Krieg und Frieden
Krieg und Frieden (russisch Война и мир, deutsche Transkription Woina i mir, Aussprache [vʌj.'na ɪ.'mir]) ist ein vierteiliger historischer Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi. Er erschien zuerst 1868/69 in Moskau und gilt als eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Das Buch wurde mehrfach verfilmt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Zu Inhalt und Bedeutung des Romans
Der Roman wurde weltberühmt, weil er wie unter einem Brennglas die Zeit von 1805 bis 1812 aus russischer Sicht in einzigartiger Geschlossenheit darstellt. Es wird fast ausschließlich aus der Perspektive einzelner russischer Adliger erzählt, die sich wechselseitig beeinflussen. Es werden Schlachten (beispielsweise die Schlacht bei Austerlitz oder die Schlacht von Borodino) beschrieben, wichtige historische Begebenheiten wie der Brand Moskaus im Jahr 1812, aber auch Teestunden, Bälle, Jagden, Konferenzen und Volksaufläufe. Dabei nimmt der Verfasser weitgehend eine allgemeine Position ein, aus der er auch historische oder militärtheoretische Überlegungen anstellt. Viele Szenen, hauptsächlich die Diskussionen und Gespräche innerhalb der Adels- und Regierungskreise in St. Petersburg, sind auf Französisch geschrieben, der damals im russischen Adel vorherrschenden Sprache. Tolstoi zeichnete ein detailgetreues Abbild des russischen Adels, an den sich der Roman auch richtete, wobei er einige Figuren des Romans nach real existierenden Personen zeichnete, beispielsweise Fürst Kutusow oder die Adelsfamilie Wolkonski, die er im Roman Bolkonski nennt.
Ursprüngliche Absicht Tolstois war es, einen Roman über den Dekabristenaufstand zu schreiben. Im Zuge seiner Recherchen über die Familien der Dekabristen konzentrierte er sich immer mehr auf die Napoleonischen Kriege, sodass der Aufstand nur noch im Epilog angedeutet wird. Auch Tolstois eigene Familiengeschichte, philosophische und geschichtswissenschaftliche Überlegungen und historische Anekdoten sind in das Werk mit eingebunden. Der Roman betrifft indirekt auch gesellschaftliche Probleme, zum Beispiel die Gegensätze zwischen Adel und Geldadel, zwischen ehelicher und unehelicher Geburt etc.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung spielt der Titel des russischen Originals nicht mit der jetzigen Doppelbedeutung des russischen Wortes „мир“. Zur Zeit der Drucklegung des Buches wurde zwischen den Wörtern мiръ (Welt, Gemeinde, Gesellschaft; mit i geschrieben) und миръ (Frieden; mit и geschrieben) unterschieden, obwohl die Aussprache gleich war; in der Erstveröffentlichung wurde explizit миръ benutzt. Tolstoi selbst hatte sein Werk in einem ersten Entwurf zwar "Krieg und die Gesellschaft" genannt, diesen Titel jedoch rasch verworfen. Fest steht auch, dass Tolstoi selbst den Titel als „La guerre et la paix“ ins Französische übersetzte.
[Bearbeiten] Handlung
In Krieg und Frieden gibt es zahlreiche Handlungsstränge und rund 250 Personen, auf die näher eingegangen wird. Der Roman spielt zwischen 1805, dem Beginn des dritten Koalitionskrieges gegen Frankreich und 1812, dem Jahr, in dem Napoleons Russlandfeldzug scheiterte. In diesem Umfeld gibt es zwei Hauptpersonen, den Fürsten Andrej Nikolajewitsch Bolkónski und Pierre, den späteren Grafen Peter Besúchow, die im Laufe des Romans nach dem Sinn des Lebens und nach ihrer Bestimmung suchen.
- Der Roman beginnt im Adels- und Diplomatenmilieu von St. Petersburg. Pierre kommt als Anhänger Napoleons aus Paris dorthin zurück; sein wohlhabender Vater hatte ihn in Frankreich erziehen lassen. Jetzt liegt er im Sterben und wünscht sich, Pierre - seinen unehelichen Sohn - noch einmal zu sehen. Pierre tritt in der Petersburger Gesellschaft zunächst sehr naiv auf, weshalb er bald nur noch belächelt wird. Er verkehrt mit adeligen Lebemännern, wird wegen eines Streiches nach Moskau verwiesen und kann sich dort in der Gesellschaft etablieren. Hier trifft er auch wieder mit Andrej zusammen, der sich von seiner schwangeren Frau Lisa genervt fühlt und sich durch den adeligen Klatsch und Tratsch in seiner Freiheit eingeengt sieht, weshalb er in den Krieg gegen Frankreich ziehen will. Für die Zeit des Krieges schickt er seine Frau zu seinem pedantischen Vater aufs Land, der wegen seiner eisernen Disziplin und seines Agnostizismus auch „preußischer König“ genannt wird. Bei ihm lebt auch Andrejs unverheiratete, sehr religiöse und gutmütige Schwester Marja.
