Sénégal Airlines

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Sénégal Airlines
Senegal Airlines Logo.svg
SNG A320 6V-AIH.JPG
IATA-Code: DN
ICAO-Code: SGG
Rufzeichen: SENEGAL
Gründung: 2009 (Betriebsaufnahme 2011)
Sitz: Dakar, SenegalSenegal Senegal
Heimatflughafen: Flughafen Dakar-Yoff-Léopold Sédar Senghor
Unternehmensform: Staat als Mehrheitsaktionär[1]
Allianz: strategische Partnerschaft mit Emirates
Flottenstärke: 4
Ziele: Westafrika

Sénégal Airlines ist die nationale Luftfahrtgesellschaft von Senegal mit Sitz in Dakar und Nachfolgerin der liquidierten Air Senegal International. Der arabische Langstrecken-Carrier Emirates unterstützte die Fluggesellschaft bei der Gründung und der Aufnahme des Flugbetriebes mit seiner Erfahrung. Im Gegenzug fungieren die Senegal-Airlines-Dienste in Westafrika als Zubringerflüge für die Emirates-Verbindung von Dakar nach Dubai.[2][3] Die Luftfahrtberatungsgesellschaft TASC aviation Consulting war beim Aufbau der Fluggesellschaft beratend tätig.[4]

Gesellschafter[Bearbeiten]

Die Fluggesellschaft ist ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen und war anfangs mehrheitlich in privater Hand. Seit November 2013 hält der Staat Senegal direkt oder indirekt 51 Prozent der Anteile, 49 Prozent liegen bei privaten senegalesischen Investoren und Firmen, darunter Versicherungen, Banken oder Bodenabfertiger am Flughafen Dakar, die durch den Wegfall des Homecarriers Air Senegal International Kapazitätsüberschüsse hatten.[5][1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fluglinie wurde Ende Oktober 2009 gegründet und ist faktischer Nachfolger der Air Sénégal International, die im vorherigen April/August den Flugbetrieb einstellen und sich auflösen musste.[6] Sie sollte das entstandene Vakuum der senegalesischen Luftfahrt füllen. Im November 2009 wurden auf der Dubai Air Show bei Airbus vier Flugzeuge vom Typ Airbus A320-200 und zwei Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330-200 für ein Auftragsvolumen von 670 Mio. US-Dollar bestellt[7][8] und angekündigt, im September den Flugbetrieb aufnehmen zu wollen,[9] was sich bis 25. Januar 2011 verzögerte.[10][11] Mit zwei gebrauchten Flugzeugen vom Typ Airbus A320 wurde der Flugbetrieb von Dakar zu den Hauptstädten benachbarter afrikanischer Staaten Abidjan, Bamako, Banjul, Conakry, Nouakchott und Ouagadougou aufgenommen. Inlandsdienste sowie Strecken nach Europa wurden zunächst nicht aufgenommen.[10] Die zwei Airbus A320 sind mit 136 Sitzen in Business- und Economy-Class ausgestattet und waren zuvor bei China Eastern Airlines und Spring Airlines im Einsatz. Eines der Flugzeuge ist von CIT Aerospace, das andere von GECAS geleast.[12][13][14]

Die Flugbetriebsaufnahme hatte zu einer diplomatischen Verwicklung mit Belgien geführt, als die Behörden der auf dem afrikanischen Kontinent sehr aktiven belgischen Brussels Airlines die Streckenrechte für die Bedienung der Routen nach Banjul, Conakry und Freetown entzogen hatten und der teilstaatliche Flagcarrier diese Verbindungen bedienen würde. Brussels Airlines flog die drei Ziele im Dreiecksflug ab Brüssel über Dakar an. Die belgische Botschaft vermochte nicht, die Erlaubnis wiederzuerlangen. Seither wird die Strecke nicht mehr von Brussels Airlines geflogen.[15] Sénégal Airlines kündigte daraufhin an, in den nächsten zwei Jahren Flotte und Anzahl der Destinationen zu steigern sowie Dienste nach Europa und Asien zu planen.[16]

Im Sommer 2011 kam ein dritter A320 in die Flotte, der zuvor bei Vladivostok Air eingesetzt war und von GECAS geleast wird.[17] Damit wurden im August 2011 die Strecken Cotonou und Libreville ab Dakar mit Zwischenstopps in Abidjan eröffnet[18] und die Destination Douala in Kamerun via Abidjan aufgenommen.[19]

Zuvor wurde am 8. August 2011 eine durch Cimber Sterling für vorerst sechs Monate gemietete ATR 42 die Strecke nach Praia auf den Kapverdischen Inseln[20] sowie die erste Inlandsstrecke Dakar-Ziguinchor aufgenommen[21][22] und eine zweite Inlandstrecke Dakar-Cap Skirring ab 31. Oktober.[23]

