Bamako

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Dieser Artikel behandelt die malische Hauptstadt Bamako; zum gleichnamigen Film siehe Bamako (Film)
Bamako
Bamako (Mali)
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Koordinaten 12° 39′ N, 8° 0′ W12.645833333333-7.9922222222222Koordinaten: 12° 39′ N, 8° 0′ W
Basisdaten
Staat Mali

Hauptstadtdistrikt

Bamako
Höhe 330 m
Einwohner 1.809.106 (Zensus 2009[1])
Politik
Bürgermeister Gouverneur
Blick auf Bamako
Blick auf Bamako
Einwohner von Bamako, 2006
Die neue Moschee

Bamako ist die Hauptstadt Malis. Im Vorort Koulouba liegt das Regierungsviertel von Mali. Die Stadt liegt am Fluss Niger.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der Distrikt Bamako unterteilt sich in die sechs Gemeinden Commune I, Commune II, Commune III, Commune IV, Commune V und Commune VI.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bamako hat nach den Ergebnissen des 2009 durchgeführten Zensus 1.809.106 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Seinen Ursprung verdankt Bamako einer alten Weissagung. Laut dieser sollte die Familie der Niaré eine große Dynastie begründen. Der Weissagung folgend zogen die Niaré an die Ufer des Flusses und gründeten dort Ende des 16. Jahrhunderts die Stadt. Sie wurde zu einem Handelszentrum und hatte bereits vor der Eroberung durch französische Truppen im Jahr 1883 ungefähr 600 Bewohner. Im Jahre 1908 wurde sie zur Hauptstadt des französischen Gouvernements Obersenegal und Niger. Nach Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich (1960) machte man die Stadt zur Hauptstadt des Staates Mali, der einen Einparteienstaat bildete. 1968 putschte sich General Moussa Traoré an die Macht. 1987 war Bamako Tagungsort einer WHO-Konferenz, die unter dem Namen Bamako-Initiative die Gesundheitspolitik Afrikas nachhaltig veränderte. 1991 kam es nach Unruhen zu demokratischen Reformen und zur Verabschiedung einer Verfassung (siehe Putsch in Mali 1991). 1992 wurde Alpha Oumar Konaré zum Präsidenten gewählt. Das Land hat seit 1992 eine demokratische Verfassung. Staatsoberhaupt war seit dem 8. Juni 2002 Staatspräsident Amadou Toumani Touré, zunächst für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt und am 29. April 2007 wiedergewählt. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Modibo Sidibé am 30. März 2011 wurde mit der parteilosen Cissé Mariam Kaïdama Sidibé erstmals eine Frau Regierungschefin in Mali.


Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Als Handels- und Industriezentrum (Textilindustrie) ist Bamako der wichtigste Wirtschaftsstandort in Mali. Von Bamako aus führt die Bahnstrecke Dakar–Niger über Kita, Mahina, Kayes in die Hafenstadt Dakar im Senegal. Des Weiteren ist die Stadt über den Flughafen Bamako erreichbar.

Kultur[Bearbeiten]

Im Musée National du Mali werden archäologische und ethnologische Sammlungen ausgestellt. Die Sammlung der Bibliothèque nationale du Mali umfasst etwa 60.000 Werke.

Alle zwei Jahre findet die Fotografieausstellung Rencontres africaines de la photographie statt. Seit 2003 wird in Bamako jährlich das Musikfestival Trophées de la musique au Mali ausgetragen. In dessen Verlauf werden die besten Musiker Malis mit den Tamanis ausgezeichnet.

Sport[Bearbeiten]

Zu den erfolgreichsten Teams des Landes mit zahlreichen nationalen Titeln zählen die Fußballvereine Djoliba AC, Stade Malien und AS Real Bamako. Als Spielstätten dienen unter anderem das 2001 eröffnete und 50.000 Zuschauer fassende Stade du 26-Mars sowie das Stade Modibo Keïta mit 35.000 Plätzen. In beiden Stadien wurden Spiele der Afrikameisterschaft 2002 ausgetragen.

Bei der Rallye Paris-Dakar war Bamako mehrmals Etappenort.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bamako unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Klimatabelle[Bearbeiten]

Bamako
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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34
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0
 
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17
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bamako
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32,7 35,9 37,9 38,7 37,8 34,8 31,6 30,8 31,9 34,4 34,7 32,5 Ø 34,5
Min. Temperatur (°C) 17,3 20,0 23,1 25,2 25,3 23,4 22,0 21,6 21,6 21,5 19,2 17,4 Ø 21,5
Niederschlag (mm) 0 0 2 25 46 121 218 234 165 65 2 0 Σ 878
Sonnenstunden (h/d) 8,9 9,0 8,6 7,7 7,8 7,8 7,0 7,0 7,4 8,2 9,0 8,7 Ø 8,1
Regentage (d) 0 0 0 3 5 9 15 16 12 5 0 0 Σ 65
Luftfeuchtigkeit (%) 24 20 22 33 50 67 77 81 78 65 38 27 Ø 48,7
T
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25,3
34,8
23,4
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22,0
30,8
21,6
31,9
21,6
34,4
21,5
34,7
19,2
32,5
17,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b INSTAT: Ergebnisse des Zensus 2009 (PDF; 851 kB)
  2. Bamako, Mali - A Rochester Sister City. In: Website von Rochester. Abgerufen am 16. März 2014 (englisch).
  • Sennen Andriamirado: Le Mali Aujourd'hui

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bamako – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bamako (Kategorie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien