Riegersberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Riegersberg
Wappen von Riegersberg
Riegersberg (Österreich)
Riegersberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Hauptort: Riegersbach
Fläche: 24,73 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 15° 53′ O47.41972222222215.882777777778693Koordinaten: 47° 25′ 11″ N, 15° 52′ 58″ O
Höhe: 693 m ü. A.
Einwohner: 995 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8250, 8234, 8251, 8252, 8253
Vorwahl: 03337
Gemeindekennziffer: 6 22 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Riegersbach 200
8250 Riegersberg
Website: www.riegersberg.at
Politik
Bürgermeister: Erich Kager (ÖVP) (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
13 ÖVP, 2 SPÖ
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Riegersberg mit 995 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich. Ab 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Vorau, Puchegg, Schachen bei Vorau und Vornholz zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Vorau“ weiterführen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Riegersberg liegt im Joglland ca. 16 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Die Gemeinde befindet sich zwischen Vorau im Süden und dem Tal der Lafnitz im Norden und erstreckt sich im Osten bis zur Mündung des Voraubaches in die Lafnitz. Beide Zuflüsse entwässern das Gemeindegebiet. Der Nordwesten von Riegersberg ist von ausgedehnten Waldgebieten bedeckt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Riegersberg ist eine über viele Siedlungen verteilte Gemeinde. Sie besteht aus den beiden Katastralgemeinden und gleichnamigen Ortschaften Reinberg (743,42 ha, 275 Einwohner) und Riegersbach (1.722,36 ha, 771 Einwohner) (Stand 2001).
Reinberg setzt sich zusammen aus den Ortsteilen Reinberg, Beigütl, Bühl, Goldsberg, Haidbauer, Kottingdorf, Lafnitzmühle, Lehen, Mayerhof, Pferschy, Tamp und Winkl;
Riegersberg aus: Feldbauern, Forster, Karl auf der Halt, Kernbauer, Moihof, Pichl, Reifbach, Stiftingbauern, Theißl, Waldbach und Weißenbach.

Gemeindezusammenlegung[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1967 schlossen sich die ehemals selbstständigen Gemeinden Riegersbach und Reinberg (die heutigen Katastralgemeinden) zur Gemeinde Riegersberg zusammen. Der Gemeindename ist ein Kofferwort aus den beiden Altgemeinden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Waldbach Mönichwald Sankt Lorenzen am Wechsel
Vornholz Nachbargemeinden Sankt Lorenzen am Wechsel
Vornholz Vorau Eichberg

Geschichte[Bearbeiten]

Reinberg[Bearbeiten]

Als das Stift Vorau im Jahr 1163 gegründet wurde, war das Gebiet von Reinberg noch nicht besiedelt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts legten die Stubenberger am Zusammenfluss von Lafnitz und Voraubach eine Burg an, unterhalb derer das Dorf Reinberg entstand. Der Name Ruomberch (Ruhmberg, Ehrenberg) wird erstmals im Jahr 1217 urkundlich erwähnt.[2] Infolge von Auseinandersetzungen zwischen dem Stift Vorau und den Stubenbergern musste das Stift das Gebiet der heutigen Katastralgemeinde zwecks Grenzbefestigung abtreten. Die Besiedlung begann im 13. Jahrhundert durch die Gründung von Waldhufenanlagen.

Als Wulfing von Stubenberg im Juni 1217 zum Kreuzzug aufbrach, verpfändete er seinen Besitz dem Stift Göß für den Fall, dass er beim Kreuzzug ums Leben kommt. Dies wird von den Brüdern Wulfing und Wolfher von Reinberg bezeugt. Wolfher von Reinberg zog 1218 mit Leopold VI. nach Palästina. Als Gutmachung schenkte Heinrich von Reinberg im Jahr 1252 eine Hube in Reinberg dem Stift.

In der Folgezeit wechselte Reinberg häufig den Besitzer. Zunächst kam es an die Krumbacher, später an Ulrich von Pergau. 1366 wurde Reinberg an die Stadecker verkauft, ehe die Burg zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die Herrschaft Thalberg fiel, wobei die Untertanen der Burg weit über das nördliche Joglland verteilt waren.

Die ehemalige Burg existiert heute nicht mehr. Der Meierhof der Burg stand an der Stelle der Rotte Mayerhof. An der Stelle der Burg steht heute eine Kirche als Nachfolgerin der alten Schlosskapelle. Die Einwohnerzahl im Dorf ging stetig zurück und betrug im Jahr 1822 lediglich noch sechs.

Von 1850 bis 1967 war Reinberg eine eigenständige Gemeinde, ehe es sich mit Riegersbach zur Gemeinde Riegersberg zusammenschloss.

Riegersbach[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Katastralgemeinde Riegersbach gehörte bei der Gründung des Stiftes Vorau im Jahr 1163 zu dessen Besitz, wurde aber erst im 13. Jahrhundert gerodet und besiedelt. Die Siedlung Riegersbach ist nach ihrem Gründer Propst Rudiger benannt, der von 1237 bis 1240 in Vorau urkundlich erwähnt wird.

Während des Mittelalters hatten die Höfe im Bereich von Riegersbach Abgaben in Geld und Naturalien (Käse, Eier, Hühner) an das Stift zu leisten. Darüber hinaus waren die Bauern zu Fronarbeit verpflichtet.

Von 1850 bis 1967 war Riegersbach eine selbständige Gemeinde, ehe es sich mit Reinberg zur Gemeinde Riegersberg zusammenschloss.

Pfarrkirche Hl. Nikolaus in Reinberg

Bevölkerungsentwicklung 1869–2013[Bearbeiten]

  • 1869: 910
  • 1880: 853
  • 1890: 877
  • 1900: 826
  • 1910: 829
  • 1923: 860
  • 1934: 937
  • 1939: 920
  • 1951: 0940
  • 1961: 1129
  • 1971: 1138
  • 1981: 1128
  • 1991: 1072
  • 2001: 1046
  • 2013: 0988

Quelle: Statistik Austria[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Riegersberg

Parks[Bearbeiten]

Das Wildgehege hat eine Fläche von etwa sechs Hektar. Es bietet dem Rotwild und den Europäischen Mufflons Platz für eine artgerechte Haltung. Das Wild hat die Möglichkeit, sich in den Wald zurückzuziehen oder auf einer Wiese zu grasen. Die Tiere können von Hochsitzen am Rand beobachtet werden.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Riegersberg liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen und hat kaum Durchgangsverkehr. Die Landesstraße entlang der Lafnitz führt an der nördlichen Gemeindegrenze entlang, die Landesstraße von Rohrbach an der Lafnitz nach Vorau entlang der südlichen Gemeindegrenze. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist ca. 27 km entfernt und über die Anschlussstelle Pinkafeld (100) erreichbar. Die Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Hartberg ist ca. 16 km entfernt.

Riegersberg besitzt keinen Eisenbahnanschluss. Der nächste Bahnhof ist der Bahnhof Rohrbach-Vorau in etwa fünf Kilometer Entfernung.

Der Flughafen Graz und der Flughafen Wien-Schwechat sind beide jeweils ca. 100 km entfernt.


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 556 76 12 534 80 12 525 76 12 526 72 11
SPÖ 180 24 3 130 20 3 162 24 3 209 28 4
Wahlbeteiligung 88 % 85 % 89 % 94 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Erich Kager (ÖVP), Vizebürgermeister ist Karl Zingl (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Riegersberg wurde vom Gemeinderat am 19. April 1997 beschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riegersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Vorau und der Gemeinden Puchegg, Riegersberg, Schachen bei Vorau und Vornholz, alle politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 150, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 681.
  2. F. Posch (PDF; 57 kB)
  3. Statistik Austria, Volkszählungsergebnisse (PDF; 35 kB)