- Währenddessen stirbt Pierres Vater, der den Zaren gebeten hat, seinen Reichtum Pierre vererben zu dürfen, sodass dieser, ohne sich allzu sehr in die Intrigen seiner geldgierigen Verwandtschaft einmischen zu müssen, ein beträchtliches Vermögen erhält. Auf dieser Grundlage kann er seine Berufswahl weiter aufschieben. Allerdings wird er nun noch mehr als zuvor von zweifelhaften "Freunden" ausgenutzt, allen voran dem Fürsten Kuragin, dem Vater seines Trinkfreundes Anatol. Kuragin lanciert Pierre schließlich in eine Ehe mit seiner schönen, aber wenig liebevollen Tochter Hélène Kuragina.
- In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz tritt der Oberbefehlshaber der Armee, Fürst Kutusow, der bei Tolstoi idealisierte Züge trägt, das erste Mal auf. Seine Generäle führen stundenlange Debatten über mögliche Änderungen am Schlachtplan, bis er kurz nach Mitternacht aufsteht und meint, am wichtigsten für eine erfolgreiche Schlacht seien das Schicksal und guter Schlaf, weshalb er sich jetzt zu Bett begeben werde. Am Morgen der Schlacht will Kutusow sich Zeit lassen, die Armeen versammeln und gelassen abwarten, was passiert. Der ehrgeizige Zar befiehlt jedoch gegen den Rat Kutusows den Angriff, und die russischen Truppen werden aufgerieben. Fürst Andrej wird schwer verletzt und bereitet sich am Boden liegend und beim Anblick des ihm unendlich und wunderschön erscheinenden Himmels auf den Tod vor, wird jedoch nur ohnmächtig und von Napoleon persönlich begnadigt.
- Pierre nimmt seinen Jugendfreund Dolochow bei sich auf, der bald darauf ein Verhältnis mit Hélène eingeht. Angetrunken fordert Pierre Dolochow zu einem Duell heraus, obwohl er noch nie mit einer Pistole geschossen hat, und bekommt den Ablauf erst unmittelbar vor dem Duell mitgeteilt. Er schießt Dolochow an, tötet ihn jedoch nicht. Im Glauben zu sterben bekennt Dolochow, dass er bei seiner Mutter und seiner Schwester den Ruf des lieben, ruhigen Sohnes hat, und verliert damit seine Fassade als draufgängerischer Säufer. Hélène wirft Pierre vor, er habe Dolochow nur erschießen wollen, weil er merkte, dass jener ein viel besserer Liebhaber sei. Pierre verlangt daraufhin die Annullierung der Ehe, wozu seine Frau aber nur unter hohen Geldzahlungen bereit wäre. Er trennt sich von ihr und verlässt selbst die Stadt. Pierre wird jetzt Freimaurer und engagiert sich eine Weile im Logenwesen, kann aber auch dort keine befriedigende Antwort auf seine Lebensfragen finden.-
- Während Andrejs Familie von dessen Tod ausgeht, bereitet sich seine Frau auf die Geburt seines Kindes vor. Im Augenblick der letzten Wehen kommt der tot geglaubte Andrej zurück und muss sie im Kindbett sterben sehen. Der gemeinsame Sohn überlebt und wird auf den Namen Nikolaj getauft. Andrej lebt dann vorerst auf den Gütern seines Vaters und lernt die Tochter des Adelsmarschalls, Natascha Rostowa, kennen. 1807 wird der Frieden von Tilsit geschlossen. Aus diesem Anlass gibt der Zar einen Ball, zu dem auch die Rostows eingeladen werden. Auf dem Ball tanzen Andrej und Natascha miteinander und verlieben sich. Andrej hält wenige Wochen später um Nataschas Hand an, doch hat er von seinem Vater die Auflage bekommen, dass er und Natascha ein Jahr lang Kontakt halten müssen, bevor sie sich öffentlich verloben dürfen. In dieser Zeit ist Natascha de facto ungebunden und Andrej stellt ihr frei, die Verlobung jederzeit zu lösen. Nach einigen Monaten lässt sie sich von Anatol Kuragin zu einer Entführung mit gemeinsamer Flucht überreden, deren Ziel ihre Heirat ist. Die geplante Affäre wird zwar im letzten Augenblick von Sonja und Nataschas Patin verhindert, Nataschas Verlobung mit Andrej ist damit jedoch aufgelöst.-
- 1812 findet Napoleons Russlandfeldzug statt, und Andrej zieht erneut unter Kutusow in den Krieg. In der Schlacht bei Borodino wird er aufgrund eines sinnlosen Mutbeweises schwer verwundet. Pierre erlebt die Schlacht mit all ihren Schrecken als scheinbar „neutraler Zuschauer“. Obwohl Russland die Hälfte seiner Armee verliert und diese sich weiter zurückzieht, wird „Borodino“ als moralischer Sieg der Russen gefeiert.
- Währenddessen stirbt Andrejs Vater auf seinem Landgut, und Marja sieht sich hilflos einer Gruppe wütender Bauern einerseits und der französischen Armee andererseits ausgeliefert. Der zufällig mit einem Kameraden vorbeikommende Nikolaj Rostow, Nataschas Bruder, befreit sie aus dieser unangenehmen Lage, und sie verlieben sich in einander.
- Kutusow überlässt Moskau gegen den Willen einzelner seiner Generäle kampflos den Franzosen, die es undiszipliniert plündern, sodass an den verschiedensten Stellen Brände entstehen, die nicht mehr gelöscht werden. Natascha Rostowa, die seit der Annullierung der Verlobung psychisch krank gewesen war, überredet ihre Mutter, statt Wertgegenständen lieber Verwundete zu retten, kümmert sich um die verletzten Soldaten und überwindet so ihren Kummer. Dabei spielt auch eine Rolle, dass sie Andrej unter den Verletzten findet. Dieser verzeiht ihr kurz vor seinem Tod.-
- Pierre verhält sich im besetzten Moskau ziemlich verwirrt. Zeitweise plant er, Napoleon zu ermorden, befreundet sich dann aber mit einem französischen Offizier, rettet ein Kind aus einem brennenden Haus und beschützt eine junge Frau gegen einen marodierenden Soldaten. Schließlich wird er von den französischen Besatzern willkürlich der Spionage bezichtigt; er entgeht nur knapp der Erschießung und wird als Kriegsgefangener von den Franzosen mitgeführt, als diese aus Moskau abziehen. In der Gefangenschaft freundet er sich mit seinem Mitgefangenen Platon Karatajew an, einem einfachen Soldaten bäuerlicher Herkunft. Durch diese Freundschaft kann Pierre neuen Mut schöpfen und endlich Frieden mit dem Leben schließen - der naive, bauernschlaue Karatajew ist mit seinen "natürlichen" Ansichten ein rousseauscher Gegenpol zum sonst im Roman vorherrschenden Adel. Pierre wird nach tagelangen Märschen von den Russen befreit und trifft in Moskau, welches wieder aufgebaut wird, auf Natascha, für die er seit der ersten Begegnung liebevolle Gefühle hegt und um deren Hand er nun anhält. Auch Nikolaj und Marja heiraten; er bezahlt mit ihrer beträchtlichen Mitgift auch die Schulden seiner Familie.-
- In einem Epilog wird die Situation von Pierre und Natascha sowie Marja und Nikolaj im Jahr 1819 geschildert: Unzufrieden mit der politischen Situation beschließen Pierre und einige Freunde einen Aufstand; auch Andrejs Sohn Nikolaj will sich ihnen anschließen. Damit kommt Tolstoi auf sein ursprüngliches Sujet zurück.
[Bearbeiten] Rezeption
[Bearbeiten] Oper
Auf den 1938 ergangenen Vorschlag von Erwin Piscator hin komponierte der russische Komponist Sergei Prokofiew in den vierziger Jahren die Oper Krieg und Frieden, welche 1955 im damaligen Leningrad uraufgeführt wurde. Das gleiche Werk wurde 1973 als erste Oper im neu eröffneten, für seine Architektur berühmten Opernhaus im australischen Sydney aufgeführt.
[Bearbeiten] Verfilmungen/filmische Adaptionen
- Krieg und Frieden (1956), ein amerikanischer Film mit King Vidor (Regie), Audrey Hepburn (Natáscha), Henry Fonda (Pierre, s.u.) und Mel Ferrer (Andrej): Die Darstellung der Natáscha durch Audrey Hepburn wurde allgemein gelobt, während die Besetzung der Rolle des jungen Pierre Besúchow (der als „Zuschauer“ unmittelbar in die Schlacht von Borodino, den Brand Moskaus und den Rückzug Napoleons hineingerät) durch Henry Fonda teilweise kritisch gesehen wurde. Das obligate Liebespaar wurde in diesem Film durch Audrey Hepburn und Mel Ferrer repräsentiert. An der Kinokasse hatte das Monumentalwerk wenig Erfolg und erhielt, obwohl es für Kostüme, Kamera und Regie nominiert war, keine Oscars.[1]
- Krieg und Frieden (1968), sowjetische Verfilmung desselben Stoffes unter der Regie von Sergei Bondartschuk – die bis heute in Bezug auf Kosten, Material und Statisten aufwändigste Verfilmung des Stoffes.
- Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (Originaltitel: Love and death) aus dem Jahr 1975, eine satirische Verfremdung des Romans Krieg und Frieden von und mit Woody Allen.
- Krieg und Frieden als englische Fernsehserie (Time Life Films London, 1972) in zwanzig Folgen, lief Anfang der 1970er Jahre in der ARD. Die Rolle des Pierre Besuchow spielte Anthony Hopkins. Regie führte John Davies.
- Krieg und Frieden (2007), vierteilige europäische Filmproduktion. Regie: Robert Dornhelm.
[Bearbeiten] Hörspiel
- Krieg und Frieden (1965), Hörspiel des Westdeutschen Rundfunks. Mit Walter Andreas Schwarz, Gustel Halenke, Heinz Bennent, u.a. Regie: Gert Westphal. ISBN 978-3-491-91203-8.
- Krieg und Frieden (1967), Hörspiel des Rundfunks der DDR. Hörspielbearbeitung: Wolfgang Beck und Peter Goslicki; Übersetzung: Werner Bergengruen; Regie: Werner Grunow.
- Krieg und Frieden (2009), Hörspiel des Rundfunk Berlin-Brandenburg. Mit Ulrich Noethen. Regie: Ralph Schäfer. ISBN 978-3-89813-822-2.
[Bearbeiten] Hauptpersonen
Die folgende Tabelle der Hauptpersonen in Tolstois Krieg und Frieden[2] ist in der ersten Spalte nach der Familie geordnet, so dass die zugehörigen Personen einer Familie beieinander stehen. Die Tabelle kann durch Klicken auf eines der Doppelpfeilsymbole in der Überschrift nach jeweils einer Spalte umsortiert werden.
In der Spalte Verwandtschaft / Charakteristik werden Verwandtschaftsverhältnisse durch Bezug auf Familiennamen und Nummer in der Spalte Familie dargestellt. So bedeutet z. B. „Nichte von Besúchow 1“: Nichte von Graf Peter Kiríllowitsch Besúchow, der als Besúchow 1 in der Spalte Familie eingeordnet ist.
Außer bei deutschen Namensformen wird die Betonung durch einen Akzent (´) über dem betonten Vokal angegeben.
Beim Vatersnamen sind die Endungen –owitsch/-ewitsch, -itsch und –ytsch gleichbedeutend, z. B Iwánowitsch, Iwánitsch, Iwánytsch.
| Familie | Titel | Vorname | Vatersname | Familienname | Rufname | Verwandtschaft / Charakteristik |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bagratión | Fürst | Pjotr | Iwanowitsch | Bagratión | Armeekommandeur | |
| Baláschew | Baláschew | Generaladjutant des Zaren | ||||
| Berg | Alfons | Kárlytsch | Berg | Adolf | Offizier deutscher Herkunft | |
| Besúchow 1 | Graf | Kiríll | Wladímirowitsch | Besúchow | ||
| Besúchow 2 | Graf | Peter, Pjotr | Kiríllowitsch | Besúchow | Pierre | unehelicher Sohn von Besúchow 1 |
| Besúchow 3 | Gräfin | Helene | Wassíljewna | Besúchowa geb. Kurágina | Lola | 1. Frau von Besúchow 2 |
| Besúchow 4 | Gräfin | Natalie | Iljinitschna | Besúchowa geb. Rostówa | Natáscha | 2. Frau von Besúchow 2 |
| Besúchow 5 | Prinzessin | Katharina | Semjónowna | Mamontowa | Catíche | Nichte von Besúchow 1 |
| Besúchow 6 | Prinzessin | Olga | Mamontowa | Nichte von Besúchow 2 | ||
| Besúchow 7 | Prinzessin | Sophie | Mamontowa | Nichte von Besúchow 3 | ||
| Besúchow 8 | Ósip, Òssip | Alexéjewitsch | Basdjéjew | Jósif, Jóssif | bedeutender Freimaurer | |
| Bilíbin | Bilíbin | Diplomat | ||||
| Bolkónski 1 | Fürst | Nikolái | Andréjewitsch | Bolkónski | „der alte Fürst“ | |
| Bolkónski 2 | Fürst | Andréj | Nikolájewitsch | Bolkónski | Andrúscha, André | Sohn von Bolkónski 1 |
| Bolkónski 3 | Prinzessin | Márja | Nikolájewna | Bolkonskaja verh. Rostów | Marie, Máscha | Tochter von Bolkónski 1 |
| Bolkónski 4 | Fürstin | Elisabeth, Lisaweta | Kárlowna | Bolkonskaja geb. Meinen | Lisa, Lise | Frau von Bolkónski 2, „die kleine Fürstin“ |
| Bolkónski 5 | Fürst | Nikolái | Andréjewitsch | Bolkónski | Nikóluschka, Nikólenka | Sohn von Bolkónski 2 |
| Bolkónski 6 | Mademoiselle | Amalia | Jewgénjewna | Bouriénne | Amélie | Gesellschafterin von Bolkónski 3 |
| Bolkónski 7 | Tíchon | Kammerdiener bei Bolkónski 1 | ||||
| Bolkónski 8 | Jákow | Alpátytsch | Verwalter bei Bolkónskis, = Bolkónski 9 | |||
| Bolkónski 9 | Jakob | Alpátitsch | Verwalter bei Bolkónskis, = Bolkónski 8 | |||
| Davoút | Marschall | Davoút, Herzog von Eggmühl | Vertrauter Napoleons | |||
| Denísow 1 | Wassíli | Dmítrytsch | Denísow, Deníssow | Wáska | Husarenoffizier, Freund von Rostów 03 | |
| Denísow 2 | Lawrénti | Lawrúschka | Bursche von Denísow 1, später von Rostów 03 | |||
| Dólochow 1 | Márja | Iwánowna | Dólochowa | |||
| Dólochow 2 | Fjódor | Iwánowitsch | Dólochow | Fédja | Sohn von Dólochow 1, Offizier und Abenteurer, Zechbruder von Kurágin 4 | |
| Drubezkói 1 | Fürstin | Ánna | Micháilowna | Drubezkája | ||
| Drubezkói 2 | Fürst | Borís | Drubezkói | Bórja, Borenka | Sohn von Drubezkói 1 | |
| Karágin 1 | Fürstin | Márja | Lwówna | Karágina | ||
| Karágin 2 | Júlja | Karágina | Julie | Tochter von Karágin 1 | ||
| Karatájew | Platón | Karatájew | ein kriegsgefangener Bauer | |||
| Kurágin 1 | Fürst | Wassíli | Sergéjewitsch | Kurágin | Basile | |
| Kurágin 2 | Fürstin | Alína | Kurágina | Aline | Frau von Kurágin 1 | |
| Kurágin 3 | Fürst | Ippolít | Wassíljewitsch | Kurágin | ältester Sohn von Kurágin 1 | |
| Kurágin 4 | Fürst | Anatól | Wassíljewitsch | Kurágin | jüngster Sohn von Kurágin 1 | |
| Kurágin 5 | Prinzessin | Helene | Wassíljewna | Kurágina verh. Besúchowa | Lola | Tochter von Kurágin 1 |
| Kutúsow | General | Micháil | Illariónowitsch | Kutúsow | Oberkommandierender der Armee | |
| Napoleon | Kaiser | Napoleon I. | Bonaparte | |||
| Rostoptschín | Graf | Rostoptschín | Gouverneur von Moskau | |||
| Rostów 01 | Graf | Iljá | Andréjewitsch | Rostów | Elie | „der alte Graf“ |
| Rostów 02 | Gräfin | Natalie | Rostówa geb. Schinschina | Frau von Rostów 01, „die alte Gräfin“ | ||
| Rostów 03 | Graf | Nikolái | Iljítsch | Rostów | Nikólenka, Nicolas, Nikóluschka, Kolja, Koko | ältester Sohn von Rostów 01 |
| Rostów 04 | Graf | Peter, Pjotr | Iljítsch | Rostów | Pétja | jüngster Sohn von Rostów 01 |
| Rostów 05 | Vera | Iljínitschna | Rostówa | älteste Tochter von Rostów 01 | ||
| Rostów 06 | Natalie | Iljínitschna | Rostówa verh.Besúchowa | Natáscha | jüngste Tochter von Rostów 01 | |
| Rostów 07 | Gräfin | Márja | Nikolájewna | Rostów geb. Bolkonskaja | Marie, Máscha | Tochter von Bolkónski 1 |
| Rostów 08 | Sófja | Alexándrowna | Sónja | Nichte von Rostów 01 | ||
| Rostów 09 | Márja | Dmítrijewna | Achrosímowa | Verwandte von Rostów 01 | ||
| Rostów 10 | Peter | Nikolájitsch | Schinschin | Cousin von Rostów 02 | ||
| Rostów 11 | Dimítri | Wassíljewitsch | Mítenka | Verwalter bei Rostóws | ||
| Sachárytsch | Dron | Sachárytsch | Drónuschka | |||
| Timóchin | Timóchin | Infanterieoffizier | ||||
| Túschin | Túschin | Kavallerieoffizier | ||||
| Zar 1 | Zar | Alexander I. | Páwlowitsch | Zar 1801–1825 | ||
| Zar 2 | Großfürst | Kónstantin | Páwlowitsch | Bruder von Zar 1 | ||
| Zar 3 | Zarinmutter | Maria | Feódorowna | Mutter von Zar 1 | ||
| Zar 4 | Ánna | Páwlowna | Scherer | Anette | Hofdame von Zar 3 |
[Bearbeiten] Ausgaben
Die Tabelle enthält die Erstausgaben der wichtigsten deutschen Übersetzungen. Abweichend davon werden einige Ausgaben mit Besonderheiten bzw. Onlineversionen ebenfalls aufgeführt.
Die Angabe der ISBN erfolgt beispielhaft. Alle Übersetzungen sind in mehreren Ausgaben erhältlich. Bei der Behandlung der französischen Textstellen verwenden die Übersetzer unterschiedliche Verfahren:
- Eindeutschung. Die französischen Textstellen werden auf Deutsch wiedergegeben.
- Originalwiedergabe auf Französisch ohne Übersetzung.
- Originalwiedergabe auf Französisch mit Übersetzung in Fußnoten oder in einem Beiheft..
Die Tabellenangaben in der Spalte Titel beruhen in einigen Fällen auf Autopsie (Bergengruen 1953, Lorenz 1978, Conrad 2010), sonst auf Recherchen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, ersatzweise in anderen Bibliothekskatalogen oder in NN 1958.
Hinweis: Ein „E“ nach dem Jahr steht für „Erstausgabe“.
| Jahr | Übersetzer | Ausgabe | Französische Textstellen |
|---|---|---|---|
| 1885 E | Ernst Strenge | Krieg und Frieden : historischer Roman. Mit Genehmigung des Autors herausgegeben; deutsche Übersetzung von Dr. Ernst Strenge, 4 Bände, Berlin : Verlag von A. Deubner, 1885–1886.[3] | |
| 1892 | Ernst Strenge | Krieg und Frieden : historischer Roman. Mit Genehmigung des Autors herausgegeben; deutsche Übersetzung von Ernst Strenge, 2 Bände, 3. Auflage, Leipzig : Reclam, [1892].[4] | |
| 1892 E | Claire von Glümer Raphael Löwenfeld |
Krieg und Frieden. [Übersetzung von Claire von Glümer und Raphael Löwenfeld]. In: Leo N. Tolstoi’s Gesammelte Werke, Band 5-8, Berlin : Wilhelmi, 1891–1892. | |
| 1893 E | L. Albert Hauff (1838–1904) |
Krieg und Frieden. Mit Genehmigung des Verfassers aus dem Russischen übersetzt von L. Albert Hauff, Berlin : O. Janke, 1893 Onlineversion im Projekt Gutenberg |
Eingedeutscht. |
| 1915 E | Hermann Röhl (1851–1923) |
Krieg und Frieden : ein Roman in fünfzehn Teilen mit einem Epilog [Übertragen von Hermann Röhl], 3 Bände, Leipzig : Insel-Verlag, [1915 oder 1916], ISBN 978-3-7466-2405-1. | Eingedeutscht. |
| 1921 | Hermann Röhl (1851–1923) |
Krieg und Frieden : ein Roman in fünfzehn Teilen mit einem Epilog [Übertragen von Hermann Röhl]. In: Tolstois Meisterromane, Band 4-7, Leipzig : Insel-Verlag, 1921. Onlineversion auf Zeno.org.[5] |
Eingedeutscht. |
| 1924 E | Erich Boehme (1879–1945) |
Krieg und Frieden : Roman [Übertragen von Erich Boehme]. In: Leo N. Tolstoj: Gesamtausgabe in 14 Bänden, Band 2-5,[6] Berlin : I. Ladyschnikow, [1924]. | |
| 1925 | Claire von Glümer Raphael Löwenfeld Ludwig Berndl |
Krieg und Frieden. [Übertragen von Claire von Glümer; Raphael Löwenfeld. Neu durchgesehen von Ludwig Berndl]. In: Lev N. Tolstoj: Dichterische Schriften, Band 7-10, Jena : Diederichs, 1925. | |
| 1925 E | Erich Müller | Krieg und Frieden : Ein Roman [Deutsch von Erich Müller], 4 Bände, Berlin : Bruno Cassirer, 1925. | |
| 1925 E | Michael Grusemann (1877 – nach 1920) |
Krieg und Frieden : Roman in 4 Bänden [Deutsche Übertragung und Nachwort von Michael Grusemann], Berlin : Wegweiser-Verlag, 1925 oder 1926. | Original, ohne Übersetzung. |
| 1926 E | Marianne Kegel | Krieg und Frieden : Roman in 15 Teilen mit einem Epilog [Epilog von Karl Quenzel. Aus dem Russischen übersetzt von Marianne Kegel, 3 Bände, Leipzig : Hesse & Becker Verlag, [1926]. | |
| 1928 E | Julius Paulsen Reinhold von Walter (1882-1965 ) Harald Torp |
Krieg und Frieden : Roman in vier Banden. Übersetzt von Julius Paulsen, Reinhold von Walter und Harald Torp, Hamburg : Gutenberg Verlag, [1928]. | |
| 1942 E | Otto Wyss W. Hoegner |
Krieg und Frieden [Aus dem Russischen übertragen von Otto Wyss und teilweise von W. Hoegner] , 2 Bände, Zürich : Büchergilde Gutenberg, [1942]. | |
| 1953 E | Werner Bergengruen (1892–1964) |
Krieg und Frieden : Roman. Vollständige ungekürzte Ausgabe in einem Band in der Übersetzung von Werner Bergengruen, München : Paul List Verlag, 1953, ISBN 978-3-423-13071-4. | Original, Übersetzung in Seitenfußnoten. |
| 1954 E | Werner Bergengruen (1892–1964) Ellen Zunk |
Krieg und Frieden : Roman. Übersetzt von Werner Bergengruen, Teil 2 des Epilogs von Ellen Zunk übertragen, Berlin : Rütten & Loening, 1954. | |
| 1956 | Marianne Kegel | Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen übertragen von Marianne Kegel, München : Winkler, 1956, ISBN 978-3-491-96054-1. | Original, ohne Übersetzung. |
| 1965 | Erich Müller | Krieg und Frieden : Roman [Übersetzt von Erich Müller. Mit einem Essay von Stefan Zweig], 2 Bände, Gütersloh : Bertelsmann Lesering, 1925. | |
| 1970 | Werner Bergengruen (1892–1964) |
Krieg und Frieden. Nachwort von Heinrich Böll. [Aus dem Russischen ins Deutsche übertragen von Werner Bergengruen], 2 Bände, München : List, 1970. | Eingedeutscht. |
| 1978 E | Hertha Lorenz (* 1916) |
Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen übertragen und zeitgemäß bearbeitet von Hertha Lorenz, Klagenfurt : Kaiser, 1978. ISBN 978-3-7043-2120-6. | Eingedeutscht. |
| 2002 | Marianne Kegel | Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen von Marianne Kegel [mit Personentafel, Zeittafel, Literaturhinweisen, Nachwort und Anmerkungen von Barbara Conrad] , Düsseldorf : Patmos / Albatros, 2002, ISBN 3-491-96054-1. Onlineversion auf Scribd.com. |
Original, ohne Übersetzung. |
| 2003 E | Dorothea Trottenberg (* 1957) |
Krieg und Frieden. Die Urfassung. Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Mit einem Nachwort von Thomas Grob, Frankfurt am Main : Eichborn, 2003. ISBN 978-3-8218-0702-7. | |
| 2010 E | Barbara Conrad (* 1937) |
Krieg und Frieden. Übersetzt und kommentiert von Barbara Conrad, 2 Bände, München : Hanser, 2010, ISBN 978-3-446-23575-5. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2011 für die Übersetzung. |
Original, Übersetzung in Seitenfußnoten. |
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Hauptpersonen
- (Cord): Übersicht der wichtigsten Familien und Personen [2] .
- Principal Characters. In: Leo Tolstoy: War and Peace, translated from the Russian by Richard Pevear and Larissa Volokhonsky, New York 2007, Seite xii-xiii [3].
- Principal characters in War and Peace, englische Wikipedia.
