Roter Main
| Roter Main | ||
|
Der Rote Main östlich von Bayreuth |
||
| Daten | ||
|---|---|---|
| Gewässerkennzahl | DE: 2412 | |
| Lage | Oberfranken, Bayern, Deutschland | |
| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Main → Rhein → Nordsee | |
| Quelle | im Lindenhardter Forst zehn Kilometer südlich von Bayreuth bei Hörlasreuth (Creußen) 49° 51′ 23″ N, 11° 31′ 59″ O49.856511.533194444444581 |
|
| Quellhöhe | 581 m ü. NN | |
| Zusammenfluss mit dem Weißen Main | zum Main bei Schloss Steinenhausen südlich von Kulmbach50.08688888888911.398805555556298Koordinaten: 50° 5′ 13″ N, 11° 23′ 56″ O 50° 5′ 13″ N, 11° 23′ 56″ O50.08688888888911.398805555556298 |
|
| Mündungshöhe | 298 m ü. NN | |
| Höhenunterschied | 283 m | |
| Länge | 55,1 km[1] | |
| Einzugsgebiet | 519 km²[2] | |
| Abfluss am Pegel Unterzettlitz[3] (96% des Einzugsgebietes) AEo: 500,35 km² Lage: 3,7 km oberhalb der Mündung |
NNQ MNQ 1930–1999 MQ 1930–1999 Mq 1930–1999 MHQ 1930–1999 HHQ (1984) |
410 l/s 1,1 m³/s 4,51 m³/s 9 l/s km² 71,4 m³/s 322 m³/s |
| Abfluss[4] an der Mündung AEo: 519 km² |
MQ Mq |
4,7 m³/s 9,1 l/s km² |
| Mittelstädte | Bayreuth | |
Der Rote Main ist der wasserärmere, aber längere der beiden Quellflüsse des Mains. Er entspringt in der Fränkischen Schweiz und vereinigt sich bei Kulmbach mit dem rechten und nördlichen Quellfluss Weißer Main. Auf einer Länge von 55 Kilometern hat der Rote Main ein Gefälle von 283 Metern.
Der Rote Main durchfließt ein Gebiet mit lehmhaltigem Boden, weshalb der Fluss vor allem nach Regenfällen viel Schwebfracht führt und eine rötlich-braune Färbung annimmt, und was zu seinem Namenszusatz geführt hat.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Quelle [Bearbeiten]
Der Rote Main entspringt zehn Kilometer südlich von Bayreuth bei Hörlasreuth (Creußen) im Lindenhardter Forst auf einer Höhe von 581 m ü. NN. Das Quellgebiet liegt im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Es gehört geologisch zum Braunen Jura. Die Rotmainquelle wurde 1907 in Stein gefasst; aus ihr fließt das Wasser über ein Holzrohr ab.
Flusslauf [Bearbeiten]
Der Rote Main fließt zunächst in südöstlicher Richtung, bevor er nach Nordosten biegt und Creußen durchquert. Von dort aus zieht er nach Norden und macht hinter der Eremitage eine Kehre nach Westen. Die Stadt Bayreuth durchquert er von Osten nach Westen. In der Innenstadt ist er seit den siebziger Jahren in ein Betonbett gefasst und teilweise überdeckelt.
In der Nähe des Bayreuther Volksfestplatzes zweigt südlich der Mühlkanal ab, der früher mehrere Mühlen im Stadtbereich antrieb; der Durchfluss des Kanals wird mit einem Wehr annähernd konstant gehalten. Er verläuft oberirdisch bis in Höhe der Münzgasse. Hinter der ehemaligen Landeszentralbank ist er bis zur Graserschule, kurz vor der Wiedervereinigung mit dem Hauptarm, verrohrt. In den späten 1990er Jahren wurde ein Teil des Kanals in der Opernstraße freigelegt und in die Neugestaltung des La-Spezia-Platzes einbezogen.
Der nördliche Arm führt gewöhnlich nur sehr wenig Wasser, dient aber bei Hochwasserständen als Flutbach und hat ein sehr breites Bett. Er ist mit zwei Parkplätzen teilweise überbaut.
Stromabwärts des Stadtgebiets fließt der Rote Main stark mäandrierend durch ein breites Tal in Richtung Nordwesten, vorbei an den Ortschaften Heinersreuth und Neudrossenfeld. Südlich von Kulmbach, bei Schloss Steinenhausen, vereinigt er sich mit dem Weißen Main, der im Fichtelgebirge bei Bischofsgrün entspringt. Der Rote Main ist 73 Kilometer lang (Quelle bis Mündung), der Weiße Main 52 Kilometer. Direkt unterhalb der Mündung der beiden Quellflüsse wurde 2009 eine Brücke errichtet. Informationstafeln an der Brücke informieren über den weiteren Flusslauf, die örtlichen Wander- und Radwege und das nähere Umland.
Zuflüsse [Bearbeiten]
Zu den Zuflüssen des Roten Mains gehören (Reihenfolge flussabwärts):
|
|
|
Vor der Begradigung nordwestlich der Innenstadt Bayreuths mündeten der Sendelbach (am Pauschenberglein) und früher auch der Tappert (am Mühltürlein) unmittelbar in den Roten Main.
Flusssystem Roter Main [Bearbeiten]
siehe Liste der Fließgewässer im Flusssystem Roter Main
Geotop Bodenmühlwand [Bearbeiten]
In der Nähe der Bodenmühle östlich von Bayreuth hat der Rote Main an einem Prallhang einer Flussschleife durch Erosion die so genannte Bodenmühlwand[6] geschaffen, einen Steilhang von 20 Meter Höhe. Dort sind Erdschichten aus der Mittleren Keuperzeit aufgeschlossen. Vor rund 225 Millionen Jahren war die Gegend ein küstennahes Gebiet, das in vielfachem Wechsel landfest war oder marin geprägt. Deshalb liegen dort Tonstein- und Estherienschichten übereinander. In letzteren fanden Geologen Fossilien von Muschelkrebsen (Palaesteria Minuta), nach denen die Schichten benannt sind, Reste von Quastenflossern sowie Schuppen, Zähne und Flossenstacheln urzeitlicher Haie. Die oberste und zugleich mächtigste Gesteinsschicht zählt zum Schilfsandstein.
Der Aufschluss ist als Geotop geschützt.
Fauna [Bearbeiten]
Im Roten Main kommen Bachforelle, Äsche, Barben, Mühlkoppe, Neunauge, Karpfen, Schleie, Brachse, Rotauge, Barsch, Hecht, Zander, Aal und Aalrutten vor.[7]
Wanderwege [Bearbeiten]
An der Quelle beginnt der Rotmainweg, den der Fichtelgebirgsverein e. V. angelegt hat. Dieser Hauptwanderweg hat als durchgehende Markierung ein rotes M auf weißem Grund. Er ist bis zum Zusammenfluss mit dem Weißen Main 60 Kilometer lang und verläuft wie folgt: Rotmainquelle-Creußen – Eimersmühle – Schlehenberg – Eremitage – Bayreuth – Martinsreuth – Altenplos – Grüngraben – Jöslein – Langenstadt – Affalterhof Katschenreuth – Schloss Steinenhausen bei Kulmbach.
Ebenfalls an der Quelle beginnt der Main-Mies-Weg, der vom Oberpfälzer Waldverein angelegt wurde. Seine Markierung ist ein rotes Schrägkreuz auf weißem Grund. Der 93 Kilometer lange Wegeverlauf: Rotmainquelle – Creußen – Seidwitz – Frankenberg – Neustadt am Kulm – Erbendorf – Falkenberg – Tirschenreuth – Griesbach.
Galerie [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- M. Johann Willen: Das Teutsche Paradeiß in dem vortrefflichen Fichtelberg. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Band 15, Heft 3, S.167
- Johann Christoph Pachelbel: Ausführliche Beschreibung des Fichtel-Berges im Nordgau liegend. Leipzig 1716, S.18
- Faltblatt des Fichtelgebirgsvereins: Der Rotmainweg (ausführliche Wegebeschreibung)
- Gustav Schmidt: Der Obermain von den Quellen bis Bamberg. In: Heimatbeilage zum Oberfränkischen Schulanzeiger. Nr. 325/2005
- Franz X. Bogner: Der Obermain. Ein Luftbildporträt von Bayreuth bis Bamberg. Ellwanger-Verlag, Bayreuth 2006, ISBN 3-925361-57-X
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Kartenservice des Bayrischen Landesamt für Umwelt
- ↑ Summe von sechs Teileinzugsgebieten (Kartendienst Gewässerbewirtschaftung Bayern, Flusswasserkörper)
- ↑ Hochwassernachrichtendienst Bayern: Pegeldaten Unterzettlitz, abgerufen am 27. Dezember 2012
- ↑ Hochwassernachrichtendienst Bayern: Mittlerer Abfluss (MQ) des Pegels Unterzettlitz, extrapoliert auf das gesamte Einzugsgebiet
- ↑ Örtliche Bezeichnung in Bayreuth
- ↑ Bodenmühlwand. lfu.bayern.de. Abgerufen am 20. Juli 2011.
- ↑ Bezirksfischereiverein Bayreuth: Roter Main