Neudrossenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neudrossenfeld
Neudrossenfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neudrossenfeld hervorgehoben
50.01666666666711.5334Koordinaten: 50° 1′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Höhe: 334 m ü. NHN
Fläche: 50,24 km²
Einwohner: 3827 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95512
Vorwahl: 09203
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 142
Gemeindegliederung: 48 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Adam-Seiler-Str. 1
95512 Neudrossenfeld
Webpräsenz: www.neudrossenfeld.de
Bürgermeister: Dieter Schaar (Freie Wählerschaft)
Lage der Gemeinde Neudrossenfeld im Landkreis Kulmbach
Bayreuth Landkreis Kronach Landkreis Hof Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Mainleus Wonsees Wirsberg Untersteinach Trebgast Thurnau Rugendorf Neuenmarkt Neudrossenfeld Kulmbach Ködnitz Kasendorf Himmelkron Harsdorf Guttenberg (Oberfranken) Grafengehaig Presseck Stadtsteinach Marktschorgast Marktleugast Ludwigschorgast Kupferberg ThüringenKarte
Über dieses Bild

Neudrossenfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neudrossenfeld liegt an der Bundesstraße 85 auf halbem Weg zwischen Bayreuth und Kulmbach. Nördlich verläuft die Autobahn 70 mit der Anschlussstelle 24 (Kulmbach-Neudrossenfeld). Das Relief des Gemeindegebietes ist durch einen Felssporn aus Sandstein geprägt, der das Tal des Roten Maines überragt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neudrossenfeld ist in 48 Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche, Schloss und Mühle vom Roten Main aus gesehen

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand Neudrossenfeld 1260 im Langenstadter Vertrag. 1285 war Drossenfeld Pfarrei mit eigener Pfarrkirche (dem heiligen Jakobus geweiht). Die Burggrafen von Nürnberg (Hohenzollern) kauften 1340 das Kulmbacher Land und herrschten damit auch über das Rittergut Drossenfeld (bis 1806). Bis 1429 stand die Pfarrei Drossenfeld unter dem Patronat des Klosters Langheim. 1430 kam es zur Plünderung durch die Hussiten. 1494 bis 1587 gehörte das Rittergut dem Geschlecht derer von Wirsberg, die es 1587 an die Hohenzollern verkauften. Die Markgrafen ließen es daraufhin von Pächtern verwalten. 1525 im Bauernkrieg blieb der Drossenfelder Bauernhaufen eher passiv. 1528 wurde die Reformation in Neudrossenfeld eingeführt.

1553/1554 erfolgten Zerstörungen im Albertinischen Krieg. Durch Plünderungen ab 1632 im Dreißigjährigen Krieg und die Pest kam es zur Entvölkerung der ganzen Gegend. Markgraf Christian Ernst von Bayreuth verkaufte 1689 Neudrossenfeld an den bürgerlichen Justizrat Johann Wolfgang Franke. 1732 brannte fast ganz Neudrossenfeld ab. 1752 kam das Gut teilweise als Erbe, teilweise durch Kauf an den Reichsgrafen Philipp Andreas von Ellrodt. Der neue Besitzer und dessen Sohn Friedrich bauten das Schloss aus (Architekt: Carl von Gontard) und errichteten von 1753 bis 1760 die neue große Markgrafenkirche (Dreifaltigkeitskirche). Es erfolgte die Anlage der zur damaligen Zeit berühmten Terrassengärten.

1775 nach dem Tode Philipps von Ellrodt 1763 und seiner beiden Söhne konnte seine Witwe Drossenfeld nicht halten, das Rittergut wurde an Georg Christoph von Reitzenstein verkauft. Das Anwesen verkam und wurde 1809 in bürgerliche Hände verkauft. 1810 wurde Neudrossenfeld mit dem ganzen Bayreuther Land in den bayerischen Staat eingegliedert. 1909 erfolgte die Einweihung der Bahnlinie Bayreuth–Thurnau mit Bahnhöfen in Altdrossenfeld und Neuenreuth am Main (Einstellung der Strecke: 1973).[3].

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform wurden am 1. Januar 1972 die bis dahin selbständige Gemeinde Neuenreuth am Main und Teile der aufgelösten Gemeinde Lindau eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Muckenreuth hinzu.[4] Pechgraben folgte am 1. Januar 1975. Teile der aufgelösten Gemeinde Leuchau wurden am 1. Januar 1976 eingegliedert. Brücklein kam am 1. Januar 1978 hinzu. Der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Altdrossenfeld folgte schließlich am 1. Mai 1978.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Dieter Schaar (Freie Wählerschaft). Nachfolger wurde in der Bürgermeisterstichwahl vom 30. März 2014 Harald Hübner (CSU/Freie Wählerschaft).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 bis 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008 2014
Freie Wählerschaft 06 07 03
CSU 04 04 03
SPD 03 03 04
Wählergruppe Waldau 02 02 02
Freie Gemeindebürger 01
Für unsere Gemeinde 04
Gesamt 16 16 16

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Steinbrücke über den Roten Main
Tanzlinde in Langenstadt, Ortsteil von Neudrossenfeld

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Dreifaltigkeitskirche: Die in Jahren 1753 bis 1760 erbaute protestantische Markgrafenkirche gilt als eine der schönsten Barockkirchen im Bayreuther und Kulmbacher Land. Architekt und Baumeister war Johann Georg Hoffmann aus Kulmbach.
  • Schloss Neudrossenfeld mit Terrassengarten: Seine ältesten Teile stammen aus dem 16. Jahrhundert. Durch den Architekten Carl von Gontard wurde es ab 1752 erweitert und erneuert.
  • Das seit 1649 existierende und unter Denkmalschutz stehende Brauereigelände mit Gasthof, Biergarten und dem eigentlichen Brauereigebäude mit Eishaus im Ortskern von Neudrossenfeld.
  • Die 50 Meter lange Sandsteinbrücke über den Roten Main mit fünf Bögen wurde wahrscheinlich zwischen 1557 und 1603 erbaut.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Neudrossenfeld

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Tanzlinde in Langenstadt wurde vor einigen Jahren neu gepflanzt, nachdem der alte Baum wegen Altersschwäche entfernt werden musste.

Sport[Bearbeiten]

Der TSV Neudrossenfeld ist der größte Sportverein der Gemeinde. Die Fußballmannschaft des Vereins spielt ab der Saison 2014/15 in der Bayernliga.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Alle zwei Jahre finden jeweils Anfang Mai die von der Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation organisierten Europatage statt, in deren Rahmen die Europamedaille Karl IV. verliehen wird. Zusätzlich gibt es ein breites kulturelles sowie kulinarisches Angebot aus vielen europäischen Ländern.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111031/174513&attr=OBJ&val=1277
  3. Neudrossenfeld - ein Heimatbuch Gegenwart und Vergangenheit, Neudrossenfeld 1986
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 503.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 692 und 693.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neudrossenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien