Krieg und Frieden

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Dieser Artikel behandelt den Roman von Leo Tolstoi. Zu weiteren Bedeutungen siehe Krieg und Frieden (Begriffsklärung).
Krieg und Frieden, Band I, Kapitel 5

Krieg und Frieden (russisch Война и мир, deutsche Transkription Woina i mir, Transliteration Vojna i mir, Aussprache [vʌj.'na ɪ.'mir]) ist ein vierteiliger historischer Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi. Er erschien zuerst 1868/69 in Moskau und gilt als eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Das Buch wurde mehrfach verfilmt.

Zu Inhalt und Bedeutung des Romans[Bearbeiten]

Tolstois Notizen zum 9. Entwurf von Krieg und Frieden, 1864

Der Roman wurde weltberühmt, weil er wie unter einem Brennglas die Zeit von 1805 bis 1812 aus russischer Sicht in einzigartiger Geschlossenheit darstellt. Es wird fast ausschließlich aus der Perspektive einzelner russischer Adliger erzählt, die sich wechselseitig beeinflussen. Es werden Schlachten (beispielsweise die Schlacht bei Austerlitz oder die Schlacht von Borodino) beschrieben, wichtige historische Begebenheiten wie der Brand Moskaus im Jahr 1812, aber auch Teestunden, Bälle, Jagden, Konferenzen und Volksaufläufe. Dabei nimmt der Verfasser weitgehend eine allgemeine Position ein, aus der er auch historische oder militärtheoretische Überlegungen anstellt. Viele Szenen, hauptsächlich die Diskussionen und Gespräche innerhalb der Adels- und Regierungskreise in St. Petersburg, sind auf Französisch geschrieben, der damals im russischen Adel vorherrschenden Sprache. Tolstoi zeichnete ein detailgetreues Abbild des russischen Adels, an den sich der Roman auch richtete, wobei er einige Figuren des Romans nach real existierenden Personen zeichnete, beispielsweise Fürst Kutusow oder die Adelsfamilie Wolkonski, die er im Roman Bolkonski nennt.

Ursprüngliche Absicht Tolstois war es, einen Roman über den Dekabristenaufstand zu schreiben. Im Zuge seiner Recherchen über die Familien der Dekabristen konzentrierte er sich immer mehr auf die Napoleonischen Kriege, sodass der Aufstand nur noch im Epilog angedeutet wird. Auch Tolstois eigene Familiengeschichte, philosophische und geschichtswissenschaftliche Überlegungen und historische Anekdoten sind in das Werk mit eingebunden. Der Roman betrifft indirekt auch gesellschaftliche Probleme, zum Beispiel die Gegensätze zwischen Adel und Geldadel, zwischen ehelicher und unehelicher Geburt etc.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung spielt der Titel des russischen Originals nicht mit der jetzigen Doppelbedeutung des russischen Wortes мир. Zur Zeit der Drucklegung des Buches wurde zwischen den Wörtern мiръ (Welt, Gemeinde, Gesellschaft; mit i geschrieben) und миръ (Frieden; mit и geschrieben) unterschieden, obwohl die Aussprache gleich war; in der Erstveröffentlichung wurde explizit миръ benutzt. Tolstoi selbst hatte sein Werk in einem ersten Entwurf zwar Krieg und die Gesellschaft genannt, diesen Titel jedoch rasch verworfen. Fest steht auch, dass Tolstoi selbst den Titel als La guerre et la paix ins Französische übersetzte.

Handlung[Bearbeiten]

Natascha Rostova von Elisabeth Bohm

In Krieg und Frieden gibt es zahlreiche Handlungsstränge und rund 250 Personen, auf die näher eingegangen wird. Der Roman spielt zwischen 1805, dem Beginn des dritten Koalitionskrieges gegen Frankreich, und 1812, dem Jahr, in dem Napoleons Russlandfeldzug scheiterte. In diesem Umfeld gibt es zwei Hauptpersonen, den Fürsten Andrej Nikolajewitsch Bolkónski und Pierre, den späteren Grafen Peter Besúchow, die im Laufe des Romans nach dem Sinn des Lebens und nach ihrer Bestimmung suchen.

  • Der Roman beginnt im Adels- und Diplomatenmilieu von St. Petersburg. Pierre kommt als Anhänger Napoleons aus Paris dorthin zurück; sein wohlhabender Vater hatte ihn in Frankreich erziehen lassen. Jetzt liegt er im Sterben und wünscht sich, Pierre – seinen unehelichen Sohn – noch einmal zu sehen. Pierre tritt in der Petersburger Gesellschaft zunächst sehr naiv auf, weshalb er bald nur noch belächelt wird. Er verkehrt mit adeligen Lebemännern, wird wegen eines Streiches nach Moskau verwiesen und kann sich dort in der Gesellschaft etablieren. Hier trifft er auch wieder mit Andrej zusammen, der sich von seiner schwangeren Frau Lisa genervt fühlt und sich durch den adeligen Klatsch und Tratsch in seiner Freiheit eingeengt sieht, weshalb er in den Krieg gegen Frankreich ziehen will. Für die Zeit des Krieges schickt er seine Frau zu seinem pedantischen Vater aufs Land, der wegen seiner eisernen Disziplin und seines Agnostizismus auch „preußischer König“ genannt wird. Bei ihm lebt auch Andrejs unverheiratete, sehr religiöse und gutmütige Schwester Marja.
  • Währenddessen stirbt Pierres Vater, der den Zaren gebeten hat, seinen Reichtum Pierre vererben zu dürfen, sodass dieser, ohne sich allzu sehr in die Intrigen seiner geldgierigen Verwandtschaft einmischen zu müssen, ein beträchtliches Vermögen erhält. Auf dieser Grundlage kann er seine Berufswahl weiter aufschieben. Allerdings wird er nun noch mehr als zuvor von zweifelhaften "Freunden" ausgenutzt, allen voran dem Fürsten Kuragin, dem Vater seines Trinkfreundes Anatol. Kuragin lanciert Pierre schließlich in eine Ehe mit seiner schönen, aber wenig liebevollen Tochter Hélène Kuragina.
  • In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz tritt der Oberbefehlshaber der Armee, Fürst Kutusow, der bei Tolstoi idealisierte Züge trägt, das erste Mal auf. Seine Generäle führen stundenlange Debatten über mögliche Änderungen am Schlachtplan, bis er kurz nach Mitternacht aufsteht und meint, am wichtigsten für eine erfolgreiche Schlacht seien das Schicksal und guter Schlaf, weshalb er sich jetzt zu Bett begeben werde. Am Morgen der Schlacht will Kutusow sich Zeit lassen, die Armeen versammeln und gelassen abwarten, was passiert. Der ehrgeizige Zar befiehlt jedoch gegen den Rat Kutusows den Angriff, und die russischen Truppen werden aufgerieben. Fürst Andrej wird schwer verletzt und bereitet sich am Boden liegend und beim Anblick des ihm unendlich und wunderschön erscheinenden Himmels auf den Tod vor, wird jedoch nur ohnmächtig und von Napoleon persönlich begnadigt.
  • Pierre nimmt seinen Jugendfreund Dolochow bei sich auf, der bald darauf ein Verhältnis mit Hélène eingeht. Angetrunken fordert Pierre Dolochow zu einem Duell heraus, obwohl er noch nie mit einer Pistole geschossen hat, und bekommt den Ablauf erst unmittelbar vor dem Duell mitgeteilt. Er schießt Dolochow an, tötet ihn jedoch nicht. Im Glauben zu sterben bekennt Dolochow, dass er bei seiner Mutter und seiner Schwester den Ruf des lieben, ruhigen Sohnes hat, und verliert damit seine Fassade als draufgängerischer Säufer. Hélène wirft Pierre vor, er habe Dolochow nur erschießen wollen, weil er merkte, dass jener ein viel besserer Liebhaber sei. Pierre verlangt daraufhin die Annullierung der Ehe, wozu seine Frau aber nur unter hohen Geldzahlungen bereit wäre. Er trennt sich von ihr und verlässt selbst die Stadt. Pierre wird jetzt Freimaurer und engagiert sich eine Weile im Logenwesen, kann aber auch dort keine befriedigende Antwort auf seine Lebensfragen finden.
  • Während Andrejs Familie von dessen Tod ausgeht, bereitet sich seine Frau auf die Geburt seines Kindes vor. Im Augenblick der letzten Wehen kommt der tot geglaubte Andrej zurück und muss sie im Kindbett sterben sehen. Der gemeinsame Sohn überlebt und wird auf den Namen Nikolaj getauft. Andrej lebt dann vorerst auf den Gütern seines Vaters und lernt die Tochter des Adelsmarschalls, Natascha Rostowa, kennen. 1807 wird der Frieden von Tilsit geschlossen. Im Hause Jogel findet ein Ball statt, auf dem Natascha Rostowa als Vierzehnjährige tanzt. Am Silvester 1809 besucht sie, jetzt 16 Jahre alt, den Kaiserball in Petersburg und tanzt dort erstmalig mit dem Fürsten Andrej Bolkonskij. Dieser hält wenige Wochen später um Nataschas Hand an, doch hat er von seinem Vater die Auflage bekommen, dass er und Natascha ein Jahr lang Kontakt halten müssen, bevor sie sich öffentlich verloben dürfen. In dieser Zeit ist Natascha de facto ungebunden und Andrej stellt ihr frei, die Verlobung jederzeit zu lösen. Nach einigen Monaten lässt sie sich von Anatol Kuragin zu einer Entführung mit gemeinsamer Flucht überreden, deren Ziel ihre Heirat ist. Die geplante Affäre wird zwar im letzten Augenblick von Sonja und Nataschas Patin verhindert, Nataschas Verlobung mit Andrej ist damit jedoch aufgelöst.
  • 1812 findet Napoleons Russlandfeldzug statt, und Andrej zieht erneut unter Kutusow in den Krieg. In der Schlacht bei Borodino wird er aufgrund eines sinnlosen Mutbeweises schwer verwundet. Pierre erlebt die Schlacht mit all ihren Schrecken als scheinbar „neutraler Zuschauer“. Obwohl Russland die Hälfte seiner Armee verliert und diese sich weiter zurückzieht, wird „Borodino“ als moralischer Sieg der Russen gefeiert.
  • Währenddessen stirbt Andrejs Vater auf seinem Landgut, und Marja sieht sich hilflos einer Gruppe wütender Bauern einerseits und der französischen Armee andererseits ausgeliefert. Der zufällig mit einem Kameraden vorbeikommende Nikolaj Rostow, Nataschas Bruder, befreit sie aus dieser unangenehmen Lage, und sie verlieben sich ineinander.
  • Kutusow überlässt Moskau gegen den Willen einzelner seiner Generäle kampflos den Franzosen, die es undiszipliniert plündern, sodass an den verschiedensten Stellen Brände entstehen, die nicht mehr gelöscht werden. Natascha Rostowa, die seit der Annullierung der Verlobung psychisch krank gewesen war, überredet ihre Mutter, statt Wertgegenständen lieber Verwundete zu retten, kümmert sich um die verletzten Soldaten und überwindet so ihren Kummer. Dabei spielt auch eine Rolle, dass sie Andrej unter den Verletzten findet. Dieser verzeiht ihr kurz vor seinem Tod.
  • Pierre verhält sich im besetzten Moskau ziemlich verwirrt. Zeitweise plant er, Napoleon zu ermorden, befreundet sich dann aber mit einem französischen Offizier, rettet ein Kind aus einem brennenden Haus und beschützt eine junge Frau gegen einen marodierenden Soldaten. Schließlich wird er von den französischen Besatzern der Brandstiftung, dann willkürlich gar der Spionage bezichtigt; er entgeht nur knapp der Erschießung und wird als Kriegsgefangener von den Franzosen mitgeführt, als diese aus Moskau abziehen. In der Gefangenschaft freundet er sich mit seinem Mitgefangenen Platon Karatajew an, einem einfachen Soldaten bäuerlicher Herkunft. Durch diese Freundschaft kann Pierre neuen Mut schöpfen und endlich Frieden mit dem Leben schließen – der naive, bauernschlaue Karatajew ist mit seinen "natürlichen" Ansichten ein rousseauscher Gegenpol zum sonst im Roman vorherrschenden Adel. Pierre wird nach tagelangen Märschen von den Russen befreit und trifft in Moskau, welches wieder aufgebaut wird, auf Natascha, für die er seit der ersten Begegnung liebevolle Gefühle hegt und um deren Hand er nun anhält. Auch Nikolaj und Marja heiraten; er bezahlt mit ihrer beträchtlichen Mitgift auch die Schulden seiner Familie.
  • In einem Epilog wird die Situation von Pierre und Natascha sowie Marja und Nikolaj im Jahr 1819 geschildert: Unzufrieden mit der politischen Situation beschließen Pierre und einige Freunde einen Aufstand; auch Andrejs Sohn Nikolaj will sich ihnen anschließen. Damit kommt Tolstoi auf sein ursprüngliches Sujet zurück.
Stammbaum für Krieg und Frieden

Rezeption[Bearbeiten]

Krieg und Frieden wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Adaptionen[Bearbeiten]

Oper[Bearbeiten]

Auf den 1938 ergangenen Vorschlag von Erwin Piscator hin komponierte der russische Komponist Sergei Prokofiew in den vierziger Jahren die Oper Krieg und Frieden, welche 1955 im damaligen Leningrad uraufgeführt wurde. Das gleiche Werk wurde 1973 als erste Oper im neu eröffneten, für seine Architektur berühmten Opernhaus im australischen Sydney aufgeführt.

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • Krieg und Frieden (1956), ein amerikanischer Film unter der Regie von King Vidor, mit Audrey Hepburn (Natáscha), Henry Fonda (Pierre, s.u.) und Mel Ferrer (Andrej): Die Darstellung der Natáscha durch Audrey Hepburn wurde allgemein gelobt, während die Besetzung der Rolle des jungen Pierre Besúchow (der als „Zuschauer“ unmittelbar in die Schlacht von Borodino, den Brand Moskaus und den Rückzug Napoleons hineingerät) durch Henry Fonda teilweise kritisch gesehen wurde. Das obligate Liebespaar wurde in diesem Film durch Audrey Hepburn und Mel Ferrer repräsentiert. An der Kinokasse hatte das Monumentalwerk wenig Erfolg und erhielt, obwohl es für Kostüme, Kamera und Regie nominiert war, keine Oscars.[1]
  • Krieg und Frieden (1967), sowjetische Verfilmung desselben Stoffes unter der Regie von Sergei Bondartschuk – die bis heute in Bezug auf Kosten, Material und Statisten aufwändigste Verfilmung des Stoffes. Der Film erhielt, im Gegensatz zur amerikanischen Erstverfilmung, 1969 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
  • Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (Originaltitel: Love and death) aus dem Jahr 1975, eine satirische Verfremdung des Romans Krieg und Frieden von und mit Woody Allen.
  • Krieg und Frieden als englische Fernsehserie (Time Life Films London, 1972) in zwanzig Folgen, lief Anfang der 1970er Jahre in der ARD. Die Rolle des Pierre Besuchow spielte Anthony Hopkins. Regie führte John Davies.
  • Krieg und Frieden (2007), vierteilige europäische Filmproduktion. Regie: Robert Dornhelm.

Hörspiel[Bearbeiten]

Ballett[Bearbeiten]

  • Krieg und Frieden (2008), Ballett von Wang Xinpeng, Idee, Konzept und Szenario von Christian Baier, Musik von Dimitri Schostakowitsch (UA Ballett Dortmund 2008)

Theater[Bearbeiten]

  • Am 4. Dezember 2011 hatte Krieg und Frieden in der Fassung des Wiener Burgtheaters von Amely Joana Haag unter Verwendung der Übersetzung von Werner Bergengruen Premiere.

Hauptpersonen[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle der Hauptpersonen in Tolstois Krieg und Frieden[2] ist in der ersten Spalte nach der Familie geordnet, so dass die zugehörigen Personen einer Familie beieinander stehen. Die Tabelle kann durch Klicken auf Sort both small.svg nach jeweils einer Spalte umsortiert werden.

In der Spalte Verwandtschaft / Charakteristik werden Verwandtschaftsverhältnisse durch Bezug auf Familiennamen und Nummer in der Spalte Familie dargestellt. So bedeutet z. B. „Nichte von Besúchow 1“: Nichte von Graf Peter Kiríllowitsch Besúchow, der als Besúchow 1 in der Spalte Familie eingeordnet ist.

Außer bei deutschen Namensformen wird die Betonung durch einen Akzent (´) über dem betonten Vokal angegeben.

Beim Vatersnamen sind die Endungen –owitsch/-ewitsch, -itsch und –ytsch gleichbedeutend, z. B Iwánowitsch, Iwánitsch, Iwánytsch.