- List of War and Peace characters, englische Wikipedia.
- Война и мир#Центральные персонажи книги и их прототипы (Krieg und Frieden, Hauptfiguren des Buches und ihre Vorbilder), russische Wikipedia.
- Список персонажей романа «Война и мир» (Liste der Charaktere in dem Roman «Krieg und Frieden»), russische Wikipedia.
[Bearbeiten] Rezensionen
- (Jay): Krieg und Frieden [Leseerfahrungen], Blog vom 20. November 2010 [4].
Das Blog geht auf die Behandlung der französischen Textstellen in den Übersetzungen von L. Albert Hauff, Marianne Kegel und Barbara Conrad ein. - Lothar Müller: Eh bien, mon prince. Ein großer Wurf, aber doch nur eine Vorstufe [Rezension der Übersetzung von Dorothea Trottenberg. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. November 2003 [5].
- Ulrich M. Schmid: [Rezension der Übersetzung von Barbara Conrad. In: Neue Zürcher Zeitung vom 4. Oktober 2010 [6].
- Wolfgang Schneider: Meisterlich übersetzt [Rezension der Übersetzung von Barbara Conrad. In: Deutschlandradio Kultur vom 19. November 2010 [7].
[Bearbeiten] Nachweise
- NN: L. N. Tolstoj : Bibliographie der Erstausgaben deutschsprachiger Übersetzungen und der seit 1945 in Deutschland, Österreich und der Schweiz in deutscher Sprache erschienenen Werke / mit einem einleitenden Artikel von Anna Seghers, Leipzig 1958.
- Léon Tolstoï: La guerre et la paix : roman historique, traduit par une Russe,[7] Paris : Hachette 1879.
- Wladimir Tolstoi im Leipziger Haus des Buches. Mai 2010., Online 2010 [8].
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Darstellung auf www.moviemaster.de
- ↑ Benutzte Quellen für die Tabelle der Hauptpersonen, siehe hier.
- ↑ Zur ersten deutschen Übersetzung durch Ernst Strenge, den ehemaligen Hauslehrer von Tolstois Kindern, heißt es in einem Tolstoi-Jahr zu einer Veranstaltung aus Anlass des Tolstoi-Jahres 2010: „Wahrscheinlich lag der Übersetzung jedoch nicht das Original zugrunde, sondern der besagte französische Text der Paskjewitsch. Auch die Übersetzung Strenges enthielt „nichts Überflüssiges“: keine philosophischen, militärstrategischen, oder auch nur in irgendeiner Weise theoretischen Exkurse des Schriftstellers.“ Die russische Fürstin Irina Paskjewitsch (1832–1928) hatte 1879 eine französische Übersetzung von Krieg und Frieden herausgebracht.
- ↑ Veröffentlicht in der populären Reihe von Reclams „Universal-Bibliothek“.
- ↑ Die Quellenangaben von Zeno.org („Tolstoj, Lev Nikolaevic: Krieg und Frieden. 4 Bde., Leipzig 1922“) reichen nicht aus, um die Online-Version von Zeno.org eindeutig zu identifizieren. Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek enthält nur einen Eintrag für eine vierbändige Ausgabe, die in Leipzig um das Jahr 1922 verlegt wurde, die Übersetzung von Hermann Röhl von 1921 ([1]). Es ist daher anzunehmen, dass die Online-Version von Zeno.org mit dieser Übersetzung übereinstimmt.
- ↑ Laut NN 1958, Seite 35.
- ↑ Übersetzung: „Krieg und Frieden : historischer Roman, übersetzt von einer Russin“. Die Übersetzerin war die Fürstin Irina Paskjewitsch.
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Autobiografie: Kindheit | Knabenjahre | Jünglingsjahre
Philosophische Schriften: Kritik der dogmatischen Religion | Meine Beichte | Worin mein Glaube besteht | Das Himmelreich in euch | Was ist Kunst? | Gegen die moderne Kunst | Über Erziehung und Bildung | Wovon die Menschen leben
Dramen: Die Macht der Finsternis | Der Teufel | Der lebende Leichnam | Und das Licht erscheint in der Finsternis (unvollendet)
Erzählungen und Kurzgeschichten: Sewastopol | Der Schneesturm | Der Morgen eines Gutsbesitzers | Luzern | Drei Tode | Polikuschka | Ivan der Narr und seine Brüder | Der Leinwandmesser | Die beiden Alten | Volkserzählungen | Russische Bauern | Das Leben | Grausame Vergnügungen | Herr und Knecht | Vater Sergius | Krieg und Revolution | Für alle Tage | Das große Verbrechen