Ein Airbus A320 der Gesellschaft wurde am 28. Oktober 2010 auf dem Weg von Dakar über Conakry (Guinea) nach Abidjan von der Flugraumüberwachungsbehörde am Flughafen Conakry beschlagnahmt mit der Begründung, die Flugsicherungsfirma Roberts FIR habe offene Forderungen in Höhe von 110.000 Euro gegenüber der insolventen Vorgängergesellschaft Air Senegal International. Roberts FIR überwacht auch den Luftraum in Sierra Leone und Liberia. Die 95 Passagiere mussten in Conakry bleiben. Die Folge waren Spannungen auf Regierungsebene und ein Flugverbot für Flugzeuge aus oder nach Guinea für den senegalesischen Luftraum. Nach drei Tagen wurde die Auseinandersetzung beigelegt und die Maßnahmen aufgehoben.[24]

Ziele[Bearbeiten]

International bedient Sénégal Airlines ab Dakar rund ein Dutzend Linienflugziele in Westafrika, wovon einige mit Zwischenstopps angeflogen werden, vermehrt die Metropole Abidjan in der Elfenbeinküste, um eine bessere Auslastung zu erzielen.[25]

Im nationalen Verkehr bedient Sénégal Airlines Cap Skirring und Ziguinchor ab Dakar.[26]

Sénégal Airlines unterhält seit der Gründung mit Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine strategische Partnerschaft, die zum Beispiel Beratung seitens Emirates für den jungen senegalesischen Nationalcarrier umfasst. Sénégal Airlines hingegen bietet mit ihrem vergleichsweise gutem Netzwerk in Westafrika Zubringerflüge für die Emirates-Verbindung nach Dubai an.[27] Langfristig plant Sénégal Airlines eigene Langstreckendienste mit Paris in oberster Priorität.

Es ist geplant, bei Eröffnung des neuen Flughafen Dakar-Blaise Diagne, der den alten und überlasteten Flughafen Dakar-Léopold Sédar Senghor ersetzen soll, dorthin umzusiedeln.[28]

Flotte[Bearbeiten]

Die Flotte besteht mit Stand vom August 2013 aus 4 Flugzeugen:[29]

Flugzeug Aktiv Bestellt Sitzplätze (C/Y)[30] Registrierung Namen Bemerkung
Airbus A320-200 3 4 136 (120/16) 6V-AIH, 6V-AII, 6V-AIJ Gandiol, Podor, Kayemor[31] 2 geleast von GECAS, eine von CIT Aerospace.
Bombardier CRJ100 1 0 50 (0/50) ZS-CRJ gemietet von CemAir

Das Flottenalter liegt mit Stand August 2013 bei 15,3 Jahren.[32]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b aerotelegraph.com, abgerufen am 6. November 2013
  2. berlin-spotter.de zur Betriebsaufnahme und Emirates-Kooperation
  3. ameinfo.com zur Emirates-Kooperation
  4. Senegal Airlines: About Us
  5. Senegal Airlines: Shareholding
  6. Air Senegal International stellt Flugbetrieb ein
  7. Airbus zu den Aufträgen auf der Dubai Air Show
  8. Bestellung auf der Dubai Air Show
  9. accesgambia.com
  10. a b Betriebsaufnahme der Senegal Airlines
  11. flyafrica.com zur Betriebsaufnahme
  12. touring-afrika.de zur Betriebsaufnahme
  13. austrianwings.info zur Betriebsaufnahme
  14. Flightglobal zur Betriebsaufnahme
  15. anna.aero über die Streckenrechteentziehung gegenüber Brussels Airlines
  16. aviationweek.com zur geplanten Expansion
  17. 3. Airbus A320
  18. anna.aero: Senegal Airlines now flies from Dakar via Abidjan to Cotonou and Libreville
  19. Neue Strecke nach Douala
  20. check-in.dk zum Thema
  21. anna.aero: Senegal Airlines opens two new routes from Dakar to Praia (Cape Verde), and Ziguinchor
  22. nur-flug-tours .de zur Betriebsaufnahme der ATR-42 Flüge
  23. xibar.net zur neuen Strecke nach Cap Skirring
  24. A320-Zwischenfall in Guinea
  25. Senegal Airlines: Route Map
  26. tourmag.com zum Inlandsflugnetz
  27. alllafrica.com
  28. Flughafenprojekt Dakar-Blaise Daigne
  29. ch-aviation.ch - Flotte der Senegal Airlines (englisch), abgerufen am 9. August 2013
  30. Senegal Airlines: Fleet
  31. Namen der Airbus A320 bei Senegal Airlines
  32. planespotters.net - Senegal Airlines

Weblinks[Bearbeiten]