Familie Titel Vorname Vatersname Familienname Rufname Verwandtschaft / Charakteristik
Bagratión Fürst Pjotr Iwanowitsch Bagratión Armeekommandeur
Baláschew Baláschew Generaladjutant des Zaren
Berg Alfons Kárlytsch Berg Adolf Offizier deutscher Herkunft
Besúchow 1 Graf Kiríll Wladímirowitsch Besúchow
Besúchow 2 Graf Peter, Pjotr Kiríllowitsch Besúchow Pierre unehelicher Sohn von Besúchow 1
Besúchow 3 Gräfin Helene Wassíljewna Besúchowa geb. Kurágina Lola 1. Frau von Besúchow 2
Besúchow 4 Gräfin Natalie Iljinitschna Besúchowa geb. Rostówa Natáscha 2. Frau von Besúchow 2
Besúchow 5 Prinzessin Katharina Semjónowna Mamontowa Catíche Nichte von Besúchow 1
Besúchow 6 Prinzessin Olga Mamontowa Nichte von Besúchow 1
Besúchow 7 Prinzessin Sophie Mamontowa Nichte von Besúchow 1
Besúchow 8 Ósip, Òssip Alexéjewitsch Basdjéjew Jósif, Jóssif bedeutender Freimaurer
Bilíbin Bilíbin Diplomat
Bolkónski 1 Fürst Nikolái Andréjewitsch Bolkónski „der alte Fürst“
Bolkónski 2 Fürst Andréj Nikolájewitsch Bolkónski Andrúscha, André Sohn von Bolkónski 1
Bolkónski 3 Prinzessin Márja Nikolájewna Bolkonskaja verh. Rostów Marie, Máscha Tochter von Bolkónski 1
Bolkónski 4 Fürstin Elisabeth, Lisaweta Kárlowna Bolkonskaja geb. Meinen Lisa, Lise Frau von Bolkónski 2, „die kleine Fürstin“
Bolkónski 5 Fürst Nikolái Andréjewitsch Bolkónski Nikóluschka, Nikólenka Sohn von Bolkónski 2
Bolkónski 6 Mademoiselle Amalia Jewgénjewna Bouriénne Amélie Gesellschafterin von Bolkónski 3
Bolkónski 7 Tíchon Kammerdiener bei Bolkónski 1
Bolkónski 8 Jákow Alpátytsch Verwalter bei Bolkónskis, = Bolkónski 9
Bolkónski 9 Jakob Alpátitsch Verwalter bei Bolkónskis, = Bolkónski 8
Davoút Marschall Davoút, Herzog von Eggmühl Vertrauter Napoleons
Denísow 1 Wassíli Dmítrytsch Denísow, Deníssow Wáska Husarenoffizier, Freund von Rostów 03
Denísow 2 Lawrénti Lawrúschka Bursche von Denísow 1, später von Rostów 03
Dólochow 1 Márja Iwánowna Dólochowa
Dólochow 2 Fjódor Iwánowitsch Dólochow Fédja Sohn von Dólochow 1, Offizier und Abenteurer, Zechbruder von Kurágin 4
Drubezkói 1 Fürstin Ánna Micháilowna Drubezkája
Drubezkói 2 Fürst Borís Drubezkói Bórja, Borenka Sohn von Drubezkói 1
Karágin 1 Fürstin Márja Lwówna Karágina
Karágin 2 Júlja Karágina Julie Tochter von Karágin 1
Karatájew Platón Karatájew ein kriegsgefangener Bauer
Kurágin 1 Fürst Wassíli Sergéjewitsch Kurágin Basile
Kurágin 2 Fürstin Alína Kurágina Aline Frau von Kurágin 1
Kurágin 3 Fürst Ippolít Wassíljewitsch Kurágin ältester Sohn von Kurágin 1
Kurágin 4 Fürst Anatól Wassíljewitsch Kurágin jüngster Sohn von Kurágin 1
Kurágin 5 Prinzessin Helene Wassíljewna Kurágina verh. Besúchowa Lola Tochter von Kurágin 1
Kutúsow General Micháil Illariónowitsch Kutúsow Oberkommandierender der Armee
Napoleon Kaiser Napoleon I. Bonaparte
Rostoptschín Graf Rostoptschín Gouverneur von Moskau
Rostów 01 Graf Iljá Andréjewitsch Rostów Elie „der alte Graf“
Rostów 02 Gräfin Natalie Rostówa geb. Schinschina Frau von Rostów 01, „die alte Gräfin“
Rostów 03 Graf Nikolái Iljítsch Rostów Nikólenka, Nicolas, Nikóluschka, Kolja, Koko ältester Sohn von Rostów 01
Rostów 04 Graf Peter, Pjotr Iljítsch Rostów Pétja jüngster Sohn von Rostów 01
Rostów 05 Vera Iljínitschna Rostówa älteste Tochter von Rostów 01
Rostów 06 Natalie Iljínitschna Rostówa verh.Besúchowa Natáscha jüngste Tochter von Rostów 01
Rostów 07 Gräfin Márja Nikolájewna Rostów geb. Bolkonskaja Marie, Máscha Tochter von Bolkónski 1
Rostów 08 Sófja Alexándrowna Sónja Nichte von Rostów 01
Rostów 09 Márja Dmítrijewna Achrosímowa Verwandte von Rostów 01
Rostów 10 Peter Nikolájitsch Schinschin Cousin von Rostów 02
Rostów 11 Dimítri Wassíljewitsch Mítenka Verwalter bei Rostóws
Sachárytsch Dron Sachárytsch Drónuschka
Timóchin Timóchin Infanterieoffizier
Túschin Túschin Artillerieoffizier
Zar 1 Zar Alexander I. Páwlowitsch Romanow Zar 1801–1825
Zar 2 Großfürst Kónstantin Páwlowitsch Romanow Bruder von Zar 1
Zar 3 Zarinmutter Maria Feódorowna Mutter von Zar 1
Zar 4 Ánna Páwlowna Scherer Annette Hofdame von Zar 3

Ausgaben[Bearbeiten]

Die Tabelle enthält die Erstausgaben der wichtigsten deutschen Übersetzungen. Abweichend davon werden einige Ausgaben mit Besonderheiten bzw. Onlineversionen ebenfalls aufgeführt.

Die Angabe der ISBN erfolgt beispielhaft. Alle Übersetzungen sind in mehreren Ausgaben erhältlich. Bei der Behandlung der französischen Textstellen verwenden die Übersetzer unterschiedliche Verfahren:

  • Eindeutschung. Die französischen Textstellen werden auf Deutsch wiedergegeben.
  • Originalwiedergabe auf Französisch ohne Übersetzung.
  • Originalwiedergabe auf Französisch mit Übersetzung in Fußnoten oder in einem Beiheft.

Die Tabellenangaben in der Spalte Titel beruhen in einigen Fällen auf Autopsie (Bergengruen 1953, Lorenz 1978, Conrad 2010), sonst auf Recherchen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, ersatzweise in anderen Bibliothekskatalogen oder in NN 1958.

Hinweis: Ein „E“ nach dem Jahr steht für „Erstausgabe“.

Jahr Übersetzer Ausgabe Französische Textstellen
1885 E Ernst Strenge Krieg und Frieden : historischer Roman. Mit Genehmigung des Autors herausgegeben; deutsche Übersetzung von Dr. Ernst Strenge, 4 Bände, Berlin : Verlag von A. Deubner, 1885–1886.[3]
1892 Ernst Strenge Krieg und Frieden : historischer Roman. Mit Genehmigung des Autors herausgegeben; deutsche Übersetzung von Ernst Strenge, 2 Bände, 3. Auflage, Leipzig : Reclam, [1892].[4]
1892 E Claire von Glümer
Raphael Löwenfeld
Krieg und Frieden. [Übersetzung von Claire von Glümer und Raphael Löwenfeld]. In: Leo N. Tolstoi’s Gesammelte Werke, Band 5-8, Berlin : Wilhelmi, 1891–1892.
1893 E L. Albert Hauff
(1838–1904)
Krieg und Frieden. Mit Genehmigung des Verfassers aus dem Russischen übersetzt von L. Albert Hauff, Berlin : O. Janke, 1893
Onlineversion im Projekt Gutenberg
Eingedeutscht.
1915 E Hermann Röhl
(1851–1923)
Krieg und Frieden : ein Roman in fünfzehn Teilen mit einem Epilog [Übertragen von Hermann Röhl], 3 Bände, Leipzig : Insel-Verlag, [1915 oder 1916], ISBN 978-3-7466-2405-1. Eingedeutscht.
1921 Hermann Röhl
(1851–1923)
Krieg und Frieden: ein Roman in fünfzehn Teilen mit einem Epilog [Übertragen von Hermann Röhl]. In: Tolstois Meisterromane, Band 4-7, Leipzig : Insel-Verlag, 1921.
Onlineversion auf Zeno.org.[5]
Eingedeutscht.
1924 E Erich Boehme
(1879–1945)
Krieg und Frieden : Roman [Übertragen von Erich Boehme]. In: Leo N. Tolstoj: Gesamtausgabe in 14 Bänden, Band 2-5,[6] J. Ladyschnikow Verlag, Berlin [1924].
1925 Claire von Glümer
Raphael Löwenfeld
Ludwig Berndl
Krieg und Frieden. [Übertragen von Claire von Glümer; Raphael Löwenfeld. Neu durchgesehen von Ludwig Berndl]. In: Lev N. Tolstoj: Dichterische Schriften, Band 7-10, Jena : Diederichs, 1925.
1925 E Erich Müller Krieg und Frieden : Ein Roman [Deutsch von Erich Müller], 4 Bände, Berlin : Bruno Cassirer, 1925.
1925 E Michael Grusemann
(1877 – nach 1920)
