Robert Dornhelm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Robert Dornhelm (Wien 2010)

Robert Dornhelm (* 17. Dezember 1947 in Timișoara, Rumänien) ist ein österreichischer Filmregisseur rumänischer Abstammung.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Robert Dornhelm wurde 1947 im westrumänischen Timișoara im Banat − bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie − geboren. Er emigrierte 1961 mit seiner Familie nach Österreich. Von 1965 bis 1967 studierte er zwei Jahre Film an der Wiener Filmakademie. Danach arbeitete Dornhelm von 1967 bis 1975 als Dokumentarfilmregisseur für den Österreichischen Rundfunk (ORF).

Nach mehreren Projekten stellt Dornhelm dann im Jahr 1977 seinen Debütfilm fertig: The Children of Theatre Street. Dieser brachte ihm eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm im Jahr 1978 ein. Die Dokumentation beschäftigt sich mit den Schülern der Waganowa-Ballettakademie in Sankt Petersburg und wird von Fürstin Gracia Patricia von Monaco erzählt.

Nach diesem Erfolg verlegte Dornhelm seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Los Angeles. Es folgten Filme wie She Dances Alone (1981) − eine Geschichte über Kyra Nijinsky, der Tochter des großen russischen Tänzers Vaslav Nijinsky − oder Digital Dreams. Der 1983 für das US-amerikanische Fernsehen gedrehte Film widmet sich dem Leben von Bill Wyman, langjähriger Bassist und Gründungsmitglied der Rolling Stones.

Mit seinem nächsten Spielfilm Echo Park (1986) konnte Dornhelm sowohl in den USA wie auch in Europa Erfolge feiern. In dem 1990 erschienenen Drama Requiem für Dominic − nominiert für einen Golden Globe, geschrieben von den beiden österreichischen Autoren Michael Köhlmeier und Felix Mitterer − beschäftigt sich Dornhelm mit dem revolutionären Umbruch in seiner Heimat Rumänien. Gegen Ende der 1990er Jahre folgen die beiden Filme Der Unfisch (1997) und The Venice Project (1999).

2001 führt Dornhelm Regie bei der Anne-Frank-Verfilmung Anne Frank – Die wahre Geschichte mit Ben Kingsley und Brenda Blethyn, die für den US-amerikanischen Fernsehsender ABC produziert wurde und ihm eine Nominierung für den Emmy in der Kategorie bester Regisseur einer Miniserie einbrachte.

2002 verfilmt Dornhelm mit RFK das Leben von Robert F. Kennedy. Es folgen ein Film über den umstrittenen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani: Rudy: The Rudy Giuliani Story (2003) (mit James Woods), Spartacus (2004) und The Ten Commandments (2006).

Es folgt Into the west, eine Produktion von Steven Spielberg, die mit zehn Nominierungen für den Emmy geehrt wurde.

Sein darauffolgender Film war Kronprinz Rudolf (2006), ein TV-Zweiteiler über das Schicksal des Habsburgthronfolgers Rudolf von Österreich-Ungarn. Der rund zweimonatige Dreh fand in Wien und Umgebung statt. Das Historiendrama wurde 2006 erstmals vom ORF ausgestrahlt und an 15 Fernsehstationen verkauft. 2007 erhielt Dornhelm dafür die Goldene Romy als Bester Regisseur des Jahres.

2007 drehte Dornhelm in Russland und Litauen seinen bisher aufwendigsten Film: eine mehrteilige Neuverfilmung von Leo Tolstois Roman Krieg und Frieden, siehe Krieg und Frieden (2007).

Dornhelm drehte eine Dokumentation über Herbert von Karajan anlässlich von dessen 100. Geburtstag mit zuvor nicht autorisiertem Probenmaterial und Gesprächen aus Archiven: Karajan – oder Die Schönheit, wie ich sie sehe. La Bohème mit Anna Netrebko und Rolando Villazón kam 2008 ins Kino.

2012 drehte er den TV-Zweiteiler K2 - The Italian Mountain über die Erstbesteigung des zweithöchsten Berges der Welt mit Marco Bocci und Michele Alheique in den Hauptrollen. Die Erstausstrahlung im italienischen Staatsfernsehen RAI löste heftige Debatten in der Presse durch enttäuschte Nachkommen der Erstbesteiger und Alpinkreise aus, da weder Darstellung der Abläufe, noch Charaktere der Teilnehmer der historischen Wirklichkeit entsprechen. Die "Dokumentation" zeigt ein völlig verfälschtes und unrealistisches Bild der Expeditionsgeschehnisse. Das Produkt der Zusammenarbeit von "Rai Fiction" und "Red Film – Terra Internationale Filmproduktionen" wurde nicht im Karakorum gedreht, noch wurde grünes Gras im Gipfelbereich vermieden. Es handelt sich erklärterweise um eine "Fiction", wiewohl fundierte Recherche und Seriosität vorgegeben werden.[1]

Der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender ist ein Cousin Robert Dornhelms. Er holte den Dreizehnjährigen nach der Emigration aus Rumänien in Italien ab. Dornhelm hatte nach seiner Emigration aus Rumänien die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen und lebt heute mit seiner Frau in Los Angeles.

Im Sommer 2013 inszenierte Dornhelm Giacomo Puccinis La Bohème für die Opernfestspiele St. Margarethen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quello non è il nostro K2. Parlano Compagnoni, Desio, Rey e gli altri eredi del 1954. In: www.montagna.tv. 21. März 2013, abgerufen 10. Juli 2013
  2. Ehrungen für Dornhelm und Resetarits auf ORF vom 18. Juni 2013

Weblinks[Bearbeiten]