Bretten

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bretten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bretten
Bretten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bretten hervorgehoben
49.0363888888898.7061111111111176Koordinaten: 49° 2′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 176 m ü. NHN
Fläche: 71,12 km²
Einwohner: 28.177 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 396 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75015
Vorwahlen: 07252 und 07258 (Bauerbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 007
Stadtgliederung: Kernstadt und 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Untere Kirchgasse 9
75015 Bretten
Webpräsenz: www.bretten.de
Oberbürgermeister: Martin Wolff (unabhängig)
Lage der Stadt Bretten im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Westen nach Osten
Blick auf Bretten vom Burgwäldle
Marktplatz

Bretten ist eine Stadt im westlichen Kraichgau, etwa 23 km nordöstlich von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Sie ist nach Bruchsal und Ettlingen die drittgrößte Stadt des Landkreises Karlsruhe und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit 1. Januar 1975 ist Bretten Große Kreisstadt. Mit der Nachbargemeinde Gondelsheim hat Bretten eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Berühmtester Sohn der Stadt ist der Kirchenreformator und Luther-Zeitgenosse Philipp Melanchthon, weshalb sich Bretten „Melanchthonstadt“ nennt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bretten liegt im Kraichgau auf der Wasserscheide zwischen Walzbach und Saalbach im Südwesten bis ins Kraichbachtal im Nordosten. Die Stadt liegt etwa 17 km nördlich von Pforzheim und 39 km südwestlich von Heilbronn. Das Saalbachtal ist seit dem Mittelalter die südliche Hauptverkehrsachse durch den Kraichgau (die nördliche führt über Sinsheim) zwischen dem Odenwald im Norden und dem Schwarzwald im Süden von Norden/Nordwesten/Westen nach Südosten. In ihm verlaufen die wichtige B 35 und die Eisenbahnstrecke nach Stuttgart.

Blick vom Stiftskirchenturm auf die nördliche Kernstadt

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bretten. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Knittlingen, Neulingen und Königsbach-Stein (alle Enzkreis) sowie Walzbachtal, Gondelsheim, Bruchsal, Kraichtal und Oberderdingen (alle Landkreis Karlsruhe).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Brettens bilden die Kernstadt sowie die neun Stadtteile Bauerbach, Neibsheim und Büchig im Norden, Diedelsheim, Rinklingen und (etwas entfernt) Dürrenbüchig im Westen, Gölshausen im Nordosten sowie Ruit im Süden und der kleinste Brettener Stadtteil Sprantal im Südwesten.

Zum Stadtteil Bauerbach gehört das Haus Hagenmühle. Zur Kernstadt Bretten gehören der Weiler Hetzenbaumhöfe, die Orte Kupferhälde und Ölmühle im Ruiter Tal (vorm. Sägmühle), die Mühle Bergmühle und die Höfe Salzhofen und Schwarzerdhof. Zum Stadtteil Rinklingen gehören die Häuser Beim Bahnhof Bretten, Reiterle und Talmühle. Zum Stadtteil Ruit gehören der Weiler Rotenbergerhof und das Haus Talmühle.
In Bretten aufgegangen ist die Ortschaft Weißhofen, des Weiteren liegt im Gebiet der Kernstadt die Flur Geilsheimer Wiesench, deren Name auf eine Wüstung schließen lässt. Im Stadtteil Büchig bei Bretten und teilweise auch in der Stadt Kraichtal liegt die Wüstung Giegelnberg. Im Stadtteil Neibsheim liegt die Wüstung Randelstein.[2]

Innerhalb der Kernstadt werden noch Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, die von den ursprünglichen Flur- oder Landschaftsnamen abgeleitet werden (zum Beispiel Hausertal, Kupferhälde, Rechberg oder Wanne).

Raumplanung[Bearbeiten]

Bretten bildet ein Mittelzentrum am Ostrand der Region Mittlerer Oberrhein, deren Oberzentrum die Stadt Karlsruhe ist. Zum Mittelbereich Bretten gehören neben der Stadt Bretten noch die Gemeinden Gondelsheim, Kürnbach, Oberderdingen, Sulzfeld und Zaisenhausen des Landkreises Karlsruhe, sowie das zum Landkreis Enzkreis gehörende Knittlingen.

Geologie[Bearbeiten]

Die Altstadt Brettens (etwa 170 m) liegt im Kraichgau auf einer nach Süden exponierten Hangverflachung einer relativ breiten Talmulde, die sich hier beim Zusammenfluss der Flüsschen Salzach (von Süden) und Weißach (von Osten) tektonisch unterstützt gebildet hat. Salzach und Weißach bilden ab Bretten den Saalbach, der bei Bruchsal in das Oberrheinische Tiefland eintritt und bei Philippsburg in den Rhein fließt. Die Nähe des Rheins führte zu hoher Reliefenergie, die dem Teil des Kraichgaus um Bretten herum zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild, dem „Brettener Hügelland“, verhalf. Sein Charakteristikum ist die gewöhnlich bis etwa 200 cm mächtige Lössdecke auf Muschelkalk („verdeckter Karst“), die aber durch Bodenerosion erheblich gefährdet ist. Die Flurbereinigung hat einige wenige Hohlwege bestehen gelassen. Der südliche Gemarkungsbereich zeigt noch in Teilen das Landschaftsbild des offenen Karstes mit Dolinen und Schlucklöchern (meistens unter Wald) und der Heckenlandschaft in der offenen Flur. Zwischen Bretten und Pforzheim befindet sich um den Katharinentaler Hof eine der größten Uvalas.

Geschichte[Bearbeiten]

Bretten 1645 auf einem Kupferstich von Matthäus Merian

Daten zur Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Bretten gehörte wohl seit der Stadtgründung, jedoch mit Sicherheit seit 1283 zum Bistum Speyer und war dem Archidiakonat St. Guido in Speyer unterstellt. Ab 1536 traten Täufer auf und ab 1540 fasste die Reformation Fuß. War die Stadt ab 1556 zunächst lutherisch, so wandte sie sich Ende des 16. Jahrhunderts mehrheitlich dem reformierten Bekenntnis zu. Ab 1685 gab es aber auch wieder eine lutherische Gemeinde. Beide Gemeinden vereinigten sich 1822 zu einer protestantischen Gemeinde, zumal das Großherzogtum Baden, zu dem Bretten seit 1803/06 gehörte, 1821 die Union beider Bekenntnisse eingeführt hatte. Bretten wurde Sitz eines Dekans, dessen Verwaltungsbezirk, der Kirchenbezirk Bretten, sich im Laufe der Geschichte mehrmals veränderte. Auch die meisten Stadtteile Brettens wurden früh protestantisch und so gehören heute zum Evangelischen Kirchenbezirk Bretten insgesamt 26 Kirchengemeinden, darunter die sieben Kirchengemeinden der Stadt Bretten (Bretten, Diedelsheim, Dürrenbüchig, Gölshausen, Rinklingen, Ruit, Sprantal). Die Protestanten in den Stadtteilen Büchig und Neibsheim werden von der Kirchengemeinde Gondelsheim und im Stadtteil Bauerbach von der Kirchengemeinde Kürnbach aus mitversorgt.

In Bretten selbst gab es aber trotz Einführung der Reformation weiterhin Katholiken. Im Jahr 1705 betrug deren Zahl 133 gegenüber 520 Lutheranern und 390 Reformierten. Die Stadtteile Bauerbach, Büchig und Neibsheim blieben bis heute überwiegend katholisch; sie gehörten vor 1803 zum Bistum Speyer. Gehörten alle Katholiken zunächst noch zum Bistum Speyer und ab 1810 zum Generalvikariat Bruchsal, so wurden sie 1827 dem Erzbistum Freiburg zugeordnet, das seinerzeit für das Großherzogtum Baden neu errichtet wurde. Bretten wurde später Sitz eines Dekanats, dessen Dekanatsbüro sich bis zum 31. Dezember 2007 in Eppingen befand. Zu ihm gehörten die Pfarrgemeinden der Stadt Bretten und des gesamten Umlands. Seit 2008 gehört Bretten zum Dekanat Bruchsal. Die Pfarrgemeinden innerhalb der Stadt Bretten sind zu den beiden Seelsorgeeinheiten Bretten-Stadt und Bretten-Land zusammengefasst. Zu Bretten-Stadt gehört die Pfarrgemeinde St. Laurentius, deren Pfarrkirche von 1936 bis 1938 erbaut wurde mit ihren beiden Filialkirchen St. Elisabeth (Wohngebiet Wanne, Fertigstellung der Kirche 1965) und St. Stephanus Diedelsheim (Fertigstellung der Kirche 1991). Zur Seelsorgeeinheit Bretten Land gehören die Pfarrgemeinden der Stadtteile Bauerbach (Kirche St. Peter), Büchig (Heilig Kreuz Kirche) und Neibsheim (Kirche St. Mauritius, erbaut 1791/92, mit Filialkirche Guter Hirte, Gemeinde Gondelsheim).

Neben den beiden großen christlichen Kirchen bestehen in Bretten auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und eine Gemeinde der Volksmission entschiedener Christen e. V. Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Bretten vertreten.

Für die muslimische Bevölkerung Brettens wurde 1985 die Grüne Moschee von türkischen Mitbürgern gegründet. Sie gehört heute dem DITIB (Türkisch-Islamische Anstalt für Religion e. V.) an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Bretten wurden zwischen 1971 und 1975 neun umliegende Gemeinden eingegliedert. Außer Neibsheim, das bei der Eingemeindung noch Teil des Landkreises Bruchsal war, gehörten alle bereits zum Landkreis Karlsruhe. Die Einwohnerzahlen hinter dem Gemeindenamen geben den heutigen Stand wieder (Stand: 31. Oktober 2011).[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzung oder Volkszählungsergebnisse (¹) sowie amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1500 300 Bürger
1688 287[4]
1694 80[4]
1705 1.043[5]
1744 2.529
1784 2.247
1825 2.922
1845 3.226
1. Dezember 1871 3.433
1. Dezember 1880 ¹ 4.034
1. Dezember 1890 ¹ 4.020
1. Dezember 1900 ¹ 4.781
1. Dezember 1910 ¹ 5.323
8. Oktober 1919 ¹ 5.549
Jahr Einwohner
16. Juni 1925 ¹ 5.621
16. Juni 1933 ¹ 5.641
17. Mai 1939 ¹ 5.623
Dezember 1945 ¹ 6.002
13. September 1950 ¹ 8.697
6. Juni 1961 ¹ 9.978
27. Mai 1970 ¹ 11.651
31. Dezember 1975 22.140
31. Dezember 1980 22.937
27. Mai 1987 ¹ 23.711
31. Dezember 1990 24.264
31. Dezember 1995 26.041
31. Dezember 2000 27.352
31. Dezember 2005 28.097
31. Dezember 2010 28.466

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Da Bretten eine Große Kreisstadt ist, obliegt die Fachaufsicht dem Regierungspräsidium Karlsruhe, was sonst nur bei kreisfreien Städten der Fall ist. Dem Landkreis Karlsruhe, dem Bretten angehört, obliegt dagegen nur die Rechtsaufsicht.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Stadt Bretten hat 26 Mitglieder, die den Titel Stadtrat führen. Die Wahl 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

CDU 35,2 % (-7,7) 10 Sitze (-2)
SPD 18,7 % (-3,1) 5 Sitze (-1)
FWV 17,4 % (+1,0) 4 Sitze ( = )
GRÜNE 11,8 % (+4,2) 3 Sitze (+1)
LUB 8,7 % (+0,5) 2 Sitze ( = )
FDP/VBU 8,2 % (+5,1) 2 Sitze (+2)

In Klammern sind die Veränderungen im Vergleich zur letzten Wahl angegeben.

Die Gemeinderatswahl 2009 brachte folgende Ergebnisse:[6]

CDU 9 Sitze (-1)
SPD 5 Sitze ( = )
FWV 4 Sitze ( = )
GRÜNE 3 Sitze ( = )
FDP/VBU 3 Sitze (+1)
LUB 2 Sitze ( = )

In Klammern sind die Veränderungen im Vergleich zur letzten Wahl angegeben.