Krieg und Frieden : Roman in 4 Bänden [Deutsche Übertragung und Nachwort von Michael Grusemann], Berlin : Wegweiser-Verlag, 1925 oder 1926. Original, ohne Übersetzung.
1926 E Marianne Kegel Krieg und Frieden : Roman in 15 Teilen mit einem Epilog von Karl Quenzel. Aus dem Russischen übersetzt von Marianne Kegel, 3 Bände, Leipzig : Hesse & Becker Verlag, [1926].
1928 E Julius Paulsen
Reinhold von Walter
(1882-1965 )
Harald Torp
Krieg und Frieden : Roman in vier Banden. Übersetzt von Julius Paulsen, Reinhold von Walter und Harald Torp, Hamburg : Gutenberg Verlag, [1928].
1942 E Otto Wyss
W. Hoegner
Krieg und Frieden [Aus dem Russischen übertragen von Otto Wyss und teilweise von W. Hoegner] , 2 Bände, Zürich : Büchergilde Gutenberg, [1942].
1953 E Werner Bergengruen
(1892–1964)
Krieg und Frieden : Roman. Vollständige ungekürzte Ausgabe in einem Band in der Übersetzung von Werner Bergengruen, München : Paul List Verlag, 1953, ISBN 978-3-423-13071-4. Original, Übersetzung in Seitenfußnoten.
1954 E Werner Bergengruen
(1892–1964)
Ellen Zunk
Krieg und Frieden : Roman. Übersetzt von Werner Bergengruen, Teil 2 des Epilogs von Ellen Zunk übertragen, Berlin : Rütten & Loening, 1954.
1956 Marianne Kegel Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen übertragen von Marianne Kegel, München : Winkler, 1956, ISBN 978-3-491-96054-1. Original, ohne Übersetzung.
1965 E Werner Bergengruen
(1892–1964)
Ellen Zunk
Krieg und Frieden : Roman. Übersetzt von Werner Bergengruen, Teil 2 des Epilogs von Ellen Zunk übertragen, Berlin : Rütten & Loening, 1965 i.V.m. Paul List Verlag, Leipzig. Original, Übersetzungen und Personenregister in Beiheften
1965 Erich Müller Krieg und Frieden : Roman [Übersetzt von Erich Müller. Mit einem Essay von Stefan Zweig], 2 Bände, Gütersloh : Bertelsmann Lesering, 1925.
1970 Werner Bergengruen
(1892–1964)
Krieg und Frieden. Nachwort von Heinrich Böll. [Aus dem Russischen ins Deutsche übertragen von Werner Bergengruen], 2 Bände, München : List, 1970. Eingedeutscht.
1978 E Hertha Lorenz
(* 1916)
Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen übertragen und zeitgemäß bearbeitet von Hertha Lorenz, Klagenfurt : Kaiser, 1978. ISBN 978-3-7043-2120-6. Eingedeutscht.
2002 Marianne Kegel Krieg und Frieden : Roman. Aus dem Russischen von Marianne Kegel [mit Personentafel, Zeittafel, Literaturhinweisen, Nachwort und Anmerkungen von Barbara Conrad] , Düsseldorf : Patmos / Albatros, 2002, ISBN 3-491-96054-1.
Onlineversion auf Scribd.com.
Original, ohne Übersetzung.
2003 E Dorothea Trottenberg
(* 1957)
Krieg und Frieden. Die Urfassung. Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Mit einem Nachwort von Thomas Grob, Frankfurt am Main : Eichborn, 2003. ISBN 978-3-8218-0702-7.
2010 E Barbara Conrad
(* 1937)
Krieg und Frieden. Übersetzt und kommentiert von Barbara Conrad, 2 Bände, München : Hanser, 2010, ISBN 978-3-446-23575-5.
Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2011 für die Übersetzung.
Original, Übersetzung in Seitenfußnoten.

Literatur[Bearbeiten]

Hauptpersonen[Bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten]

  • (Jay): Krieg und Frieden [Leseerfahrungen], Blog vom 20. November 2010 [3].
    Das Blog geht auf die Behandlung der französischen Textstellen in den Übersetzungen von L. Albert Hauff, Marianne Kegel und Barbara Conrad ein.
  • Lothar Müller: Eh bien, mon prince. Ein großer Wurf, aber doch nur eine Vorstufe Rezension der Übersetzung von Dorothea Trottenberg. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. November 2003 [4].
  • Ulrich M. Schmid: Rezension der Übersetzung von Barbara Conrad. In: Neue Zürcher Zeitung vom 4. Oktober 2010 [5].
  • Wolfgang Schneider: Meisterlich übersetzt (Rezension der Übersetzung von Barbara Conrad). In: Deutschlandradio Kultur vom 19. November 2010 [6].

Nachweise[Bearbeiten]

  • NN: L. N. Tolstoj : Bibliographie der Erstausgaben deutschsprachiger Übersetzungen und der seit 1945 in Deutschland, Österreich und der Schweiz in deutscher Sprache erschienenen Werke / mit einem einleitenden Artikel von Anna Seghers, Leipzig 1958.
  • Léon Tolstoï: La guerre et la paix : roman historique, traduit par une Russe,[7] Paris : Hachette 1879.
  • Wladimir Tolstoi im Leipziger Haus des Buches. Mai 2010., Online 2010 [7].

Aktuelle Ausgaben[Bearbeiten]

Hörbuch
  • Krieg und Frieden Lesung von Ulrich Noethen, Regie: Ralph Schäfer. 4020 Minuten, 54 CDs, Der Audio Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8981-3822-2.
  • Krieg und Frieden, Hörspiel des WDR aus dem Jahr 1965, 486 Minuten, 10 CDs, Patmos, Düsseldorf 2006, ISBN 978-3-491-91203-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: War and Peace – Quellen und Volltexte (englisch)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Darstellung auf www.moviemaster.de
  2. Benutzte Quellen für die Tabelle der Hauptpersonen, siehe hier.
  3. Zur ersten deutschen Übersetzung durch Ernst Strenge, den ehemaligen Hauslehrer von Tolstois Kindern, heißt es in einem Tolstoi-Jahr zu einer Veranstaltung aus Anlass des Tolstoi-Jahres 2010: „Wahrscheinlich lag der Übersetzung jedoch nicht das Original zugrunde, sondern der besagte französische Text der Paskjewitsch. Auch die Übersetzung Strenges enthielt „nichts Überflüssiges“: keine philosophischen, militärstrategischen, oder auch nur in irgendeiner Weise theoretischen Exkurse des Schriftstellers.“ Die russische Fürstin Irina Paskjewitsch (1832–1928) hatte 1879 eine französische Übersetzung von Krieg und Frieden herausgebracht.
  4. Veröffentlicht in der populären Reihe von Reclams „Universal-Bibliothek“.
  5. Die Quellenangaben von Zeno.org („Tolstoj, Lev Nikolaevic: Krieg und Frieden. 4 Bde., Leipzig 1922“) reichen nicht aus, um die Online-Version von Zeno.org eindeutig zu identifizieren. Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek enthält nur einen Eintrag für eine vierbändige Ausgabe, die in Leipzig um das Jahr 1922 verlegt wurde, die Übersetzung von Hermann Röhl von 1921 ([1]). Es ist daher anzunehmen, dass die Online-Version von Zeno.org mit dieser Übersetzung übereinstimmt.
  6. Laut NN 1958, Seite 35.
  7. Übersetzung: „Krieg und Frieden : historischer Roman, übersetzt von einer Russin“. Die Übersetzerin war die Fürstin Irina Paskjewitsch.