Rupert Stadler

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Rupert Stadler (* 17. März 1963 in Titting) ist Vorstandsvorsitzender der AUDI AG.

Leben[Bearbeiten]

Rupert Stadler wuchs in Wachenzell im Landkreis Eichstätt auf. Zunächst besuchte der Sohn eines Landwirts die Knabenrealschule Rebdorf in Eichstätt, dann studierte er an der Fachhochschule Augsburg Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Unternehmensplanung/Controlling sowie Finanz-, Bank- und Investitionswirtschaft und schloss mit dem akademischen Grad Diplom-Betriebswirt (FH) ab.

Seine Laufbahn begann Stadler bei der Philips Kommunikation Industrie AG in Nürnberg und wechselte 1990 zur Audi AG, wo er verschiedene Aufgaben im Bereich Controlling übernahm. 1994 trat er als Kaufmännischer Geschäftsführer bei der Volkswagen-Audi España, S.A. in Barcelona ein. Der Aufsichtsrat der Audi AG wählte ihn am 6. Dezember 2006 zum neuen Vorstandsvorsitzenden, sein Amtsantritt erfolgte am 1. Januar 2007. Stadler trat die Nachfolge von Martin Winterkorn an, der als Vorstandsvorsitzender zum Mutterkonzern Volkswagen AG wechselte. Seit 2010 ist Stadler zugleich Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG.

Er hat eine Reihe von Mandaten inne: Mitglied im Aufsichtsrat der Porsche Holding Gesellschaft m.b.H., Präsident des Verwaltungsrats der Automobili Lamborghini S.p.A., Präsident des Verwaltungsrats der VOLKSWAGEN GROUP ITALIA S.P.A., Vorsitzender des Aufsichtsrats der MAN Truck & Bus AG, Mitglied im Aufsichtsrat der MAN SE, Mitglied im Verwaltungsrat der Italdesign Giugiaro S.p.A., Mitglied im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG. Seit November 2012 hält er außerdem als Honorarprofessor der Universität St. Gallen Vorlesungen. Im Mai 2015 hielt er eine Vorlesung an der Universität Oxford.

Stadler ist verheiratet und hat drei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

2012 würdigte ihn der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger mit der „Goldenen Victoria für den Unternehmer des Jahres“. Er führe als Unternehmenslenker nicht nur erfolgreich, sondern vor allem auch nachhaltig, so die Jury. [1] 2013 kritisierte Stadler in einem Namensbeitrag in der WirtschaftsWoche "leichtfertige Kreditvergaben, Spekulationsgeschäfte und die zunehmende Entkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft, auf denen Rohstoffe und Nahrungsmittel zu Spekulationsobjekten verkümmern." Er setzte sich dafür ein, dass "der ehrbare Kaufmann in Wirtschaft und Gesellschaft wieder zum Leitbild" werden solle. Dieser formuliere keine überzogenen Renditewünsche, sondern führe "einen Teil des Gewinns ins Unternehmen zurück, weil er langfristig investiert und agiert. Er beteiligt seine Mitarbeiter am Erfolg, weil er Leistung belohnt und daran glaubt, dass Mitarbeiter besonders motiviert sind, wenn sie sich mit den Unternehmenszielen identifizieren können“.[2] Im November 2013 äußerte er als Aufsichtsrat-Mitglied „dass Uli Hoeneß das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG (...) weiter ausüben soll“, solange es noch kein rechtskräftiges Urteil gebe. [3] Im April 2014 betonte er, wie wichtig "Audi die Einhaltung von Regeln und Normen" sei. [4] Als Hauptsponsor der Deutschen AIDS-Stiftung eröffnete er in seiner Funktion als CEO von Audi im Januar 2015 die 21. Festliche Operngala in Berlin und überreichte dort der Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süssmuth Anfang 2015 eine Spende über 200.000 Euro. [5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 2013 How to succeed in the digital age. Strategies from 17 Top Managers Frankfurter Allgemeine Buch, 2013. ISBN 978-3-95601-042-2
  • 2012 Erfolg im digitalen Zeitalter – Strategien von 17 Spitzenmanagern. Frankfurter Allgemeine Buch, 2012. ISBN 978-3-89981-300-5
  • 2012 E-Mobilität: Sackgasse oder Beschleunigungsstreifen für das Auto 2.0? (publizierter Vortrag zum 33. Internationalen Wiener Motorensymposium vom 27. April 2012)
  • 2012 Defaults als Navigationshilfen in Produktkonfiguratoren – ein Beispiel aus der Automobilindustrie, Stadler, Rupert; Kopitzki, Dieter; Herrmann, Andreas; Beck, Lucas; Hofstetter, Reto; in: Marketing Review St. Gallen, 2/12
  • 2012 Unternehmer sind gefragt, nicht Unterlasser (Namensartikel zur Euro-Krise in der Wirtschaftswoche, Rubrik Denkfabrik vom 30. Januar 2012)
  • 2011 Wir schaffen die Wende – Abschied von der Atomkraft als Chance für die deutsche Industrie“ (Namensartikel zur Energiewende im Handelsblatt vom 1. August 2011)
  • 2011 The Effect of Default Options on Choice – Evidence from online Product Configurators, Herrmann, Andreas; Goldstein, Dan; Stadler, Rupert; Heitmann, Mark; Landwehr, Jan; Huber, Frank; Hofstetter, Reto; in: Journal of Retailing and Consumer Services, 2011, S. 483-491
  • 2011 Verankerung von Markenwerten im Produktdesign, Landwehr, Jan; Stadler, Rupert; Herrmann, Andreas; Wentzel, Daniel; Labonte, Christian; in: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, zfbf 03/11
  • 2010 Mit Pioniergeist die Zukunft gestalten (Beitrag zum Top Career Guide Automotive 2010)
  • 2009 Vorsprung jeden Tag neu leben (Beitrag zum Buch Automobilstandort Deutschland des Verbandes der Automobilindustrie)
  • 2009 Beitrag zum Buch Ihre Werte bitte! der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V
  • 2008 Controlling im Volkswagen Konzern, Adelt, Bruno; Sander, Lothar; Stadler, Rupert; in: AutoUni, Oktober 2008
  • 2008 Chancen nutzen, Werte schaffen – die globale Perspektive, Beitrag zu einem Buch von Thelen, Peter (Hrsg.), Rodenstock, Randolf: „Einsichten schaffen Aussichten: die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft“, 20
  • 2007 Erfolgsmodell Audi – wie die Marke zum Tempomacher im Premiumsegment aufstieg (Beitrag zu einem Buch von Riesenbeck, Hajo; Perrey, Jesko, McKinsey & Company: Marketing nach Maß)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitungsverleger ehren Rupert Stadler
  2. Unersättlichkeit darf nicht dominierendes Prinzip werden
  3. Hoeneß muss vor Gericht
  4. Audi-Chef Stadler meldet Bedenken an
  5. Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung

Weblinks[Bearbeiten]