SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg ist eines von zwei Sinfonieorchestern des Südwestrundfunks. Seit seiner Gründung 1946 ist es für zahlreiche Uraufführungen Neuer Musik bekannt und gilt als eines der besten Orchester Deutschlands. Chefdirigent ist seit Herbst 2011 François-Xavier Roth.[1] Seit 1996 hat das Orchester seinen Sitz im Konzerthaus Freiburg.
Ab dem Jahr 2016 wird das Orchester mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart zusammengelegt.[2] Sitz des fusionierten Orchesters wird Stuttgart.[3] Im Oktober 2012 wurde das Sinfonieorchester in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 1 als von der Schließung bedroht eingestuft.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Gegründet am 1. Februar 1946 in Baden-Baden unter dem Namen Philharmonisches Orchester des Südwestfunks wurde es noch im selben Jahr in Großes Orchester des Südwestfunks umbenannt. Unter dem ersten Chefdirigenten Hans Rosbaud wurde bereits 1950 mit dem ersten Auftritt bei den Donaueschinger Musiktagen für zeitgenössische Tonkunst der Grundstein für die heutige Ausrichtung des Orchesters gelegt. Seither hat das Orchester etwa 400 Werke uraufgeführt. 1966 wurde das Orchester erneut umbenannt in Sinfonieorchester des Südwestfunks. 1996 erfolgte der Umzug von dem auf dem Baden-Badener SWF-Gelände gelegenen Hans-Rosbaud-Studio in das größere, neu gebaute Konzerthaus Freiburg. Mit der Fusion von SDR und SWF zu SWR erhielt das Orchester 1998 seinen heutigen Namen. Seit 1949 unternimmt das Orchester auch regelmäßig weltweite Konzerttourneen, so gestaltete es zu Mozarts 250. Geburtsjubiläum am 27. Januar 2006 das Festkonzert im Wiener Konzerthaus. Am 1. Februar 2006 feierte das Sinfonieorchester seinen 60. Geburtstag mit einem Festkonzert im Konzerthaus Freiburg.
Am 28. September 2012 beschloss der SWR-Rundfunkrat, konkrete Schritte für die Fusion des Orchesters mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart im Jahr 2016 zu planen. Laut einer Pressemitteilung des Senders bleiben beide Klangkörper bis 2016 wie bisher bestehen.[2] Die Fusion soll ohne Entlassungen vonstattengehen.[4] Der Stellenabbau werde nur „durch altersbedingte Abgänge“ erfolgen. Die Deutsche Orchestervereinigung forderte, darüber einen Tarifvertrag abzuschließen.[5]
Chefdirigenten [Bearbeiten]
- 1948–1968: Unter Hans Rosbaud hat das Orchester Uraufführungen mit Werken von Paul Hindemith und Igor Strawinski, die beide auch als Gastdirigenten auftreten. 1958 startet Pierre Boulez seine Karriere als Dirigent als artist-in-residence in Baden-Baden.
- 1964–1979: Ernest Bour dirigiert neben György Ligetis Lontano über 100 Uraufführungen, behält aber auch das klassische Programm bei.
- 1980–1986: Das osteuropäische Programm mit Tschaikowski, Schostakowitsch und Lutosławski genießt unter Kazimierz Kord besondere Zuwendung.
- 1986–1999 Unter dem Motto „Musik ist unteilbar“ greift Michael Gielen das Konzept der Gleichberechtigung von klassischer Musik und Moderne auf und präsentiert neben weiteren Uraufführungen von Spahlinger bis Kagel auch Kompletteinspielungen der Sinfonien von Beethoven und Mahler.
- 1999–2011: Neben der Vorliebe für Mozart und Haydn spielt Sylvain Cambreling mit dem Orchester Zyklen von Messiaen und Berlioz ein und erweitert das französische Repertoire zudem mit unbekannteren Komponisten von Rameau bis Gérard Grisey.
- seit 2011: François-Xavier Roth
47.9958957.84205Koordinaten: 47° 59′ 45″ N, 7° 50′ 31″ O
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2009: Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für die Einspielung Werke für Orchester von Olivier Messiaen. Sylvain Cambreling erhielt für diese Aufnahmen den ECHO Klassik als Dirigent des Jahres.
- 2010: Midem Classical Award in der Kategorie zeitgenössische Musik für die Einspielung Werke für Orchester von Olivier Messiaen.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Neuer Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters. Biografie François-Xavier Roth. In: swr.de. 14. Juli 2011. Abgerufen am 29. Oktober 2011.
- ↑ a b Fusion der SWR-Orchester beschlossen. Rundfunkrat stimmte mit großer Mehrheit für die Vorlage des SWR. Pressemitteilung des SWR. 28. September 2012. Abgerufen am 28. September 2012.
- ↑ Stuttgart wird 2016 Sitz des SWR-Sinfonieorchester. DPA-Meldung vom 7. Dezember 2012 in badische-zeitung.de
- ↑ Götz Thieme: Sündenfall im Musterland. In: Stuttgarter-zeitung.de vom 28. September 2012. Abgerufen am 29. September 2012.
- ↑ SWR will bei Orchesterfusion auf Kündigungen verzichten. In: Deutschlandradio Kultur. Kulturnachrichten. 29. Oktober 2012. Abgerufen am 29. Oktober 2012.
Sinfonieorchester:
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin | Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin | NDR Sinfonieorchester | NDR Radiophilharmonie | MDR Sinfonieorchester | Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern | SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg | Radio-Sinfonieorchester Stuttgart | WDR Sinfonieorchester Köln | WDR Rundfunkorchester Köln | Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | Münchner Rundfunkorchester | hr-Sinfonieorchester
Big Bands:
NDR Bigband | SWR Big Band | WDR Big Band Köln | hr-Bigband
| Fernsehprogramm | SWR Fernsehen | |
| Hörfunkprogramme | ||
| Webradio | SWR2 Archivradio | |
| Klangkörper | SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg • Radio-Sinfonieorchester Stuttgart • SWR Vokalensemble Stuttgart • SWR Big Band • Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern |