saalbach-Korrektion. Da die Sohlen von Pfinz und Saalbachkanal höher als das umliegende Tiefgestade liegen, können sie kein Druckwasser, welches bei Rheinhochwasser hinter den Dämmen auftritt, abführen. Dieses Druckwasser wird im Rheinniederungskanal zum Philippsburger Altrhein geleitet, wo ein Schöpfwerk es auf den Hochwasserpegel des Rheins anheben kann.

Fischbestand[Bearbeiten]

Hauptfischarten sind, wie für langsamfließende Gewässer typisch, Rotaugen und Brachsen. Weiterhin kommen Aale, Rotfedern, Schleien, Güstern und Döbel sowie Gründlinge und Hasel vor. Als Raubfische werden Barsche, Hechte, Rapfen sowie seit einigen Jahren der Europäische Wels angetroffen.

Belastungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Malisius: Die Pfinz: Einst Lebensader, jetzt Naherholung und immer wieder korrigiert. Band 5 der Reihe „Beiträge zur Geschichte Durlachs und des Pfinzgaus“. Freundeskreis Pfinzgaumuseum, Historischer Verein Durlach e.V. (Hrsg.). Karlsruhe 2011, verlag regionalkultur, ISBN 978-3-89735-681-8

Weblinks[Bearbeiten]