Darüber hinaus sind in den neun Stadtteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.[7]

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Stadtoberhaupt ist der Bürgermeister, seit 1. Januar 1975 Oberbürgermeister, der von der Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt wird. Sein ständiger Vertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister

  • bis 1986: Alfred Leicht (Bürgermeister, ab 1. Januar 1975 Oberbürgermeister)
  • 1986 bis 31. Januar 2010: Paul Metzger (Oberbürgermeister)
  • seit 1. Februar 2010: Martin Wolff (Oberbürgermeister)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Silbern und blau gerautet mit auf der Spitze stehenden Rauten. Die Stadtfarben sind blau-weiß. Das Wappen wird schon seit vielen Jahrhunderten geführt, es symbolisiert die bayerischen bzw. wittelsbachischen Rauten, da die Stadt Bretten bis 1803 zur Kurpfalz und damit zu Bayern gehörte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Wappen der Brettener Partnerstädte auf der Landesgartenschau Hemer 2010

Bretten pflegt Städtepartnerschaften mit Hemer (1979) und Wittenberg (1990) in Deutschland, Longjumeau (1981) und Bellegarde-sur-Valserine (2001) in Frankreich, Condeixa-a-Nova (1985) in Portugal und Pontypool (1994) in Wales.

Der Stadtteil Diedelsheim unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Hidas in Ungarn und der Stadtteil Neibsheim zu Neuflize in Frankreich und Nemesnádudvar in Ungarn.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Randbereich der wichtigsten Verdichtungsräume in Baden-Württemberg, Karlsruhe im Westen, Pforzheim im Süden, Stuttgart/Heilbronn im Osten/Nordosten und Mannheim/Heidelberg im Norden. Die wichtigsten Nord-Süd- und West-Ost-Autobahnen umgeben die Stadt in Form eines großen Rechtecks.

Die Bundesautobahn 8 ist über die Anschlussstelle Pforzheim-Nord, die A 5 über die Anschlussstellen Karlsruhe-Durlach und Bruchsal zu erreichen.

Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen 35 (GermersheimIllingen), 293 (HeilbronnBerghausen) und 294 (nach Freiburg im Breisgau). Bretten ist Schnittpunkt der drei Bundesstraßen, was zu erheblichen Verkehrsbelastungen in der Kernstadt führte und heute noch führt, die durch Umgehungsstraßen und vielspurigen Ausbau vermindert werden und gebietsweise schon wurden. Erheblich zugenommen hat trotz nächtlichen LKW-Durchfahrtverbots die Belastung durch den LKW-Verkehr, der die Mautgebühr auf den Autobahnen vermeiden will.

Der Bahnhof Bretten liegt am Schnittpunkt der Bahnstrecken Kraichgaubahn (KarlsruheHeilbronn) und Westbahn (MühlackerBruchsal). Die Strecke der Westbahn ist seit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart (Abzweig aus der Rheinschiene nördlich von Bruchsal Richtung Stuttgart über Vaihingen/Enz) nur noch bedeutende Güterverkehrsstrecke und wichtige Achse des Regionalverkehrs.

Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Schiene ist Bretten angebunden an die Stadtbahn Karlsruhe. Am Brettener Bahnhof verkehren die Stadtbahnlinien S4 Karlsruhe–Heilbronn–Öhringen und S9 Bruchsal–Mühlacker. Auch die Brettener Stadtteile Bauerbach, Gölshausen (mit Industriegebiet), Rinklingen, Dürrenbüchig (S4) sowie Diedelsheim und Ruit (S9) liegen an diesen beiden Stadtbahnlinien. Im Brettener Kernstadtgebiet gibt es neben dem Bahnhof noch die Haltestellen „Stadtmitte“, „Wannenweg“, „Schulzentrum“ und „Kupferhälde“. Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen ferner zahlreiche Buslinien.

Unternehmen[Bearbeiten]

In Bretten ansässige Unternehmen sind – neben anderen – Tiernahrung Deuerer, die Neff GmbH, die Seeburger AG, die SBS Software GmbH, die msgGillardon AG (bis Oktober 2008 Gillardon AG financial software) und die BGT Bischoff Glastechnik AG, die unter anderem für die Verglasung der Reichstagskuppel und des Berliner Hauptbahnhofs verantwortlich ist.

Medien[Bearbeiten]

In Bretten erscheinen als Tageszeitung die Brettener Nachrichten, ein Kopfblatt der Karlsruher Badischen Neuesten Nachrichten. Ferner gibt es das kostenlose Wochenblatt Brettener Woche. Des Weiteren gibt es das Stadtmagazin Willi sowie den regionalen Fernsehsender KraichgauTV.

Gericht, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Bretten ist Sitz des Amtsgerichts Bretten und eines Notariats, die zum Landgerichtsbezirk Karlsruhe und zum Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehören. Ferner hat die Agentur für Arbeit hier eine Geschäftsstelle. Die Zentrale Bußgeldstelle des Regierungspräsidiums Karlsruhe hatte bis Anfang 2010 hier ihren Amtssitz. Bretten ist auch Sitz des Kirchenbezirks Bretten der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Bildung[Bearbeiten]

In Bretten befindet sich das European Study Center der University of Southern Queensland (USQ), deren Sitz in Australien ist. Die USQ hat sechs Fakultäten der Bereiche Geisteswissenschaften, Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Vermessung sowie Naturwissenschaften.

Die Stadt ist Träger von zwei Gymnasien, einer Realschule, drei Grund- und Hauptschulen sowie sechs Grundschulen. Daneben gibt es in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe die beruflichen Schulen, zu denen ein Technisches Gymnasium, die Gewerbliche Schule, die Hauswirtschaftliche Schule und die Kaufmännische Schule gehören; ferner gibt es die Jugendmusikschule Unterer Kraichgau e. V. Bretten und die Volkshochschule Bretten. Die Schulen im Einzelnen:

  • Melanchthon-Gymnasium
  • Edith-Stein-Gymnasium
  • Max-Planck-Realschule
  • Johann-Peter-Hebel-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule mit Grundschulförderklasse, gebundene Ganztageshauptschule)
  • Schillerschule (Grund- und Werkrealschule, teilgebundene Ganztagesgrundschule, Vorbereitungsklasse, Kooperationsklasse, Stützpunktschule LIMA-RIMA)
  • Grund- und Hauptschule Diedelsheim
  • Grundschulen in den Stadtteilen Bauerbach, Büchig, Gölshausen, Neibsheim, Rinklingen und Ruit
  • Eduard-Spranger-Schule Gölshausen – Schule für Geistigbehinderte
  • Evangelisches Hohberghaus Bretten – Sonderpädagogische Grund- und Hauptschule
  • Pestalozzischule – Förderschule Diedelsheim
  • Schulkindergarten Gölshausen
  • Berufliche Schulen Bretten mit Technischem Gymnasium

Das Melanchthonhaus in Bretten trägt seit vielen Jahren zur Erforschung und Erhaltung des Erbes Philipp Melanchthons bei. Es tritt mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Foren, Symposien, Lesungen und Kongressen hervor. Außerdem befindet sich in der „Europäischen Melanchthon-Akademie“ eine der größten südwestdeutschen Museumsbibliotheken und ein renommiertes außeruniversitäres Forschungsinstitut.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Bretten verfügt über ein Frei- und ein Hallenbad.

Einer der größten Sportvereine Brettens ist der VfB Bretten. Die 1. Mannschaft der Herren der Abteilung Fußball spielt derzeit in der Kreisliga Bruchsal. Dem Verein ist auch eine Baseball-Abteilung angegliedert, die seit 1992 existierenden Bretten Kangaroos. Diese spielen seit 2004 mit ihrer 1.Herrenmannschaften in der höchsten Liga Baden-Württembergs, der Verbandsliga.

Der größte Sportverein in Bretten ist der Turnverein 1846 Bretten e. V., welcher insgesamt 3450 Mitglieder zählt. Wettkampf- und Leistungssport, Turnen, Freizeit- und Gesundheitssport werden den Mitgliedern geboten. Der Verein ist regelmäßig mit einer großen Anzahl an Teilnehmern bei Deutschen Turnfesten präsent. Es werden jedes Jahr viele Jugendfreizeiten angeboten. Immer wieder richtet der Verein große Veranstaltungen aus, wie das Landeskinderturnfest (fast 5000 Teilnehmer) oder aktuell die „Vier Motoren für Europa“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz mit Melanchthonhaus
Marktbrunnen
Hebererhaus vor dem Großbrand im September 2007

Theater[Bearbeiten]

  • Gugg-e-mol Kellertheater
  • Die Badische Landesbühne kommt zu Gastspielen in der Stadtparkhalle und in den Hof der Johann-Peter-Hebel-Schule.
  • Die Theatergruppe des Melanchthongymnasiums Bretten besteht seit 33 Jahren und führt jährlich ein Theaterstück auf.

Museen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Der Musikverein Stadtkapelle Bretten e. V. umrahmt zahlreiche Feste und Feierlichkeiten innerhalb und auch außerhalb Brettens. Einer der ältesten Naturton-Fanfarenzüge Deutschlands spielt in den „Blau-Weißen“ Stadtfarben. Der Fanfaren- und Trommlerzug Bretten 1504 e. V. tritt im In- und Ausland auf. Die MGB Big Band ist für Jazzmusik von höchstem Niveau in der Region, aber auch im Ausland bekannt. Die Arbeitsgemeinschaft für Alte Musik und Kultur führt unter der Bezeichnung Loeffelstielzchen alte Musik auf originalgetreuen Instrumenten auf.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • „Hundles“-Brunnen, das „Brettener Hundle“, ein Mops, gilt als Wahrzeichen der Stadt.
  • Stiftskirche, evangelische Hauptkirche der Stadt, ursprünglich reformierte Kirche
  • Kreuzkirche, ehemals lutherische Kirche, erbaut ab 1687
  • St. Laurentiuskirche, katholisch
  • Altes Rathaus am Marktplatz, erbaut 1787
  • Amtshaus, erbaut 1783/84
  • Gerberhaus, ältestes, um 1585 erbautes Wohngebäude der Stadt
  • Hebererhaus, Fachwerkhaus an der Pforzheimer Straße, um 1555 Geburtshaus des Reiseschriftstellers Michael Heberer. Das Hebererhaus wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. September 2007 durch einen verheerenden Großbrand zerstört. Im Mai 2009 wurde bekannt, dass sich der Wiederaufbau wegen massiver Probleme mit der Versicherung verzögert.
  • Pfeiferturm (13. Jahrhundert) und Simmelturm (14. Jahrhundert), Türme der ehemaligen Stadtbefestigung. Das Dach des Pfeiferturms, das am 13. August 1689 durch die Franzosen zerstört wurde als diese ganz Bretten anzündeten, wurde am 13. Juni 2009 erneuert.
  • Ehemalige Burganlagen bei Bretten: Gaugrafenburg Bretten, Ober- und Unterburg Neibsheim (Wasserschloss Neibsheim).

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Seit 1979 steht am Parkplatz im Bereich Engelsberg 4-6 ein Gedenkstein, der an die zerstörte Synagoge, an Schule, Rabbinat und Mikwe der jüdischen Einwohner erinnert, die durch den NS-Terror vertrieben oder deportiert wurden.[9]

Parks[Bearbeiten]

Der Tierpark Bretten ist der größte Streichelzoo Deutschlands. Der Rosengarten ist eine im unteren Teil des Friedhofes gelegene Parkanlage.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seit 1988 verleiht die Stadt alle drei Jahre am Geburtstag ihres größten Sohnes den Melanchthonpreis der Stadt Bretten in einem öffentlichen Festakt.
  • Peter-und-Paul-Fest, mittelalterliches Stadtfest, das jährlich am ersten Wochenende nach dem Namenstag von Peter und Paul stattfindet
  • Weinmarkt
  • Weihnachtsmarkt, seit 2008 mit historischem Marktteil
  • Brettener Bütt
  • Europafest
  • Krämermarkt, 2x im Jahr
  • Kunstgewerbemarkt
  • Ostermarkt

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Bretten liegt an zwei bedeutenden touristischen Straßen, die an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1853: Friedrich Rettig (1781–1859), Politiker
  • 1895: Franz-Josef Janzer (1815–1897), Arzt und 1848er-Revolutionär
  • 1903: Nikolaus Müller (1857–1912), evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker
  • 1932: Franz Bartholomäus Kempf (1864–1942), Geistlicher Rat, Ehrenbürger von Büchig
  • o.D.: Erwin Müller (1876–1951), Rechtsanwalt, Ehrenbürger von Bauerbach
  • 1953: Ambros Barth (1879–1956), Geistlicher Rat, Ehrenbürger von Neibsheim
  • 1954: Hermann Trautz (1902–1973), Hotelier in den USA, Ehrenbürger von Ruit
  • 1955: Otto-Karl Schemenau (1877–1960), 26 Jahre Bürgermeister bis zur Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten 1933
  • 1966: Alfred Neff (1906–1970), Unternehmer
  • 1967: Adolf Muckenfuss sen. (1890–1967), Fabrikant
  • 1967: Robert Ganter (1896–1974), Oberschulrat
  • 1969: Otto Bickel (1913–2003), Oberamtsrat, Ehrenbürger von Rinklingen
  • 1977: Franz Kremp (1915–1990), Arzt
  • 1986: Alfred Leicht (1921–2005), Oberbürgermeister
  • 1986: Otto Beuttenmüller (1901–1999), Heimatforscher
  • 1986: Edmund Oest (1911–1992), Bürgermeister,
  • 1989: Robert Scheuble (1924–1989), Bürgermeister
  • 2005: Martin Judt (1938–2005), Bürgermeister[10]
  • 2010: Paul Metzger (* 1944), Oberbürgermeister

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Bretten und Landesbildstelle Baden (Hrsg.): Große Kreisstadt – Melanchthonstadt Bretten. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1997, ISBN 978-3-929366-42-6.
  • Dr. Alfons Schäfer, Stadtverwaltung Bretten (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bretten von den Anfängen bis zur Zerstörung im Jahre 1689, Bretten 1977.
  • Alfred Straub, Stadt Bretten (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bretten in neuerer Zeit, Bretten 1990, ISBN 3-928029-02-9
  • Günther Frank und Sebastian Lalla (Hrsg.): Fragmenta Melanchthoniana Bd. 3. Melanchthons Wirkung in der europäischen Bildungsgeschichte. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2007, ISBN 978-3-89735-456-2.
  • Peter Bahn (Hrsg.): Stadtführer Bretten. Kultur und Geschichte im südlichen Kraichgau. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1993, ISBN 978-3-9802218-8-7.
  • Manfred Störzer: Wasser für Bretten. Geschichte und Technik. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1994, ISBN 978-3-929366-05-1.
  • Peter Bahn (Hrsg.): „Als ich ein Kind war…“. Bretten 1497 – Alltag im Spätmittelalter. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1997, ISBN 978-3-929366-43-3.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Badisches Städtebuch; Band IV 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart 1959.
  • Benita Luckmann: Politik in einer deutschen Kleinstadt. Enke, Stuttgart 1970, ISBN 3-432-01618-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 68–73
  3. Bretten in Zahlen
  4. a b Alfred Straub, Stadt Bretten (Hrsg.): Geschichte der Stadt Bretten in neuerer Zeit, Bretten 1990, ISBN 3-928029-02-9, S. 167
  5.  Heinrich Schultheiß: Ein Beitrag zur Grundriß- und Bevölkerungsentwicklung von Bretten in Karte und Diagramm. In: Fünftes Brettener Jahrbuch für Kultur und Geschichte. Druckerei Esser, Bretten 1973, S. 82.
  6. http://www.bak-bretten.de/texte/wp/2009/06/08/vorlaeufiges-ergebnis-der-gemeinderatswahl/
  7. Hauptsatzung der Stadt Bretten vom 26. Juli 2011 (PDF-Datei; 67 kB)
  8. Stadt Bretten
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 28, ISBN 3-89331-208-0
  10. Ehrenbürger 1853–2005: Stadtmagazin Willi. Januar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bretten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bretten – Reiseführer
 Wikisource: Bretten – Quellen und Volltexte